Einbecker Bierblog

Wissenswertes aus der Heimat guter Biere

Archiv für das Schlagwort “Dampfbierbrauerei”

Als die Hildesheimer Einbecker waren

Martin Deutsch, Dr. Sabine Michalek, Ulrike Meyer, Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer

Hildesheim hat für die Geschichte des Einbecker Brauhauses eine ganz besondere Bedeutung. Als Ausdruck dieser Verbundenheit überreichte Brauhaus-Vorstand Martin Deutsch gemeinsam mit Einbecks Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek eine Bild-Text-Collage an den Hildesheimer Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer. Dieser war mit Ehefrau Ulrike zu Gast bei der Verleihungsfeier des Einbecker Bierordens. Zuvor besuchte der Hildesheimer OB noch das Einbecker Brauhaus. Mit dabei war aus der Hildesheimer Partnerstadt Weston-super-Mare der dortige Bürgermeister Mayor Mark Canniford mit Ehefrau Estelle und einer Delegation aus dem Ferienort in der Grafschaft Somerset im Südwesten Englands mit rund 72.000 Einwohnern südwestlich von Bristol. Einbecks Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek hieß alle in der Bierstadt Einbeck willkommen und stellte das heutige Einbeck den Gästen vor. Eine Brauereibesichtigung schloss sich an, selbstverständlich inklusive Verkostung der aktuellen Produkte.

Bereits im Mittelalter und in den folgenden Jahrhunderten wurde in Hildesheim, wie in vielen anderen Städten auch, das begehrte Einpöckisch Bier in besonderen „Einbecker Kellern“ oder „Einbecker Häusern“ ausgeschänkt. 1922 übernahm die Hildesheimer Aktienbrauerei die Dampfbierbrauerei der Stadt Einbeck sowie die Brauerei Domeier & Boden. Der Name „Einbecker“ blieb freilich erhalten, ebenso die Braustätte in Einbeck. Das war 1945 wichtig, als die Brauerei in Hildesheim von Bomben des Zweiten Weltkrieges zerstört war. In Einbeck konnte weiter gebraut werden, auch das HildPils. Der schärfere Wettbewerb führte 1967 zur Aufgabe der Braustätte in Hildesheim. Außerdem beschloss die Aktionärsversammlung damals die Umfirmierung: Die Einbecker Brauhaus AG entstand.

Ann-Kathrin Bode (r.) führte die Delegation in englischer Sprache durchs Einbecker Brauhaus.

Einbecks Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek begrüßte die Gruppe.

Hildesheimer und Einbecker Biergeschichte sind eng verbunden. Collage: Einbecker Brauhaus AG

Kraftbier

Ein Craft-beer der besonderen Einbecker Art.

Ein Craft-Beer der besonderen Einbecker Art (Mitte).

Bier ist in Mode. Wenn man den Foren und Gazetten glaubt, jedenfalls das so genannte Craft-Beer. Ein wahrer Hype wird um den selbst gebrauten Gerstensaft aus kleinen Braustätten gemacht. Die Einbecker Bierkenner und Bierbrauer kann das jedenfalls kalt lassen. Nicht nur, weil im eigentlichen Sinne des Wortes ein Craft-Beer lediglich ein handwerklich hergestelltes Bier ist. Und das ist das aus Einbeck seit 1378, seit fast 400 Jahren auch nach dem Reinheitsgebot. Sondern auch weil die Städtische Dampfbierbrauerei Einbeck einst Ende des 19. Jahrhunderts ein ganz besonderes Kraftbier schon hergestellt und etikettiert hat, als andere noch mühsam nach dem Rezept suchten. Im Urbockkeller der Einbecker Brauhaus AG findet sich eine alte Flasche in einer Vitrine, die „Kraftbier“ ausweist. Es wird als „alkoholarm“ angepriesen. Leider ist nur die leere Flasche überliefert, nicht hingegen ein Geschmackserlebnis…

Die Definition von Craft-Beer lässt viel Spielraum. Ein Bier, das in kleinen Mengen hergestellt wird, ohne Konzernbeteiligung. Was aber ist eine kleine Menge? In Amerika ist das eine andere Größenordnung als in Deutschland. Einbecker Bier ist per se ein Craft-Beer. Und eine Vielfalt abseits von Pils-Einheitsbieren gibt es ja in Einbeck seit jeher, und seit vergangenem Jahr noch einmal besonders: 13 Sorten Einbecker Bier gibt es seit Einführung des Kellerbiers. Wer da nicht das Richtige findet…

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