Einbecker Bierblog

Wissenswertes aus der Heimat guter Biere

Archiv für das Schlagwort “Bierorden”

Bierordensträgerin aus der Hopfen-Heimat

(c) fb Frank Bertram

Freude über den von Präsident Albert Eggers überreichten Bierorden bei Claudia Jung. Rechts Laudatorin Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek.

Wenn eine Sängerin einen Orden erhält, liegt die Vermutung nahe, dass sie nicht nur Dankesworte sprechen möchte, sondern auch singen will. So war das jetzt auch bei der Schlagersängerin Claudia Jung, die mit dem Einbecker Bierorden der Gesellschaft der Karnevalsfreunde und der Einbecker Brauhaus AG ausgezeichnet worden ist. Und zum Dank sogleich das Hofbräuhaus-Lied („Oans, zwoa, gsuffa!“) anstimmte, das Publikum in der Rathaus-Narhalla sogleich zum Mitsingen motivierte. In München steht zwar besungenes Hofbräuhaus, aber ohne Einbeck stände es dort nicht. Falls es die neue Bierordensträgerin aus der Holledau, dem größten Hopfenanbaugebiet der Welt, noch nicht gewusst haben sollte, dann hat ihr die ebenfalls aus dem Münchner Umland vor vielen Jahren „zuagroaste“ Einbecker Bürgermeisterin die Geschichte mit Elias Pichler und dem aus Einbeck abgeworbenen Braumeister von 1612 in der Ordenlaudatio nochmal erzählt. Sie sei ja froh, scherzte Dr. Sabine Michalek, dass sie mittlerweile schon „unser Bockbier“ sagen dürfe.

Claudia Jung aus der Hopfen-Heimat hat den Einbecker Bierorden in der 70. Session der Karnevalsfreunde für ihre Verbundenheit mit dem Bier und für besondere Verdienste um den Humor nicht nur in der fünften Jahreszeit erhalten. Als sie vom Einbecker Bierorden gehört habe, sei ihr, der gebürtigen Rheinländerin, rasch klar gewesen: „Da muss ich hin.“ Und weil die Schlagersängerin schon zwei Mal beim Eulenfest in Einbeck aufgetreten ist, hatte dabei natürlich auch der Stargastmacher und Porzellankaufmann Rudi Reinert seine Hände im Spiel. Er holte die Ordensträgerin nicht nur mit dem Auto vom Zug ab, sondern hatte der Bürgermeisterin nach deren augenzwinkernder Auskunft auch die Sorgen vor Starallüren genommen. „Die Claudia Jung, das ist eine klasse Frau, die ist total nett und völlig unkompliziert – so wie ich halt“, zitierte Michalek „Scherben-Rudi“.

Vorjahres-Ordensträger Franky, der eigentlich die Laudatio halten sollte, kam nur per Stimme „zugeschaltet“ im Interview mit Brauhaus-Vorstand Martin Deutsch zu Wort. „Als Radiohörer sind Sie das ja gewohnt, mich nicht zu sehen“, scherzte der ffn-Morgenmän. Er müsse nun mal um 3 Uhr aufstehen und in Hannover arbeiten, da sei es nicht möglich bis sehr spät abends in Einbeck zu sein. Franky fand es überfällig, dass endlich eine weitere Frau den Einbecker Bierorden erhält. „Und Claudia Jung bleibt immer Jung – egal wie alt sie wird“, kalauerte er. Die Schlagersängerin ist erst die vierte Frau, die den zum 24. Mal vergebenen Karnevalsorden bekommen hat – nach der einstigen Bundestagspräsidentin Rita Süßmuth, NDR-Moderatorin Bettina Tietjen und Schauspielerin Rebecca Siemoneit-Barum.

Der Einbecker Bierorden wurde auch in diesem Jahr vor geladenen Gästen aus Karneval, Politik und Wirtschaft mit närrischem Programm im historischen Rathaussaal der Stadt Einbeck verliehen. In den vergangenenen Jahren hatte unter anderem der damalige Landtagspräsident Bernd Busemann (CDU) die höchste närrische Ehrung erhalten. Auch Ministerpräsident Stephan Weil (2014), dessen Vorgänger David McAllister (2010) und Ex-Landrat Michael Wickmann (2012), aber auch Hannover-96-Präsident Martin Kind gehören zu den bisherigen Ordensträgern.

