Einbecker Bierblog

Wissenswertes aus der Heimat guter Biere

Archiv für das Schlagwort “Brodhaus”

Bierführung: Mehr Technik, aber immer persönlich

Gästeführer im neu benannten „Schalander“-Saal des Brodhauses vor Monitor und Fassböden (v.l.): Marion Bartels, Edeltraud Hebel, Peter Nolte, Elena Küchemann.

Wer mehr über das Einbecker Bier erfahren möchte, kann eine Stadtführung mit Bierprogramm bei der Tourist-Information der Stadt Einbeck im Eicke’schen Haus buchen. Die Erläuterungen der Geschichte des Bieres aus Einbeck haben jetzt einen technischen Fortschritt erfahren, bleiben aber unverändert immer persönlich. Zwar unterstützt jetzt ein Bildschirm im Saal des Brodhauses am Marktplatz nach der Führung die Gästeführer mit Fotos und auch zwei Filmen. Die persönlichen Erklärungen bleiben jedoch erhalten. Die verschiedenen Bierprogramme der Tourist-Info, darunter das Bierdiplom, haben ein Update erhalten; seit 1995 waren sie nahezu unverändert, sind jetzt aktualisiert und modernisiert. Die laminierten Fotos zum Beispiel, die die Gästeführer den Besuchern bislang gezeigt haben und die manchmal in den hinteren Reihen schwer zu sehen waren, sind passé. In Zukunft können rund 40 Besucher (=ein Reisebus) im Saal des Brodhauses problemlos den Monitor erkennen und dabei den Gästeführern lauschen, wie sie die Historie des Gerstensaftes aus der Heimat guter Biere näher bringen. Und dazu die Inhaltsstoffe des Bieres zeigen und den Besuchern in die Hand geben können. „Allein beim Hopfen gibt es 140 verschiedene Sorten für die unterschiedlichen Biere“, sagt Gästeführerin Marion Bartels. Wie ihr Kollege Peter Nolte, gewandetet als Historischer Braumeister, ist Bartels seit ein paar Wochen Bockbiersommelier und damit besonders geschult, zu Aroma, Brauarten und Zutaten erschöpfend Auskunft geben zu können. Gezeigt wird im Saal neben einem aktuellen Video aus der heutigen Brauerei der beliebte gezeichnete Film über das Einbecker Bier im Laufe der Geschichte. Den gibt es übrigens inzwischen in englischer, französischer, schwedischer und italienischer Sprache, eine chinesische Fassung ist in Vorbereitung. Nach einer ausgedehnten Stadtführung, die schon allerlei über das Bierbrauen in Einbeck vermittelt, sitzen die Gäste der Bierprogramme abschließend im Brodhaus und lauschen in gemütlicher Atmosphäre einem Vortrag über Bierhistorie und Biertradition. Damit der Vortrag nicht zu trocken wird, gibt es natürlich Kostproben; die Einbecker Biersorten Brauherren, Bockbier und Pilsener sind immer dabei. Um das „Einbecker Bierdiplom“ zu erlangen, müssen die Teilnehmer das erworbene Wissen über das Bierbrauen testen. Wer’s schafft, ist „diplomierte Bierkennerin“ oder „diplomierter Bierkenner“ mit Urkunde.

Fass mit Namen im Brodhaus.

Neben dem neuen Bildschirm hängen im Brodhaus-Saal zwei Holzfassböden an der Wand, jeweils 200 Kilo schwer und von heimischen Handwerkern mit viel Kraft in das obere Stockwerk getragen, bedankt sich Ulrich Meiser vom Einbecker Brauhaus für den tatkräftigen Einsatz. Im Holz noch erkennbar sind die Liter-Zahlen. Das Brodhaus, das älteste Wirtshaus Niedersachsens, nennt den Saal im Obergeschoss jetzt „Schalander“. In der Sprache der Brauer ist das der Ort, an dem sich die Brauknechte seit alters her mal hinsetzen und entspannen konnten, erläutert Brodhaus-Chefin Conny Schlöter. Auch die drei Fässer, in denen die Brodhaus-Gäste in der Braudiele sitzen, essen und trinken können, haben jetzt Namen statt Nummern. „Brauherren“, „Ainpöckisch“ und „Ur-Bock“ heißen die Fässer. Das Brodhaus-Team hat sich vorgenommen, das Bier noch sensorisch intensiver erlebbar für die Gäste zu machen. Dazu gehören kulinarische Zutaten wie eine Einbecker Biervesper zum Bier ebenso wie die „Bierhochzeit“, ein traditionelles, geselliges Event, das Besucher (männlich wie weibliche) feiern können – neun Monate nach der Hochzeit, wenn die Frau noch nicht schwanger ist.

