Einbecker Bierblog

Wissenswertes aus der Heimat guter Biere

Archiv für das Schlagwort “Martin Deutsch”

Einbecker im Berliner Sommer

Prost, Einbecker! Birgit Honé, Stephan Weil und Martin Deutsch im Garten der Landesvertretung in Berlin. Foto: Ulrich Stamm/Einbecker Brauhaus AG

Für Ministerpräsident Stephan Weil, den Einbecker Bierordenträger, war es das siebte Sommerfest in Berlin während seiner Amtszeit, insgesamt fand das Sommerfest der Niedersächsischen Landesvertretung in Berlin bereits zum 19. Mal statt. Und Einbecker war natürlich wieder mit dabei. Birgit Honé, Bevollmächtigte des Landes Niedersachsen beim Bund, hatten im Garten der Landesvertretung mehr als 3000 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kunst und Medien willkommen geheißen, gesehen wurde auch in diesem Jahr wieder Einbecks Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek. Stephan Weil prostete dem Einbecker-Vorstand Martin Deutsch und Birgit Honé entspannt zu: „Auf ein fröhliches Fest!“ Im Ausschank waren an dem Sommerabend die beiden Kulinarischen Botschafter Niedersachsens 2019, Einbecker Brauherren Pils und Einbecker Brauherren alkoholfrei. Die Einbecker Brauer hatten für das Brauherren alkoholfrei die neu gedruckte Bierdeckel-Edition („Auf NICHTS verzichten!“) mit nach Berlin genommen.

Alkoholfreier Bierdeckel aus Einbeck.

Vision und Mission

Hätte sich bessere Zahlen für seine erste Hauptversammlung als Alleinvorstand gewünscht: Einbecker-Chef Martin Deutsch.

Vision und Mission der Einbecker Brauhaus AG hat das Führungsteam formuliert, Vorstand Martin Deutsch hat diese Strategie und Ziele bei der Hauptversammlung den Aktionären vorgestellt. Im Geschäftsbericht 2018 ist dazu auch eine Grafik veröffentlicht. „Unsere Biere sind begehrt, Marken und Brauerei erste Wahl“, heißt es dort. „Unsere Kunden genießen beste Bierqualität, die den Preis wert ist.“ Mit dieser Vision sei das langfristige Idealbild der Brauerei definiert, wo sie in fünf bis zehn Jahren stehen wolle. Als Mission habe die Brauerei beschrieben: „Wir sind global, wirtschaftlich erfolgreich unterwegs – fest verwurzelt in Einbeck“ und außerdem „Wir sind stolz auf unsere 650-jährige Braukompetenz, die wir innovativ und mit Begeisterung leben“ sowie „Wir bringen Menschen zusammen, fördern das Miteinander und verbinden Generationen“.

Das vergangene, nicht so gute Geschäftsjahr hat die Einbecker Brauhaus AG nach den Worten ihres Vorstandes genutzt, „um wichtige Weichen für den mittel- und langfristigen Erfolg“ zu stellen. Martin Deutsch führte die Situation in 2018, die er sich bei seiner ersten Hauptversammlung als Alleinvorstand „auch anders vorgestellt hätte“, wie er sagte, vor allem auf Einmaleffekte zurück, die in der Zukunft nicht mehr zu erwarten seien. Als letzter Punkt im Masterplan „Abfüllung und Logistik“ wird aktuell die Filtrationsanlage in Betrieb genommen. Die nächsten Schritte, um „am Ball zu bleiben“, wie es Martin Deutsch formulierte, betreffen die Produktionsanlagen von der Rohstoffaufbereitung (mit Wasserentgasung und Schrotmühle) über das Sudhaus bis zu den Gär- und Lagertanks. „Wir legen hier die Grundsteine für einen erfolgreichen Vertrieb in den nächsten zehn bis 20 Jahren“, sagte der Vorstand. Der technische Leiter Christoph Benseler arbeitet mit dem Team seiner Braumeister am Masterplan „Produktion“, der in den nächsten fünf bis sechs Jahren stufenweise umgesetzt werden soll.

