Einbecker Bierblog

Wissenswertes aus der Heimat guter Biere

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Bock-Box für Entdecker

Bock-Box für Entdecker.

Aus Einbeck in die ganze Welt – schon seit Jahrhunderten erfreut das Bier aus Einbeck nicht allein in der Region die Biergenießer. Weltweit kennt man den stärker eingebrauten Gerstensaft bereits lange. Er ist von jeher bei Bierkennern in vielen Ländern sehr beliebt, weil er einstmals haltbarer als andere Biere unbeschadet auch weitere Land- und Seewege überstanden hat und exportiert werden konnte. Jetzt gibt es ein neues Bockbier aus Einbeck, der Heimat des Ur-Bocks, das daran erinnern will: den Export-Ur-Bock. Ihn hat die Einbecker Brauhaus AG wie seine Saisonbockbiere in einem Sud eingebraut, der nicht dauerhaft im Sortiment ist – wenn dieser ausverkauft ist, dann ist er ausgetrunken. Markant-kräftig mit feiner Hopfennote ist das Export-Bockbier zwischen dem hellen und dem dunklen Ur-Bock angesiedelt. Opak, also nicht durchsichtig, ist das naturtrübe Bockbier, auch wenn es im Glas eingeschänkt nicht den Trübegrad hat wie das „Ainpöckisch 1378“.

Einmal um die ganze Welt und die Flaschen voller Bockbier.

Erhältlich ist das Export-Bockbier ausschließlich in der Pappbox in einer limitierten Sonderedition mit dem pfiffigen Namen „Entdecker-Bocks“. Neben sieben Flaschen ist ein Bierglas enthalten mit Relief-Wappen – und einem Hingucker auf dem Glasboden, der gut sichtbar wird, wenn das Bier ausgetrunken ist: „Seit 1378“ steht dort. Vorbild der Edition in der Pappverpackung ist die unter anderem im Reformationsjubiläumsjahr erhältliche Box mit Luthers Lieblingsbier, dem „Ainpöckisch 1378“. Auf der neuen „Entdecker-Bocks“ aus Pappe wird die Export-Biergeschichte des Einbecker Bieres erzählt: Schon zu Zeiten der mittelalterlichen Hanse im 14./15. Jahrhundert war das Bier aus Einbeck weit geführet, kam bis Reval, Amsterdam und Italien. Auch der bekannte Seeräuber Klaus Störtebeker dürfte hier und da mal ein Fass Einbecker Bieres auf der Nord- und Ostsee erbeutet und genossen haben. Dass die bayerischen Herzöge im frühen 17. Jahrhundert einen Braumeister aus Einbeck abwarben, um das Bier ainpöckischer Brauart auch in München zu brauen, ist bekannt. Weniger bekannt dagegen ist, dass Einbecker Bier im 19. Jahrhundert bis nach Australien, Asien, Südafrika und Südamerika exportiert worden ist und dort Medaillen und andere Auszeichnungen erhielt. Bei der Weltausstellung 1879 in Sydney beispielsweise ist das Bier der Einbecker Brauerei prämiert und ausgeschänkt worden. 1886 warb der Kaufmann und Importeur F. Stoltenhoff damit, dass er der Einzige war, der Export-Bockbier aus Einbeck nach Kapstadt einführen durfte. Einer der größten Importeure Asiens (Jebsen & Co.) brachte das Einbecker 1895 nach Hongkong. In Guatemala wurde das Export-Ur-Bock 1898 vom Ministerio de Formento mit dem Großen Preis ausgezeichnet.

Hingucker auf dem Glasboden.

Für das Export-Bockbier werden ausschließlich neue Einbecker-Glasflaschen verwendet, damit diese in der hochwertigen Verpackung eine gute Figur machen und nicht schon leichte Mehrwegspuren aufweisen, die nach mehrere Mehrweg-Umläufen unvermeidbar wären. Die neue „Entdecker-Bocks“ gibt es ausschließlich im Fan-Shop der Brauerei, bei der Einbecker Tourist-Information im Eicke’schen Haus und bei ausgewählten Getränkehändlern zu kaufen.

Export Ur-Bock, die neue naturtrübe Spezialität, ist zunächst nur einmal gebraut worden.

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Das Ur-Ur-Bock vom Erfinder

Ulrich Meiser (links) und Ingo Schrader mit dem neuen Ainpöckisch Bier.

Ulrich Meiser (links) und Ingo Schrader mit dem neuen Ainpöckisch Bier.

Naturtrübe, bockstarke Neuigkeiten aus der Heimat guter Biere: Pünktlich zum 500-jährigen Jubiläum des Reinheitsgebotes im April bringt das Einbecker Brauhaus sein fünftes Bockbier auf den Markt: „Ainpöckisch Bier“ nennen die Brauer ihre neue naturtrübe Sorte – und beziehen sich dabei auf die ursprüngliche Brauweise unfiltrierten Gerstensaft, wie er in früheren Jahrhunderten gang und gäbe war und wie er schon Martin Luther beim Reichstag zum Worms 1521 und den Münchenern 1614 so gut schmeckte, dass sie nach dem „Ainpöckisch Bier“ verlangten. „Das ist das Ur-Ur-Bock“, sagt Ingo Schrader, Marketingchef der Einbecker Brauhaus AG. „Es ist unsere Antwort auf die Craft-Bier-Bewegung“, ergänzt Pressesprecher Ulrich Meiser. „Wir produzieren schon seit mehr als 600 Jahren Craft-Bier, wir haben’s erfunden.“

Ein halbes Jahr lang haben die Braumeister in Einbeck intensiv an der neuen Bockbiersorte probiert, immer wieder modifiziert, bis am Ende das „Ainpöckisch Bier“ mit der markanten Jahreszahl 1378 auf dem Leinenstruktur-Etikett heraus kam, das goldgelb im Glas schimmert und 6,7 Volumenprozent Alkohol hat bei 16,4 Prozent Stammwürze. Bei ersten Tests im Handel sei das neue Bockbier bereits so gut angekommen, dass man mehr eingebraut habe als ursprünglich geplant, sagt Ingo Schrader. Außer beim Hoffest am 23. April, bei dem ein Fass des neuen „Ainpöckisch Bier“ von Polit-Prominenz angestochen wird, ist das neue Bockbier nur in der seit 1851 verwendeten Traditionsflasche erhältlich.

Ainpöckisch in der Traditionsflasche, aber ohne Halsschleife und mit Leinenstruktur-Etikett.

Ainpöckisch in der Traditionsflasche, aber ohne Halsschleife und mit Leinenstruktur-Etikett.

„Ainpöckisch Bier“ gibt es im Handel nicht in der klassischen Bierkiste, sondern ausschließlich in einer von der Northeimer Firma Thimm mit entwickelten Jubiläumsbox aus Pappe mit sieben Flaschen und einem speziell gestalteten Glas „500 Jahre Reinheitsgebot“. Das ist nicht nur bei der Distribution besser, sagen die Einbecker Brauer. Damit möchte die Einbecker Brauerei auch neue Märkte erschließen – in Deutschland, aber auch im Ausland. Sie betont seit einigen Monaten die Einbecker Bockbier-Tradition und hat ihren neuen Animationsfilm „Bockstory“ mittlerweile auch ins Englische, Schwedische, Holländische und in Mandarin-Chinesisch übersetzen lassen.

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