Einbecker Bierblog

Wissenswertes aus der Heimat guter Biere

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Vision und Mission

Hätte sich bessere Zahlen für seine erste Hauptversammlung als Alleinvorstand gewünscht: Einbecker-Chef Martin Deutsch.

Vision und Mission der Einbecker Brauhaus AG hat das Führungsteam formuliert, Vorstand Martin Deutsch hat diese Strategie und Ziele bei der Hauptversammlung den Aktionären vorgestellt. Im Geschäftsbericht 2018 ist dazu auch eine Grafik veröffentlicht. „Unsere Biere sind begehrt, Marken und Brauerei erste Wahl“, heißt es dort. „Unsere Kunden genießen beste Bierqualität, die den Preis wert ist.“ Mit dieser Vision sei das langfristige Idealbild der Brauerei definiert, wo sie in fünf bis zehn Jahren stehen wolle. Als Mission habe die Brauerei beschrieben: „Wir sind global, wirtschaftlich erfolgreich unterwegs – fest verwurzelt in Einbeck“ und außerdem „Wir sind stolz auf unsere 650-jährige Braukompetenz, die wir innovativ und mit Begeisterung leben“ sowie „Wir bringen Menschen zusammen, fördern das Miteinander und verbinden Generationen“.

Das vergangene, nicht so gute Geschäftsjahr hat die Einbecker Brauhaus AG nach den Worten ihres Vorstandes genutzt, „um wichtige Weichen für den mittel- und langfristigen Erfolg“ zu stellen. Martin Deutsch führte die Situation in 2018, die er sich bei seiner ersten Hauptversammlung als Alleinvorstand „auch anders vorgestellt hätte“, wie er sagte, vor allem auf Einmaleffekte zurück, die in der Zukunft nicht mehr zu erwarten seien. Als letzter Punkt im Masterplan „Abfüllung und Logistik“ wird aktuell die Filtrationsanlage in Betrieb genommen. Die nächsten Schritte, um „am Ball zu bleiben“, wie es Martin Deutsch formulierte, betreffen die Produktionsanlagen von der Rohstoffaufbereitung (mit Wasserentgasung und Schrotmühle) über das Sudhaus bis zu den Gär- und Lagertanks. „Wir legen hier die Grundsteine für einen erfolgreichen Vertrieb in den nächsten zehn bis 20 Jahren“, sagte der Vorstand. Der technische Leiter Christoph Benseler arbeitet mit dem Team seiner Braumeister am Masterplan „Produktion“, der in den nächsten fünf bis sechs Jahren stufenweise umgesetzt werden soll.

Auch über die Marken informierte Martin Deutsch. Die Halbliter-Dose Mai-Ur-Bock beim Discounter Lidl habe in diesem Jahr gut vermarktet werden können und erschließe der Marke neue Verwender, sagte der Einbecker-Vorstand. Das gut laufende Einbecker Kellerbier wird künftig nicht mehr in der Longneck-Flasche, sondern in der Einbecker-Individualflasche vertrieben.

Mit ihrem „Einbecker Regionalkonzept“ will die Brauerei vom Trend der Regionalisierung profitieren. Als „Brauerei zum Anfassen“ werde man immer spürbarer, zuletzt mit der Umgestaltung des Eingangsbereichs und des Sudhauses, in Kürze werden Wochenendführungen folgen und noch mehr Menschen mit der Heimat guter Biere in Kontakt bringen.

Vorstand und Aufsichtsrat wurden mit Ausnahme von Aufsichtsrat Dr. Wilhelm Helms entlastet, dem die Entlastung knapp verweigert wurde. Kritik übten Aktionäre an ihm, weil er bereits angekündigt hatte, mit 80 Jahren aus dem Aufsichtsrat auszuscheiden, dies aber bislang nicht getan hatte. Für Tobias Waltl wurde Kai F. Binder neu in den Aufsichtsrat gewählt. Waltl hatte sein Mandat im Dezember aus persönlichen Gründen niedergelegt.

Zum dritten Mal in der PS-Halle fand die Aktionärsversammlung statt, neu war in diesem Jahr die Bühnendeko.

Brauhaus-Vorstand Martin Deutsch (2.v.l.) mit dem Aufsichtsrat, in den Kai F. Binder (Mitte) neu gewählt wurde und der außerdem aus (v.l.) Jürgen Brinkmann, Dr. Wilhelm Helms, Robert A. Depner (Vorsitzender), Arnold Schwulera und Knut Schiemann besteht.