Auch über die Marken informierte Martin Deutsch. Die Halbliter-Dose Mai-Ur-Bock beim Discounter Lidl habe in diesem Jahr gut vermarktet werden können und erschließe der Marke neue Verwender, sagte der Einbecker-Vorstand. Das gut laufende Einbecker Kellerbier wird künftig nicht mehr in der Longneck-Flasche, sondern in der Einbecker-Individualflasche vertrieben.

Mit ihrem „Einbecker Regionalkonzept“ will die Brauerei vom Trend der Regionalisierung profitieren. Als „Brauerei zum Anfassen“ werde man immer spürbarer, zuletzt mit der Umgestaltung des Eingangsbereichs und des Sudhauses, in Kürze werden Wochenendführungen folgen und noch mehr Menschen mit der Heimat guter Biere in Kontakt bringen.

Vorstand und Aufsichtsrat wurden mit Ausnahme von Aufsichtsrat Dr. Wilhelm Helms entlastet, dem die Entlastung knapp verweigert wurde. Kritik übten Aktionäre an ihm, weil er bereits angekündigt hatte, mit 80 Jahren aus dem Aufsichtsrat auszuscheiden, dies aber bislang nicht getan hatte. Für Tobias Waltl wurde Kai F. Binder neu in den Aufsichtsrat gewählt. Waltl hatte sein Mandat im Dezember aus persönlichen Gründen niedergelegt.

Zum dritten Mal in der PS-Halle fand die Aktionärsversammlung statt, neu war in diesem Jahr die Bühnendeko.

Brauhaus-Vorstand Martin Deutsch (2.v.l.) mit dem Aufsichtsrat, in den Kai F. Binder (Mitte) neu gewählt wurde und der außerdem aus (v.l.) Jürgen Brinkmann, Dr. Wilhelm Helms, Robert A. Depner (Vorsitzender), Arnold Schwulera und Knut Schiemann besteht.

Einbecker Bierboten radeln zum Peiner Hoffest

Am Brauereitor in Peine begrüßten Martin Deutsch (r.) und Christoph Benseler (l.) die Bierboten aus Einbeck. Foto: Einbecker Brauhaus AG

Rechtzeitig für das mittlerweile 23. Hoffest der seit 2013 zur Einbecker-Gruppe gehörenden Braumanufaktur Härke waren die „Einbecker Bierboten“ am Wochenende am Einbecker Neuen Rathaus mit ihren Fahrrädern nach Peine gestartet. Nach 112 Kilometern wurden die engagierten Freizeitsportler am Brauereitor in Peine von Martin Deutsch (Vorstand des Einbecker Brauhauses und in Personalunion Geschäftsführer der BrauManufaktur Härke) und Christoph Benseler (Technischer Leiter des Einbecker Brauhauses und Härke-Geschäftsführer) zum Hoffest in Peine willkommen geheißen. Die „Einbecker Bierboten“ hatten dann viel Spaß bei der Open-Air-Musikparty. Sie sind am Sonntag auf einer anderen, aber landschaftlich ebenso schönen Strecke wieder nach Einbeck geradelt, berichtet das Einbecker Brauhaus. Zu den „Einbecker Bierboten“ gehören die aktiven und ehemaligen Brauhaus-Mitarbeiter Jürgen Erlitz, Martin Ruppaner und Ottfried Kuhfuß, der Einbecker Ratsherr Hans-Jörg Kelpe sowie die Werner Heinemeyer, Gerhard Helmker, Axel Bräuer, Reiner Schrader und Ingo Feldmann. Vor zwei Jahren führte die Tour nach Wittenberg.

Drei Schläge starten süffiges Hoffest

O’zapft ‚is! sagte die Bürgermeisterin.

