Einbecker Bierblog

Wissenswertes aus der Heimat guter Biere

Archiv für das Schlagwort “Ulrich Meiser”

Bier im Regionalregal

Ulrich Meiser reicht Einbecker Bier bei der Eröffnung des Regionalregals in Göttingen. Foto: Regionaler Erzeugerverband Südniedersachsen

Viele der regionalen Produkte verlassen „den Schutz des Hofladens“, wie es Dr. Cord Stoycke vom niedersächsischen Verbraucherschutzministerium so schön ausdrückte, und stellen sich nun dem Wettbewerb im Lebensmitteleinzelhandel. Das Bier aus Einbeck steht dort schon länger – und dennoch gehört der Gerstensaft aus der Heimat guter Biere natürlich dazu, wenn der Regionale Erzeugerverband Südniedersachsen (mit Geschäftsstelle direkt neben der Einbecker Brauerei) sein neues „Regionalregal“ präsentiert. Mehr als 25 Lebensmittel aus der Region gibt es im Supermarkt ab sofort an einer zentralen Stelle: Der Regionale Erzeugerverband Südniedersachsen hat die ersten zwei Regionalregale der Marke „Kostbares Südniedersachsen“ aufgestellt, weitere sollen folgen. Sie bieten im Rewe-Markt von André Riethmüller in Göttingen-Geismar und im Edeka-Markt von Thomas Köhler in Göttingen-Grone vom Honig über den Ketchup bis zum Kaffee eine umfangreiche Palette regionaler Produkte gebündelt an einem Ort. Und natürlich Einbecker Bier.

„Wir versuchen den Orientierung suchenden Verbrauchern eine von Ehrlichkeit geprägte Unterstützung zu geben“, sagte Siegfried Kappey, Vorsitzender des Erzeugerverbandes, zur Motivation seines Vereins. Die Einbecker Brauhaus AG ist dort Mitglied, unterstützt die Idee. Er dankte allen Unterstützern und Partnern, die es ermöglicht hätten, nach drei Jahren vorbereitender Aufbauarbeit im Verband nun das Regionalregal für Supermärkte anzubieten. Den zwei ersten Exemplaren in Göttingen sollen weitere in der Region folgen. Wer die regionale Idee lebe wie die beiden Kaufleute mit ihren Märkten könne ebenfalls ein Regionalregal in seinem Lebensmittelmarkt aufstellen, sagte Kappey.

Dabei handelt es sich um ein Standardregal mit einem markanten, sonnengelben Design, das in Breite und Tiefe je nach aufgenommenen Produkten variiert werden kann. An den Seitenwänden informieren einige der Produzenten über ihre Betriebe und das, was sie herstellen. Das Standardregal wird ergänzt von einer mit gleichem Logo für den Verbraucher erkennbaren Kühltheke, beispielsweise für Wurstwaren. Hinzu kommt außerdem ein Obst- und Gemüseregal, in dem die Kunden Kartoffeln, Gemüse oder Äpfel finden.

Der 2016 gegründete Verein mit inzwischen mehr als 125 Mitgliedern und seiner Geschäftsstelle in Einbeck vergibt die Marke „Kostbares Südniedersachsen“ an seine Mitgliedsbetriebe, die die Kriterien erfüllen. Voraussetzung dafür, die Marke zu erreichen, ist die Herkunft der Rohstoffe und die Be- und Verarbeitung: Sie muss in den Landkreisen Northeim, Göttingen/Osterode, Goslar oder Hildesheim verortet sein. Ausnahmen sind möglich, der Rohkaffee einer Rösterei kommt beispielsweise natürlich nicht aus dem Landkreis. Und Transparenz ist dem Regionalverband sehr wichtig. Echt, ehrlich, regional – diesen Anspruch des Regionalen Erzeugerverbandes Südniedersachsen zu definieren und bei den Mitgliedsbetrieben zu überprüfen ist Aufgabe des sechsköpfigen Qualitätsausschusses unter der Leitung von Jürgen Hoffmeister.

Dr. Cord Stoycke vom niedersächsischen Verbraucherschutzministerium freute sich darüber, dass die teilnehmenden regionalen Produzenten den Schritt „aus dem Schutz des Hofladens in den Lebensmitteleinzelhandel“ gegangen seien, wie er sagte. „Das Ministerium steht hinter der regionalen Vermarktung.“ Sie biete Frische, Nähe und Transparenz und trage dazu bei, eine Identität für die Region zu schaffen.

