Einbecker Bierblog

Wissenswertes aus der Heimat guter Biere

Archiv für das Schlagwort “Martin Luther”

Luthers Lieblingsbier in Berlin

Auf Martin Luther in Berlin ein „Ainpöckisch Bier“ (v.l.): Einbecks Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek, Brauhaus-Vorstand Martin Deutsch, Katja Köhler als „Katharina von Bora“, Bundesernährungsminister Christian Schmidt, Hallertauer Bierkönigin Christina Burgstaller und Bischof Dr. Markus Dröge.

Es war des Reformators Lieblingsbier, das Einbecker. „Den besten Trank, den einer kennt…“ Dieser Ausspruch von Martin Luther vor 500 Jahren ist bis heute bekannt. Und so war es naheliegend, wenngleich auch eine große Ehre, dass das Einbecker Brauhaus AG beim Parlamentarischen Abend des Deutschen Brauer-Bundes in Berlin der exklusive Bierpartner war, als es galt, das Reformationsjubiläum zusammen mit Evangelischer Kirche und der Politik zu feiern. Der Deutsche Brauer-Bund hat bei einem Parlamentarischen Abend unter dem Titel „Luther und das Bier“ gemeinsam mit der Einbecker Brauhaus AG und der Evangelischen Kirche mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft angestoßen. Bei einem Brauherren Pils oder einem „Ainpöckisch Bier 1378“, dem Lutherbier aus Einbeck, kamen rund 400 Besucher miteinander ins Gespräch. Mit dabei in der niedersächsischen Landesvertretung in Berlin waren auch mehrere Vertreter aus Einbeck, an der Spitze Brauhaus-Vorstand Martin Deutsch und Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek. Aus der Politik wurden die Bundestagsvizepräsidenten Claudia Roth (Grüne) und Johannes Singhammer (CSU), die heimischen Bundestagsabgeordneten Dr. Wilhelm Priesmeier (SPD) und Dr. Roy Kühne (CDU) gesichtet. Unter den Gästen waren auch zwei leibhaftige Bierköniginnen: Christina Burgstaller aus der Hallertau und Sabine-Anna Ullrich aus Franken, die noch bis Juni als siebte Bayerische Bierkönigin amtiert.

Dr. Markus Dröge, Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg, erinnerte im Lutherjahr an die Hochzeit des Reformators, zu der dieser Einbecker Bier vom Wittenberger Stadtrat geschenkt bekommen habe. Was Luther könne, das habe er auch einmal versuchen wollen, berichtete Dröge, und so habe er sich als Theologie-Student 1983 anlässlich seiner damals bevorstehenden Hochzeit mit Hinweis auf den 500. Geburtstag des Reformators Luther an das Einbecker Brauhaus gewandt und um eine Bierspende gebeten. Diese sei erhört worden, ein kleines Fässchen mit vier Glaskrügen habe eines Tages vor seiner Tür gestanden.

Der für Bier fachlich zuständige Bundesminister Christian Schmidt (CSU) vertrat den kurzfristig verhinderten Bundestagspräsidenten Norbert Lammert (CDU) und brachte Reinheitsgebot und Reformation in Zusammenhang: Nur ein Jahr liege zwischen den Ereignissen vor inzwischen fünf Jahrhunderten, zwischen dem bayerischen Reinheitsgebot und dem Thesenanschlag zu Wittenberg. 100 Jahre später habe man in Bayern einen Braumeister aus Einbeck abgeworben, weil das eigene Bier nicht gelang, schmunzelte Schmidt: Wenn das mal nicht zusammenhänge…

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Luther und das Einbecker

Über Luther und das Einbecker Bier hat FAZ-Redakteur Uwe Ebbinghaus mit Ulrich Meiser und Ingo Schrader von der Einbecker Brauhaus AG ein ausführliches Interview geführt, das jetzt im Bierblog der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ online ist. Ein interessantes Gespräch über den Erfolg des Einbeckers als früher Biermarke, Bockbierkrisen und die Frage, warum die Einbecker Brauerei im Lutherjahr 2017 kein eigenes Lutherbier zu Ehren des Reformators herausgebracht hat. Lesenswert!