Letztes Jahr habe sie extra Urlaub genommen, erzählte die Bürgermeisterin launig, da habe sie lieber ihrer Stellvertreterin den Vortritt gelassen. Denn vor zwei Jahren war’s sehr spritzig, als Dr. Sabine Michalek das erste Fass Mai-Ur-Bock beim Hoffest der Einbecker Brauhaus AG angeschlagen hatte. „Das war mein schlimmstes Fass“, erinnerte die Rathauschefin vor dem Start des diesjähriges Brauereifestes an ihre Schmach. „Danach habe ich echt Albträume gehabt.“ Zwei Zapfhähne und ein Bier-Krug hatten 2017 dran glauben müssen, das Bier floss in Strömen über die Bühne. Dabei ist die gebürtige Münchnerin im Anstechen von Bierfässern durchaus geübt. Heuer ging’s dann auch deutlich besser: Drei gezielte Schläge, dann konnten Brauhaus-Vorstand Martin Deutsch und Bierkutscher Albert Eggers den Zapfhahn aufdrehen und die ersten Krüge mit dem frischen Maibock ausschänken. „Ein friedliches und süffiges Hoffest“, wünschte Michalek allen Besuchern. Die Brauerei hatte sich nach den Nachschub-Problemen im vergangenen Jahr, von denen Vorstand Martin Deutsch bei der Eröffnung noch einmal berichtete, auf großen Ansturm eingestellt. 27 statt 22 Zapfhähne waren bereit für den Ausschank, außerdem gab’s keine Ausschankwagen, sondern zwei lange Theken mit direkten Leitungen. 80 Mitarbeiter der Brauerei packten als „gute und schnelle Zapfer“, so Deutsch, mit an und versorgten die Besucher schnell mit Bier.

Verschiedene Malzsorten können die Besucher probieren.

Premiere hatte der neue Film über die Herstellungsprozesse des Einbecker Bieres in der Brauerei, der auf einer Leinwand vor dem Sudhaus in Dauerschleife während der Brauereibesichtigungen zu sehen war. Schauspieler Ronny Thalmeyer als historischer Braumeister Elias Pichler versorgte die Gäste nicht nur mit allerlei Informationen, sondern erzählte auch die eine oder andere wissenswerte Anekdote über die Biere aus Einbeck. Vor dem Sudhaus können Besucher jetzt auch aus Spendern sich verschiedene Malz- und Gerstensorten zum Probieren nehmen. Schmecken kann man Gersten-Röstmalz (Black Malt), Mela Buche Malz (Mela Beech), Karamell-Malz (Chrystal Mahogany), Münchner Malz (Munich Malt), Pilsener Malz (Pilsner Malt), Braugerste (Brewing Barley) und auch Knusper Malz, letzteres wird jedoch nicht zum Brauen verwendet (schmeckt aber gut).

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Einbecker in Hannover

Stefan Schostok (2.v.l.) mit (v.l.) Ulrich Meiser, Martin Deutsch und Andreas Bosk. Foto: Beuermann/Einbecker Brauhaus AG

Nicht überall gibt es Einbecker Bier. Aber vielerorts. Und seit 1397 auch nachweislich in Hannover, der heutigen Landeshauptstadt von Niedersachsen. Darauf nahm kürzlich eine illustre Runde Bezug, die sich beim Herausgeber und Chefredakteur des WirtschaftsDienstes Niedersachsen, Andreas Bosk, in der Lounge des WirtschaftsDienstes in Hannover traf. Einen kurzen Impulsvortrag hielt dabei der Einbecker Dennie Klose. Das Treffen gab Brauhaus-Vorstand Martin Deutsch und Export-Leiter Ulrich Meiser eine schöne Gelegenheit, die bekannte Luther-Präsentbox und den speziellen Einbecker Playmobil-Luther an Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) zu überreichen. Schostok, seit 2013 OB-Nachfolger des heutigen Ministerpräsidenten und Einbecker Bierorden-Träger Stephan Weil (SPD), ist durch eine nach wie vor praktizierte städtische Patronatsregelung Mitglied im Kirchenvorstand der Marktkirchengemeinde in Hannover. Der 54-jährige gebürtige Hildesheimer Schostok fand viele lobende Worte über das Einbecker Bier, teilte die Einbecker Brauhaus AG mit, ohne Einzelheiten zu nennen. Wer das erste nachgewiesene Einbecker Bier in Hannover erhielt? Natürlich die Schützen.

