Einbecker Bierblog

Wissenswertes aus der Heimat guter Biere

Archiv für das Schlagwort “Härke”

Pferdestärke trifft Braukunst

Roadster-Treffen: Start auf dem Einbecker Brauereihof.

Roadster-Treffen: Start auf dem Einbecker Brauereihof.

Kompromisslos offen – unter diesem Motto veranstaltet der Roadster-Club Peine seit fast 25 Jahren seine pferdestarken Zusammenkünfte. Mit Unterstützung der Braumanufaktur Härke fand 1992 das erste „Härke Roadster Treffen“ statt, ein Meeting für „kompromisslos offene Sportwagen“ jeglicher Bauart und jeglichen Alters. Bis heute sind die regelmäßig am zweiten September-Wochenende zum Peiner Eulenmarkt organisierten Treffen keine reinen Oldtimer-Veranstaltungen, es werden durchaus alle modernen offenen Sportwagen zugelassen, welche die Kriterien des Mottos erfüllen. Gefahren wird offen – bei jedem Wetter.

Roadster vor dem PS-Speicher im ehemaligen Kornhaus.

Roadster vor dem PS-Speicher im ehemaligen Kornhaus.

In diesem Jahr startete das Roadster-Treffen auf dem Einbecker Brauereihof, das konnte gut die noch verhältnismäßig junge Verbindung der Braumanufaktur Härke zur Einbecker Brauhaus AG unterstreichen, die Peiner sind Tochtergesellschaft. Ab ging’s für die Roadster mit den ersten Prüfungen durch die Verladehalle zum nahen PS-Speicher in Einbeck. Dort konnten die 52 teilnehmenden Fahrzeuge auf dem nahen Parkplatz der BBS parken und die Fahrer und Mitfahrer eine Führung durch die Erlebnisausstellung der Mobilität genießen. Dann folgte die Fahrt der tollen Kisten nach Peine, wo die Roadster schon sehnsüchtig auf dem Marktplatz zu letzten Prüfungen und der Siegerehrung erwartet wurden. Bei einer Prüfung beispielsweise galt es, eine Kugel geknüllt aus einer Zeitungsseite in einen Eimer zu werfen.

Eine Fotogalerie ist hier zu finden.

Kompromisslos offen: Roadster-Treffen auf dem Brauhaus-Hof.

Kompromisslos offen: Roadster-Treffen auf dem Brauhaus-Hof.

Ausgesuchte Biere zum Bestellen

Karton Bierselect.

Bier im Karton.

Wer ein regionales Bier genießen will, kann das ohne Probleme tun: 1352 Brauereien gibt es laut Statistischem Bundesamt derzeit in Deutschland, jede Brauerei hat ihr ganz besonderes Geschmacksprofil. Das gilt auch für die Heimat guter Biere, für den besten Gerstensaft, den einer kennt, der Einbecker Bier genennt… um einmal Luther zu zitieren. Doch wer im hohen Norden oder im tiefen Süden, im Westen oder Osten die Lust nach einem Einbecker Brauherren-Pils oder einem Mai-Urbock verspürt, muss schon sehr viel Glück haben, dass sein lokaler Getränkehändler ihm den Wunsch erfüllen kann. Und auch Einbecker möchten ja manchmal ein anderes Bier trinken als das hier Gebraute. Wenn auch selten…

Die BierSelect GmbH mit Sitz in Hamburg, eine Tochterfirma der Sozietät Norddeutscher Brauerei-Verbände, hat dieses Problem erkannt und als Lösung Anfang August einen Online-Shop für regionale Bierspezialitäten gestartet: Bier-Liebhaber haben mit ihm den einfachen Zugriff auf eine Vielfalt an Produkten abseits des nationalen Mainstreams, können viele Biere kleiner lokaler und regionaler Brauereien aus ganz Deutschland bestellen. Das sind selbstverständlich keine der üblichen Fernsehbiere. Zum Start sind mehr als 150 verschiedene Sorten von 52 Brauereien in Deutschland verfügbar, darunter auch junge kreative Kleinbrauereien mit ihren Craft-Bieren. Das Sortiment soll laufend durch weitere regionale Biere erweitert werden. Mit dabei ist natürlich das Einbecker Brauhaus mit seinen Biersorten aus der Heimat des Bockbieres.

Verpackt und versandt werden die Biere in Peine bei der zur Einbecker Brauhaus AG gehörenden Braumanufaktur Härke, Bierselect ist hier Mieter. Ausschlaggebend war die Lage nahe der Autobahnen 2 und 7, die einen Versand der Biere unproblematisch macht, ebenso die Anlieferung.

Ein Bierfinder auf der Website führt wie ein roter Faden mit verschiedenen Auswahlkriterien den Suchenden zu seinen idealen Bieren. Suchfilter selektieren das Bierangebot nach Sorten, nach Regionen, nach Geschmack oder nach einer bestimmten Brauerei. Beispielsweise kann man eine bestimmte Biersorte wie Pils, Weizen, Lager oder Ale suchen und die daraufhin angezeigte Auswahl dann weiter eingrenzen. Oder man sucht Biere mit einem bestimmten Geschmack beispielsweise aus dem Norden. In einem Kurztext werden die wichtigsten Produktinformationen angezeigt: Alkoholgehalt, Stammwürze, Bierfarbe, Genusstemperatur, Bittereinheiten und Hopfensorte.