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Ein Video vom Hofbräuhauslied:

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Bierorden 2018 geht an Claudia Jung

Das Einbecker Bier kennt sie schon, 2015 überreichte Rudi Reinert beim Eulenfest Claudia Jung eine Holzkiste Bierspezialitäten.

Die Schlagersängerin Claudia Jung erhält den Einbecker Bierorden 2018 der Gesellschaft der Karnevalsfreunde Einbeck und der Einbecker Brauhaus AG. Der 53-Jährigen wird die Auszeichnung für ihre Verbundenheit mit dem Bier und für besondere Verdienste um den Humor nicht nur in der fünften Jahreszeit überreicht. Claudia Jung ist erst die vierte Frau, die den zum 24. Mal vergebenen Karnevalsorden bekommt – nach der einstigen Bundestagspräsidentin Rita Süßmuth, NDR-Moderatorin Bettina Tietjen und Schauspielerin Rebecca Siemoneit-Barum. Die in der Nähe von Pfaffenhofen lebende Sängerin, die aus dem niederrheinischen Ratingen stammt, sei eine bayerische Frohnatur, „bodenständig und fröhlich“, sagt Karnevalspräsident Albert Eggers. Der Bierorden 2018 in der 70. Session der Karnevalsfreunde Einbeck wird am 31. Januar in der Rathaushalle verliehen.

Einbeck kennt die Preisträgerin schon von zwei Eulenfest-Auftritten. 2004 war Claudia Jung der Stargast, im Oktober 2015 sprang sie nach einer neuerlichen Absage von Schlagerkollegin Michelle kurzfristig ein. Und begeisterte beide Mal Hunderte Schlagerfans auf dem Einbecker Marktplatz. Vor zwei Jahren gab Claudia Jung außerdem nach ihrem Auftritt geduldig Autogramme im Eicke’schen Haus. Ihr aktuelles Album heißt „Frauenherzen“. Ob die bei der Verleihungsfeier auch singen wird, ist bislang nicht bekannt.

Von 2008 bis 2013 gehörte Claudia Jung, die eigentlich Claudia Singer heißt, für die Freien Wähler dem bayerischen Landtag an. Zeitweilig saß sie für die Freien Wähler auch im Gemeinderat ihres Heimatortes Gerolsbach – in einer Hopfengegend.

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Bierorden für den Morgenmann

Kuss für den Bierorden. Franky mit Karnevalspräsident Albert Eggers (r.).

Kuss für den Bierorden: Radiomoderator Franky mit Einbecks Karnevalspräsident Albert Eggers (r.).

Er ist der jüngste Mann in der Traditionsliste des Einbecker Bierordens. Und er ist garantiert der (zumindest bislang) einzige Ordensträger, der jeden Morgen um 3 Uhr aufsteht, um ins Funkhaus nach Hannover zu fahren. Und auch noch Spaß dabei hat. Und anderen Freude bereitet zu früher Stunde. Der Radiomoderator Frank Schambor, besser bekannt als Morgenmän Franky beim Privatsender ffn, ist mit dem 23. Einbecker Bierorden der Gesellschaft der Karnevalsfreunde und der Einbecker Brauhaus AG ausgezeichnet worden. In der Rathaushalle wurde dem 45-Jährigen aus Hannover die närrische Ehrung von Karnevalspräsident Albert Eggers verliehen. Der Radiomoderator hat den Einbecker Bierorden für seine Verbundenheit mit dem Bier und für besondere Verdienste um den Humor nicht nur in der fünften Jahreszeit erhalten, heißt es in der Verleihungsurkunde. Fröhlich schicke er viele Niedersachsen in seiner Radiosendung in den Tag. „Geld allein macht nicht glücklich“, bedankte sich Franky für den Orden, „man muss sich schon Bier davon kaufen.“

Wer jeden Tag in der Woche seit 17 Jahren morgens um 3 Uhr aufstehe, müsse Humor haben, sagte Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek in ihrer Laudatio. Franky könne Menschen begeistern, habe ein großes Herz für Schwächere und Benachteiligte und stehe zu seinen eigenen Schwächen. Kugelbauch und Käppy seien jahrelang sein Markenzeichen gewesen, doch jetzt habe sich das Schwergewicht der niedersächsischen Radioszene um der Gesundheit willen den Magen verkleinern lassen, habe bereits 35 von 70 angestrebten Kilos abgenommen, zollte Michalek dem Mann mit der sonoren, einprägsamen Stimme Respekt. Vor allem auf Fastfood und das geliebte Bier zu verzichten sei schwer: „Spiele von Hannover 96 mit Hagenbuttentee zu sehen? Das wird eine harte Nummer“, formulierte die Laudatorin närrisch. Sie drücke aber die Daumen. Ganz auf Bier verzichten müsse er ja auch nicht, sagte Morgenmän Franky. Schließlich gebe es alternative Fakten – und dadurch eben einen Hopfen-Smoothie.

