Einbecker Bierblog

Wissenswertes aus der Heimat guter Biere

Archiv für das Schlagwort “Lothar Gauß”

Mit der Kutsche beim Sommerfest

Bier an der Bockbierkutsche: Stephan Weil (l.) und Lothar Gauß. Foto: Yorck Maecke/Landesvertretung Niedersachsen

Die Einbecker waren mit der Kutsche vorgefahren… nein, die meisten Gäste waren natürlich mit dem Zug nach Berlin gefahren oder mit dem Auto. Die Brauhaus AG präsentierte aber beim Sommerfest in der Landesvertretung Niedersachsens in der Hauptstadt erstmals die neue Bockbierkutsche als Hingucker-Ausschankwagen. Gut platziert stand die Kutsche in den Ministergärten unweit der Bühne und war bei vielen Kameraschwenks in den TV-Berichten gut zu sehen. Ministerpräsident und Sommerfest-Gastgeber Stephan Weil (SPD) machte bei seiner Runde als Einbecker Bierordenträger natürlich auch am Einbecker Stand eine Bierpause und genoss mit Brauhaus-Vorstandssprecher Lothar Gauß ein frisches 1378-er.

Mit dabei unter den 3000 Gästen des Sommerfestes in Berlin waren aus der Region unter anderem Einbecks Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek, die Bundestagsabgeordneten Dr. Roy Kühne (CDU) und Dr. Wilhelm Priesmeier (SPD), Finanz-Staatssekretär Frank Doods (SPD) mit seiner Ehefrau und Kreistagsabgeordneten Nadine Seifert-Doods (SPD), Landtagsabgeordneter Christian Grascha (FDP), Landtagskandidat Joachim Stünkel (CDU) und Künstlerin Evdokia Kulikova (Northeim).

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Spritzig o’zapft

(c) fb Frank Bertram

Spritziger Anstich des ersten Mai-Urbock-Fasses durch Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek.

Einen Tag später war das Wetter besser, frühlingshafter, nicht so kühl fast wie beim Winterbock-Anstich im Oktober, wie Brauhaus-Vorstand Martin Deutsche auf der Hof-Fest-Bühne flachste. Einen Tag später wäre vielleicht auch der Maibock-Anstich besser gelaufen, und nicht das Bier auf die Bühne… Aber: hätte, hätte… Als Einbecks Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek, beleibe nicht ungeübt in diesen Dingen, zum Start des diesjährigen Hof-Festes mit dem Hammer den Zapfhahn ins Holz-Fass treiben wollte, waren offenbar die ersten Schläge der Rathauschefin zu wuchtig für das Mai-Urbock-Fass, die Dichtung hielt nicht stand. Spritzig war somit der Auftakt des zum fünften Mal organisierten Festes auf dem Brauereihof. Und das meiste Bier lief unkontrolliert hinaus, da halfen auch keine eilig herbei geholten Becher mehr. Brauhaus-Vorstand Lothar Gauß rettete die kleine Panne spontan und lud die Gäste, die sich auf einen von der Bühne gereichten Krug Maibock gefreut hatten, zu einer „Hofrunde“ an den nahen Ausschank ein.

Der Laune der meisten Besucher tat der schaumige Start keinen Abbruch. Sie nutzten die Gelegenheit, auf dem Brauereihof und in der Verladehalle die Bier-Spezialitäten aus Einbeck ausgiebig zu kosten. Bestens unterhalten dabei von drei Live-Bands, den „Eichenbergern“„Captain Candy“ und zum Abschluss  „Boerney & die Tri Tops“. Brauerei-Besichtigungen waren beim Hof-Fest wieder gefragt, ebenso beliebt und gut besucht der Fan-Shop mit Souvenirs der Einbecker Brauhaus AG.

