Einbecker Bierblog

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Bierbrauen ist Kulturerbe

Bierfreunde haben es längst gewusst. Bierfreunde aus Einbeck, wo mehr als 600 Jahre Tradition belegt sind und die Wiege des Bockbiers steht, erst recht. Jetzt aber haben es die Bierbrauer schriftlich. Von höchster offizieller Stelle, von der Deutschen UNESCO-Kommission, beschlossen von der Kultusministerkonferenz der Länder und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Kanzleramt. Das handwerkliche Bierbrauen zählt zum Immateriellen Kulturerbe in Deutschland.

Die offizielle Urkunde soll im Juni überreicht werden, informiert der Deutsche Brauer-Bund. Er war einer von mehreren Antragstellern. Das Expertenkomitee der UNESCO würdigt das handwerkliche Bierbrauen, weil es sich in den vergangenen Jahren als „sehr wandlungsfähig“ erwiesen habe, unter anderem durch eine Renaissance des Haus- und Hobbybrauens. Positiv sei die Vernetzung der Brauer untereinander. „Vor allem die regionale Verwurzelung des Bierbrauens führt zu einer engen Bindung der Menschen, die durch gemeinschaftliche Rituale wie Feste, Stammtische sowie durch Vereine noch verstärkt wird“, heißt es vom Expertenkomitee.

„Das nachhaltige Handeln des Brauhandwerks, der aktive Austausch, die Experimentierfreude sowie die besondere Regionalität haben in Deutschland eine enorme Vielfalt an Bierstilen und Braustätten hervorgebracht, die das Land, seine Kultur und seine Feste prägen“, begründet die UNESCO-Kommission die Auszeichnung. Auf ihrer Website gibt sie einen Überblick über die Entwicklung und Ausprägung des Bierbrauens.

(c) Archiv Einbecker Brauhaus AG

(c) Archiv Einbecker Brauhaus AG

Einbecks Bester

Martin Deutsch (l.), Vorstand der Einbecker Brauhaus AG, und Sebastian Koeppel, geschäftsführender Gesellschafter der beckers bester GmbH, präsentieren das neue Produkt Hopfenfrucht. Foto: Einbecker Brauhaus AG

Die Idee entstand auf dem Hoffest der Einbecker Brauerei. Dort war beckers bester vor Ort und präsentierte sein Sortiment Direktsäfte. Die Nachbarn probierten und experimentierten. Geboren wurde eine neue Getränkekategorie: der Saftler. Entstanden aus der Nachbarschaft zwischen dem Einbecker Brauhaus und beckers bester aus Lütgenrode ist sozusagen Einbecks Bester. Die Kombination aus alkoholfreiem Einbecker Bier 0,0 Prozent und 100 Prozent Direktsaft von beckers wird unter der Marke „HopfenFrucht“ ab dem 17. März im Handel sein, kündigten beide Unternehmen heute in Northeim an. Ursprünglich sollte die Präsentation in Hamburg bei der Fachmesse Internorga stattfinden, die jedoch abgesagt wurde.

Fast ein Jahr lang wurde ausgetüftelt, welche Kombination gut harmoniert, produzierbar und haltbar ist – und zwar ohne Chemie, Zuckerzusatz, Extrakte oder Konzentrate, denn das neue Getränk sollte natürlich bleiben. Das ist den Machern wichtig. Bei der Entstehung des neuen Produktes merkten die Mitarbeiter aus beiden Unternehmen: Es ist sehr schwierig, Direktsaft mit der aktiven Kohlensäure eines Bieres zu mischen, ohne den alles zusammen klebenden Zucker. Fast ein Jahr lang haben die Experten versucht, welche Sorten, welche Kombination gut harmoniert, produzierbar und haltbar ist. Dabei war ein Problem der Alkohol. Und zwar nicht der im Bier, sondern im Saft, denn in gutem Direktsaft kann sehr schnell natürlicher Alkohol entstehen.

„Der Geschmack ist nicht mit den üblichen Biermischgetränken vergleichbar“, erklärte Brauhaus-Vorstand Martin Deutsch. „Daher sind wir überzeugt, dass HopfenFrucht eine neue erfolgreiche Getränkekategorie begründen wird.“ Sebastian Koeppel, geschäftsführender Gesellschafter von beckers bester, ergänzt: “Ich bin sehr beeindruckt, was unser Team gemeinsam mit den Einbeckern entwickelt hat. Die leichte Hopfennote harmoniert hervorragend mit dem Geschmack der Traube.“

Zunächst gibt es die zwei Sorten „Rote Traube + Holunder“ und „Weiße Traube + Zitrone“, weitere sind möglich. „HopfenFrucht“ wird es in der einzigartigen Einbecker 0,33-Liter-Flasche in der Gastronomie und im Handel zu kaufen geben. Die Flaschenform verwendet Einbecker seit 1851. Für „HopfenFrucht“ wurde diese Exklusivflasche erstmals aus Klarglas gefertigt.