Archiv Einbecker Brauhaus AG

Bierorden 2019 für Hubertus Heil

Hubertus Heil. Foto: SPD / Susie Knoll

Der nächste, der mittlerweile 25. Einbecker Bierorden der Gesellschaft der Karnevalsfreunde Einbeck und der Einbecker Brauhaus AG wird am 25. Januar vor geladenen Gästen mit karnevalistischem Zeremoniell im historischen Rathaussaal der Stadt Einbeck an Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) verliehen. Der 46-Jährige folgt auf die Schlagersängerin und frühere bayerische Landtagsabgeordnete Claudia Jung, die aktuelle Trägerin des Bierordens 2018 ist. Das Geheimnis um den nächsten Ordensträger haben am Abend Brauhaus-Vorstand Martin Deutsch und der Präsident der Gesellschaft der Karnevalsfreunde Einbeck, Albert Eggers, gelüftet. Mit dem Einbecker Bierorden werden seit 1994 Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Sport und Kultur ausgezeichnet, die Humor besitzen sowie Freude und Spaß am Leben ausstrahlen. „Es ehrt mich sehr, mich demnächst zum Kreise der Träger des Einbecker Bierordens zählen zu dürfen“, lässt sich der SPD-Politiker zitieren. Seine Heimatstadt Peine habe viele Gemeinsamkeiten mit Einbeck, in Peine werde das hervorragende Härke-Bier in langer Tradition gebraut, das so genannte Freischießen sei die fünfte Jahreszeit für jeden Peiner, erklärte der Minister aus Peine, der auch mal Generalsekretär der SPD war. Heil: „Als Peiner trinkt man Härke. Ich bin aber gerne bereit, als kultureller Botschafter zwischen unseren Regionen zu dienen, um mich von der Einbecker Braukunst überzeugen zu lassen.“ Die Braumanufaktur Härke in Peine gehört seit 2013 zur Einbecker-Gruppe.

Einbecker Bierordensträger sind u.a. Ministerpräsident Stephan Weil, der Unternehmer und Präsident von Hannover 96, Martin Kind, der frühere Präsident des niedersächsischen Landtags, Bernd Busemann, der damalige Direktor des Zirkus Barum, Gerd Simoneit-Barum, und Kult-Fernsehmoderator Carlo von Tiedemann.

Leidenschaft zum Bier

Christoph Benseler ist neuer technischer Leiter der Einbecker Brauhaus AG.

Sein Job ist es, aus den vier Rohstoffen ein Einbecker Bier zu brauen, das jederzeit der Qualitätsprüfung standhält und auf dem traditionellen, hohen Niveau bleibt. Und, dass von der Rohstoffanlieferung bis zur Logistik für die Flaschen, Kisten, Dosen und Fässer alles reibungslos läuft im Einbecker Brauhaus, dass alle Prozesse in der Produktionskette von der Herstellung über die Abfüllung bis zur Auslieferung funktionieren. Christoph Benseler ist neuer technischer Leiter. Der 36-Jährige folgt in dieser Funktion dem in den Ruhestand gewechselten Vorstand Lothar Gauß. Neben Dorte Simon, die zu Jahresanfang den kaufmännischen Bereich übernommen hatte, und Vorstand Martin Deutsch, der für Marketing und Vertrieb zuständig und nunmehr als Alleinvorstand der AG agiert, gehört Benseler zum Leitungstrio des 140-Mitarbeiter-Unternehmens unterhalb der Vorstandsebene. Der neue Winterbock, der gerade in den Handel gekommen ist, war das erste Bier, das in Einbeck bereits unter seiner Leitung gebraut wurde.

Christoph Benseler ist Diplom-Braumeister und auch Biersommelier mit einer Leidenschaft zum Bier, zuletzt war er als stellvertretender Betriebsleiter in der Privatbrauerei Schönram im Rupertiwinkel (Bayern) in der Nähe von Traunstein tätig. „Es ist eine große Ehre, in meinem Alter jetzt für die Einbecker Brauhaus AG zu arbeiten, das freut mich sehr und macht mich stolz“, sagt der 36-Jährige. Dass sich die Gelegenheit für ihn in Einbeck geboten hat, sei „wie ein Sechser im Lotto“ gewesen, erzählt er. Denn nicht nur er hatte einen Grund, in seine Heimatregion zurückzukehren, sondern auch die Familie: seine Frau konnte nun mit den drei Kindern (2, 4, 6 Jahre alt) zurück in heimatliche Gefilde wechseln, sie ist Grundschullehrerin in Herzberg, wo der älteste Sohn gerade eingeschult worden ist.