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Als Luther im Brodhaus einkehrte

Ulrich Meiser, Gudrun Buschold, Conny Schlöter, Albrecht Gralle.

Wenige Tage vor dem 500. Jahrestag der Reformation ist Martin Luther im Einbecker Brodhaus eingekehrt. Natürlich nicht leibhaftig, obwohl der Einbecker „Martin Luther“ bei der Lesung in der ersten Reihe saß. Gemeinsam hatten Brauhaus, Brodhaus und Literaturhaus eine literarisch-kulinarische Veranstaltung organisiert, die Geschmack auf Wiederholung und Fortsetzung gemacht hat. Der Autor Albrecht Gralle las in der Braudiele des Brodhauses mit den typischen Fässern, in denen man sitzen kann, aus seinem Buch „Als Luther vom Kirschbaum fiel und in der Gegenwart landete“ – natürlich die Szene, die im Einbecker Brodhaus am Marktplatz spielt. Der Reformator ist im Jahr 2017 unterwegs und erlebt als Mann des 16. Jahrhunderts allerhand Kurioses, auf dem Weg von Northeim zurück nach Wittenberg lässt er sich im Auto mitnehmen und in Einbeck absetzen. Nachdem Luther schon Angst hatte, dass in Einbeck nicht mehr das von ihm so geschätzte Bier gebraut wird, weil er in den großen, zu seiner Zeit brauberechtigten Fachwerkhäusern mit den großen Torbögen vergeblich angeklopft und nach Bier gefragt und nur Erstaunen geernet hat, findet er schließlich im Brodhaus doch noch sein Lieblingsbier. Albrecht Gralle versteht es, kurzweilig zu erzählen, verrät bei der Lesung die Schlusspointe seines Buches natürlich nicht. Es lohnt sich, diese bei der eigenen Lektüre selbst herauszufinden.

Literatur-Menü.

Bevor Gralle las, hatten die Besucher der Veranstaltung alle einen Comic auf ihrem Schoß. Denn Thomas Dahms stellte sein „Zu Tisch bei Luthers in Wittenberg“ vor, und der Verleger und Autor des Ostfalia-Verlages zeigte sehr praktisch, dass auch Lesungen aus einem Comic sehr gut möglich sind. Bei dem gezeichneten Bilderbuch über Luthers kann man übrigens nebenbei eine Menge lernen. Auch im Comic kommt selbstverständlich Einbeck und sein Bier vor, schließlich war es leckere Gabe bei der Luther-Hochzeit. Nach so viel literarischen Genüssen konnten sich die Gäste an kulinarischen laben. Das Team des Brodhauses um Conny Schlöter kredenzte ein Drei-Gang-Menü und hatte selbstredend die korrespondierenden Einbecker Biere im Ausschank. Mit der passenden Lektüre konnten sich die Besucher schließlich am Büchertisch von Buchhändlerin Gudrun Buschold (Einbecker Literaturhaus) versorgen. Wirklich schade wäre es, wenn es bei dieser einen literarisch-kulinarischen Kombination bliebe, ähnliche Veranstaltungen sind gut denkbar: Beispielsweise gibt es ja auch Einbeck-Krimis, die ebenfalls ihre Szenen im Brodhaus haben. Und dass der eigene Einbeck-Comic überfällig ist, dürfte spätestens an dem Abend im Brodhaus auch jedem klar geworden sein.

Witzig und lehrreich: Comic-Lesung mit Thomas Dahms in der Brodhaus-Braudiele.

Bock auf Bier mit allen Sinnen

Wo ist der Unterschied? Bei der Bierverkostung wird's erläutert.

Wo ist der Unterschied? Bei der Bierverkostung wird’s erläutert.