„In der Region wird viel Gutes produziert – das wird hier deutlich“, sagte Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler bei der Eröffnung des ersten Regionalregals. Landrat Bernhard Reuter zollte Anerkennung für den Mut der Produzentenfamilie, jetzt gebündelt im Lebensmittelmarkt präsent zu sein. „Es wird sich lohnen“, ist Reuter sicher. Es gebe immer mehr Menschen, die qualitative Lebensmittelmittel zu schätzen wüssten. Das regionale Bewusstsein, das immer mehr steige, sei nicht zuletzt auch bei den von mehr als 10.000 Menschen besuchten Regionaltagen in Waake im vergangenen September deutlich geworden. Der Landrat appellierte an die Verbraucher, die Chance zu nutzen und im Regionalregal zuzugreifen. „Ich dachte, das wäre eine kleine Nische, aber es ist eine große Fläche.“

André Riethmüller, Landrat Bernhard Reuter und Siegfried Kappey (v.l.) am Regionalregal.

Vor dem neuen Regionalregal im Supermarkt (v.l.): Rewe-Kaufmann Andre Riethmüller, Erzeugerverband-Vorsitzender Siegfried Kappey, Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler, Edeka-Kaufmann Thomas Köhler, Jörg Helmsen von der Marketinggesellschaft Niedersachsen und Dr. Cord Stoyke vom niedersächsischen Verbraucherschutzministerium.

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Einbecker in Hannover

Stefan Schostok (2.v.l.) mit (v.l.) Ulrich Meiser, Martin Deutsch und Andreas Bosk. Foto: Beuermann/Einbecker Brauhaus AG

Nicht überall gibt es Einbecker Bier. Aber vielerorts. Und seit 1397 auch nachweislich in Hannover, der heutigen Landeshauptstadt von Niedersachsen. Darauf nahm kürzlich eine illustre Runde Bezug, die sich beim Herausgeber und Chefredakteur des WirtschaftsDienstes Niedersachsen, Andreas Bosk, in der Lounge des WirtschaftsDienstes in Hannover traf. Einen kurzen Impulsvortrag hielt dabei der Einbecker Dennie Klose. Das Treffen gab Brauhaus-Vorstand Martin Deutsch und Export-Leiter Ulrich Meiser eine schöne Gelegenheit, die bekannte Luther-Präsentbox und den speziellen Einbecker Playmobil-Luther an Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) zu überreichen. Schostok, seit 2013 OB-Nachfolger des heutigen Ministerpräsidenten und Einbecker Bierorden-Träger Stephan Weil (SPD), ist durch eine nach wie vor praktizierte städtische Patronatsregelung Mitglied im Kirchenvorstand der Marktkirchengemeinde in Hannover. Der 54-jährige gebürtige Hildesheimer Schostok fand viele lobende Worte über das Einbecker Bier, teilte die Einbecker Brauhaus AG mit, ohne Einzelheiten zu nennen. Wer das erste nachgewiesene Einbecker Bier in Hannover erhielt? Natürlich die Schützen.

Archiv Einbecker Brauhaus AG

Goldener Bierdeckel

Der Goldene Bierdeckel 2018 geht an Bernd Schröder.

Der Goldene Bierdeckel 2018 geht an Bernd Schröder. Der 1964 geborene Sammler aus Ludwigslust setzte sich aus dem Dreier-Vorschlag am Ende durch. Der IBV, der Internationale Brauereikultur-Verband, hat die Auszeichnung bei einem Festabend im Urbockkeller der Einbecker Brauhaus AG verliehen. In Einbeck fand am Wochenende das Tauschtreffen des Vereins statt, das Sammler aus ganz Deutschland und darüber hinaus anzog. Die Brauhaus AG bekam den Dank für die Verleihungsmöglichkeit des Goldenen Bierdeckels.

Bernd Schröder ist seit dem Jahr 2000 Mitglied im IBV. Er sammelt seit 1990 Bier- und Brauerei-Etiketten aus Deutschland und Großbritannien. Schröder besitzt circa 350.000 verschiedene Etiketten. Im Laufe der Jahre besuchte er 71 Tauschtreffen im In- und Ausland, um seine Sammlung zu komplettieren. Seit 2006 ist er verantwortlich für die IBV-Vertretung Mecklenburg-Vorpommern.

Neben Bernd Schröder waren Jan Krosman aus den Niederlanden und Franz Schiener aus Österreich in dem Vorschlagstrio nominiert, aus dem die Mitglieder auswählen konnten.