Vor dem offiziellen Maibock-Anstich zum Beginn des Hof-Festes war ein kleiner Biertreck zügig durch die Innenstadt zur Brauerei gezogen. Der aufgefrischte Bierwagen der Einbecker Brauhaus AG mit Bierkutscher Albert Eggers auf dem Bock wurde von zwei „Shire Horse“-Kaltblütern vom Birkenhof Hullersen gezogen.

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Genuss mit Verantwortung

(c) fb Frank Bertram

Lothar Gauß (l.) begrüßt Sozial- und Gesundheitspolitiker aus SPD- und Grünen-Landtagsfraktion im Urbockkeller zum Austausch über Suchtprävention.

Bier ist ein Genussmittel. Wer Bier herstellt, ist gleichzeitig ein alkoholproduzierendes Unternehmen. Und trägt Verantwortung dafür, dass aus dem Biergenuss keine Alkoholsucht wird. Das Einbecker Brauhaus stellt sich seiner Verantwortung seit vielen Jahrzehnten, arbeitet beispielsweise aktiv an Kampagnen wie „Don’t drink and drive“ mit. Zu einem Austausch über Fragen der Suchtprävention haben sich die Sozial- und Gesundheitspolitiker der SPD- und Grünen-Landtagsfraktionen bei ihrer Klausurtagung in Einbeck auch im Brauhaus getroffen – mit Vorstandsprecher Lothar Gauß, Betriebsratschef Knut Schiemann sowie Personalchef Werner Arzeus. Auf Stippvisite mit dabei war auch Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD).

Rund 30.000 Hektoliter des jährlichen Bierausstoßes von 600.000 Hektoliter sind alkoholfreies Bier. Die Einbecker Brauhaus AG wirbt nach den Worten ihres Vorstandssprechers aktiv für einen vernünftigen, maßvollen Umgang mit Biergenuss. Als regionales Unternehmen wirke man zwar tief in die Gesellschaft, „in vielen Bereichen nicht spektakulär“, so Lothar Gauß, unterstütze beispielsweise hiesige Vereine mit Fußbällen oder Anzeigen in der Stadionzeitschrift. Das Unternehmen habe sich aber zur Auflage gemacht, nicht mit jungen Menschen zu werben, es gebe keine Trikotwerbung bei Jugendmannschaften. Auch den Verkauf von Bier schon an 16-Jährige unterstützt das Brauhaus bewusst nicht. Mit 15 Auszubildenden, einer hohen Quote, will das Brauhaus lieber bewusst ein Zeichen setzen und jungen Menschen durch einen Arbeitsplatz eine Perspektive bieten – in der Heimat.

Sind Mitarbeiter einer Brauerei alkoholgefährdeter durch die Präsenz des Produktes, wollten die Sozialpolitiker wissen. Nicht mehr Probleme mit Alkohol im Betrieb als in anderen Unternehmen auch gibt es nach Angaben von Personalchef und Betriebsrat. Im Gegenteil sei man sogar eher sensibel für die Problematik – abgesehen von der Tatsache, dass in einer technisierten Brauerei mit großen Maschinen, Gabelstaplern und hoher Arbeitssicherheit ein absolutes Alkoholverbot logisch und unumgänglich ist. Seit vielen Jahren kooperiert das Einbecker Brauhaus mit dem Lukas-Werk bei der Suchtprävention. In der Vergangenheit sei in der Funktion des betrieblichen Suchtkrankenhelfers ein trockener Alkoholiker aktiv gewesen, der sich besonders glaubwürdig und erfahren um seine Kollegen kümmern und ihnen helfen konnte. Denn ja, schilderten Personalchef und Betriebsrat, es habe Probleme mit alkoholisierten Mitarbeitern gegeben. Inzwischen hat die Brauerei ein eigenes Alkoholmessgerät – auch als Druckmittel, das mit Konsequenz eingesetzt wird. Die Zeiten, in denen zwei Liter Freitrunk pro Tag noch in der Brauerei und damit während der Arbeitzeit laut Manteltarifvertrag für die Beschäftigten erlaubt waren, sind seit 40 Jahren vorbei.