Was ist das Charakteristische am Einbecker Brauherren Pils? Warum schmeckt ein Mai-Urbock so ganz anders? Und woher bekommt das Einbecker Dunkel seine Farbe? Diese und weitere Fragen konnte eine Bierverkostung beantworten, die das Einbecker Brauhaus den Gästeführern, Mitarbeitern der Tourist-Info und des Museums der Stadt Einbeck im „Brodhaus“ ermöglichte. Einbeck und Einbecker Bier gehörten schließlich zusammen, und wenn alle Beteiligten sich gemeinsam für ein nachhaltiges Besuchserlebnis einsetzten, stärke das insgesamt das Image der Bier- und Fachwerk-Stadt, sagte Ulrich Meiser vom Einbecker Brauhaus. Sehen, riechen, schmecken und fühlen – alle Sinne wurden bei der Bierverkostung angesprochen, Einbecker Biersorten von Alkoholfrei bis Winterbock im Vergleich zu anderen (Weizen, Ale, Rotbier) ausführlich getestet. Dabei erfuhren die Teilnehmer viele wissenswerte Details, etwa dass zum Brauen von einem Hektoliter Bier in Einbeck sechs Hektoliter Wasser notwendig sind. Dass der Röstgrad des Malzes die Farbe bestimmt. Dass heute Hopfenpellets eingesetzt werden, um besser dosieren zu können. Am Ende stand bei allen die Erkenntnis, dass im Sortiment der Einbecker Brauerei für jeden Geschmack das richtige Bier vorhanden ist.

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Deutschstunde

Wer ist eigentlich dieser Martin Deutsch (51)? Der neue Vorstand der Einbecker Brauhaus AG hat „auf ein Bier im Fass“ ein wenig über sich, das Einbecker Bier und die Herausforderungen des Unternehmens geplaudert. Nachzulesen in der gedruckten aktuellen Ausgabe des Entscheider-Magazins „Faktor“ aus Göttingen (dort dann natürlich in Farbe ;-). Und online hier.

(c) Faktor-Magazin / Fotografie: Alciro Theodoro da Silva

(c) Faktor-Magazin / Fotografie: Alciro Theodoro da Silva

Schmuckes Sixpack

Brodhaus...

Brodhaus…

...und Urbock-Keller.

…und Urbock-Keller.

Mit diesem Sechserträger lassen sich Einbecker sicher nach Hause tragen – Einbecker Biere. Und nicht nur nach Hause. Diese neue Transport-Verpackung aus dem Einbecker Brauhaus ist in erster Linie zum Verschenken gedacht, erhältlich ist sie unter anderem im Einbecker Fan-Shop auf dem Brauereigelände an der Papenstraße. Selbstverständlich mit Inhalt aus der Heimat guter Biere. Dabei sind beide Komponenten, Verpackung und Bier, Produkte aus der Region. Beim Bier ist das seit mehr als 600 Jahren klar. Beim schmucken Sixpack aus Wellpappe half die Zeitungslektüre einer Kooperation zwischen zwei Unternehmen aus der Region aufs richtige Gleis. Denn die Northeimer Firma Thimm hatte mit ihrem Multipack in der Kategorie „Verpackung“ 2014 beim Superstar Award in Frankfurt die Silber-Medaille gewonnen. Die Berichterstattung darüber wurde im Einbecker Brauhaus aufmerksam und mit Interesse gelesen. Und umgesetzt, bislang waren die Präsentmöglichkeiten der Einbecker nicht dermaßen von Pappe. Hier aber stimmte nach wenigen Gesprächen alles: Die aufmerksamkeitsstarke Geschenkverpackung für sechs Bierflaschen bietet durch die große Fläche viel Platz für Markenkommunikation, wie das die Marketingleute formulieren. Den haben die Einbecker Brauer genutzt, Urbockkeller und Brodhaus künden auf den Außenseiten von Einbecker Stätten der Bierkultur. Durch Sichtfenster-Stanzungen auf der Innenseite kann das Flaschendesign aufgegriffen und mit dem Gesamtlayout verbunden werden, heißt es: Im Inneren entfaltet sich das fotografische Panorama der Stadt der Brau- und Fachwerkkunst, trotzdem sind die enthaltenden Biersorten klar zu erkennen. Die Wellpappe-Verpackung gewährleistet durch die besondere Konstruktion einen sehr hohen Produktschutz. Sie kann wie ein Buch mit zwei Seiten aufgeschlagen und später mittels Laschenverschluss an der Seite sicher wieder verschlossen werden, preisen die Designer von Thimm zu recht. Die Flaschen werden über einen Klappdeckel an der Verpackungsoberseite entnommen. Der doppelte, integrierte Griff bietet einen angenehmen Tragekomfort. Da macht das Verschenken doppelt Spaß.