Der 45-Jährige erinnerte sich an seinen legendären Auftritt auf der ffn-Bühne in der Tiedexer Straße beim Einbecker Eulenfest vor 15 Jahren. Gut, dass es damals noch kein Facebook und keine Handys mit Kamera gegeben habe, sagte er launig: Der Tequila Pub in der Tiedexer Straße habe seinem Namen alle Ehre gemacht, nach dem Bühnenauftritt sei man in der Bar richtig versackt, morgens um halb 4 nackt auf dem Tresen getanzt.

Von damals wusste Franky es natürlich schon, aber vor der Bierordenverleihung hat sich der 45-Jährige in Hannover noch einmal versichert: Das in Einbeck sind nette Menschen. Das hätten ihm seine Vorgänger mit Einbecker Bierorden, Ministerpräsident Stephan Weil und Landtagspräsident Bernd Busemann, treuherzig versichert.

Eine Scharte hat der neue Bierordenträger versprochen wieder auszuwetzen: Dass Einbeck und das Bier im ffn-Stickersammelalbum „Niedersachsen sammeln Niedersachsen“ nicht ein einziges Mal vorkomme, hingegen Northeim drei Mal, werde es bei einer nächsten Auflage des Albums nicht mehr geben.

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Ein Bier am Morgen, Mann!

Frank Schambor. Foto: ffn

Frank Schambor. Foto: ffn

Frank Schambor erhält am 27. Januar 2017 den Bierorden der Gesellschaft der Karnevalsfreunde Einbeck und der Einbecker Brauhaus AG. Frank wer? Besser bekannt ist der 45-Jährige als ffn-Morgenmän Franky, der beim niedersächsischen Privatsender die Morgenshow moderiert. „Er ist ein lustiger Mensch und trinkt auch gerne mal ein Bier“, sagten Ingo Schrader (Marketing Einbecker Brauhaus) und Albert Eggers (Karnevalspräsident) für die Veranstalter der närrischen Ordensverleihung. Der Einbecker Bierorden wird zum 23. Mal verliehen, 2016 war Landtagspräsident Bernd Busemann der Ordensträger. In dieser Session habe man sich entschlossen, mit der höchsten Einbecker Karnevals- und Bierwürde keinen Politiker auszuzeichnen. Auch wenn sich Morgenmän Franky in diesem Herbst durchaus öffentlichkeitswirksam den Magen hat verkleinern lassen, bleibe der Biermagen, hieß es launig bei den Karnevals- und Bierfreunden aus Einbeck. „Ein gutes Bier zur richtigen Zeit…“ Der 1,88-Meter-Mann mag nach eigener Darstellung vegetarisches Fast Food, Pizza, Bier und gute Partys.

Weil ein Fan…

Ministerpräsident Stephan Weil (links) und Vorstand Martin Deutsch. Foto: Einbecker Brauhaus AG/Tom Gerhardt

Ministerpräsident Stephan Weil (links) und Vorstand Martin Deutsch beim Sommerfest in Berlin. Foto: Einbecker Brauhaus AG/Tom Gerhardt

…des Einbecker Bieres auch beim Sommerfest der niedersächsischen Landesvertretung in Berlin zum Brauherren Pils greift: Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) ist zurzeit gut auf den Gerstensaft aus Einbeck zu sprechen. Drei Mal innerhalb weniger Wochen kam der Träger des Einbecker Bierordens (2014) im 500. Jahr des Reinheitsgebotes lobenswert auf Bier aus Einbeck zurück. Beim Hof-Fest Ende April stach der Regierungschef und bekennende Bierfreund nicht nur das erste Fass der neuen, natürtrüben  Bockbierspezialität „Ainpöckisch Bier 1378“ offiziell an, er gab auch die Millionen-Investitionen im Bereich Abfüllung und Logistik per Knopfdruck frei. Und bezeichnete die Brauerei aus Einbeck nicht nur als „uralt, aber putzmunter“. Weil sagte auch: „Ich möchte mir Niedersachsen nicht vorstellen ohne die Einbecker.“ Gesagt, getan: Der Ministerpräsident muss das auch nicht. Anfang Juni zeichnete Stephan Weil das neue Einbecker 1378-Bockbier als Kulinarischen Botschafter Niedersachsens aus. Und jetzt ließ sich der Politiker natürlich gerne beim Sommerfest des Landes Niedersachsen in den Ministergärten von Brauhaus-Vorstand Martin Deutsch auf ein kühles Helles aus Einbeck einladen. Bleibt zu hoffen, dass er beim bevorstehenden Wanderurlaub auch auf Einbecker Bier und nicht eines aus der Landeshauptstadt zurück greift…