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Luther im Bierkeller

Winterbock-Abend im Urbockkeller.

Winterbock-Abend im Urbockkeller.

Bierkutscher Albert Eggers (l.) und Martin Luther (Bernhard Naumann).

Bierkutscher Albert Eggers (l.) und Martin Luther (Bernhard Naumann).

Marketing-Vorstand Martin Deutsch war ganz neidisch. Einen solchen Spruch, in heutiger Werbersprache gerne Claim genannt, sich auszudenken wie das der große Reformator (und Bierfreund) getan hat, der seit nahezu 500 Jahren bis heute gerne genommen wird, wenn es über das Einbecker Bier segensreich zu sprechen gilt, war wohlgetan: „Der Beste Trank den einer kennt, wird Einbecker Bier genennt.“ Man könne gar nicht oft genug danken, sagte Deutsch. Und Martin Luther war knapp 499 Jahre nach seinem berühmten Thesenanschlag leibhaftig im Einbecker Bierkeller, naja, in jedem Falle leibhaftig gut gegeben von Bernhard Naumann, Kirchmeister an der Stadtkirche zu Wittenberg. Dort, wo vor 222 Jahren der Gerstensaft erstmals eingelagert worden war, begrüßte das Einbecker Brauhaus rund 90 Kunden, Geschäftsfreunde aus Italien wie aus China und Vertreter aus hiesiger Politik und Verwaltung zu einem Winterbock-Abend. Der winterliche Doppelbock habe so viel Prozent, davon könne manche Partei nur träumen, sagte der Brauereivorstand launig. Die Gäste erwartete ein Abend im Zeichen von Genuss, Geselligkeit und Gaumenfreuden.  Gesanglich geprägt vom Ephoralen Quartett aus Elze. Dabei war auch und erstmals bei einer Veranstaltung in Einbeck vertreten Hans Albert Ruckdeschel vom Großaktionär IREKS. Bereits im Sommer eingebraut und drei Monate lang gereift, strahlt der Einbecker Winter-Bock glutrot leuchtend und mit kaminfeurigem Glanz. Im Antrunk malzaromatisch süß mit einem angenehmen Hopfenaroma und einer dezent herben Bittere, duftet der Einbecker Winter-Bock nach grüner Stachelbeere und karamellisierten Mandeln. Voll im Geschmack, gefolgt von einem wärmenden harmonischen Abgang, loben die Braumeister das winterliche Bier aus dem Einbecker Brauhaus. Mit mittlerweile geübten drei Schlägen nahm Einbecks Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek den Anstich eines winterböckigen Fasses vor.

Marketing nach Masterplan

„Wir verstehen uns, sind ein gutes Team“, sagt Lothar Gauß (links) über seinen neuen Vorstandskollegen Martin Deutsch.

„Wir verstehen uns, sind ein gutes Team“, sagt Lothar Gauß (links) über seinen neuen Vorstandskollegen Martin Deutsch, der seit einem Jahr im Hause ist.

Die Einbecker Brauhaus AG will nach Investitionen von insgesamt 20 Millionen Euro in Abfüllung und Logistik in den vergangenen Jahren in Zukunft ihre gesamte Kraft in Marketing und Vertrieb der Biermarken stecken. Das sagte Vorstandssprecher Lothar Gauß bei der 50. ordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft. Nächste sichtbare Maßnahme: Das neue, bislang allein im Geschenkkarton verkaufte „Ainpöckisch 1378“ ist ab sofort im Bierkasten und ab August auch in der 0,5-Liter-Dose erhältlich. Den 2014 begonnenen Masterplan werde man 2016 abschließen, dann sei die Basis gelegt, sagte Gauß. Im Logistikbereich errichtet die Brauerei zurzeit eine zentrale Sortieranlage für das Mehrwegleergut, die vorbereitenden Arbeiten für eine weitere, 2500 Quadratmeter große Voll- und Leerguthalle im Logistikzentrum an der Hansestraße in Einbeck haben begonnen. Die 1,5-Millionen-Euro­-Investition wird starten, sobald die Baugenehmigung der Stadt Einbeck vorliegt. Alle Abfüll- und Logistikaktivitäten der Unternehmensgruppe (Einbecker, Göttinger, Martini, Kasseler, Nörten-Hardenberger, Härke) sind heute in Einbeck konzentriert.