Luthers Lieblingsbier im Berliner Parlamentsfokus

Deutscher Bundestag/Achim Melde

Norbert Lammert. Foto: Deutscher Bundestag/Achim Melde

Markus Dröge. © A.Savin, Wikimedia Commons

Markus Dröge. © A.Savin, Wikimedia Commons

Der Deutsche Brauer-Bund rückt das Einbecker Bier im Lutherjahr in Berlin in den Fokus des Deutschen Bundestages: Bei einem parlamentarischen Abend soll an den großen Reformator und seine Liebe zum Bier erinnert werden – am Beispiel des Ainpöckisch Bier aus Einbeck, der Heimat der Bockbiere. Festredner ist Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU), der als amtierender Botschafter des deutschen Bieres gemeinsam mit dem evangelisch-lutherischen Bischof von Berlin, Markus Dröge, mit einem Ainpöckisch Bier anstoßen wird. Der Deutsche Brauer-Bund thematisiert auf seinem traditionellen parlamentarischen Abend am 28. März in Berlin das besondere Verhältnis von Luther zum Bier. „Es ehrt uns sehr, dass unser Ainpöckisch Bier aus Einbeck als einziges Bier an diesem Abend ausgeschenkt wird“, sagt Martin Deutsch, Vorstand der Einbecker Brauhaus AG. Kürzlich ist auch die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ auf Luthers Verbindung zum Einbecker Bier aufmerksam geworden und berichtet darüber in Teil 1 einer Blog-Serie. Die Einbecker Brauhaus AG ist nach eigenen Angaben die einzige Brauerei in Deutschland, die das offizielle Lutherjahr-Logo der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) nutzen darf.

Wie eng die Verbindung zwischen Luther und dem Einbecker Bier war, zeigt der immer wieder gerne zitierte überlieferte Ausspruch vor dem Reichstag zu Worms. Als ihm Herzog Erich von Braunschweig zur Erquickung eine silberne Kanne Ainpöckisch Bier schickte, bedankte er sich mit den Worten: „Der beste Trunk, den einer kennt, wird Ainpöckisch Bier genennt.“ Das geschichtsträchtige Bier gibt es seit 2016 wieder im Handel: Die Einbecker Brauerei hatte im vergangenen Jahr nach altem Rezept den ersten Sud der naturtrüben Bockbier-Spezialität „Ainpöckisch Bier 1378“ gebraut. Anlässlich des Jubiläums „500 Jahre Reformation“ wird nun eine Sonder-Geschenkverpackung mit sieben Flaschen Luthers Lieblingsbier und einem limitierten Jubiläumsglas angeboten. Übrigens auch in einem Versand-Online-Shop.

Anlässlich des Jubiläums „500 Jahre Reformation“ gibt es eine Sonder-Geschenkverpackung mit sieben Flaschen Luthers Lieblingsbier und einem limitierten Jubiläumsglas. Foto: Einbecker Brauhaus

Anlässlich des Jubiläums „500 Jahre Reformation“ gibt es eine Sonder-Geschenkverpackung mit sieben Flaschen Luthers Lieblingsbier und einem limitierten Jubiläumsglas. Foto: Einbecker Brauhaus AG

Luther-Jahr: Figur, Vignette und Führungen

Die Luther-Playmobilfigur hat die Einbecker Touristinfo mit Bierkrug versehen.

Die Luther-Playmobilfigur hat die Einbecker Touristinfo mit Bierkrug versehen.

Das Luther-Jahr naht, 2017 wird 500 Jahre Reformation begangen. Auch auf Einbeck hatte der Thesenanschlag von 1517 seine Auswirkungen, die neue Lehre wurde schon bald auch in hiesigen Kirchen verbreitet. 1540 schickte gar der damalige Braunschweiger Landesherr seine Gefolgsleute zur Brandstiftung nach Einbeck – als Ergebnis einer Glaubensauseinandersetzung. Der Reformator Martin Luther ist als Bierfreund des Gerstensaftes aus Einbeck bekannt, sein Ausspruch vor dem Reichstag in Worms 1521 wird gerne zitiert: Den besten Trank, den einer kennt, wird Einbecker Bier genennt. Herzog Erich von Braunschweig hatte ihm da gerade eine Kanne Bier reichen lassen. „Das ist als politische Geste zu verstehen: Wir stehen hinter Dir“, erklärt Ulrich Meiser, im Einbecker Brauhaus zuständig unter anderem für Öffentlichkeitsarbeit. Weil weitere Begegnungen Luthers mit dem Einbecker Bier belegt sind, darf die Einbecker Brauhaus AG als einzige Brauerei in Deutschland die offizielle Vignette der Evangelischen Kirche des Luther-Jahres verwenden. Der Rat der Stadt Wittenberg hat Luther zu seiner Hochzeit mit Katharina von Bora ein Fass Einbecker Bier geschenkt, bereits nach seiner Disputation in Leipzig im Jahr 1519 hatte der Rat der Stadt Wittenberg Martin Luther mit einer Kanne Einbecker Bier begrüßt.