Verleihung mit Bernd Schröder (Mitte), Ulrich Meiser vom Einbecker Brauhaus (l.) und IBV-Präsident Günther Maldaner. Foto: Einbecker Brauhaus AG.

Gesammelte Brauereikultur

Rund um den Bierdeckel dreht sich beim IBV-Treffen in Einbeck alles bei Präsident Günther Maldaner (r.) und seinem Vize Ulrich Schneider.

Sie sammeln Kronkorken, Bierdeckel, Etiketten, Pilsdeckchen, Kellnerblocks, Biergläser, Krüge, Flaschen, Emailleschilder, Spielkarten und vieles mehr, was mit Brauereikultur zu tun hat. Vier Mal im Jahr gibt es eine 400-seitige Sammlerzeitschrift, „Unser Steckenpferd“ genannt, für alle Mitglieder. Mehr als 1000 Mitglieder hat der IBV, der Internationale Brauereikultur-Verband, in 30 Ländern. Seit 1958 gibt es den Verband. Jetzt haben sich rund 80 Mitglieder zu einem von jährlich acht Tauschtreffen in Deutschland in Einbeck getroffen, erstmals wieder seit 1993, eigens wurde ein eigener Tauschtagsdeckel herausgegeben. Die Sammler sammeln nicht nur, sondern ordnen auch Bier- und Brauereikultur historisch ein, wie es Organisator und IBV-Vizepräsident Ulrich Schneider (Eschborn/Kassel) formuliert. Gleichzeitig fand die Verleihung des Goldenen Bierdeckels im Urbockkeller der Brauhaus AG in Einbeck statt. Beim Tauschtreffen gab es auf den Tischen in der Verladehalle alles, was das Sammlerherz begehrt.

Härke-Edelfan Joachim Bührig sucht nach dem Bierdeckel, der in seiner großen Sammlung noch fehlt.

Eigens aus Peine war Härke-Fan Joachim Bührig angereist, der einige der Kisten durchschaute, aber angesichts seiner umfassenden Härke-Sammlung kaum noch Hoffnung hatte etwas zu finden, was er noch nicht hat.

Im Oktober 2019 findet der alle zwei Jahre organisierte Weltkongress der Brauereikultur-Sammler statt, diesmal in Argentinien. 70 Clubs weltweit werden sich dort treffen. Vizepräsident Ulrich Schneider hat seine Reise schon gebucht.

Ziel des IBV ist es, den Bereich des Kulturgutes, der sich um das Volksgetränk Bier in vielfältigsten Erscheinungsformen entwickelt hat, zu bewahren, zu pflegen und zu fördern, wie es in der Satzung des IBV heißt. Er kümmert sich um die Geschichte der Brauereien, dokumentiert Beförderungsmittel für Bier und Behältnisse zum Biertransport, sammelt Bier-Werbeträger und -Trinkgefäße sowie Brauereiartikel aller Art.

Neu von einem Sammler aus Hamburg hat die Einbecker Brauerei eine 100 Jahre alte, bestens erhaltene Bierflasche ihres Vorgängers Domeier & Boden in ihre Sammlung aufnehmen können.

Export-Bier von Domeier & Boden, made in Einbeck.

Ulrich Meiser (r.) konnte eine Rarität zur Einbecker Sammlung hinzufügen, eine Einbecker Flasche mit Etikett Domeier & Boden.

Gut besucht war das Tauschtreffen in der Verladehalle in Einbeck.

Schöner Bierdeckel jetzt praktischer

Bierdeckel-Seite.

Bierdeckel sind rund. Oder eckig. Oder Kunstwerke. Oder sie haben eine originelle Stanzung wie der neue von der Einbecker Brauhaus AG, der seit einigen Monaten in der Gastronomie zuhause ist. Der Bierdeckel hat die Form der Einbecker „E“-Wappenmarke und ist auf den Gasthaus-Tischen garantiert ein Hingucker. Aber er war in seiner ersten Auflage nicht ganz so praktisch für die Wirte. Denn auf der einen Seite ist der Deckel im Farbton bis zum Rand gefärbt, auf der anderen Seite gibt es zwar einen weißen Rand, aber nur einen schmalen. Einen zu schmalen für die Gastwirte, um gut sichtbar ihre Striche dort zu markieren und zu notieren, wie viele Biere man dem Gast schon serviert hat. Diese Kritik habe man aufgenommen und eine Verbesserung jetzt umgesetzt, sagt Brauhaus-Sprecher Ulrich Meiser. Deshalb gibt es den schönen Einbecker Bierdeckel auf der einen Seite nun mit einem breiteren weißen Rand um die „E“-Marke. Dann kann dem nächsten Gasthaus-Besuch in der Heimat guter Biere ja imgrunde nichts mehr im Wege stehen.