In einem immer unberechenbareren Biermarkt mit rückläufigen Absatzzahlen setzen die Einbecker auf Wertigkeit ihrer Produkte. „Niedrige Preise führen nicht zu einem höheren Bierkonsum in Deutschland“, sagt Vorstandssprecher Lothar Gauß. Und nicht jedes Jahr kann beispielsweise eine Fußball-Europameisterschaft markante Absatz-Impulse bringen, dass die Verbraucher mehr Bier kaufen. Die Entscheidung, im August 2015 die Preise moderat erhöht zu haben, halten die Einbecker unverändert für richtig.

Vertrieb- und Marketing-Vorstand Martin Deutsch kündigte an, das Export-Geschäft wieder stärker in den Fokus zu nehmen. Schwerpunkt werde dabei das Bockbier sein, hier sei Einbeck schließlich die Heimat und müsse sich nicht mit anderen Pils-Sorten duellieren. Im Blick sind die Märkte in USA, China, Niederlande, Italien und Frankreich, hier gibt es laut Deutsch seit November auch erste viel versprechende Gespräche. Es gelte nun aber, erst einmal mit den Importeuren „warm“ zu werden. Auch Skandinavien, das Baltikum und England habe man im Blick. Fünf Delegationen aus China sind indes seit dem Amtsantritt des neuen Marketing-Vorstandes bereits in Einbeck gewesen, um sich in der Heimat des Bockbieres umzusehen. Martin Deutsch: „Das hat mich sehr überrascht.“ Schließlich würden die Chinesen dafür hohen Reiseaufwand betreiben.

Ainpöckisch im Kasten und in der Dose

Kulinarischer Botschafter Niedersachsen. (c) fb Frank Bertram

Jetzt auch im Kasten erhältlich, bald zudem in der Halbliterdose: Ainpöckisch Bier 1378.

Die Nachfrage ist gut, sehr gut sogar. Seit Verkaufsstart im März hat die Einbecker Brauerei mehr als 90.000 Kartons mit je sieben Flaschen der neuen, unfiltrierten Starkbier-Spezialität „Ainpöckisch Bier 1378“ abgesetzt. Das sagte Vorstandssprecher Lothar Gauß heute bei der Hauptversammlung der Aktionäre. Vor wenigen Tagen wurde das „Ainpöckisch“ als Kulinarischer Botschafter Niedersachsens ausgezeichnet. Und weil das neue Bockbier so gut läuft, ist es jetzt im traditionellen, 20-er Bierkasten im Handel erhältlich – lange ersehnt von den Fans. Und ab August auch in der 0,5-Liter-Dose. Damit steige man wieder in den beim Verbraucher gut nachgefragten Dosenmarkt ein, kündigte Gauß an. Die wertige Trage-Pappbox (mit Glas zum 500. Geburtstag des Reinheitsgebotes) hatten die Brauer bewusst zum Start gewählt, um sich neue Märkte und Zielgruppen zu erschließen. Auch das zeitgleich zum „Ainpöckisch“-Start anlaufende, saisonale Mai-Ur-Bock-Geschäft wollten die Marketing-Experten nicht mit einem parallelen „Ainpöckisch“ in der Kiste torpedieren. Die Maibock-Zeit ist nun vorbei, jetzt kommt das naturtrübe Bockbier mit der markanten „1378“ auf dem Etikett in der 20-Flaschen-Kiste zum Verbraucher. Viele Biergenießer, denen die neue Spezialität gut mundete, wussten allmählich auch schon nicht mehr wohin mit den Gläsern…

Die Braumeister aus Einbeck haben das „Ainpöckisch Bier“ zum Jubiläum des Reinheitsgebotes entwickelt, aber auch bereits mit Blick auf der Luther-Jahr 2017. „Es ergänzt unsere bisherige Bockbier-Range sehr gut“, sagte Vorstandssprecher Lothar Gauß.