Aufklappt bietet die Verpackung einen Blick auf Stadt und Bierflaschen.

Aufklappt bietet die Verpackung einen Blick auf Stadt und Bierflaschen.

Bier-Programm

Als Gästeführer schlüpft der Einbecker Peter Nolte heute in Rolle und Kostüm des historischen Braumeisters Elias Pichler.

Als Gästeführer schlüpft der Einbecker Peter Nolte heute in Rolle und Kostüm des historischen Braumeisters Elias Pichler. Foto: Einbeck Marketing GmbH

Das Einbecker Bier können Besucher der Stadt auf unterschiedliche Art und Weise entdecken. Selbstverständlich servieren es die Gastronomen, und Gäste können auf eigene Faust den Gerstensaft testen. Die Tourist-Information bietet aber auch einige Programme und damit Möglichkeiten an, dem Einbecker Bier näher zu treten. Da gibt es einiges zu schmecken, hören und sehen. Sogar ein Diplom und Krug und Urkunde kann der Bierkundige in Einbeck erwerben. Nach einem Rundgang durch die Stadt, in der man auf Schritt und Tritt auf Biergeschichte stößt (und das nicht nur auf dem Bierpfad), folgt die lecker-lukullische Lektion in verschieden langen Varianten, von der kurzen Bierologie bis zum Ausweis eines diplomierten Bierkenners. Im Jahr 1616 gab es 742 Bürger-Brauhäuser in der Stadt. Diese farbenprächtigen Gebäude mit ihren großen, rundbogigen Toreinfahrten prägen noch heute das Bild der Altstadt. Wer möchte, kann die Stadtführung bei einer „historischen Person“ buchen, dann werfen sich die Stadtführer in ein Kostüm und leiten die Gäste als Braumagd oder als Braumeister zu den schönsten Stellen der Stadt.

Seit Jahren beliebt ist die Führung „Helles Bier, dunkle Schatten“ durch das abendliche Einbeck. Fachwerkhäuser, Wallanlagen und Kirchen erscheinen dabei einmal in einem ganz neuen Licht. Die Besucher erfahren beim Gang mit der Taschenlampe durch Einbecks Gassen mehr über die sagenumwobene Geschichte des großen Stadtbrandes im Jahr 1540, besichtigen Teile der Stadtbefestigung und schnuppern anschließend Höhenluft bei einer Turmbesteigung der Marktkirche. Das Programm macht durstig – zum Abschluss des Tages erzählt der Stadtführer bei einem frisch gezapften Bier noch einige interessante und heitere Geschichten rund um das Einbecker Bier.

Ab Oktober 2015 ist auch der Einbecker Bierabend wieder im Programm der Tourist-Information. Bierkutscher Albert und sein kongenialer Partner, der „Bier“-Liedermacher Michael, begleiten die Besucher auf vergnügliche Art durch das Programm, das aus Einbecker Bier, Bierliedern und humoristischen, satirischen Einlagen zum Bier besteht. Gute Laune und die Bereitschaft zum Schunkeln sollten die Teilnehmer mitbringen.

Am Brodhaus zur blauen Stunde

Blaue Stunde am Brodhaus.

Blaue Stunde am Brodhaus.

Wer dieser Tage am Brodhaus zur blauen Stunde vorbei geht, dem geht im wahrsten Wortessinne ein Licht auf: Das einstige Gildehaus der Bäcker am Marktplatz wird in ein neues Licht gesetzt. Sechs Bodenstrahler inszenieren das Fachwerkhaus am Abend, lenken mit insgesamt 150 Watt den Blick der Besucher auf die Fachwerkschnitzereien. Die Brauhaus AG als Immobilienbesitzer und die Stadtwerke Einbeck haben bei diesem Projekt unkompliziert kooperiert. Nach der umfangreichen Modernisierung des Brodhauses ist die Beleuchtung der Außenfassade nun das Tüpfelchen auf dem i, ist nicht nur Brauerei-Vorstand Walter Schmidt sicher.

