Einbecker Bierblog

Wissenswertes aus der Heimat guter Biere

Archiv für das Schlagwort “Bierorden”

Ministerpräsident beim Einbecker Hoffest

Ministerpräsident Stephan Weil (r.) mit Vorstandsprecher Lothar Gauß in der Einbecker Abfüllung. Archivfoto 2012

Ministerpräsident Stephan Weil (r.) mit Vorstandsprecher Lothar Gauß in der Einbecker Abfüllung. Archivfoto 2012

Die Biersteuer ist ja bekanntlich eine Landessteuer – also eine, die unmittelbar dem Land zugute kommt. Da schaut der Landesvater natürlich gerne mal in den Braustätten vorbei. Und wenn dann auch noch am Tag des deutschen Bieres in diesem Jahr 500 Jahre Reinheitsgebot gefeiert wird und der Erfinder des Bockbieres aus Niedersachsen kommt und das alles mit einem Hof-Fest feiert, hat Ministerpräsident Stephan Weil dem Werben vermutlich leichten Herzens nachgegeben. Zumal er als Träger des Einbecker Bierordens dann auch praktischerweise mal wieder außerhalb der närrischen Zeit in der Heimat guter Biere vorbei schauen kann. Weil besucht in diesem Jahr am 23. April nicht allein das Hof-Fest der Einbecker Brauerei und sticht dort das erste offizielle Fass Einbecker Mai-Ur-Bock an. Der Ministerpräsident wird an dem Tag auch die jüngsten Investitionen des Unternehmens ihrer Bestimmung übergeben. „Das bedeutet für die Einbecker Brauhaus AG eine große Ehre“, sagen die Vorstände Lothar Gauß und Martin Deutsch. „Wir sehen dieses als besondere Wertschätzung der Einbecker Brautradition.“ Am Standort Einbeck hat das Unternehmen mehr als 15 Millionen Euro in eine neue Fassabfüllung, eine zweite Flaschenabfüllanlage sowie in eine 3500 Quadratmeter große Verladehalle investiert. Alle Abfüll- und Logistikaktivitäten der Unternehmensgruppe (Einbecker, Göttinger, Martini, Kasseler, Nörten-Hardenberger, Härke) sind in Einbeck konzentriert.

Astrid Klinkert-Kittel mit Brauhaus-Vorstandsprecher Lothar Gauß.

Landrätin Astrid Klinkert-Kittel mit Brauhaus-Vorstandsprecher Lothar Gauß.

Natürlich lief Nörten-Hardenberger Pils in der Abfüllanlage, als die neue Landrätin des Landkreises Northeim, Astrid Klinkert-Kittel, während ihres Wahlkampfes die Einbecker Brauhaus AG jüngst besuchte. Die erste Frau an der Spitze des Landkreises war bis zu ihrer Wahl zur Landrätin in Nörten-Hardenberg mehr als vier Jahre lang die Bürgermeisterin, zuvor die Kämmerin der Flecken-Gemeinde. Bei ihrem ersten Besuch der Einbecker Brauerei zeigte sich für Klinkert-Kittel auch noch eine weitere Verbindung zu den Wirkungsstätten des Unternehmens: Die ehemalige Martini-Brauerei aus Kassel, dem Geburtsort der 52-Jährigen, gehört ebenso dazu. Vorstandssprecher Lothar Gauß und Markenvorstand Martin Deutsch erläuterten der Besucherin die Verbundenheit der Brauhaus AG mit dem Standort Einbeck und das Bewusstsein für die Region. Mit der Übernahme der Härke-Braumanufaktur Peine 2013 habe man sowohl den Standort Peine erhalten als auch Einbeck als Abfüllort gestärkt. Täglich laufen in 14 bis 15 Stunden bis zu eine Million Flaschen vom Band.

Den Richtigen erwischt

Auf Ex geleert: Bernd Busemann ließ sich nicht lange zum Bier bitten.

Auf Ex geleert: Bernd Busemann ließ sich nicht lange zum Bier bitten.