Die von den Northeimer Spezialisten der Firma Thimm mit entwickelte Tragebox aus Pappe wird übrigens 2017, dem Luther-Jahr, modifiziert wieder zum Einsatz kommen, kündigte Marketing-Vorstand Martin Deutsch heute an. Dann will die Einbecker Brauerei auch mit einem Playmobil-Martin-Luther für ihr Bier werben, das der Reformator aus Wittenberg bekanntlich als den besten Trank gelobt hatte, den einer kennt…

Über das Geschäftsjahr 2015 berichteten Vorstand und Aufsichtsrat der Einbecker Brauhaus AG heute rund 240 anwesenden Aktionären.

Über das Geschäftsjahr 2015 berichteten Vorstand und Aufsichtsrat der Einbecker Brauhaus AG heute rund 240 anwesenden Aktionären in der Northeimer Stadthalle. Links Vorstandssprecher Lothar Gauß.

Video: Einbecker Hoffest 2016

Beim Einbecker Hoffest 2016 hat Ministerpräsident Stephan Weil den Startknopf für die neue Flaschenabfüllung der Einbecker Brauhaus AG gedrückt.

Uralt, aber putzmunter

Sechs Hände, ein roter Knopf (v.l.): Vize-Brauhaus-Aufsichtsratschef Dr. Wilhelm Helms, Vize-Bürgermeisterin Cornelia Lechte, Vorstand Martin Deutsch, Ministerpräsident Stephan Weil, Vorstandssprecher Lothar Gauß, Landrätin Astrid Klinkert-Kittel.

Sechs Hände, ein roter Knopf (v.l.): Vize-Brauhaus-Aufsichtsratschef Dr. Wilhelm Helms, Vize-Bürgermeisterin Cornelia Lechte, Vorstand Martin Deutsch, Ministerpräsident Stephan Weil, Vorstandssprecher Lothar Gauß, Landrätin Astrid Klinkert-Kittel.

Der Mai-Ur-Bock 2016 ist am Sonnabend Mittag offiziell von Ministerpräsident Stephan Weil beim Hoffest der Einbecker Brauhaus AG angestochen worden. Wobei der Regierungschef bei seinem dritten Hammerschlag den Zapfhahn zunächst nicht ins Fass trieb, sondern vom Fass abschlug. Leichtes Erschrecken im durstigen Publikum. Mit ein ein wenig Nacharbeit jedoch war der Regler schnell doch noch ins Holzfass geschlagen, so dass der süffige saisonale Gerstensaft fließen und Vorstandssprecher Lothar Gauß die magischen Worte sprechen konnte: O’zapft is! Auch Landrätin Astrid Klinkert-Kittel hatte beim Anstich des Fasses „Ainpöckisch Bier“ ein bisschen Probleme mit Hammer und Zapfhahn am Holzfass, letztlich konnte aber auch die jüngste Bockbier-Spezialität des Unternehmens beim Hoffest offiziell fließen. „Ein Bier mit einem hervorragend hellen Schaum, mit honig-karamellartigem Geschmack, mit einer leuchtend orangefarbenen Farbe“, hatte Vorstandsmitglied Martin Deutsch den Besuchern den Mund auf den naturtrüben Gerstensaft wässrig gemacht, das auf den Flaschen die markante Jahreszahl 1378 trägt – so lange lässt sich Einbecker Bier belegen.