Ministerpräsident beim Einbecker Hoffest

Ministerpräsident Stephan Weil (r.) mit Vorstandsprecher Lothar Gauß in der Einbecker Abfüllung. Archivfoto 2012

Ministerpräsident Stephan Weil (r.) mit Vorstandsprecher Lothar Gauß in der Einbecker Abfüllung. Archivfoto 2012

Die Biersteuer ist ja bekanntlich eine Landessteuer – also eine, die unmittelbar dem Land zugute kommt. Da schaut der Landesvater natürlich gerne mal in den Braustätten vorbei. Und wenn dann auch noch am Tag des deutschen Bieres in diesem Jahr 500 Jahre Reinheitsgebot gefeiert wird und der Erfinder des Bockbieres aus Niedersachsen kommt und das alles mit einem Hof-Fest feiert, hat Ministerpräsident Stephan Weil dem Werben vermutlich leichten Herzens nachgegeben. Zumal er als Träger des Einbecker Bierordens dann auch praktischerweise mal wieder außerhalb der närrischen Zeit in der Heimat guter Biere vorbei schauen kann. Weil besucht in diesem Jahr am 23. April nicht allein das Hof-Fest der Einbecker Brauerei und sticht dort das erste offizielle Fass Einbecker Mai-Ur-Bock an. Der Ministerpräsident wird an dem Tag auch die jüngsten Investitionen des Unternehmens ihrer Bestimmung übergeben. „Das bedeutet für die Einbecker Brauhaus AG eine große Ehre“, sagen die Vorstände Lothar Gauß und Martin Deutsch. „Wir sehen dieses als besondere Wertschätzung der Einbecker Brautradition.“ Am Standort Einbeck hat das Unternehmen mehr als 15 Millionen Euro in eine neue Fassabfüllung, eine zweite Flaschenabfüllanlage sowie in eine 3500 Quadratmeter große Verladehalle investiert. Alle Abfüll- und Logistikaktivitäten der Unternehmensgruppe (Einbecker, Göttinger, Martini, Kasseler, Nörten-Hardenberger, Härke) sind in Einbeck konzentriert.

Astrid Klinkert-Kittel mit Brauhaus-Vorstandsprecher Lothar Gauß.

Landrätin Astrid Klinkert-Kittel mit Brauhaus-Vorstandsprecher Lothar Gauß.

Natürlich lief Nörten-Hardenberger Pils in der Abfüllanlage, als die neue Landrätin des Landkreises Northeim, Astrid Klinkert-Kittel, während ihres Wahlkampfes die Einbecker Brauhaus AG jüngst besuchte. Die erste Frau an der Spitze des Landkreises war bis zu ihrer Wahl zur Landrätin in Nörten-Hardenberg mehr als vier Jahre lang die Bürgermeisterin, zuvor die Kämmerin der Flecken-Gemeinde. Bei ihrem ersten Besuch der Einbecker Brauerei zeigte sich für Klinkert-Kittel auch noch eine weitere Verbindung zu den Wirkungsstätten des Unternehmens: Die ehemalige Martini-Brauerei aus Kassel, dem Geburtsort der 52-Jährigen, gehört ebenso dazu. Vorstandssprecher Lothar Gauß und Markenvorstand Martin Deutsch erläuterten der Besucherin die Verbundenheit der Brauhaus AG mit dem Standort Einbeck und das Bewusstsein für die Region. Mit der Übernahme der Härke-Braumanufaktur Peine 2013 habe man sowohl den Standort Peine erhalten als auch Einbeck als Abfüllort gestärkt. Täglich laufen in 14 bis 15 Stunden bis zu eine Million Flaschen vom Band.

Den Richtigen erwischt

Auf Ex geleert: Bernd Busemann ließ sich nicht lange zum Bier bitten.

