Einbecker Bierblog

Wissenswertes aus der Heimat guter Biere

Archiv für das Schlagwort “Brauerei”

Generationswechsel in der Verwaltung

Dorte Simon folgt auf Werner Arzeus, der in den Ruhestand geht.

Generationswechsel an der Verwaltungsspitze der Einbecker Brauhaus AG: Dorte Simon folgt als kaufmännische Leiterin und Personalchefin auf Werner Arzeus. Der 63-jährige Einbecker hat sich nach fast 34 Jahren Tätigkeit im Unternehmen (knapp ein halbes Jahr fehlt) heute an seinem letzten Arbeitstag in den Ruhestand verabschiedet. Auf dem Brauereihof hatte Arzeus in der Mittagszeit alle Mitarbeiter zu Bratwurst, Currywurst und Pommes eingeladen. Und der scheidende Personaler wollte sich dabei noch einmal testen, ob er alle Mitarbeiter mit Namen begrüßen konnte. Test bestanden. 140 Beschäftigte hat die Brauerei zurzeit, wie viele Mitarbeiter er insgesamt in den mehr als 33 Jahren im Brauhaus dort erlebt hat, lässt sich nicht mehr zählen. Werner Arzeus war seit 1984 bei der Einbecker Brauhaus AG beschäftigt. Nach seiner Ausbildung zum Industriekaufmann bei der Weberei Oppermann in Einbeck hatte er zunächst in der Kostenrechnung des damaligen Zapfsäulenproduzenten Dresser in Einbeck gearbeitet, bevor er zum Brauhaus wechselte und dort die Verwaltung, also den kaufmännischen Bereich und die Personalabteilung, leitete. Im kleinen Kreis im Urbockkeller war Arzeus dieser Tage schon verabschiedet worden, Vorstandsprecher Lothar Gauß, „erst“ seit 1989 im Unternehmen und damit aber trotzdem fast die komplette Zeit Wegbegleiter, erinnerte an das schwierige Fahrwasser und die Klippen, die das Unternehmen in den vergangenen, bewegten drei Jahrzehnten zu umschiffen hatte. Und Werner Arzeus war dabei immer mit auf der Brücke.

Die neue Frau der Zahlen und des Personals im Brauhaus ist Dorte Simon, seit Jahresbeginn arbeitet sie sich an der Papenstraße ein, ab morgen übernimmt sie offiziell. Die 34-Jährige war in den vergangenen zehn Jahren beim Lebensmitteldiscounter Lidl beschäftigt, zuletzt als Leiterin Verwaltung und Personal in Karlsruhe. Im Brauhaus erbe sie ein gut bestelltes Feld, sagte sie. „Hier steht der Mensch im Mittelpunkt“, freut sich Dorte Simon auf ihren neuen Job und die Nähe. „Die Mitarbeiter sitzen nur eine Tür weiter.“ Außerdem würden in dem Unternehmen Werte wie Regionalität, Nachhaltigkeit und Qualität gelebt, sagt Simon. Beim Einbecker Brauhaus hat die neue kaufmännische Leiterin nicht mehr wie bisher mit rund 1300, sondern jetzt mit etwa 20 Produkten zu tun, nennt sie einen Unterschied zwischen ihrem bisherigen und dem neuen Job. Und natürlich gibt es in der Brauerei für die Personalerin auch andere Berufsbilder als im Lebensmitteleinzelhandel, in dem Brauer und Mälzer eher selten sind. Vertriebsaffin sei sie aber ohnehin schon gewesen, sagt Dorte Simon. Das helfe ihr jetzt in der Brauerei. Und Themen wie Personal, Finanzcontrolling und betriebliche Finanzwirtschaft waren auch bislang schon ihr Metier. Dorte Simon stammt aus Göttingen, sie hat dort Betriebswirtschaftslehre studiert. Jetzt zog es sie wieder zurück in die Heimat ihrer Familie, möchte mit Ehemann und ihren zwei Kindern künftig in der Unistadt wohnen. Die Zeit ihres Einbecker Lieblingsbieres, des Weihnachtsbieres, ist gerade für diese Saison abgelaufen. Aber auch auf den Mai-Urbock, der in diesen Tagen bereits an die Händler geht, freut sich Dorte Simon schon.