„Uralt, aber putzmunter“ nannte Ministerpräsident Stephan Weil die Einbecker Brauerei. Der bekennende Bierfreund aus Hannover, seit 2014 Träger des karnevalistischen Einbecker Bierordens, drückte am „Tag des Deutschen Bieres“, in diesem Jahr gleichzeitig der 500. Geburtstag des Reinheitsgebotes, offiziell den roten Startknopf für die neue, die zweite Flaschenabfüllung. „Regionale Brauereien machen einen Gutteil der niedersächsischen Kultur aus“, sagte Stephan Weil. „Viele gute niedersächsische Privatbrauereien, die es vor 25 Jahren noch gab, gibt es heute nicht mehr. Hier in Einbeck erleben wir das Gegenteil: Ein Traditionsunternehmen, das auch durch schwere Tage hindurch gegangen ist, das sich aber entschieden hat nach vorne zu blicken und zu investieren.“ Wenn ein solches Unternehmen 15 Millionen Euro in die Hand nehme, dann sei das mehr als nur eine Investition, sagte der Ministerpräsident. „Sondern die Aussage: Wir glauben an die Zukunft!“

Täglich können jetzt in Einbeck in 14 bis 15 Stunden bis zu eine Million Flaschen vom Band laufen. Zwei Jahre Planung, zwei Jahre Bauzeit, dann war die Millionen-Investition in Flaschen- und Fass-Abfüllung sowie eine neue 3500 Quadratmeter große Verladehalle am Standort in der Papenstraße realisiert. Vorstandssprecher Lothar Gauß dankte den Mitarbeitern, denen während der Bauphase viel Flexibilität abverlangt worden sei und die teilweise unter freiem Himmel hätten abfüllen müssen. Und er dankte den Kunden, die der Einbecker Brauerei die Treue gehalten haben.

„Ich möchte mir Niedersachsen nicht vorstellen ohne die Einbecker“, sagte Ministerpräsident Stephan Weil. Damit es die Brauerei nicht nur in 50 Jahren, sondern auch in 250 Jahren noch gebe, dafür leiste das Unternehmen heute einen Beitrag, bedankte sich Weil. „Ich wünsche Ihnen, dass die Kundschaft Ihnen die Bude einrennt, damit sie sich über die nächste Abfüllanlage bald Gedanken machen müssen.“

Dann strebte der Regierungschef zum nächsten Termin. Vorstandssprecher Lothar Gauß dankte Stephan Weil dafür, dass er zwischen der wichtigen VW-Aufsichtsratssitzung gestern und dem Besuch des Präsidenten der USA, Barack Obama, am morgigen Sonntag in Hannover eine Einbeck-Visite eingelegt habe. „Wir wissen das extrem zu schätzen.“

Ministerpräsident Stephan Weil konnte seinen Wissensdurst stillen. Er ließ sich von Vorstandssprecher Lothar Gauß die Investitionen erläutern: den Neubau der 3500 Quadratmeter großen Verladehalle bei fortlaufendem Betrieb, die komplett neue Fassabfüllung und den zusätzlich zur bestehenden Abfüllkapazität errichteten Flaschenkeller 2. Dort können weitere 30.000 Flaschen pro Stunde abgefüllt werden. Darüber hinaus wurde der bereits bestehende Flaschenkeller 1 mit einer Kapazität von 50.000 Flaschen pro Stunde modernisiert. Die Aufträge gingen überwiegend an heimische Handwerksbetriebe in der Region. Die zusätzliche Flaschenabfüllanlage und die Komponenten für den erneuerten Flaschenkeller 1 lieferte die Krones AG. Die moderne Flaschenwaschmaschine mit Wärmerückgewinnung führt zu erheblicher Wasser- und Energieeinsparung. Lothar Gauß: „Um technisch und logistisch zukunftsfähig zu sein, haben wir unseren Masterplan Schritt für Schritt umgesetzt. Die Modernisierungs- und Erneuerungsmaßnahmen in dem Bereich Fass- und Flaschenabfüllung und Prozesssteuerung ermöglichen einen noch ressourcenschonenderen Einsatz und effizientere Betriebsabläufe.“