Benseler stammt aus Rittmarshausen bei Göttingen, ist in Herzberg am Harz aufgewachsen. Eigentlich wollte er Grundschullehrer werden, der Vater ist Lehrer, die Mutter Erzieherin, in Hildesheim studierte er aber nur bis zum Vorexamen. Christoph Benseler dachte damals noch einmal über seinen Berufswunsch nach. Und setzte fortan lieber auf seine handwerklichen Begabungen, seinen Faible für Naturwissenschaften und seinen Bezug zur Landwirtschaft. „Das Brauen verbindet das alles“, sagt er. Christoph Benseler machte in Augsburg seine Lehre zum Braugesellen, studierte dann von 2007 bis 2010 in Weihenstephan. Fünfeinhalb Jahre lang arbeitete Benseler für die Paulaner-Brauerei in München, sammelte hier viele Erfahrungen unter anderem in der Prozessoptimierung.

Das Einbecker Brauhaus sieht der neue technische Leiter gut aufgestellt, er vollendet gerade den letzten kleinen Mosaikstein im Millionen-Masterplan, mit dem sich das Unternehmen in den vergangenen Jahren technisch und logistisch runderneuert hat. Die Filtration, die noch Lothar Gauß wesentlich konzeptioniert und in Auftrag gegeben hat, wird in diesen Wochen aufgebaut und unter Benselers Leitung in den Herstellungsprozess integriert.

Hat er ein Lieblingsbier? „Die Vielfalt macht es aus“, sagt Christoph Benseler diplomatisch. Um dann doch noch nachzuschieben, dass er eher der Pils-Typ sei.

Qualitätsprüfung: eine der Aufgaben des neuen technischen Leiters Christoph Benseler.

Einbecker Dunkel mit der Kettensäge

Martin Deutsch, Ingo Schrader und Robert Hesse (v.l.) mit der Holzflasche auf dem Brauereihof.

Eine etwa 1,70 Meter große Bierflasche „Einbecker Dunkel“ aus Eichenholz wird künftig am Wegesrand der Brauereibesichtigungen auf dem Areal der Einbecker Brauhaus AG stehen. Die 300 Kilo schwere Holzflasche hat jetzt Robert Hesse, Seniorchef des gleichnamigen Traditions-Möbelhauses in Garbsen, an das Einbecker Brauhaus übergeben, Vorstand Martin Deutsch und Marketingleiter Ingo Schrader nahmen sie auf dem Brauereihof in Empfang. Der 82-jährige Möbelhauschef ist dem Brauhaus seit Jahren eng verbunden. Entstanden ist die Skulptur am Rande der Niedersachsen-Meisterschaft im Speed Carving, dem Holzschnitzen mit der Motorsäge also. Ende April hatten zehn Carver auf dem Möbelhaus-Gelände bei Hannover die Kettensägen angesetzt und aus Holz verschiedene Figuren für verschiedene Sponsoren kreiert, anschließend geschliffen. Für das Einbecker Brauhaus lag eine Bierflasche natürlich nahe. Thomas „Tommy“ Weijenberg aus den Niederlanden hat das Eichenholz so bearbeitet, dass am Ende die überdimensionale typische Einbecker Bierflasche heraus kam. Die Schrift „Einbecker Dunkel“ wurde eingebrannt.

Auf dem Weg der Brauereibesichtigungen soll die Holzflasche in Zukunft zu sehen sein.

300 Kilo schwer ist die Holzflasche.

Applaus, Dank und Karnevalskarten

Lothar Gauß, Robert A. Depner und Martin Deutsch (v.r.).

Mit Applaus, Dank und Karnevalskarten ist bei der Hauptversammlung der Einbecker Brauhaus AG der langjährige Vorstandssprecher von Aktionären, Aufsichtsrat und anderen Mitstreitern verabschiedet worden: Lothar Gauß geht zum 30. September mit dann 65 Jahren in den Ruhestand. Es war sein letztes Aktionärstreffen als Vorstandsmitglied. Gauß hat in Einbeck 1989 als technischer Koordinator begonnen. 1997 wurde er Vorstandsmitglied, 2011 der Sprecher des Vorstandes der Einbecker Brauerei. Zum Abschied und für den neuen Lebensabschnitt überreichte der Aufsichtsratsvorsitzende Robert A. Depner Lothar Gauß zwei Karten für die Karnevalsgesellschaft Rocholomäus in Köln, an die gewöhnlich nicht leicht heran zu kommen ist. Unter Lothar Gauß habe das Einbecker Brauhaus seine Marktposition gestärkt, der Vorstandssprecher habe sich auch in schwierigen Zeiten seiner Verantwortung gestellt.

