Einbecker Bierblog

Wissenswertes aus der Heimat guter Biere

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Brauer schildern Finanzminister ihre Sorgen

Ein leidenschaftlicher Biertrinker als Finanzminister eines Bundeslandes? Keine schlechte Idee imgrunde, ist doch die Biersteuer eine der wenigen Landessteuern. Reinhold Hilbers (CDU), in der Großen Koalition in Hannover Finanzminister, bezeichnet sich selbst als Freund des Bieres. Wenn er mehrere Getränke vor sich zur Auswahl habe, wähle er das Bier, lächelt der Emsländer. Im Einbecker Brauhaus war der Finanzminister aber nicht als potenzieller Einbecker Bierordenträger, sondern als Krisenmanager in der Corona-Pandemie. Die Brauereien leiden unter der wirtschaftlichen Entwicklung mit Absage von Großveranstaltungen und Gastronomie-Schließungen. Und so war Einbeck auch nur der Ort für ein Treffen mit der Sozietät Norddeutscher Brauereiverbände, einem Zusammenschluss von regionalen Brauereiverbänden, der drei regionalen Wirtschafts- und Arbeitgeberverbände sowie von Brauereien direkt, darunter auch die Einbecker Brauhaus AG.

Erlassen wird den Brauern die Biersteuer in der aktuellen Krise zwar nicht, aber über Stundungen hat man sich verständigt. Einzelheiten waren Inhalte des Gesprächs, an dem neben Brauhaus-Vorstand Martin Deutsch auch der Geschäftsführer der Sozietät Norddeutscher Brauereiverbände, Michael Scherer, teilnahm. Dass dabei keine kleinen Summen im Spiel sind, macht eine einfache Rechnung deutlich. Pro Drittelliterflasche werden 4 Cent fällig, das sind 1,08 Euro pro Bierkiste mit insgesamt zehn Litern Bier. Allein die Einbecker Brauhaus hat seit dem Amtsantritt von Finanzminister Hilbers im November 2017 bis heute rund zehn Millionen Euro an Biersteuer an die Oberzolldirektion bezahlt, sagt Brauereisprecher Ulrich Meiser. Für einen Hektoliter produziertem Bier mit einem Stammwürzegehalt von 12 Grad Plato (das ist ein durchschnittlich starkes Bier), müssen Brauer 9,40 Euro Steuern an das Land zahlen.

Weitere Themen der Gespräche waren die Besteuerung des Pfandes und die komplizierten Auswirkungen auf Rückstellungen und die Unternehmensbilanzen sowie die Mengenstaffeln für die Biersteuer. Die veränderten Staffeln seien vor allem für kleine Brauereien finanziell belastend, hieß es.

Vor den Gesprächen machten die Beteiligten einen Rundgang durchs Brauhaus. Finanzminister Reinhold Hilbers war anschließend des Lobes voll, mit welchen modernen Maschinen die Einbecker heute ihr Bier brauen. Als ehemaliger Banker habe er da ein Auge für, grinst Hilbers. Gelernt habe er, dass moderne Flaschenabfüllungen eine Vierzahl verschiedener Flaschen ohne große Anstrengungen verarbeiten können, sagt der Minister auf meine Frage. Auch für die moderne, umweltfreundliche neue Filteranlage hat sich der Finanzminister interessiert. Und wie die Würze ins Bier kommt. Kein Wunder bei einem Finanzminster: Der Biersteuersatz wird nach Grad Plato berechnet, dem Maß für den Stammwürzegehalt.

Nach der Führung mit Abstand (v.l.): Einbecker-Brauhaus-Vorstand Martin Deutsch, Finanzminister Reinhold Hilbers und Michael Scherer, Geschäftsführer der Sozietät Norddeutscher Brauereiverbände.

Ausgesuchte Biere zum Bestellen

Karton Bierselect.

Bier im Karton.