(Aktualisiert 26.05.2016)

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Ministerpräsident beim Einbecker Hoffest

Ministerpräsident Stephan Weil (r.) mit Vorstandsprecher Lothar Gauß in der Einbecker Abfüllung. Archivfoto 2012

Ministerpräsident Stephan Weil (r.) mit Vorstandsprecher Lothar Gauß in der Einbecker Abfüllung. Archivfoto 2012

Die Biersteuer ist ja bekanntlich eine Landessteuer – also eine, die unmittelbar dem Land zugute kommt. Da schaut der Landesvater natürlich gerne mal in den Braustätten vorbei. Und wenn dann auch noch am Tag des deutschen Bieres in diesem Jahr 500 Jahre Reinheitsgebot gefeiert wird und der Erfinder des Bockbieres aus Niedersachsen kommt und das alles mit einem Hof-Fest feiert, hat Ministerpräsident Stephan Weil dem Werben vermutlich leichten Herzens nachgegeben. Zumal er als Träger des Einbecker Bierordens dann auch praktischerweise mal wieder außerhalb der närrischen Zeit in der Heimat guter Biere vorbei schauen kann. Weil besucht in diesem Jahr am 23. April nicht allein das Hof-Fest der Einbecker Brauerei und sticht dort das erste offizielle Fass Einbecker Mai-Ur-Bock an. Der Ministerpräsident wird an dem Tag auch die jüngsten Investitionen des Unternehmens ihrer Bestimmung übergeben. „Das bedeutet für die Einbecker Brauhaus AG eine große Ehre“, sagen die Vorstände Lothar Gauß und Martin Deutsch. „Wir sehen dieses als besondere Wertschätzung der Einbecker Brautradition.“ Am Standort Einbeck hat das Unternehmen mehr als 15 Millionen Euro in eine neue Fassabfüllung, eine zweite Flaschenabfüllanlage sowie in eine 3500 Quadratmeter große Verladehalle investiert. Alle Abfüll- und Logistikaktivitäten der Unternehmensgruppe (Einbecker, Göttinger, Martini, Kasseler, Nörten-Hardenberger, Härke) sind in Einbeck konzentriert.

Astrid Klinkert-Kittel mit Brauhaus-Vorstandsprecher Lothar Gauß.

Landrätin Astrid Klinkert-Kittel mit Brauhaus-Vorstandsprecher Lothar Gauß.

Natürlich lief Nörten-Hardenberger Pils in der Abfüllanlage, als die neue Landrätin des Landkreises Northeim, Astrid Klinkert-Kittel, während ihres Wahlkampfes die Einbecker Brauhaus AG jüngst besuchte. Die erste Frau an der Spitze des Landkreises war bis zu ihrer Wahl zur Landrätin in Nörten-Hardenberg mehr als vier Jahre lang die Bürgermeisterin, zuvor die Kämmerin der Flecken-Gemeinde. Bei ihrem ersten Besuch der Einbecker Brauerei zeigte sich für Klinkert-Kittel auch noch eine weitere Verbindung zu den Wirkungsstätten des Unternehmens: Die ehemalige Martini-Brauerei aus Kassel, dem Geburtsort der 52-Jährigen, gehört ebenso dazu. Vorstandssprecher Lothar Gauß und Markenvorstand Martin Deutsch erläuterten der Besucherin die Verbundenheit der Brauhaus AG mit dem Standort Einbeck und das Bewusstsein für die Region. Mit der Übernahme der Härke-Braumanufaktur Peine 2013 habe man sowohl den Standort Peine erhalten als auch Einbeck als Abfüllort gestärkt. Täglich laufen in 14 bis 15 Stunden bis zu eine Million Flaschen vom Band.