Der scheidende Vorstandssprecher erhielt von den Aktionären nicht nur viel Applaus nach seiner letzten Bilanzrede. Die Anteilseigener entlasteten ihn und Vorstandskollegen Martin Deutsch auch mit 99,99 Prozent Zustimmung, es gab nur 131 Nein-Stimmen. Da hatte sich der Vorstand von einigen Aktionären schon überreden lassen, neben der Dividende die Entlohnung in Naturalien zu verdoppeln, von einem auf zwei Sechserträger Mai-Ur-Bock. Nicht nur, weil der Absatz eh schleppend war, sondern auch, weil von 545 angemeldeten Aktionären nur 310 erschienen waren. Mit großer logistischer Leistung war noch blitzschnell Nachschub organisiert worden, denn so viele Sechserträger hatte man ursprünglich nicht vor Ort in der PS-Halle, dass jeder zwei mitnehmen konnte. Ganz reichte es dann doch nicht, die letzten holten ihren zweiten Sixpack im Brauhaus selbst ab.

Emotionale Dankesworte gab es auch von Reinhard Ender für Lothar Gauß. Der antwortete ihm herzlich und dankte Ender, dass dieser gemeinsam mit Mitstreitern die Einbecker Brauerei vor 20 Jahren aus dem Brau & Brunnen-Konzern herausgekauft habe. „Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wo die Einbecker sonst heute wäre“, sagte Gauß. Man sei nicht immer einer Meinung gewesen in den vergangenen Jahren, sagte der Vorstandssprecher zum einstigen Vize-Aufsichtsratschef. Der Streit habe aber immer der Sache gegolten. Kennengelernt haben sich Gauß und Ender vor 36 Jahren in einer Brauerei in Essen.

Ab Oktober wird Martin Deutsch als alleiniger Vorstand das Unternehmen führen. Er wird in der zweiten Führungsebene unterstützt von Dorte Simon als kaufmännischer Leiterin und von Christoph Benseler als technischer Leiter, der neu im Einbecker Brauhaus beginnen wird.

Läuft!

Intendant Achim Lenz (l.) und Brauhaus-Vorstand Martin Deutsch beim Ur-Bock-Anstich in Göttingen. Foto: Einbecker Brauhaus AG/Julia Lormis

Schon der erste Schlag mit dem Holzhammer saß: „Läuft bei uns“, freute sich Achim Lenz, der Intendant der Gandersheimer Domfestspiele. Denn so lautet auch das Spielzeitmotto der 60. Festspiele vor der Stiftskirche in Bad Gandersheim. Auf Einladung von Einbecker-Vorstand Martin Deutsch übernahm der Intendant der Domfestspiele beim zünftigen Anstich eines Fasses Einbecker Mai-Ur-Bocks im Zelt des Göttinger Bürger- und Schützenfestes das Amt des Anzapfmeisters.

Der Künstlerische Leiter des Gandersheimer Sommertheaters, Achim Lenz, wurde im Göttinger Festzelt unterstützt vom Musikalischen Leiter, Ferdinand von Seebach, und von den Schauspielern Miriam Schwan und Fehmi Göklü. Sie vermittelten mit den Gesangsstücken „Im Grünen irgendwo“ und „Zahnarzt“ aus dem Musical „Der kleine Horrorladen“ zur Überraschung der anwesenden Gäste einen kleinen Vorgeschmack auf die Domfestspiele, bei denen ab 22. Juni unter anderem „The Adams Family“ auf dem Spielplan steht.

Das Einbecker Brauhaus, langjähriger Sponsor und Förderer der Domfestspiele, wurde erstmalig im Jahr 1378 erwähnt und feiert somit in diesem Jahr das 640. Jubiläum. Seit 60 Jahren laufen die Aufführungen in Bad Gandersheim. „Zusammen ergibt das die schöne runde Zahl 700“, wies Vorstand Martin Deutsch in seiner Begrüßung auf die besondere Verbundenheit nicht nur in der Jubiläumsspielzeit hin.

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