Einbecker Bierblog

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Leidenschaft zum Bier

Christoph Benseler ist neuer technischer Leiter der Einbecker Brauhaus AG.

Sein Job ist es, aus den vier Rohstoffen ein Einbecker Bier zu brauen, das jederzeit der Qualitätsprüfung standhält und auf dem traditionellen, hohen Niveau bleibt. Und, dass von der Rohstoffanlieferung bis zur Logistik für die Flaschen, Kisten, Dosen und Fässer alles reibungslos läuft im Einbecker Brauhaus, dass alle Prozesse in der Produktionskette von der Herstellung über die Abfüllung bis zur Auslieferung funktionieren. Christoph Benseler ist neuer technischer Leiter. Der 36-Jährige folgt in dieser Funktion dem in den Ruhestand gewechselten Vorstand Lothar Gauß. Neben Dorte Simon, die zu Jahresanfang den kaufmännischen Bereich übernommen hatte, und Vorstand Martin Deutsch, der für Marketing und Vertrieb zuständig und nunmehr als Alleinvorstand der AG agiert, gehört Benseler zum Leitungstrio des 140-Mitarbeiter-Unternehmens unterhalb der Vorstandsebene. Der neue Winterbock, der gerade in den Handel gekommen ist, war das erste Bier, das in Einbeck bereits unter seiner Leitung gebraut wurde.

Christoph Benseler ist Diplom-Braumeister und auch Biersommelier mit einer Leidenschaft zum Bier, zuletzt war er als stellvertretender Betriebsleiter in der Privatbrauerei Schönram im Rupertiwinkel (Bayern) in der Nähe von Traunstein tätig. „Es ist eine große Ehre, in meinem Alter jetzt für die Einbecker Brauhaus AG zu arbeiten, das freut mich sehr und macht mich stolz“, sagt der 36-Jährige. Dass sich die Gelegenheit für ihn in Einbeck geboten hat, sei „wie ein Sechser im Lotto“ gewesen, erzählt er. Denn nicht nur er hatte einen Grund, in seine Heimatregion zurückzukehren, sondern auch die Familie: seine Frau konnte nun mit den drei Kindern (2, 4, 6 Jahre alt) zurück in heimatliche Gefilde wechseln, sie ist Grundschullehrerin in Herzberg, wo der älteste Sohn gerade eingeschult worden ist.

Benseler stammt aus Rittmarshausen bei Göttingen, ist in Herzberg am Harz aufgewachsen. Eigentlich wollte er Grundschullehrer werden, der Vater ist Lehrer, die Mutter Erzieherin, in Hildesheim studierte er aber nur bis zum Vorexamen. Christoph Benseler dachte damals noch einmal über seinen Berufswunsch nach. Und setzte fortan lieber auf seine handwerklichen Begabungen, seinen Faible für Naturwissenschaften und seinen Bezug zur Landwirtschaft. „Das Brauen verbindet das alles“, sagt er. Christoph Benseler machte in Augsburg seine Lehre zum Braugesellen, studierte dann von 2007 bis 2010 in Weihenstephan. Fünfeinhalb Jahre lang arbeitete Benseler für die Paulaner-Brauerei in München, sammelte hier viele Erfahrungen unter anderem in der Prozessoptimierung.

Das Einbecker Brauhaus sieht der neue technische Leiter gut aufgestellt, er vollendet gerade den letzten kleinen Mosaikstein im Millionen-Masterplan, mit dem sich das Unternehmen in den vergangenen Jahren technisch und logistisch runderneuert hat. Die Filtration, die noch Lothar Gauß wesentlich konzeptioniert und in Auftrag gegeben hat, wird in diesen Wochen aufgebaut und unter Benselers Leitung in den Herstellungsprozess integriert.

Hat er ein Lieblingsbier? „Die Vielfalt macht es aus“, sagt Christoph Benseler diplomatisch. Um dann doch noch nachzuschieben, dass er eher der Pils-Typ sei.

Qualitätsprüfung: eine der Aufgaben des neuen technischen Leiters Christoph Benseler.

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Applaus, Dank und Karnevalskarten

Lothar Gauß, Robert A. Depner und Martin Deutsch (v.r.).

Mit Applaus, Dank und Karnevalskarten ist bei der Hauptversammlung der Einbecker Brauhaus AG der langjährige Vorstandssprecher von Aktionären, Aufsichtsrat und anderen Mitstreitern verabschiedet worden: Lothar Gauß geht zum 30. September mit dann 65 Jahren in den Ruhestand. Es war sein letztes Aktionärstreffen als Vorstandsmitglied. Gauß hat in Einbeck 1989 als technischer Koordinator begonnen. 1997 wurde er Vorstandsmitglied, 2011 der Sprecher des Vorstandes der Einbecker Brauerei. Zum Abschied und für den neuen Lebensabschnitt überreichte der Aufsichtsratsvorsitzende Robert A. Depner Lothar Gauß zwei Karten für die Karnevalsgesellschaft Rocholomäus in Köln, an die gewöhnlich nicht leicht heran zu kommen ist. Unter Lothar Gauß habe das Einbecker Brauhaus seine Marktposition gestärkt, der Vorstandssprecher habe sich auch in schwierigen Zeiten seiner Verantwortung gestellt.

Der scheidende Vorstandssprecher erhielt von den Aktionären nicht nur viel Applaus nach seiner letzten Bilanzrede. Die Anteilseigener entlasteten ihn und Vorstandskollegen Martin Deutsch auch mit 99,99 Prozent Zustimmung, es gab nur 131 Nein-Stimmen. Da hatte sich der Vorstand von einigen Aktionären schon überreden lassen, neben der Dividende die Entlohnung in Naturalien zu verdoppeln, von einem auf zwei Sechserträger Mai-Ur-Bock. Nicht nur, weil der Absatz eh schleppend war, sondern auch, weil von 545 angemeldeten Aktionären nur 310 erschienen waren. Mit großer logistischer Leistung war noch blitzschnell Nachschub organisiert worden, denn so viele Sechserträger hatte man ursprünglich nicht vor Ort in der PS-Halle, dass jeder zwei mitnehmen konnte. Ganz reichte es dann doch nicht, die letzten holten ihren zweiten Sixpack im Brauhaus selbst ab.

Emotionale Dankesworte gab es auch von Reinhard Ender für Lothar Gauß. Der antwortete ihm herzlich und dankte Ender, dass dieser gemeinsam mit Mitstreitern die Einbecker Brauerei vor 20 Jahren aus dem Brau & Brunnen-Konzern herausgekauft habe. „Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wo die Einbecker sonst heute wäre“, sagte Gauß. Man sei nicht immer einer Meinung gewesen in den vergangenen Jahren, sagte der Vorstandssprecher zum einstigen Vize-Aufsichtsratschef. Der Streit habe aber immer der Sache gegolten. Kennengelernt haben sich Gauß und Ender vor 36 Jahren in einer Brauerei in Essen.

Ab Oktober wird Martin Deutsch als alleiniger Vorstand das Unternehmen führen. Er wird in der zweiten Führungsebene unterstützt von Dorte Simon als kaufmännischer Leiterin und von Christoph Benseler als technischer Leiter, der neu im Einbecker Brauhaus beginnen wird.

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