Verantwortung für Einbeck

Doppelseite der Brauerei in der Wirtschaftsbroschüre. (c) Connect

Doppelseite der Brauerei mit dem Vorstandsinterview in der neuen Wirtschaftsbroschüre. (c) Connect

So lange wie kein anderes Unternehmen in der Stadt ist die Einbecker Brauerei mit der Stadt und den Menschen hier verbunden. Das wird in der neuen Wirtschaftsbroschüre der Einbeck Marketing GmbH deutlich, die jetzt erschienen ist. Im Interview sieht der Brauhaus-Vorstand diese mehr als 600 Jahre dauernde Verbindung nicht als eine Bürde, sondern als Herausforderung. Die Brauerei sei Markenkern der Stadt Einbeck, die Qualität des Bieres habe freilich ebenso Wirkung auf das Image der Stadt. Das sei eine große Verantwortung, der sich die Einbecker Brauhaus AG jeden Tag aufs Neue stelle, erklären Lothar Gauß und Martin Deutsch in der Broschüre. „Das Brauhaus ist nicht nur Arbeitgeber, sondern auch Auftraggeber für die Region. Das Brauhaus lebt von den Menschen, weil sie unser Bier kaufen. Und wir geben ihnen und den qualifizierten und engagierten Unternehmen etwas zurück, indem wir die Leistungen hier vor Ort einkaufen.“

Markantes Rot: Die neue Broschüre ist im Eicke'schen Haus in Einbeck erhältlich.

Markantes Rot: Die neue Broschüre ist im Eicke’schen Haus in Einbeck erhältlich.

Das in einer Auflage von 2500 Exemplaren produzierte 80-seitige Heft mit dem markanten roten Umschlag („Ein Portrait für Entscheider“) dient der Standortvermarktung Einbecks als Wirtschaftsstandort und wird über Unternehmen, die Wirtschaftsförderung der Stadt Einbeck sowie durch die Einbeck Marketing GmbH eingesetzt. In erster Linie richtet sich die Broschüre an ansiedlungswillige Unternehmen und Investoren sowie potenzielle Arbeitnehmer und Neubürger der Stadt. Interessierte können die Broschüre bei Einbeck Marketing im Eicke’schen Haus kostenfrei erhalten. Im Internet kann die Broschüre ebenfalls in Kürze eingesehen werden (www.einbeck-marketing.de/wirtschaft).

In dem Interview beantworten die Brauhaus-Vorständler auch, warum das Unternehmen im Herzen der Stadt braut – und nicht beispielsweise auf der Grünen Wiese. „Wir sind ein Brauhaus in der Stadt für die Stadt“, sagen Gauß und Deutsch. „Unsere Besucher können bei einer Führung die Abläufe des Bierbrauens noch so hautnah wie heute möglich beobachten – und die Innenstadt profitiert unmittelbar von den Gästen, die unser Haus besuchen. Letztlich sprachen immer aber auch wirtschaftliche Argumente für einen Verbleib im Zentrum.“ Die Einbecker Brauhaus AG habe hier am Standort Einbeck-Mitte rund 15 Millionen Euro investiert. „Alle Abfüll- und Logistik-Aktivitäten unserer Gruppe in Einbeck zu konzentrieren, sichert nicht nur Arbeitsplätze und den Standort. Es gibt gleichzeitig Fundament für langfristig wirtschaftliches Handeln.“

Die Einbecker Brauhaus AG kann nach den Worten des Vorstandes auf dem schrumpfenden Biermarkt nur bestehen, „wenn wir unsere Markenpersönlichkeit pflegen“, sagen Gauß und Deutsch. „Das Einbecker Brauhaus ist die Heimat des Bockbieres, wir haben das Bockbier erfunden, das ist unser Alleinstellungsmerkmal.“ Zudem vertreibe das Unternehmen seit mehr als 125 Jahren das Einbecker Bier in der exklusiven Individual-Flasche.

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