Die energieeffizienten Halogenhochdruckleuchten (vier 20-Watt und zwei 35 Watt-Strahler) verursachen Stromkosten von maximal 35 Cent pro Tag. Das ist natürlich abhängig von der Leuchtdauer, die grundsätzlich auch einmal über die Öffnungszeiten des Gasthauses hinaus gehen können.

Gut übrigens, dass die Pläne verworfen worden sind, nachts in Einbeck das Licht der Straßenlaternen auszuschalten. Licht bedeutet auch ein gutes Sicherheits-Gefühl. Eine totale Dunkelheit wäre faktisch eine Ausgangssperre in der Nacht. Abgesehen davon, dass es touristisch schon recht merkwürdig und kontraproduktiv gewesen wäre, wenn rund um den Marktplatz um halb eins die große Dunkelheit ausbrechen würde, während Einbecker Gäste vor allem im Sommer noch fröhlich ein Bierchen trinken möchten…

Wie schon seit einiger Zeit das Alte Rathaus ist nun auch die Fassade des Brodhauses angestrahlt, auch in der Münsterstraße.

Wie schon seit einiger Zeit das Alte Rathaus ist nun auch die Fassade des Brodhauses in Einbeck am Abend angestrahlt, auch in der Münsterstraße. Insgesamt sorgen sechs Bodenstrahler (Foto) für das Licht.

Bier-Krimi

Bierige Einbecker Krimis.

Drei bierige Einbecker Krimis.

Der edle Gerstensaft aus Einbeck hat schon so manche Spuren hinterlassen. Und auch literarisch kann das Bier bereits seit mehr als zehn Jahren sehr gut mithalten. Freilich wäre mal wieder ein frisch gezapftes Lesevergnügen ganz schön… 2003 legte der Berliner Autor Jürgen Ebertowski mit „Das Vermächtnis des Braumeisters“ einen ersten Kriminalroman mit viel Bier- und Lokal-Kolorit vor. 2005 folgte mit „Hanse und Halbmond“ ein weiterer hopfig-historischer Romantext, bevor Jürgen Ebertowski im gleichen Jahr mit „Die Akte Einbeck“ ein in der heutigen Zeit spielender Krimi aus der Feder floss. Seitdem ist leider Dürre, was Literarisches aus Einbeck mit Biernote betrifft. Süffigen Stoff gibt’s doch genug.

Während es in dem um 1500 spielenden Braumeister-Vermächtnis um das geheime Bierrezept der Einbecker geht, das ein Osloer Kaufmann gerne hätte, um das im gesamten Hanse-Raum gerühmte Bier nicht mehr teuer importieren zu müssen, sondern vor Ort in Skandinavien selbst brauen zu können, verlaufen die Fäden im Hanse-Halbmond vom spätmittelalterlichen Einbeck, in dem ein Braumeister ermordet wird, nach Hamburg und Konstantinopel. Die von Ebertowski erdachten Roman-Figuren agieren in einem genau recherchierten historischen Umfeld, das macht die Bücher nicht nur für Einbecker und Einbeck-Kenner lesenswert.

An der „Akte Einbeck“, das übrigens zur Eröffnung des Einbecker Bierpfades 2005 im Sommer präsentiert und beim damals noch würdig und regelmäßig zelebrierten Hanse-Bankett in der Rathaushalle auch offiziell vorgestellt wurde, haben Krimifreunde ihre Freude, die sich im heutigen Einbeck auskennen, die genau wissen, wo der Wassergraben verläuft, in dem eine Leiche am Diekturm auftauchen kann, und die bei der Honoratioren-Runde mit Sparkassen-Beteiligung im Brodhaus ins Schmunzeln kommen. Aikido- und Japan-Anklänge dürfen dabei den Leser nicht stören, denn von denen gibt es reichlich beim studierten Sinologen und erklärten Kampfsportfreund Ebertowski. Über Krimi-Nachschub mit Einbecker Biernote würden sich viele freuen.

Das läuft…

Bierstadtlauf 2014: Start für die Jüngsten.

Bierstadtlauf 2014: Start für den Laufnachwuchs auf dem Einbecker Marktplatz.