Zwei Geschmacksrichtungen gibt es zunächst bei der Hopfenfrucht. Foto: Einbecker Brauhaus AG

Bierordenträger dürfen das

Da ist das Ding: Sven Tietzer mit Einbecker Bierorden.

Bierordenträger dürfen das. Dürfen auch mal der närrischen Laudatorin dazwischen quatschen. Noch dazu wenn sie vom Fernsehen kommen und dort lockere Reportagen mit Menschen im Mittelpunkt zu ihrem Markenzeichen geworden sind. „Treckerfahrer dürfen das“ ist eines der aktuellen, bekanntesten Formate von Sven Tietzer. Trecker Brunhilde ist im Fernsehen rot. Und nicht wie ursprünglich gedacht grün. Warum, fragt der Fernsehmann die laudatierende Bürgermeisterin? „Das sendet sich so schlecht“, antwortet die schlagfertig. Der einstige Bluescreen, auf den sich im Fernsehen alles und jedes projizieren lässt, ist nämlich heute grün. Und deshalb ist ein grüner Trecker schlechter als ein knallroter. Sven Tietzer lobt die Bürgermeisterin. Wenn das im September nicht klappe, spielt der TV-Mann humorig auf die bevorstehende Bürgermeisterwahl in Einbeck am 13. September an, könne er ihr einen Job in seiner Produktionsfirma anbieten. Michalek: „Da werde ich fast schwach.“

Der NDR-Moderator Sven Tietzer ist mit dem zum 26. Mal vergebenen Einbecker Bierorden der Gesellschaft der Karnevalsfreunde und der Einbecker Brauhaus AG ausgezeichnet worden. Im Historischen Rathaus wurde dem im Vorharz lebenden 44-Jährigen die närrische Ehrung vom neuen Karnevalspräsidenten Henry Peter verliehen. Tietzer hat den Einbecker Bierorden für seine Verbundenheit mit dem Bier und für besondere Verdienste um den Humor nicht nur in der fünften Jahreszeit erhalten. Der Moderator bedankte sich mit einem launigen Dia-Vortrag, in dem er zeigte, dass bei seinen Freizeitaktivitäten das eine oder andere Bier durchaus dazu gehört.

Für den neuen Träger des Einbecker Bierordens hatte die Einbecker Brauerei extra das neue, naturtrübe Einbecker Radler schon abgefüllt und an diesem Abend zum Verkosten in einigen Flaschen ausgegeben. Ab kommende Woche ist das „Einbecker Natur Radler“ dann auch im Handel erhältlich. Einbecks Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek (CDU) lobte Sven Tietzer in ihrer Laudatio und durchleuchtete den TV-Journalisten auf seine Ordensfähigkeit. „Er liebt es, spontanes Fernsehen zu machen“, sagte Michalek. „Tietzer trampt“, „Tietzer reist“, „Treckerfahrer dürfen das“ oder „So ein Tag“ sind einige der NDR-Formate, für die der 44-Jährige bekannt ist. „Sven Tietzer ist ein unterhaltsamer, lockerer Typ mit einer großen Liebe zu Norddeutschland“, sagte Michalek. „Er ist ein echter Junge vom Dorf, geerdet, heimatverbunden und ein wenig nostalgisch, dabei ist er gleichzeitig kreativ und innovativ – und zudem noch als Braugehilfe zu gebrauchen“, spielte die Laudatorin auf seinen Einbeck-Besuch mit einem Kamerateam im Frühjahr an. Damals war der neue Bierordenträger zum Bierträger geworden, als er den Weg des Einbecker Bieres vom Brauhaus zum Brodhaus dokumentiert habe und dabei anpackend so manches 60-Kilo-Fass in den Keller wuchtete.

Prost, Einbecker Radler naturtrüb! Sven Tietzer schmeckte das neue Produkt.

Anstoßen mit dem neuen Radler naturtrüb, links Brauhaus-Vorstand Martin Deutsch.

Tietzers Dank an die „Prosecco Schwalben“ für ihre Hommage auf seine Sendungen.

Da ist die Kamera: Sven Tietzer mit Regieanweisungen beim traditionellen Gruppenfoto nach der Bierordenverleihung.

Einbecker ist mit dem Radler da

Sind mit dem Radler da: die Brauhaus-Mitarbeiterinnen Theresa Vorwig (l.) und Catharina Koch im PS-Speicher.