Auf Ex geleert: Bernd Busemann ließ sich nicht lange zum Bier bitten.

Das dachte sich die gesamte fröhliche Narrenschar im bis auf den letzten Platz ausgelassen feiernden Rathaussaal; seine launige Rede inklusive karnevalistisch ausgeschmückter Handy-Störung durch die Frau Bundeskanzlerin, war gerade zu Ende gegangen: „Ihr habt heute den richtigen Ordensträger erwischt“, sagte Bernd Busemann nicht ohne Selbstbewusstsein zum Abschluss seiner Dankesworte. Der Landtagspräsident ist mit dem Einbecker Bierorden 2016 der Gesellschaft der Karnevalsfreunde und der Einbecker Brauhaus AG ausgezeichnet worden. Bevor die Verleihungsfeier überhaupt richtig begonnen hatte, lehrte Busemann einen Halbliterglaskrug Einbecker Bier in einem Zuge, ließ sich nicht lange zum Bier bitten. Da hatte ihm Brauhaus-Vorstand Martin Deutsch gerade gesagt, dass pro Füllung eines solchen Kruges das Land Niedersachsen 5 Cent Biersteuer verdiene…

Vor fünf Jahren wäre Bernd Busemann freilich noch nicht reif für den Einbecker Bierorden gewesen, meinte Brauhaus-Vorstand Martin Deutsch mit karnevalistischer Strenge. Denn damals habe dieser als Justizminister gefordert, die Grenze für den Alkoholgehalt im Blut von 0,5 auf 0,3 Promille zu senken. Martin Deutsch in der Bütt: „Ich denke, wir können das als Jugendsünde abtun.“ Der Brauereichef hat alle Karnevalsfreunde zum 500. Geburtstag des Reinheitsgebotes auf den Hof des Brauhauses eingeladen, wo am 23. April gefeiert wird. Dem ältesten deutschen Lebensmittelgesetz seien die Einbecker noch mindestens 200 Jahre an Tradition voraus, so lange gebe es das Bier in Einbeck bereits, gut 700 Jahre. „Da war meine Heimat noch Weinland“, gab der Bayer zu.

Karnevalspräsident Albert Eggers (r.) verlieh den Bierorden an Bernd Busemann. Links Laudator Dr. Roy Kühne.

Karnevalspräsident Albert Eggers (r.) verlieh den Bierorden an Bernd Busemann. Links Laudator Dr. Roy Kühne.

Busemann hat den Bierorden für seine Verbundenheit mit dem Bier und für besondere Verdienste um den Humor nicht nur in der fünften Jahreszeit erhalten, heißt es in der Verleihungsurkunde. „Bier trinken ist besser als Quark reden“, entgegnete Bernd Busemann. Er sei in einer Dorfkneipe groß geworden, aktiver und bekennender Biertrinker. In der Gaststätte, in der er gerne in Hannover esse, gebe es selbstverständlich auch Einbecker Bier. Beim Bier trinke er besonders gerne das aus Einbeck, „das ist richtig lecker“, und die hätten’s schließlich erfunden – „und kein Schweizer Bonbonhersteller“. Und dass im Landtagsneubau, der gerade entsteht, auch wieder Gastronomie einziehen wird, ist für den Landtagspräsidenten selbstredend. „Bier gibt Saft und Kraft in allen Lebenslagen“, pries der neue Ordensträger den Gerstensaft, für den 1516 das Reinheitsgebot eingeführt wurde. Heutige Gesetze seien da leider weniger langlebig…

Und auch seine Alkoholautofahrt Anfang 2013 nahm Bernd Busemann närrisch kurz aufs Korn. „Bei der Stadt Hannover bin ich aktenkundig“, spielte er mit karnevalistischem Augenzwinkern auf seine Alkoholautofahrt mit dem Dienstwagen an, für die sich Busemann entschuldigt hatte.

Busemann am Handy in der Bütt: die Kanzlerin klingelte durch.

Busemann am Handy in der Bütt: die Kanzlerin klingelte durch.