Der weiße Rand wird breiter: Einbecker Bierdeckel in markanter Stanzung.

Bierführung: Mehr Technik, aber immer persönlich

Gästeführer im neu benannten „Schalander“-Saal des Brodhauses vor Monitor und Fassböden (v.l.): Marion Bartels, Edeltraud Hebel, Peter Nolte, Elena Küchemann.

Wer mehr über das Einbecker Bier erfahren möchte, kann eine Stadtführung mit Bierprogramm bei der Tourist-Information der Stadt Einbeck im Eicke’schen Haus buchen. Die Erläuterungen der Geschichte des Bieres aus Einbeck haben jetzt einen technischen Fortschritt erfahren, bleiben aber unverändert immer persönlich. Zwar unterstützt jetzt ein Bildschirm im Saal des Brodhauses am Marktplatz nach der Führung die Gästeführer mit Fotos und auch zwei Filmen. Die persönlichen Erklärungen bleiben jedoch erhalten. Die verschiedenen Bierprogramme der Tourist-Info, darunter das Bierdiplom, haben ein Update erhalten; seit 1995 waren sie nahezu unverändert, sind jetzt aktualisiert und modernisiert. Die laminierten Fotos zum Beispiel, die die Gästeführer den Besuchern bislang gezeigt haben und die manchmal in den hinteren Reihen schwer zu sehen waren, sind passé. In Zukunft können rund 40 Besucher (=ein Reisebus) im Saal des Brodhauses problemlos den Monitor erkennen und dabei den Gästeführern lauschen, wie sie die Historie des Gerstensaftes aus der Heimat guter Biere näher bringen. Und dazu die Inhaltsstoffe des Bieres zeigen und den Besuchern in die Hand geben können. „Allein beim Hopfen gibt es 140 verschiedene Sorten für die unterschiedlichen Biere“, sagt Gästeführerin Marion Bartels. Wie ihr Kollege Peter Nolte, gewandetet als Historischer Braumeister, ist Bartels seit ein paar Wochen Bockbiersommelier und damit besonders geschult, zu Aroma, Brauarten und Zutaten erschöpfend Auskunft geben zu können. Gezeigt wird im Saal neben einem aktuellen Video aus der heutigen Brauerei der beliebte gezeichnete Film über das Einbecker Bier im Laufe der Geschichte. Den gibt es übrigens inzwischen in englischer, französischer, schwedischer und italienischer Sprache, eine chinesische Fassung ist in Vorbereitung. Nach einer ausgedehnten Stadtführung, die schon allerlei über das Bierbrauen in Einbeck vermittelt, sitzen die Gäste der Bierprogramme abschließend im Brodhaus und lauschen in gemütlicher Atmosphäre einem Vortrag über Bierhistorie und Biertradition. Damit der Vortrag nicht zu trocken wird, gibt es natürlich Kostproben; die Einbecker Biersorten Brauherren, Bockbier und Pilsener sind immer dabei. Um das „Einbecker Bierdiplom“ zu erlangen, müssen die Teilnehmer das erworbene Wissen über das Bierbrauen testen. Wer’s schafft, ist „diplomierte Bierkennerin“ oder „diplomierter Bierkenner“ mit Urkunde.

Fass mit Namen im Brodhaus.

Neben dem neuen Bildschirm hängen im Brodhaus-Saal zwei Holzfassböden an der Wand, jeweils 200 Kilo schwer und von heimischen Handwerkern mit viel Kraft in das obere Stockwerk getragen, bedankt sich Ulrich Meiser vom Einbecker Brauhaus für den tatkräftigen Einsatz. Im Holz noch erkennbar sind die Liter-Zahlen. Das Brodhaus, das älteste Wirtshaus Niedersachsens, nennt den Saal im Obergeschoss jetzt „Schalander“. In der Sprache der Brauer ist das der Ort, an dem sich die Brauknechte seit alters her mal hinsetzen und entspannen konnten, erläutert Brodhaus-Chefin Conny Schlöter. Auch die drei Fässer, in denen die Brodhaus-Gäste in der Braudiele sitzen, essen und trinken können, haben jetzt Namen statt Nummern. „Brauherren“, „Ainpöckisch“ und „Ur-Bock“ heißen die Fässer. Das Brodhaus-Team hat sich vorgenommen, das Bier noch sensorisch intensiver erlebbar für die Gäste zu machen. Dazu gehören kulinarische Zutaten wie eine Einbecker Biervesper zum Bier ebenso wie die „Bierhochzeit“, ein traditionelles, geselliges Event, das Besucher (männlich wie weibliche) feiern können – neun Monate nach der Hochzeit, wenn die Frau noch nicht schwanger ist.