Das dachte sich die gesamte fröhliche Narrenschar im bis auf den letzten Platz ausgelassen feiernden Rathaussaal; seine launige Rede inklusive karnevalistisch ausgeschmückter Handy-Störung durch die Frau Bundeskanzlerin, war gerade zu Ende gegangen: „Ihr habt heute den richtigen Ordensträger erwischt“, sagte Bernd Busemann nicht ohne Selbstbewusstsein zum Abschluss seiner Dankesworte. Der Landtagspräsident ist mit dem Einbecker Bierorden 2016 der Gesellschaft der Karnevalsfreunde und der Einbecker Brauhaus AG ausgezeichnet worden. Bevor die Verleihungsfeier überhaupt richtig begonnen hatte, lehrte Busemann einen Halbliterglaskrug Einbecker Bier in einem Zuge, ließ sich nicht lange zum Bier bitten. Da hatte ihm Brauhaus-Vorstand Martin Deutsch gerade gesagt, dass pro Füllung eines solchen Kruges das Land Niedersachsen 5 Cent Biersteuer verdiene…

Vor fünf Jahren wäre Bernd Busemann freilich noch nicht reif für den Einbecker Bierorden gewesen, meinte Brauhaus-Vorstand Martin Deutsch mit karnevalistischer Strenge. Denn damals habe dieser als Justizminister gefordert, die Grenze für den Alkoholgehalt im Blut von 0,5 auf 0,3 Promille zu senken. Martin Deutsch in der Bütt: „Ich denke, wir können das als Jugendsünde abtun.“ Der Brauereichef hat alle Karnevalsfreunde zum 500. Geburtstag des Reinheitsgebotes auf den Hof des Brauhauses eingeladen, wo am 23. April gefeiert wird. Dem ältesten deutschen Lebensmittelgesetz seien die Einbecker noch mindestens 200 Jahre an Tradition voraus, so lange gebe es das Bier in Einbeck bereits, gut 700 Jahre. „Da war meine Heimat noch Weinland“, gab der Bayer zu.

Karnevalspräsident Albert Eggers (r.) verlieh den Bierorden an Bernd Busemann. Links Laudator Dr. Roy Kühne.

Karnevalspräsident Albert Eggers (r.) verlieh den Bierorden an Bernd Busemann. Links Laudator Dr. Roy Kühne.

Busemann hat den Bierorden für seine Verbundenheit mit dem Bier und für besondere Verdienste um den Humor nicht nur in der fünften Jahreszeit erhalten, heißt es in der Verleihungsurkunde. „Bier trinken ist besser als Quark reden“, entgegnete Bernd Busemann. Er sei in einer Dorfkneipe groß geworden, aktiver und bekennender Biertrinker. In der Gaststätte, in der er gerne in Hannover esse, gebe es selbstverständlich auch Einbecker Bier. Beim Bier trinke er besonders gerne das aus Einbeck, „das ist richtig lecker“, und die hätten’s schließlich erfunden – „und kein Schweizer Bonbonhersteller“. Und dass im Landtagsneubau, der gerade entsteht, auch wieder Gastronomie einziehen wird, ist für den Landtagspräsidenten selbstredend. „Bier gibt Saft und Kraft in allen Lebenslagen“, pries der neue Ordensträger den Gerstensaft, für den 1516 das Reinheitsgebot eingeführt wurde. Heutige Gesetze seien da leider weniger langlebig…

Und auch seine Alkoholautofahrt Anfang 2013 nahm Bernd Busemann närrisch kurz aufs Korn. „Bei der Stadt Hannover bin ich aktenkundig“, spielte er mit karnevalistischem Augenzwinkern auf seine Alkoholautofahrt mit dem Dienstwagen an, für die sich Busemann entschuldigt hatte.

Busemann am Handy in der Bütt: die Kanzlerin klingelte durch.

Busemann am Handy in der Bütt: die Kanzlerin klingelte durch.

Die Laudatio auf den neuen Bierordenträger hielt ein Parteifreund, während der Sitzungswoche des Deutschen Bundestages eigens für wenige Stunden nach Einbeck geeilt. Er kenne wenige Politiker, die ihre durch Bier gewonnene Energie dermaßen für die Menschen in Niedersachsen einsetzen, begründete der Northeimer CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Roy Kühne, warum Busemann den Einbecker Bierorden verdient habe. Seit seinem 16. Lebensjahr habe der neue Ordensträger 5131 Liter Bier getrunken, wenn man den jährlichen Durchschnitts-Bierverbrauch in Deutschland unterstelle. „Man sieht’s ihm nicht an“, sagte Kühne. Durch den Bierkonsum habe Busemann in seinem Leben bislang insgesamt fast 2,2 Millionen Kalorien erzeugt, rechnete der Sportwissenschaftler närrisch vor. Und das sei alles „pure Energie“, die Busemann nicht nur beim Bügeln oder Rasen mähen verbrauche, sondern in der Politik.