Wer ein regionales Bier genießen will, kann das ohne Probleme tun: 1352 Brauereien gibt es laut Statistischem Bundesamt derzeit in Deutschland, jede Brauerei hat ihr ganz besonderes Geschmacksprofil. Das gilt auch für die Heimat guter Biere, für den besten Gerstensaft, den einer kennt, der Einbecker Bier genennt… um einmal Luther zu zitieren. Doch wer im hohen Norden oder im tiefen Süden, im Westen oder Osten die Lust nach einem Einbecker Brauherren-Pils oder einem Mai-Urbock verspürt, muss schon sehr viel Glück haben, dass sein lokaler Getränkehändler ihm den Wunsch erfüllen kann. Und auch Einbecker möchten ja manchmal ein anderes Bier trinken als das hier Gebraute. Wenn auch selten…

Die BierSelect GmbH mit Sitz in Hamburg, eine Tochterfirma der Sozietät Norddeutscher Brauerei-Verbände, hat dieses Problem erkannt und als Lösung Anfang August einen Online-Shop für regionale Bierspezialitäten gestartet: Bier-Liebhaber haben mit ihm den einfachen Zugriff auf eine Vielfalt an Produkten abseits des nationalen Mainstreams, können viele Biere kleiner lokaler und regionaler Brauereien aus ganz Deutschland bestellen. Das sind selbstverständlich keine der üblichen Fernsehbiere. Zum Start sind mehr als 150 verschiedene Sorten von 52 Brauereien in Deutschland verfügbar, darunter auch junge kreative Kleinbrauereien mit ihren Craft-Bieren. Das Sortiment soll laufend durch weitere regionale Biere erweitert werden. Mit dabei ist natürlich das Einbecker Brauhaus mit seinen Biersorten aus der Heimat des Bockbieres.

Verpackt und versandt werden die Biere in Peine bei der zur Einbecker Brauhaus AG gehörenden Braumanufaktur Härke, Bierselect ist hier Mieter. Ausschlaggebend war die Lage nahe der Autobahnen 2 und 7, die einen Versand der Biere unproblematisch macht, ebenso die Anlieferung.

Ein Bierfinder auf der Website führt wie ein roter Faden mit verschiedenen Auswahlkriterien den Suchenden zu seinen idealen Bieren. Suchfilter selektieren das Bierangebot nach Sorten, nach Regionen, nach Geschmack oder nach einer bestimmten Brauerei. Beispielsweise kann man eine bestimmte Biersorte wie Pils, Weizen, Lager oder Ale suchen und die daraufhin angezeigte Auswahl dann weiter eingrenzen. Oder man sucht Biere mit einem bestimmten Geschmack beispielsweise aus dem Norden. In einem Kurztext werden die wichtigsten Produktinformationen angezeigt: Alkoholgehalt, Stammwürze, Bierfarbe, Genusstemperatur, Bittereinheiten und Hopfensorte.

Neben der Produktvielfalt beinhaltet die Website BierSelect.de ferner ausführliche Informationen zum Wissen über Biere, ihre Herstellung, Tipps zum Genuss und vieles mehr. Neben einem Newsletter wird ein Biermagazin herausgegeben, das unterschiedliche Themen in den Vordergrund hebt, Brauereien vorstellt und die Menschen hinter den Bieren zeigt. Da die Seite erst vor wenigen Tagen gestartet ist, ist das Angebot hier noch ausbaufähig.

Meine Auswahl, bestellt bei Bierselect.

Meine Auswahl, bestellt bei Bierselect.de.

Ich habe es ausprobiert und mir bei Bierselect eine Auswahl von acht verschiedenen Bieren im Online-Shop zusammengestellt. Natürlich habe ich (ausnahmsweise mal) keine der Einbecker Biere gewählt, denn die könnte ich ja viel bequemer hier vor Ort kaufen.Ich habe mich für Colbitzer Bock, Fendt Dieselross-Öl, BRLO Porter, Schwarzer Abt, Klüvers Küsten Röker, Schalchner 5-Korn, TAP X Mathilda Soleil und Wedding Pale Ale entschieden.

Das funktionierte im Onlineshop nicht nur sehr einfach, zu jeder Biersorte waren dort auch viele weitere  Zusatzinformationen verfügbar (zum Beispiel: Welche Hopfensorte wird verwendet? Wer ist der Hersteller dieses Bieres? Welche Geschichte hat die Brauerei?). Zwei Tage nach der Bestellung stand der Karton mit den acht Bierflaschen auf dem Tisch, der Genuss der unterschiedlichen Biere konnte beginnen…

Bierselect-Karton mit acht Flaschen.

Mein Bierselect-Karton mit acht Flaschen.

 

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