Im Luther-Jahr 2017 bietet die Tourist-Info eine Stadtführung an, bei der auch Luthers Lieblingsbier eine Rolle spielt. Die Führungen sind mit und ohne abschließenden Umtrunk buchbar; weitere Einzelheiten verrät der neue „Urlaubsplaner 2017“ der Stadt Einbeck und Einbeck Marketing GmbH. Die Touristiker haben außerdem die beliebte Playmobil-Figur des Martin Luther exklusiv für Einbeck verändert: statt Feder hält der Reformator hier einen schaumgekrönten Krug Bier in der Hand, und das Buch, das die Figur in der Hand hat, nennt den bekannten Spruch. Die Einbecker Luther-Playmobilfigur ist in der Tourist-Information im Eicke’schen Haus erhältlich (4,90 Euro).

Luthers Lieblingsbier

Im Gewölbekeller des Alten Rathauses gibt es zum Abschluss der Führung ein Ainpöckisch Bier.

Im Gewölbekeller des Alten Rathauses gibt es zum Abschluss der Führung ein Ainpöckisch Bier – eingeschenkt von Luther (links) persönlich.

In Einbeck gibt es jetzt eine Stadtführung unter dem Titel „Luthers Lieblingsbier“. Denn jeder weiß, was Martin Luther über das Einbecker Bier einst sagte: Der beste Trank, den einer kennt… genau. „Selbst wenn er’s nicht gesagt haben haben mag, richtig ist es trotzdem“, sagt Stadtführer Ulrich Minkner. Der Martin Luther in Einbeck ist katholisch. Natürlich. Der Reformator war schließlich Mönch, bevor er im Jahre 1517 mit seinen Thesen die Welt und die Kirche veränderte, die evangelische Kirche gründete. In Einbeck ist Martin Luther noch heute katholisch, hat sogar mal Theologie studiert. Und seine Ehefrau heißt Katharina, wie die des Reformators. Der Einbecker Luther sitzt gar im Kirchenvorstand der katholischen Kirchengemeinde. Und früher war er mal Bürgermeister, der erste katholische seit der Reformation. Ulrich Minkner hat sich an diesem frühen Abend den schwarzen Talar übergeworfen und startet am Münster St. Alexandri seine Stadtführung. Auf den Spuren der Reformation in Einbeck vor 500 Jahren.

Der Stadtrundgang beleuchtet die dramatischen Entwicklungen in den Jahren der Reformation. Wo seine Thesen, Themen und Ideen in Einbeck wirkten, zeigt „Martin Luther“ persönlich an vielen Orten in der Altstadt. In Anekdoten und historischen Fakten stellt die Bierstadt sich als reformationshistorisches Schatzkästlein vor. „Luther konnte seine Heimat nicht verlassen, sonst wäre er wegen seines Lieblingsbiers sicher gerne in die Stadt Einbeck gekommen“, sagt Florian Geldmacher, Geschäftsführer der Einbeck Marketing GmbH. Dafür prägte er, versorgt in Wittenberg und bei seiner Hochzeit mit dem Gerstensaft, den bis heute beliebten Spruch: Den besten Trank den einer kennt, wird Ainpöckisch Bier genennt.

Im Lutherjahr 2017 bietet die Tourist-Information Einbeck zwölf öffentliche Termine der Lutherführung an, an jedem ersten Montag im Monat. Treffpunkt der gut 90-minütigen Tour ist um 16 Uhr an der Münsterkirche St. Alexandri. Zum Abschluss gibt es jeweils eine Verkostung des Lieblingsbieres von Luther, dem „Ainpöckisch Bier“, im Keller des Alten Rathauses. Pro Person kostet die Führung inklusive Umtrunk 10 Euro. Gruppen (je 20 Personen) bezahlen 50 Euro. Anmeldungen für 2017 sind ab sofort möglich unter 05561/3131910 oder touristinfo@einbeck-marketing.de

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Ainpöckisch im Kasten und in der Dose

Kulinarischer Botschafter Niedersachsen. (c) fb Frank Bertram

Jetzt auch im Kasten erhältlich, bald zudem in der Halbliterdose: Ainpöckisch Bier 1378.