Und dann klingelte noch Busemanns Handy, als er in der Bütt stand. Die Kanzlerin. Angela wollte wissen, wo er denn gerade sei. Und wer da im Bundestag gefehlt habe. Busemann konnte augenzwinkernd Auskunft geben…

Der neue Bierorden-Träger im Kreis der Karnevalisten sowie MdB Dr. Roy Kühne und Brauhaus-Vorstand Martin Deutsch (3.v.r.).

Der neue Bierorden-Träger Bernd Busemann im Kreis der Karnevalisten sowie MdB Dr. Roy Kühne (3.v.l.), Einbecks Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek (links) und Brauhaus-Vorstand Martin Deutsch (3.v.r.).

Bernd Busemanns Bierorden

Bernd Busemann. Foto: Landtag Niedersachsen

Bernd Busemann. Foto: Landtag Niedersachsen

Einbecker Bierorden.

Einbecker Bierorden.

Der Einbecker Bierorden 2016 der Gesellschaft der Karnevalsfreunde Einbeck und der Einbecker Brauhaus AG geht an Landtagspräsident Bernd Busemann. Das haben Karnevalspräsident Albert Eggers und Brauhaus-Vorstand Martin Deutsch heute bekannt gegeben. Der 63-jährige CDU-Politiker erhalte die Auszeichnung für seine Verbundenheit mit dem Bier und für besondere Verdienste um den Humor nicht nur in der fünften Jahreszeit. Der Einbecker Bierorden wird zum 22. Mal verliehen, im vergangenen Jahr hatte Zirkus-Tochter und Schauspielerin Rebecca Siemoneit-Barum kurz nach ihrem Einsatz im RTL-Dschungelcamp die höchste närrische Ehrung in Einbeck erhalten. Nach einer Schauspielerin habe man sich in diesem Jahr mit dem ehemaligen Kultus- und Justizminister wieder für einen Politiker als Preisträger entschieden – für einen Politiker, „der auch gerne mal ein Glas Bier trinkt“, wie Eggers sagte. „Haben Sie ihn auch auf seinen Humor überprüft“, fragte Brauhaus-Vorstand Martin Deutsch eher rhetorisch. „Ich habe gute Gewährsleute“, antwortete Albert Eggers. Martin Deutsch, seit Oktober in Einbeck beim Brauhaus an Bord, steigt nach längerer Abstinenz wieder in eine Karnevalskarriere ein. Vor 25 Jahren sei er mal zwei Jahre lang kurz aber heftig mit der Entourage der Narhalla auf Tour gewesen, berichtete heuer der 50-jährige Bayer. Beim Fasching, wie es in Bayern heißt. In Einbeck wurde Deutsch bereits der Sessionsorden verliehen, als Gastgeber im Urbockkeller hatte er am 11.11. es außerdem geschafft, dem Prinzen kurz das Zepter zu entreißen…

Auch Ministerpräsident Stephan Weil (2014) und dessen Vorgänger David McAllister gehören zu den Einbecker Bierordensträgern. Weil hatte sich launig in seiner Dankesrede als Gerstensaft-Genießer bekannt. Den Termin der Verleihungsfeier des Bierordens 2016 am 14. Januar wenige Wochen vor der Landratswahl am 28. Februar habe man mit Bernd Busemann bereits festgelegt, als im Landkreis Northeim von einer Neuwahl noch gar keine Rede war, sagte Karnevalspräsident Albert Eggers. Trotzdem dürfte es in der Einbecker Narhalla, der Rathaushalle, zünftig und launig zugehen, wenn der Bierorden an Busemann verliehen wird. Gespannt darf man sein, ob der Landtagspräsident seine Alkohol-Autofahrt thematisieren wird: Busemann, der sich für eine Senkung der Promillegrenze im Straßenverkehr stark gemacht hatte, war kurz vor der konstituierenden Landtagssitzung im März 2013 alkoholisiert am Steuer seines Dienstwagens erwischt worden. Busemann entschuldigte sich daraufhin öffentlich, die Angelegenheit sei ihm peinlich, es tue ihm außerordentlich leid.