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Bier aus der Region

Vor dem Essen: Regionale Produzenten und Unterstützer stellen sich vor (v.l.) Kathrin Düvel (BBS Einbeck), Moderator Ernst-Alexander von Uslar-Gleichen, Alexander Pohl (Einbecker Kaffeerösterei), Rainer Koch (Einbecker Senfmühle), Ingeborg Cramm (Landfrauen), Manfred Breitzke (Fleischerei), Jörg Brinkmann (Landwirt), Ulrich Meiser (Einbecker Brauhaus), Markus Wedemeier (Obstbau) und Ulrich Birkelbach (Saline Sülbeck).

Natürlich war auch das Bier dabei, das Bier aus der Heimat guter Biere, als jetzt in Einbeck erstmals das Grünkohl-Festival gefeiert wurde. Der Regionale Erzeugerverband Südniedersachsen, in dem auch die Einbecker Brauhaus AG Mitglied ist, wollte mit der Veranstaltung zeigen, dass der Grünkohl eben nicht im Glas im Supermarkt wächst. Alle beteiligten Erzeuger berichteten, wo und wie ihre Produkte hergestellt werden. Der Grünkohl beispielsweise war mit tatkräftiger Unterstützung der Schüler der Berufsbildenden Schulen Einbeck gepflanzt und geernet worden. Das Bier, das an dem Abend ausgeschänkt wurde, wird natürlich in Einbeck gebraut. Für die Brauerei gehört Regionales seit jeher zur DNA des Unternehmens. Sie trägt die Region, die Stadt im Namen.

Bierorden 2018 geht an Claudia Jung

Das Einbecker Bier kennt sie schon, 2015 überreichte Rudi Reinert beim Eulenfest Claudia Jung eine Holzkiste Bierspezialitäten.

Die Schlagersängerin Claudia Jung erhält den Einbecker Bierorden 2018 der Gesellschaft der Karnevalsfreunde Einbeck und der Einbecker Brauhaus AG. Der 53-Jährigen wird die Auszeichnung für ihre Verbundenheit mit dem Bier und für besondere Verdienste um den Humor nicht nur in der fünften Jahreszeit überreicht. Claudia Jung ist erst die vierte Frau, die den zum 24. Mal vergebenen Karnevalsorden bekommt – nach der einstigen Bundestagspräsidentin Rita Süßmuth, NDR-Moderatorin Bettina Tietjen und Schauspielerin Rebecca Siemoneit-Barum. Die in der Nähe von Pfaffenhofen lebende Sängerin, die aus dem niederrheinischen Ratingen stammt, sei eine bayerische Frohnatur, „bodenständig und fröhlich“, sagt Karnevalspräsident Albert Eggers. Der Bierorden 2018 in der 70. Session der Karnevalsfreunde Einbeck wird am 31. Januar in der Rathaushalle verliehen.

Einbeck kennt die Preisträgerin schon von zwei Eulenfest-Auftritten. 2004 war Claudia Jung der Stargast, im Oktober 2015 sprang sie nach einer neuerlichen Absage von Schlagerkollegin Michelle kurzfristig ein. Und begeisterte beide Mal Hunderte Schlagerfans auf dem Einbecker Marktplatz. Vor zwei Jahren gab Claudia Jung außerdem nach ihrem Auftritt geduldig Autogramme im Eicke’schen Haus. Ihr aktuelles Album heißt „Frauenherzen“. Ob die bei der Verleihungsfeier auch singen wird, ist bislang nicht bekannt.

Von 2008 bis 2013 gehörte Claudia Jung, die eigentlich Claudia Singer heißt, für die Freien Wähler dem bayerischen Landtag an. Zeitweilig saß sie für die Freien Wähler auch im Gemeinderat ihres Heimatortes Gerolsbach – in einer Hopfengegend.

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Als Luther im Brodhaus einkehrte

Ulrich Meiser, Gudrun Buschold, Conny Schlöter, Albrecht Gralle.