Die Nachfrage ist gut, sehr gut sogar. Seit Verkaufsstart im März hat die Einbecker Brauerei mehr als 90.000 Kartons mit je sieben Flaschen der neuen, unfiltrierten Starkbier-Spezialität „Ainpöckisch Bier 1378“ abgesetzt. Das sagte Vorstandssprecher Lothar Gauß heute bei der Hauptversammlung der Aktionäre. Vor wenigen Tagen wurde das „Ainpöckisch“ als Kulinarischer Botschafter Niedersachsens ausgezeichnet. Und weil das neue Bockbier so gut läuft, ist es jetzt im traditionellen, 20-er Bierkasten im Handel erhältlich – lange ersehnt von den Fans. Und ab August auch in der 0,5-Liter-Dose. Damit steige man wieder in den beim Verbraucher gut nachgefragten Dosenmarkt ein, kündigte Gauß an. Die wertige Trage-Pappbox (mit Glas zum 500. Geburtstag des Reinheitsgebotes) hatten die Brauer bewusst zum Start gewählt, um sich neue Märkte und Zielgruppen zu erschließen. Auch das zeitgleich zum „Ainpöckisch“-Start anlaufende, saisonale Mai-Ur-Bock-Geschäft wollten die Marketing-Experten nicht mit einem parallelen „Ainpöckisch“ in der Kiste torpedieren. Die Maibock-Zeit ist nun vorbei, jetzt kommt das naturtrübe Bockbier mit der markanten „1378“ auf dem Etikett in der 20-Flaschen-Kiste zum Verbraucher. Viele Biergenießer, denen die neue Spezialität gut mundete, wussten allmählich auch schon nicht mehr wohin mit den Gläsern…

Die Braumeister aus Einbeck haben das „Ainpöckisch Bier“ zum Jubiläum des Reinheitsgebotes entwickelt, aber auch bereits mit Blick auf der Luther-Jahr 2017. „Es ergänzt unsere bisherige Bockbier-Range sehr gut“, sagte Vorstandssprecher Lothar Gauß.

Die von den Northeimer Spezialisten der Firma Thimm mit entwickelte Tragebox aus Pappe wird übrigens 2017, dem Luther-Jahr, modifiziert wieder zum Einsatz kommen, kündigte Marketing-Vorstand Martin Deutsch heute an. Dann will die Einbecker Brauerei auch mit einem Playmobil-Martin-Luther für ihr Bier werben, das der Reformator aus Wittenberg bekanntlich als den besten Trank gelobt hatte, den einer kennt…

Über das Geschäftsjahr 2015 berichteten Vorstand und Aufsichtsrat der Einbecker Brauhaus AG heute rund 240 anwesenden Aktionären.

Über das Geschäftsjahr 2015 berichteten Vorstand und Aufsichtsrat der Einbecker Brauhaus AG heute rund 240 anwesenden Aktionären in der Northeimer Stadthalle. Links Vorstandssprecher Lothar Gauß.

Das Ur-Ur-Bock vom Erfinder

Ulrich Meiser (links) und Ingo Schrader mit dem neuen Ainpöckisch Bier.

Ulrich Meiser (links) und Ingo Schrader mit dem neuen Ainpöckisch Bier.

Naturtrübe, bockstarke Neuigkeiten aus der Heimat guter Biere: Pünktlich zum 500-jährigen Jubiläum des Reinheitsgebotes im April bringt das Einbecker Brauhaus sein fünftes Bockbier auf den Markt: „Ainpöckisch Bier“ nennen die Brauer ihre neue naturtrübe Sorte – und beziehen sich dabei auf die ursprüngliche Brauweise unfiltrierten Gerstensaft, wie er in früheren Jahrhunderten gang und gäbe war und wie er schon Martin Luther beim Reichstag zum Worms 1521 und den Münchenern 1614 so gut schmeckte, dass sie nach dem „Ainpöckisch Bier“ verlangten. „Das ist das Ur-Ur-Bock“, sagt Ingo Schrader, Marketingchef der Einbecker Brauhaus AG. „Es ist unsere Antwort auf die Craft-Bier-Bewegung“, ergänzt Pressesprecher Ulrich Meiser. „Wir produzieren schon seit mehr als 600 Jahren Craft-Bier, wir haben’s erfunden.“