Zu einer Bierstadt wie Einbeck gehört selbstverständlich eine Laufveranstaltung. Wobei, so selbstverständlich ist das gar nicht. Erst seit zwölf Jahren findet jährlich ein solches Sportevent im Herzen der Bier- und Fachwerkstadt statt. Entwickelt hat sich der Bierstadtlauf aus dem beim 750-jährigen Stadtjubiläum im Jahre 2002 organisierten Duathlon. Und ohne viele fleißige Organisatoren, Sponsoren und rund 80 Helfer wäre der Einbecker Bierstadtlauf nicht das, was er heute ist: Regelmäßig um die 700 Läuferinnen und Läufer haben die Veranstaltung in ihrem Kalender notiert und sind dabei, die Hälfte davon sind Jugendliche. Die bisherige Spitzenteilnehmerzahl gab’s 2008, als 976 Läuferinnen und Läufer die Sportschuhe schnürten. Organisationschef Lars Engelke sagt aber zu recht, dass es wichtiger sei, Menschen zu bewegen als Zahlen in der Statistik. Die Jagd nach dem Teilnehmerzahlrekord ist passé. Der 13. Einbecker Bierstadtlauf in diesem Jahr am Sonnabend, 9. Mai, ist einer von 20 Laufveranstaltungen des Südniedersachsen-Cup, der in diesem Jahr am 22. März in Varlosen beginnt und am 21. November in Bad Gandersheim endet. Der verschiedene Strecken anbietende Bierstadtlauf ist nicht nur für erfahrene Läufer gedacht, auch Anfänger finden ihre Strecke und ihr Tempo.

Frisches alkoholfreies Einbecker im Krug.

Frisches alkoholfreies Einbecker Bier im Krug.

Jeder erwachsene Teilnehmer erhält unabhängig von einer Platzierung neben einem Bierkrug auch eine Flasche Einbecker Bier (alkoholfrei). Viele löschen ihren Laufdurst gleich nach dem Zieleinlauf mit dieser isotonischen Flüssigkeit aus dem Braukeller der Einbecker. Das hängt freilich auch immer ein wenig vom Wetter ab, ob es besonders in der Kehle zischt.

Dabei sein ist alles, aber natürlich gibt es beim Bierstadtlauf auch etwas zu gewinnen. Mehrere Sponsoren loben Sachpreise aus, darunter ist auch die Brauerei und 2015 erstmals auch das Brodhaus, das Brauerei-Wirtshaus am Marktplatz. Verhältnismäßig neu ist auch der von der Einbecker Brauhaus AG gesponserte Team-Cup: Die teilnehmerstärkste Mannschaft von Erwachsenen erhält ein Goldenes Bierfass und eine Brauereibesichtigung. 2014 sicherte sich das Laufteam der KWS diesen Wanderpreis.

Organisationschef Lars Engelke (r.) mit Dieter Baumann 2012 in Einbeck.

Organisationschef Lars Engelke (r.) mit Olympiasieger Dieter Baumann 2012 in Einbeck.

In den vergangenen Jahren haben auch schon mal Promis für den Bierstadtlauf geworben: Olympiasieger Dieter Baumann war 2012 zum Zehnjährigen in Einbeck, und Achim Achilles (alias Hajo Schumacher) folgte zum Bierstadtlauf 2013, der bekannte Politikjournalist rührte mit einem Lauf und Vortrag die Werbetrommel.

Alle Infos zur Teilnahme am 13. Einbecker Bierstadtlauf am 9. Mai 2015 gibt es hier. Dort können sich Interessierte auch online anmelden. Beim diesjährigen Bierstadt-Lauf ab 16 Uhr (Start und Ziel auf dem Marktplatz) werden wie in den Vorjahren der Bambini-Lauf (350 Meter rund um die Marktkirche), der Schüler- und Jugendlauf (2,15 Kilometer), der Jogginglauf (2,15 Kilometer), der Kleine Bierstadt-Lauf (5,1 Kilometer), der Große Bierstadt-Lauf (10,9 Kilometer) und der Hube Bierstadt-Lauf (24,9 Kilometer) sowie eine Walkingstrecke (5,1 Kilometer) angeboten. Alle Strecken können sich Lauffreudige auf interaktiven Karten im Internet vorher ansehen (hier), plastisch und anschaulich mit Google-Karten und Höhenprofilen.