Wenige Tage vor dem 500. Jahrestag der Reformation ist Martin Luther im Einbecker Brodhaus eingekehrt. Natürlich nicht leibhaftig, obwohl der Einbecker „Martin Luther“ bei der Lesung in der ersten Reihe saß. Gemeinsam hatten Brauhaus, Brodhaus und Literaturhaus eine literarisch-kulinarische Veranstaltung organisiert, die Geschmack auf Wiederholung und Fortsetzung gemacht hat. Der Autor Albrecht Gralle las in der Braudiele des Brodhauses mit den typischen Fässern, in denen man sitzen kann, aus seinem Buch „Als Luther vom Kirschbaum fiel und in der Gegenwart landete“ – natürlich die Szene, die im Einbecker Brodhaus am Marktplatz spielt. Der Reformator ist im Jahr 2017 unterwegs und erlebt als Mann des 16. Jahrhunderts allerhand Kurioses, auf dem Weg von Northeim zurück nach Wittenberg lässt er sich im Auto mitnehmen und in Einbeck absetzen. Nachdem Luther schon Angst hatte, dass in Einbeck nicht mehr das von ihm so geschätzte Bier gebraut wird, weil er in den großen, zu seiner Zeit brauberechtigten Fachwerkhäusern mit den großen Torbögen vergeblich angeklopft und nach Bier gefragt und nur Erstaunen geernet hat, findet er schließlich im Brodhaus doch noch sein Lieblingsbier. Albrecht Gralle versteht es, kurzweilig zu erzählen, verrät bei der Lesung die Schlusspointe seines Buches natürlich nicht. Es lohnt sich, diese bei der eigenen Lektüre selbst herauszufinden.

Literatur-Menü.

Bevor Gralle las, hatten die Besucher der Veranstaltung alle einen Comic auf ihrem Schoß. Denn Thomas Dahms stellte sein „Zu Tisch bei Luthers in Wittenberg“ vor, und der Verleger und Autor des Ostfalia-Verlages zeigte sehr praktisch, dass auch Lesungen aus einem Comic sehr gut möglich sind. Bei dem gezeichneten Bilderbuch über Luthers kann man übrigens nebenbei eine Menge lernen. Auch im Comic kommt selbstverständlich Einbeck und sein Bier vor, schließlich war es leckere Gabe bei der Luther-Hochzeit. Nach so viel literarischen Genüssen konnten sich die Gäste an kulinarischen laben. Das Team des Brodhauses um Conny Schlöter kredenzte ein Drei-Gang-Menü und hatte selbstredend die korrespondierenden Einbecker Biere im Ausschank. Mit der passenden Lektüre konnten sich die Besucher schließlich am Büchertisch von Buchhändlerin Gudrun Buschold (Einbecker Literaturhaus) versorgen. Wirklich schade wäre es, wenn es bei dieser einen literarisch-kulinarischen Kombination bliebe, ähnliche Veranstaltungen sind gut denkbar: Beispielsweise gibt es ja auch Einbeck-Krimis, die ebenfalls ihre Szenen im Brodhaus haben. Und dass der eigene Einbeck-Comic überfällig ist, dürfte spätestens an dem Abend im Brodhaus auch jedem klar geworden sein.

Witzig und lehrreich: Comic-Lesung mit Thomas Dahms in der Brodhaus-Braudiele.

Die Wege vieler führen zum Brauhaus

Straßenschild Am Brauhaus.

Einbeck ohne Brauhaus? Nicht vorstellbar. Die Wege vieler Einbeck-Besucher führen automatisch zum Einbecker Brauhaus, ist doch ein Besuch der Stadt der Brau- und Fachwerkkunst ohne eine Visite der Brauerei schlicht nicht vorstellbar. Das sagten sich auch die Macher des Online-Luxus&Lifestyle-Magazins „Lustfaktor“, die kürzlich einer Einladung ins Brauhaus gefolgt waren. Und danach nun viel Interessantes in Wort und Bildern zu berichten haben. Hier ist der Bericht zu finden. „Biertrinken gehört seit Jahrhunderten zu unserer Kultur wie das Eis zum Nordpol“, schreibt Herausgeber Andreas Conrad treffend. Witzig der bildliche Abschluss des Beitrags: Nach dem Umtrunk im Urbockkeller könnten die Bilder schon mal verwackeln 😉

P.S.: Die Einbecker Brauhaus AG ist zwar eine kleine Brauerei, ein paar Mitarbeiter mehr als 40 sind es dann aber schon 🙂 Ende 2016 waren es 127.

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