Ein halbes Jahr lang haben die Braumeister in Einbeck intensiv an der neuen Bockbiersorte probiert, immer wieder modifiziert, bis am Ende das „Ainpöckisch Bier“ mit der markanten Jahreszahl 1378 auf dem Leinenstruktur-Etikett heraus kam, das goldgelb im Glas schimmert und 6,7 Volumenprozent Alkohol hat bei 16,4 Prozent Stammwürze. Bei ersten Tests im Handel sei das neue Bockbier bereits so gut angekommen, dass man mehr eingebraut habe als ursprünglich geplant, sagt Ingo Schrader. Außer beim Hoffest am 23. April, bei dem ein Fass des neuen „Ainpöckisch Bier“ von Polit-Prominenz angestochen wird, ist das neue Bockbier nur in der seit 1851 verwendeten Traditionsflasche erhältlich.

Ainpöckisch in der Traditionsflasche, aber ohne Halsschleife und mit Leinenstruktur-Etikett.

Ainpöckisch in der Traditionsflasche, aber ohne Halsschleife und mit Leinenstruktur-Etikett.

„Ainpöckisch Bier“ gibt es im Handel nicht in der klassischen Bierkiste, sondern ausschließlich in einer von der Northeimer Firma Thimm mit entwickelten Jubiläumsbox aus Pappe mit sieben Flaschen und einem speziell gestalteten Glas „500 Jahre Reinheitsgebot“. Das ist nicht nur bei der Distribution besser, sagen die Einbecker Brauer. Damit möchte die Einbecker Brauerei auch neue Märkte erschließen – in Deutschland, aber auch im Ausland. Sie betont seit einigen Monaten die Einbecker Bockbier-Tradition und hat ihren neuen Animationsfilm „Bockstory“ mittlerweile auch ins Englische, Schwedische, Holländische und in Mandarin-Chinesisch übersetzen lassen.

Einbecker Teil der Weltgeschichte

Die Urkunde von 1378 aus Celle.

Die älteste erhaltene Einbecker Bier- Urkunde von 1378 aus Celle.

Einbecker ist nicht weniger als ein Teil der Weltgeschichte zu sehen – der Geschichte des Bieres. Das wird in einer Dokumentation des ZDF deutlich, die am Sonntag, 6. März, um 19.30 Uhr in der ZDF-Sendung „Terra X“ zu sehen ist. Und es dauert nur wenige Minuten, bis Einbecker Bier mit weltgeschichtlichen Epochen prägenden Ereignissen in Verbindung gebracht wird: dem Reichstag zu Worms 1521 und Reformator Martin Luther. Auch wenn der Film das berühmte Zitat Luthers nicht nennt („Den besten Trank, den einer kennt…“), so bringt es der Gerstensaft aus Einbeck zur Top-Meldung in dieser 45-Minuten-Dokumentation von Autor Bernhard von Dadelsen. „Nur ein Krug des guten Einbecker – und Luther steht zu seinen Thesen.“ Die Fürsten hatten die Rechnung ohne das Bier gemacht. Ohne das aus Einbeck.

Seit 500 Jahren gibt es das Reinheitsgebot für Bier in Deutschland, dieses Jubiläum ist der Anlass für die Sendung über die Bedeutung des ältesten deutschen Lebensmittelgesetzes. In Einbeck wird das Jubiläum am 23. April auf dem Hoffest der Einbecker Brauhaus AG gebührend gefeiert. Die ZDF-Dokumentation „Bier – Eine Welt-Geschichte“ erzählt, wie das Bier die Zivilisation seit jeher begleitet hat und schließlich zum Lieblingsgetränk der Deutschen geworden ist. Insgesamt gut drei der 45 Minuten sind der Bierstadt Einbeck gewidmet, der Heimat guter Biere, den Erfindern des Bockbieres. Kein ganz so schlechter zeitlicher Anteil angesichts der Gesamthistorie, die in dem Film bis ins Alte Ägypten und zu den Pyramiden reicht.