Neben der Produktvielfalt beinhaltet die Website BierSelect.de ferner ausführliche Informationen zum Wissen über Biere, ihre Herstellung, Tipps zum Genuss und vieles mehr. Neben einem Newsletter wird ein Biermagazin herausgegeben, das unterschiedliche Themen in den Vordergrund hebt, Brauereien vorstellt und die Menschen hinter den Bieren zeigt. Da die Seite erst vor wenigen Tagen gestartet ist, ist das Angebot hier noch ausbaufähig.

Meine Auswahl, bestellt bei Bierselect.

Meine Auswahl, bestellt bei Bierselect.de.

Ich habe es ausprobiert und mir bei Bierselect eine Auswahl von acht verschiedenen Bieren im Online-Shop zusammengestellt. Natürlich habe ich (ausnahmsweise mal) keine der Einbecker Biere gewählt, denn die könnte ich ja viel bequemer hier vor Ort kaufen.Ich habe mich für Colbitzer Bock, Fendt Dieselross-Öl, BRLO Porter, Schwarzer Abt, Klüvers Küsten Röker, Schalchner 5-Korn, TAP X Mathilda Soleil und Wedding Pale Ale entschieden.

Das funktionierte im Onlineshop nicht nur sehr einfach, zu jeder Biersorte waren dort auch viele weitere  Zusatzinformationen verfügbar (zum Beispiel: Welche Hopfensorte wird verwendet? Wer ist der Hersteller dieses Bieres? Welche Geschichte hat die Brauerei?). Zwei Tage nach der Bestellung stand der Karton mit den acht Bierflaschen auf dem Tisch, der Genuss der unterschiedlichen Biere konnte beginnen…

Bierselect-Karton mit acht Flaschen.

Mein Bierselect-Karton mit acht Flaschen.

 

Ein Amber Ale auf die Dividende

Amber Ale von der Braumanufaktur Härke.

Amber Ale von der Braumanufaktur Härke.

Überschäumender Optimismus wäre übertrieben gewesen, aber nach siebenjähriger Durststrecke zeigten sich die Aktionäre der Einbecker Brauhaus AG heute bei der Hauptversammlung des Unternehmens durchaus zufrieden, hatten kaum kritisiche Fragen und beschlossen ohne großen Zeitverzug eine 6-Cent-Dividende: Nach kaum zweieinhalb Stunden war alles vorbei, konnten sich die Anteilseigner der Brauerei (147 Mitarbeiter) außer an der traditionellen Gulaschsuppe an einer Spezialität laben: Der Vorstand kredenzte ein nach dem Craftbier-Trend produziertes Amber Ale, das die Braumanufaktur Härke (Peine) speziell zum Hoffest am vergangenen Wochenende und für ausgewählte Gastronomie eingebraut hatte. Die 125-jähriges Jubiläum feiernde Härke-Brauerei gehört zur Einbecker-Gruppe.

Die Einbecker Brauhaus AG ist auch im jetzt bilanzierten Geschäftsjahr 2014 die Nummer 1 auf dem deutschen Bockbiermarkt. Das sagte Vorstandssprecher Lothar Gauß. Bei den Einbecker-Marken habe man im vergangenen Jahr 1,4 Prozent mehr Bier absetzen können, allerdings habe man feststellen müssen, dass die sehr positive Entwicklung bei Landbier und Kellerbier teilweise zulasten von Einbecker Pilsener gehe.

Die heutige Hauptversammlung war auch der erste öffentliche Auftritt von Martin Deutsch bei den Einbecker Bierbrauern. Der 50-Jährige aus Fürstenfeldbruck tritt im Oktober die Nachfolge von Walter Schmidt (64) an, der in den Ruhestand geht. Für Deutsch schließt sich nach eigener Aussage damit ein Kreis – „nach 400 Jahren“, wie der Bayer mit unüberhörbarer, leichter Dialekt-Note lächelnd den Aktionären berichtete. Denn vor 25 Jahren habe er erstmals während der Ausbildung zum Brauer und Mälzer beruflich Berührung mit Bier aus Einbeck gehabt. Dabei habe er natürlich gelernt, woher denn das Bockbier ursprünglich stammt und dass die Münchener den Einbeckern einst 1612 den Braumeister abgeworben hatten. Martin Deutsch, der mit Ehefrau Petra (Garten- und Landschaftbauerin) und ohne die zwei erwachsenen Söhne nach Einbeck ziehen wird, war nach Ausbildung und Studium zunächst in Kulmbach und Kaufbeuren tätig, und nach einem dreijährigen „Ausflug in den alkoholfreien Bereich“ bei Apollinaris/Schweppes dann insgesamt 13 Jahre für den Deutschland-Vertrieb der Paulaner-Brauerei München zuständig. Zuletzt arbeitet Martin Deutsch als Geschäftsführer Vertrieb/Marketing bei Schneider Weisse, bis ihn der Aufsichtsrat der Einbecker Brauhaus AG im März mit Wirkung vom 1. Oktober zum Vorstandsmitglied bestellt hat.

Aufmerksamer Beobachter: Martin Deutsch (links) wird ab Oktober neuer Vorstand der Einbecker sein, Walter Schmidt und Lothar Gauß (kl. Foto) begrüßten ihn.

Aufmerksamer Beobachter beim Aktionärstreffen: Martin Deutsch (links) wird ab Oktober neuer Vorstand der Einbecker Brauhaus AG sein, Walter Schmidt und Lothar Gauß (kl. Foto) begrüßten ihn. Foto/Montage

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