Gaben heute den Bierordenträger 2016 bekannt (v.l.): Andreas Bode, Ingo Schrader, Kirsten Gärtig, Martin Deutsch und Albert Eggers.

Gaben heute den Bierordenträger 2016 bekannt (v.l.): Andreas Bode, Ingo Schrader, Kirsten Gärtig, Martin Deutsch und Albert Eggers im Urbockkeller.

Bier-Botschafterin

Ihren Hut aus dem Dschungelcamp lässt die neue Einbecker Bierorden-Trägerin Rebecca Siemoneit-Barum zugunsten des Einbecker Bürgerspitals versteigern. Karnevals-Präsident Albert Eggers (r.) freut‘s.

Ihren Hut aus dem Dschungelcamp lässt die neue Einbecker Bierorden-Trägerin Rebecca Siemoneit-Barum zugunsten des Einbecker Bürgerspitals versteigern. Karnevals-Präsident Albert Eggers (r.) freut‘s.

Sie wechselte aus dem Dschungelcamp quasi direkt in die Bütt: In der Rathaushalle ist gestern Abend der Schauspielerin und Zirkus-Tochter Rebecca Siemoneit-Barum der Einbecker Bierorden der Gesellschaft der Karnevalsfreunde und der Einbecker Brauhaus AG verliehen worden. Da war die 37-Jährige erst wenige Stunden zurück aus Australien, wo sie bei der RTL-Sendung „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“ dabei war, dort allerdings früh ausschied. Und so hatte sie auch noch ihren Dschungel-Hut dabei, den Rebecca Siemoneit-Barum zugunsten des Einbecker Bürgerspitals versteigern ließ, 1600 Euro kamen da zusammen.

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Aus dem Dschungel in die Bütt

Rebecca Siemoneit-Barum, hier beim Eulenfest in Einbeck 2014 mit Mallorca-König Jürgen Drews.

Rebecca Siemoneit-Barum, hier beim Eulenfest in Einbeck 2014 mit Mallorca-König Jürgen Drews.

Dass sie den Bierorden der Einbecker Karnevalsfreunde und der Brauerei erhalten wird, steht fest. Ob sie zuvor zur Königin der Dschungels gekrönt wird, hängt von den Zuschauern der RTL-Sendung „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“ ab, welche seit heute wieder zwei Wochen lang Abend für Abend etliche Ekel-Prüfungen in die Wohnzimmer transportieren wird. Rebecca Siemoneit-Barum jedenfalls möchte Dschungelkönigin werden, wie sie mir vor dem Abflug nach Australien verraten hat: „Zumindest unter die letzten drei kommen, unbedingt!“

Den größten Respekt hatte die 37-jährige Schauspielerin vor der langen Flugreise ans andere Ende der Welt, nicht unbedingt vor der Wildnis im australischen TV-Urwald, da ist sie eine mit wilden Tieren und schlammigen Zeltplätzen erfahrene Zirkus-Tochter genug. Und dann war auch noch zunächst der Koffer weg, als die Einbeckerin downunder ankam, das aber kann eine „Iffi“ nicht erschüttern…

Nach 22 Jahren in der ARD-Kultserie „Lindenstraße“, in der Rebecca Siemoneit-Barum seit Weihnachten nach einer Pause zurück ist, und mehreren Engagements bei den Gandersheimer Domfestspielen in den vergangenen beiden Sommern reizt die in Einbeck lebende Schauspielerin die ganz andere, neue Herausforderung im TV-Dschungel. „Ich habe richtig Lust darauf, diese besondere Erfahrung mit den Zuschauern zu machen und bin davon überzeugt, dass es meinen Fans großen Spaß bereiten wird, mit mir und über mich im Dschungel zu lachen.“ Angst vor Negativ-Publicity hat die Tochter von Zirkus-Legende Gerd Siemoneit-Barum nicht: „Das ist Showbusiness, das ist schließlich mein Beruf“, sagt sie.

Da hat sie recht. Schon der große Heinz Erhardt hatte Humor, sogar trockenen Humor. Aber nicht in einer nassen Hose.

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