Natürlich kommt auch die Geschichte mit dem nach München abgeworbenen Braumeister Elias Pichler im Film vor. Und selbst die wohl bekannteste Bier-Sommelière in Deutschland, Kathrin Meyer, muss dann zugeben: „Das gute Bockbier haben die Preißn erfunden.“

Optisch ist der Film gut gemacht, nicht nur Spielszenen mit Schauspielern machen die bierige Geschichte lebendig. Animationsfilme zeigen plastisch, wie Einbeck früher zur Bier-Blütezeit einmal ausgesehen haben kann, die Bier-Metropole Norddeutschlands war. Und die Luftaufnahmen aus dem aktuellen Einbeck, beispielsweise aus der Tiedexer Straße, von Marktplatz, Rathaus und Marktkirche oder vom Museumsgebäude, stammen vom professionellen Fotografen mit fliegender Kamera, Michael Mehle (Göttingen), und veranschaulichen gut, wie wichtig es früher war, ein Haus mit hohen Dachböden für das Getreide und einer breiten Braudiele zu besitzen.

Die Doku ist in der ZDF-Mediathek zu finden (Einbeck-Teil und komplett).

Wie Regisseur Robert Schotter der „Einbecker Morgenpost“ sagte, hatten die Einbecker im 14. und 15. Jahrhundert das legendärste Bier, deshalb sei der inhaltliche Anteil der Einbecker an der Doku nicht gering. Die Recherche für den Film in Einbeck sei übrigens angenehm gewesen, besonders Museumsleiterin Dr. Elke Heege habe seine Arbeit fachlich und hilfsbereit unterstützt, sagte Schotte. Einbeck sei ihm daher nicht nur wegen des ­leckeren Bieres in guter Erinnerung geblieben.

 

Ein Animation-Video (c) Terra X/ZDF:

 

Bockbier-Historie als Zeichentrick

Screenshot.

Daumen hoch von Martin Luther. Screenshot.

Da hat sich das Einbecker Brauhaus ja pünktlich zum Start der diesjährigen Mai-Urbock-Saison etwas Nettes einfallen lassen. Das Unternehmen lässt rechtzeitig zum 500. Geburtstag des Reinheitsgebotes in einem knapp vierminütigen, gezeichneten Videoclip die Herkunft des Namens Bockbier erklären – witzig und mit Augenzwinkern.

Ja, ist denn schon Mai? Nein, natürlich nicht. Aber der Mai-Urbock wird halt nicht erst im April eingebraut, um rechtzeitig auf dem Markt für Frühlingsfreude sorgen zu können. Offizieller Anstich ist dann beim Hoffest am 23. April in Einbeck.

Brocken-Bock

Hartmut Möllring (l.) und Walter Schmidt. Foto: Einbecker Brauhaus AG

Hartmut Möllring (l.) und Walter Schmidt vor dem ersten Winterbock-Fass. Foto: Einbecker Brauhaus AG

Höchster Biergenuss auf 1141 Metern Höhe: Zum dritten Mal inzwischen haben die Einbecker Brauhaus AG und der Brockwirt zum offiziellen Anstich des neuen Jahrgangs des Einbecker Winterbock-Bieres eingeladen. Auf dem höchsten Berg Norddeutschlands, auf dem Brocken. Dort, wo sonst eher der Auerhahn sein Revier hat. Im Goethesaal der Brockenwirtschaft hat Hartmut Möllring (63), früher Finanzminister in Niedersachsen und heute Minister für Wirtschaft und Wissenschaft in Sachsen-Anhalt, zusammen mit Brauhaus-Vorstand Walter Schmidt den Winterbock angestochen. Das Fass hat erheblichen Widerstand geleistet, berichten Teilnehmer der Veranstaltung, und so ging der ein oder andere Tropfen Winterbock daneben… Zum Trinken soll aber noch ausreichend vom Stimmungsaufheller für die kalte Jahreszeit vorhanden gewesen sein… Mit 18,2 Prozent hat Einbecker Winterbock die höchste Stammwürze aller Einbecker Bockbiere und 7,5 Volumen-Prozent Alkohol.

Rund 150 Gäste aus Einbeck und Wernigerode waren der Einladung der Einbecker Brauhaus AG und der Brockenwirte Hans und Daniel Steinhoff auf den Brocken gefolgt, den zünftigen Anstich und frohgestimmte Stunden in bieriger Runde auf dem Brocken mitzufeiern. Im vergangenen Jahr hatte Einbecks Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek das Fass Winterbock auf dem Brocken angestochen. Auch in diesem Jahr war sie dabei. Weiterlesen…

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