Die Laudatio auf den neuen Bierordenträger hielt ein Parteifreund, während der Sitzungswoche des Deutschen Bundestages eigens für wenige Stunden nach Einbeck geeilt. Er kenne wenige Politiker, die ihre durch Bier gewonnene Energie dermaßen für die Menschen in Niedersachsen einsetzen, begründete der Northeimer CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Roy Kühne, warum Busemann den Einbecker Bierorden verdient habe. Seit seinem 16. Lebensjahr habe der neue Ordensträger 5131 Liter Bier getrunken, wenn man den jährlichen Durchschnitts-Bierverbrauch in Deutschland unterstelle. „Man sieht’s ihm nicht an“, sagte Kühne. Durch den Bierkonsum habe Busemann in seinem Leben bislang insgesamt fast 2,2 Millionen Kalorien erzeugt, rechnete der Sportwissenschaftler närrisch vor. Und das sei alles „pure Energie“, die Busemann nicht nur beim Bügeln oder Rasen mähen verbrauche, sondern in der Politik.

Und dann klingelte noch Busemanns Handy, als er in der Bütt stand. Die Kanzlerin. Angela wollte wissen, wo er denn gerade sei. Und wer da im Bundestag gefehlt habe. Busemann konnte augenzwinkernd Auskunft geben…

Der neue Bierorden-Träger im Kreis der Karnevalisten sowie MdB Dr. Roy Kühne und Brauhaus-Vorstand Martin Deutsch (3.v.r.).

Der neue Bierorden-Träger Bernd Busemann im Kreis der Karnevalisten sowie MdB Dr. Roy Kühne (3.v.l.), Einbecks Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek (links) und Brauhaus-Vorstand Martin Deutsch (3.v.r.).

Bernd Busemanns Bierorden

Bernd Busemann. Foto: Landtag Niedersachsen

Bernd Busemann. Foto: Landtag Niedersachsen

Einbecker Bierorden.

Einbecker Bierorden.

Der Einbecker Bierorden 2016 der Gesellschaft der Karnevalsfreunde Einbeck und der Einbecker Brauhaus AG geht an Landtagspräsident Bernd Busemann. Das haben Karnevalspräsident Albert Eggers und Brauhaus-Vorstand Martin Deutsch heute bekannt gegeben. Der 63-jährige CDU-Politiker erhalte die Auszeichnung für seine Verbundenheit mit dem Bier und für besondere Verdienste um den Humor nicht nur in der fünften Jahreszeit. Der Einbecker Bierorden wird zum 22. Mal verliehen, im vergangenen Jahr hatte Zirkus-Tochter und Schauspielerin Rebecca Siemoneit-Barum kurz nach ihrem Einsatz im RTL-Dschungelcamp die höchste närrische Ehrung in Einbeck erhalten. Nach einer Schauspielerin habe man sich in diesem Jahr mit dem ehemaligen Kultus- und Justizminister wieder für einen Politiker als Preisträger entschieden – für einen Politiker, „der auch gerne mal ein Glas Bier trinkt“, wie Eggers sagte. „Haben Sie ihn auch auf seinen Humor überprüft“, fragte Brauhaus-Vorstand Martin Deutsch eher rhetorisch. „Ich habe gute Gewährsleute“, antwortete Albert Eggers. Martin Deutsch, seit Oktober in Einbeck beim Brauhaus an Bord, steigt nach längerer Abstinenz wieder in eine Karnevalskarriere ein. Vor 25 Jahren sei er mal zwei Jahre lang kurz aber heftig mit der Entourage der Narhalla auf Tour gewesen, berichtete heuer der 50-jährige Bayer. Beim Fasching, wie es in Bayern heißt. In Einbeck wurde Deutsch bereits der Sessionsorden verliehen, als Gastgeber im Urbockkeller hatte er am 11.11. es außerdem geschafft, dem Prinzen kurz das Zepter zu entreißen…

Auch Ministerpräsident Stephan Weil (2014) und dessen Vorgänger David McAllister gehören zu den Einbecker Bierordensträgern. Weil hatte sich launig in seiner Dankesrede als Gerstensaft-Genießer bekannt. Den Termin der Verleihungsfeier des Bierordens 2016 am 14. Januar wenige Wochen vor der Landratswahl am 28. Februar habe man mit Bernd Busemann bereits festgelegt, als im Landkreis Northeim von einer Neuwahl noch gar keine Rede war, sagte Karnevalspräsident Albert Eggers. Trotzdem dürfte es in der Einbecker Narhalla, der Rathaushalle, zünftig und launig zugehen, wenn der Bierorden an Busemann verliehen wird. Gespannt darf man sein, ob der Landtagspräsident seine Alkohol-Autofahrt thematisieren wird: Busemann, der sich für eine Senkung der Promillegrenze im Straßenverkehr stark gemacht hatte, war kurz vor der konstituierenden Landtagssitzung im März 2013 alkoholisiert am Steuer seines Dienstwagens erwischt worden. Busemann entschuldigte sich daraufhin öffentlich, die Angelegenheit sei ihm peinlich, es tue ihm außerordentlich leid.