Mein Video vom letztjährigen Bierstadtlauf 2014 zeigt unter anderem auch Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek als mitlaufende Teilnehmerin beim Ziel; ein Video von 2013 im Regen gibt’s hier:

Bier und Fachwerk

23 Bilder mit Fachwerk-Motiven hängen im neu gestalteten Brodhaus.

Insgesamt 23 Bilder mit Fachwerk-Motiven aus Einbeck hängen im neu gestalteten Brodhaus am Marktplatz.

Bier und Fachwerk gehören in Einbeck seit altersher zusammen wie Hopfen und Malz. Nicht zuletzt die markanten Tordurchfahrten der Fachwerkhäuser aus dem 16. Jahrhundert sind architektonische Zeugnisse einer Symbiose, sie waren Voraussetzungen für eine prosperierende Stadt, musste zum Brauen im Mittelalter doch die Sudpfanne durch eben diesen Torbogen. Eine lebendige und hochwertige Gastronomie mit Einbecker Bier trägt seit jeher als wirtschaftliche Grundlage zum Erhalt von Fachwerksubstanz bei. Und das soll jetzt noch verstärkt werden. Die Einbecker Brauhaus AG hat vor einigen Wochen das Brodhaus, ihr Gastronomie-Objekt am Marktplatz, für rund 150.000 Euro umfassend modernisiert. Entstanden ist nicht nur ein Wirtshaus mit Atmosphäre in dem seit mehr als 650 Jahren urkundlich belegten Haus der Bäckergilde, das seit 1972 der Brauerei gehört. Im Rahmen der so genannten Fachwerktriennale 2015 soll am Beispiel Brodhaus die Verbindung von Handwerkskunst und Braukunst sichtbar und in einem zeitgemäßen Rahmen präsentiert werden. Die vorhandenen Ansätze einer Markenbildung der klassischen Einbecker Themen Fachwerk und Bier sollen dabei weiter entwickelt werden. Touristisch versprechen sich die lokalen Akteure Einbecker Brauhaus, Stadt und Einbeck Marketing GmbH einiges.

Dr. Uwe Ferber (Moderator); Diana Joneitis (ADF), Gerald Strohmeier (Stadt Einbeck); Ulrich Meiser (Einbecker Brauhaus AG); Linda Cassel (Einbeck Marketing GmbH), Jürgen Höper (Stadt Einbeck); Prof. Manfred Gerner (ADF).

Fachwerktriennale vorbereitet (v.l.): Dr. Uwe Ferber (Moderator); Diana Joneitis (ADF), Gerald Strohmeier (Stadt Einbeck); Ulrich Meiser (Einbecker  Brauhaus AG); Linda Cassel (Einbeck Marketing GmbH), Jürgen Höper (Stadt Einbeck); Prof. Manfred Gerner (ADF). Foto: Stadt Einbeck

Die Fachwerktriennale 2015 „Impulse aus der Wirtschaft“ vereint 18 Projektideen aus Hessen, Niedersachsen, Sachsen, Thüringen und Baden-Württemberg. Sie ist ein Beitrag zur nationalen Stadtentwicklungspolitik, die unter der Leitung der Arbeitsgemeinschaft Deutsche Fachwerkstädte e. V. (ADF) im Juni 2015 an den Start geht, die Vorbereitungen laufen bereits seit einigen Monaten. Die Stadt Einbeck nimmt zum dritten Mal an einer Fachwerktriennale teil.

Das Brodhaus, das bald auch von außen illuminiert werden soll, zeigt Stadtentwicklung am konkreten Objekt, ist Gasthaus und Aushängeschild zugleich. Tourismus und Gastronomie helfen, die historische Fachwerkstadt bekannt zu machen, sie zu erhalten und die Identität zu bewahren. „Eine stärkere Einbindung der Wirtschaft in kommunale Entwicklungen unserer Fachwerkstädte wird mit der Fachwerktriennale gezielt in Gang gebracht“, sagt Professor Manfred Gerner, Präsident der ADF. Wirtschaft wird halt in der Wirtschaft gemacht. „Fachwerkpapst“ Gerner wird darüber auch beim Neujahrsempfang der Einbeck Marketing GmbH am 30. Januar in Einbeck sprechen.

Moderne Gaststube des Brodhauses.

Moderne Gaststube des Einbecker Brodhauses am Marktplatz mit indirekter Beleuchtung, ochsenblutroten Deckenbalken und Fachwerk-Bildmotiven an den Wänden.

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