Ein eigenes Bier-Etikett zum Abschied, natürlich streng limiert, für Werner Arzeus.

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Pferdestärke trifft Braukunst

Roadster-Treffen: Start auf dem Einbecker Brauereihof.

Roadster-Treffen: Start auf dem Einbecker Brauereihof.

Kompromisslos offen – unter diesem Motto veranstaltet der Roadster-Club Peine seit fast 25 Jahren seine pferdestarken Zusammenkünfte. Mit Unterstützung der Braumanufaktur Härke fand 1992 das erste „Härke Roadster Treffen“ statt, ein Meeting für „kompromisslos offene Sportwagen“ jeglicher Bauart und jeglichen Alters. Bis heute sind die regelmäßig am zweiten September-Wochenende zum Peiner Eulenmarkt organisierten Treffen keine reinen Oldtimer-Veranstaltungen, es werden durchaus alle modernen offenen Sportwagen zugelassen, welche die Kriterien des Mottos erfüllen. Gefahren wird offen – bei jedem Wetter.

Roadster vor dem PS-Speicher im ehemaligen Kornhaus.

Roadster vor dem PS-Speicher im ehemaligen Kornhaus.

In diesem Jahr startete das Roadster-Treffen auf dem Einbecker Brauereihof, das konnte gut die noch verhältnismäßig junge Verbindung der Braumanufaktur Härke zur Einbecker Brauhaus AG unterstreichen, die Peiner sind Tochtergesellschaft. Ab ging’s für die Roadster mit den ersten Prüfungen durch die Verladehalle zum nahen PS-Speicher in Einbeck. Dort konnten die 52 teilnehmenden Fahrzeuge auf dem nahen Parkplatz der BBS parken und die Fahrer und Mitfahrer eine Führung durch die Erlebnisausstellung der Mobilität genießen. Dann folgte die Fahrt der tollen Kisten nach Peine, wo die Roadster schon sehnsüchtig auf dem Marktplatz zu letzten Prüfungen und der Siegerehrung erwartet wurden. Bei einer Prüfung beispielsweise galt es, eine Kugel geknüllt aus einer Zeitungsseite in einen Eimer zu werfen.

Eine Fotogalerie ist hier zu finden.

Kompromisslos offen: Roadster-Treffen auf dem Brauhaus-Hof.

Kompromisslos offen: Roadster-Treffen auf dem Brauhaus-Hof.

Bendows Brauhaus

Wilhelm Bendow, gemalt vom Einbecker Kunstmaler Kurt Hensel.

Wilhelm Bendow, gemalt vom Einbecker Kunstmaler Kurt Hensel.

Die Pferde-Rennbahn-Frage „Wo laufen sie denn, wo laufen sie denn hin?“ gehört zu den Klassikern deutscher Unterhaltung – nicht zuletzt dank Loriot, der den ursprünglich 1926 von Wilhelm Bendow in seinem so unnachahmlichen Tonfall aufgenommenen Sketch als Zeichentrickfilm 1972  neu belebte. Was das mit Bier zu tun hat, noch dazu mit Einbecker Bier? Der Schauspieler und Kabarettist Wilhelm Bendow wurde als Wilhelm Emil Boden am 29. September 1884 in Einbeck geboren. Er war der Sohn des Brauereibesitzers August Friedrich Boden.

Durch die neue Gewerbeordnung von 1873 durfte es in einem Bezirk mehrere Brauereien geben. In Einbeck entstand damals ein zweites, privates Brauhaus neben der städtischen Brauerei. Nahe dem Mühlenkanal bei der Walkemühle bauten Hermann Domeier und Friedrich Boden ihre Bierbrauerei. Später war auf dem Areal der Pelz-Veredler Schmidt zu finden, heute sind alle Gebäude abgerissen, die Fläche ist aktuell unbebaut. Weiterlesen…

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