Gaben heute den Bierordenträger 2016 bekannt (v.l.): Andreas Bode, Ingo Schrader, Kirsten Gärtig, Martin Deutsch und Albert Eggers.

Gaben heute den Bierordenträger 2016 bekannt (v.l.): Andreas Bode, Ingo Schrader, Kirsten Gärtig, Martin Deutsch und Albert Eggers im Urbockkeller.

Bier-Botschafterin

Ihren Hut aus dem Dschungelcamp lässt die neue Einbecker Bierorden-Trägerin Rebecca Siemoneit-Barum zugunsten des Einbecker Bürgerspitals versteigern. Karnevals-Präsident Albert Eggers (r.) freut‘s.

Ihren Hut aus dem Dschungelcamp lässt die neue Einbecker Bierorden-Trägerin Rebecca Siemoneit-Barum zugunsten des Einbecker Bürgerspitals versteigern. Karnevals-Präsident Albert Eggers (r.) freut‘s.

Sie wechselte aus dem Dschungelcamp quasi direkt in die Bütt: In der Rathaushalle ist gestern Abend der Schauspielerin und Zirkus-Tochter Rebecca Siemoneit-Barum der Einbecker Bierorden der Gesellschaft der Karnevalsfreunde und der Einbecker Brauhaus AG verliehen worden. Da war die 37-Jährige erst wenige Stunden zurück aus Australien, wo sie bei der RTL-Sendung „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“ dabei war, dort allerdings früh ausschied. Und so hatte sie auch noch ihren Dschungel-Hut dabei, den Rebecca Siemoneit-Barum zugunsten des Einbecker Bürgerspitals versteigern ließ, 1600 Euro kamen da zusammen.

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Aus dem Dschungel in die Bütt

Rebecca Siemoneit-Barum, hier beim Eulenfest in Einbeck 2014 mit Mallorca-König Jürgen Drews.

Rebecca Siemoneit-Barum, hier beim Eulenfest in Einbeck 2014 mit Mallorca-König Jürgen Drews.

Dass sie den Bierorden der Einbecker Karnevalsfreunde und der Brauerei erhalten wird, steht fest. Ob sie zuvor zur Königin der Dschungels gekrönt wird, hängt von den Zuschauern der RTL-Sendung „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“ ab, welche seit heute wieder zwei Wochen lang Abend für Abend etliche Ekel-Prüfungen in die Wohnzimmer transportieren wird. Rebecca Siemoneit-Barum jedenfalls möchte Dschungelkönigin werden, wie sie mir vor dem Abflug nach Australien verraten hat: „Zumindest unter die letzten drei kommen, unbedingt!“

Den größten Respekt hatte die 37-jährige Schauspielerin vor der langen Flugreise ans andere Ende der Welt, nicht unbedingt vor der Wildnis im australischen TV-Urwald, da ist sie eine mit wilden Tieren und schlammigen Zeltplätzen erfahrene Zirkus-Tochter genug. Und dann war auch noch zunächst der Koffer weg, als die Einbeckerin downunder ankam, das aber kann eine „Iffi“ nicht erschüttern…

Nach 22 Jahren in der ARD-Kultserie „Lindenstraße“, in der Rebecca Siemoneit-Barum seit Weihnachten nach einer Pause zurück ist, und mehreren Engagements bei den Gandersheimer Domfestspielen in den vergangenen beiden Sommern reizt die in Einbeck lebende Schauspielerin die ganz andere, neue Herausforderung im TV-Dschungel. „Ich habe richtig Lust darauf, diese besondere Erfahrung mit den Zuschauern zu machen und bin davon überzeugt, dass es meinen Fans großen Spaß bereiten wird, mit mir und über mich im Dschungel zu lachen.“ Angst vor Negativ-Publicity hat die Tochter von Zirkus-Legende Gerd Siemoneit-Barum nicht: „Das ist Showbusiness, das ist schließlich mein Beruf“, sagt sie.

Da hat sie recht. Schon der große Heinz Erhardt hatte Humor, sogar trockenen Humor. Aber nicht in einer nassen Hose.

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