Brauhaus-Bauarbeiten

Einbau der Filtration, Bauarbeiten im Brauhaus. Foto: Einbecker Brauhaus AG

Sie ist auf dem Gelände der Einbecker Brauhaus AG an der Papenstraße der letzte Mosaikstein des Masterplanes, das erste große technische Projekt des neuen Ersten Braumeisters Christoph Benseler, nicht mehr ganz hat der vor wenigen Wochen in den Ruhestand gewechselte technische Leiter und langjährige Vorstandssprecher Lothar Gauß den Einbau noch bis zum Ende begleiten können: die neue Filtration. Zurzeit wird sie eingebaut im ehemaligen Anstellkeller und soll voraussichtlich im Januar nächsten Jahres in Betrieb genommen werden können, wie das Unternehmen mitteilt. Die neue Filtration ist vollständig automatisiert und kann bis zu 150 Hektoliter Bier pro Stunde filtern. Außerdem wird zurzeit ein neuer Durchlufterzeuger inklusive Pumpen, Trocknern, Kühlern und Druckluft-Windkessel im alten Traforaum eingebaut. Dort werden die Maschinen von der Verladehalle aus durch zwei Glasfenster zu sehen sein – und damit auch bei Führungen durch die Einbecker Brauerei.

Marketing nach Masterplan

„Wir verstehen uns, sind ein gutes Team“, sagt Lothar Gauß (links) über seinen neuen Vorstandskollegen Martin Deutsch.

„Wir verstehen uns, sind ein gutes Team“, sagt Lothar Gauß (links) über seinen neuen Vorstandskollegen Martin Deutsch, der seit einem Jahr im Hause ist.

Die Einbecker Brauhaus AG will nach Investitionen von insgesamt 20 Millionen Euro in Abfüllung und Logistik in den vergangenen Jahren in Zukunft ihre gesamte Kraft in Marketing und Vertrieb der Biermarken stecken. Das sagte Vorstandssprecher Lothar Gauß bei der 50. ordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft. Nächste sichtbare Maßnahme: Das neue, bislang allein im Geschenkkarton verkaufte „Ainpöckisch 1378“ ist ab sofort im Bierkasten und ab August auch in der 0,5-Liter-Dose erhältlich. Den 2014 begonnenen Masterplan werde man 2016 abschließen, dann sei die Basis gelegt, sagte Gauß. Im Logistikbereich errichtet die Brauerei zurzeit eine zentrale Sortieranlage für das Mehrwegleergut, die vorbereitenden Arbeiten für eine weitere, 2500 Quadratmeter große Voll- und Leerguthalle im Logistikzentrum an der Hansestraße in Einbeck haben begonnen. Die 1,5-Millionen-Euro­-Investition wird starten, sobald die Baugenehmigung der Stadt Einbeck vorliegt. Alle Abfüll- und Logistikaktivitäten der Unternehmensgruppe (Einbecker, Göttinger, Martini, Kasseler, Nörten-Hardenberger, Härke) sind heute in Einbeck konzentriert.

In einem immer unberechenbareren Biermarkt mit rückläufigen Absatzzahlen setzen die Einbecker auf Wertigkeit ihrer Produkte. „Niedrige Preise führen nicht zu einem höheren Bierkonsum in Deutschland“, sagt Vorstandssprecher Lothar Gauß. Und nicht jedes Jahr kann beispielsweise eine Fußball-Europameisterschaft markante Absatz-Impulse bringen, dass die Verbraucher mehr Bier kaufen. Die Entscheidung, im August 2015 die Preise moderat erhöht zu haben, halten die Einbecker unverändert für richtig.

Vertrieb- und Marketing-Vorstand Martin Deutsch kündigte an, das Export-Geschäft wieder stärker in den Fokus zu nehmen. Schwerpunkt werde dabei das Bockbier sein, hier sei Einbeck schließlich die Heimat und müsse sich nicht mit anderen Pils-Sorten duellieren. Im Blick sind die Märkte in USA, China, Niederlande, Italien und Frankreich, hier gibt es laut Deutsch seit November auch erste viel versprechende Gespräche. Es gelte nun aber, erst einmal mit den Importeuren „warm“ zu werden. Auch Skandinavien, das Baltikum und England habe man im Blick. Fünf Delegationen aus China sind indes seit dem Amtsantritt des neuen Marketing-Vorstandes bereits in Einbeck gewesen, um sich in der Heimat des Bockbieres umzusehen. Martin Deutsch: „Das hat mich sehr überrascht.“ Schließlich würden die Chinesen dafür hohen Reiseaufwand betreiben.

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