Einbecker Bierblog

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Schneller vom Fass in die Kehle

Am Einbecker Maibaum, der jetzt wieder vor der Brauerei aufgestellt ist: Marketingleiter Ingo Schrader (l.) und Sprecher Ulrich Meiser.

Nur noch wenige Tage bis zum siebten Hoffest der Einbecker Brauhaus AG neuer Zeitrechnung. Die Vorbereitungen für den 27. April laufen auf Hochtouren, ab 13 Uhr startet an dem Sonnabend das Programm mit dem offiziellen Anstich des ersten Mai-Urbock-Fasses durch Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek.

Neuheit Nummer 1: Ein neues Ausschank-Konzept soll beim diesjährigen Hoffest erleichtern, dass Besucher ans Bier kommen. Vor einem Jahr hatte es zeitweise Probleme gegeben, die zahlreichen Besucher bei bestem Wetter zügig zu versorgen, räumen die Organisatoren ein, die sich über den immer größer gewordenen Zuspruch sehr freuen. Jedes Jahr ist die Ausschankmenge laut Marketingleiter Ingo Schrader um 20 Prozent gestiegen, weshalb das Brauhaus sich schon auf eine mögliche Vergrößerung der Feierfläche auf einen umgestalteten Neustädter Kirchplatz freue, jetzt wo der Umbau absehbar sei. Am 27. April wird es beim Hoffest statt vier einzelne Verkaufswagen zwei lange Theken geben, eine in der Verladehalle, eine draußen neben der Bühne. Die Bierleitungen werden direkt in den Durchlaufkühler führen, kein Fass muss mehr von Hand gewechselt werden. Außerdem werde mehr Personal hinter dem Ausschank eingesetzt, vor allem auch mehr Brauhaus-Mitarbeiter. „Die halbe Belegschaft ist im Einsatz“, sagt Marketingleiter Ingo Schrader. „Ich werde auch zwei Stunden ausschänken“, freut sich Sprecher Ulrich Meiser. Einziger „Verkaufswagen“ bleibt die Bockbierkutsche in der in diesem Jahr den Gästen mehr Platz bietenden Verladehalle, an der Bierspezialitäten wie das „Ainpöckisch 1378“ erhältlich sind. An den Thekenmeilen gibt es Mai-Urbock und Brauherren.

Neuheit Nummer 2: Zwischen 13 und 16 Uhr sind Brauereibesichtigungen möglich. Separate Führungen wird es jedoch nicht mehr geben, an verschiedenen Stationen stehen aber Mitarbeiter und geben Auskunft. Außerdem hat der neue Film Premiere, der den Produktionsprozess und die Abfüllung des Einbecker Bieres zeigt. In der Hauptrolle spielt der Göttinger DT-Schauspieler Ronny Thalmeyer den historischen Braumeister Elias Pichler, der einst den Münchnern das Bockbier brauen beigebracht haben soll.

Neuheit Nummer 3 (die aber eigentlich gar keine ist): Start des Hoffestes ist traditionell ein kleiner Biertreck durch die Innenstadt, der am Rheinischen Hof um 12.30 Uhr startet, über Neuen Markt, Marktplatz, Marktstraße bis zur Papenstraße führt und gegen 13 Uhr am Brauhaus ankommen wird. Der Wagen mit den Bierfässern wird wieder von Shire Horses vom Birkenhof aus Hullersen gezogen. Jeder, der möchte, kann sich vom Start oder auch während des Zuges durch die Innenstadt in den Treck einreihen, keineswegs dürfen nur Ehrengäste hinter dem Kutschwagen gehen, betonen Schrader und Meiser. Die Brauerei würde sich freuen, wenn möglichst viele Menschen gemeinsam den Fasstreck bilden. Auch Vereine und Gruppen können sich anschließen, zwei Vereine haben sich bereits angekündigt, darunter die Landsknechte.

Maibaum 2019 vor dem Einbecker Brauhaus.

Der Mai ist gekommen…

Maibaum vor dem Einbecker Brauhaus.

Maibaum vor dem Einbecker Brauhaus.

Der Mai ist gekommen, und in der Heimat der Bockbiere, in Einbeck, ist nach dem süffigen Hof-Fest nun auch offiziell der Maibock angestochen, der hier natürlich Mai-Ur-Bock heißt. Bewusst Ur-Bock, denn ohne Einbeck gäb’s kein Bockbier, auch nicht im Mai. Das wissen aller Bierkenner, auch die Münchener. Im Hofbräuhaus, wo 1614 das erste Bockbier Einbeck’scher Art ausgeschänkt wurde, haben sie’s auch verinnerlicht, von wem sie das Bockbierbrauen gelernt haben, selbst wenn in einem aktuellen Podcast des Hofbräuhaus am Platzl über den Maibock und seine Herkunft und Geschichte Einbeck erst ab Minute 8 zu hören ist…

Einbeck genießt indes nicht nur das Mai-Ur-Bockbier, sondern rüstet sich auch zum Maibaum-Wettbewerb, den das Brauhaus gemeinsam mit der Einbecker Morgenpost und der Einbeck Marketing GmbH auslobt. Seien wir gespannt, wer da in diesem Jahr den prächtigsten Holz-Baum hat und welche Maibaum-Gruppe gewinnt.

Eine schöne Tradition in München ist der Maibock-Anstich im Hofbräuhaus, wo die Politiker regelmäßig ihr Fett abbekommen. Der bayerische Finanzminister Markus Söder (CSU) macht seit ein paar Jahren sogar dem Hauptredner Konkurrenz mit seinen Frotzeleien gegen die eigenen Politikerkollegen. Hier sind die Einbecker früher dran als die Bayern: In Einbeck wird schon im Karneval derbleckt, müssen die (Kommunal-)Politiker einiges vom Till und anderen Traditionsfiguren einstecken. Vielleicht kann man in Einbeck mal beides erfolgreich vereinigen: Beim Anstich des Mai-Ur-Bock eine würzige, kabarettistische Rede auf die (Kommunal-)Politik, das wär’s doch mal.

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