(c) Einbecker Brauhaus

Stilecht in der Fahrradabteilung des PS-Speichers präsentierte das Brauhaus heute sein neuestes Produkt: Einbecker ist mit dem Radler da. Und zwar mit einem absolut alkoholfreiem Radler. Das neue Mischgetränk enthält überhaupt keinen Alkohol und ist damit das Bier für die Mobilität. Damit unterscheidet es sich vom bereits (und auch weiterhin) erhältlichen Einbecker Radler. Das verwendete Pils-Bier wird bei der Neuheit so lange entalkoholisiert, bis es wirklich 0,0 Prozent ist. Weiterer Unterschied: Das neue Einbecker Radler alkoholfrei 0,0 % enthält keinen Süßstoff, sondern Zucker (und ist deshalb pasteurisiert). Und es ist in der original Einbecker Flasche zu kaufen, nicht in der Longneck-Flasche. Einbecker-Vorstand Martin Deutsch lobte die Hopfennote und das Zitronenaroma des neuen Getränks, das eine angenehme Süße habe und das ideale Sommergetränk sei: „Das Radler Alkoholfrei mit 100 Prozent Geschmack und 0,0 Prozent Alkohol ist die perfekte Erfrischung für alle, die auf Alkohol, aber nicht auf vollen Genuss verzichten möchten – die ideale Mischung aus Einbecker Alkoholfrei 0,0 Prozent und fruchtig-frischer Zitronenlimonade begeistert durch ihren vollmundigen und natürlichen Geschmack.“ Das neue Produkt ist ab sofort im Handel erhältlich, im Sechserträger genauso wie im 20-er Bierkasten. Leider könne man das neue Produkt durch Verzögerung bei den Anlagenherstellern erst jetzt im Spätsommer präsentieren, bedauerte Deutsch. Aber: Der nächste Sommer kommt bestimmt.

Zitronen gehören dazu: 50 Prozent alkoholfreies Bier und 50 Prozent Zitronenlimonade machen das Einbecker Radler alkoholfrei.

Schützenfest mit Bier aus dem „Stübchen“

Rainer Schoppe (l.) und Jürgen Koch mit dem Bier-„Stübchen“, mit „Schirm, Charme und Melone“, einer damals beliebten TV-Serie, und der Rosette am Revers in den Einbecker Stadtfarben rot-gelb. Foto: Hans-Werner Anhalt

Eines der schönsten, größten und aufwändigsten Schützenfeste, die Einbeck erlebt hat, fand vor 50 Jahren statt. Fünf Tage lang bei bestem Wetter feierten die Einbecker und ihre Gäste, berichtet Hans-Werner Anhalt (79), damals einer der Beteiligten beim Stadt- und Kreisschützenfest 1969 und Gründungs-Hauptmann des zwei Jahre zuvor gebildeten „Einbecker Bürgerkorps“. Als Geschenk der Einbecker Brauhaus AG erhielt damals das Bürgerkorps ein „Stübchen“ aus Holz, ein Krug mit 3,6375 Litern Inhalt. Einer der Höhepunkt des von der „Einbecker Schützengilde von 1457 e.V“ organisierten Schützenfestes war damals die Fahnenweihe für das Bürgerkorps. Im Zuge des Festes fand auch das Einbecker Fassrollen statt. Am Festsonntag damals wurde unter anderem auch die damalige (erste) Einbecker Bürgermeisterin Auguste Jünemann (SPD) von Spielmannszügen geweckt, bevor es nach der Fahnenweihe einen großen Festumzug durch Einbeck mit Ziel Tummelplatz (dort steht heute die BBS) gab. Das „Einbecker Bürgerkorps“ wurde Anfang des neuen Jahrtausends aufgelöst, die Fahne ins Stadtmuseum gegeben.

Hopfen im eigenen Garten

Haben ein Auge auf den Hopfengarten: die Brauer-Azubis der Einbecker Brauhaus AG.

Was braucht es für ein gescheites Einbecker Bier? Unter anderem natürlich Hopfen. Nun bekommt die Einbecker Brauerei ihren Hopfen zum Bier brauen natürlich in größeren Mengen. Aber um allen Besuchern einmal zu zeigen, wie eine Hopfenpflanze aussieht, hat das Unternehmen seit ein paar Wochen einen eigenen, kleinen Hopfengarten – passenderweise direkt vor dem Startpunkt zu den Brauereibesichtigungen. Hier kann den Gästen direkt an der wachsenden Pflanze erläutert werden, wie Hopfen beschaffen ist, wie er gedeiht, wie die Pflanze sich anfühlt, wie sie riecht: Bier brauen mit allen Sinnen sozusagen. Gepflegt werden die Hopfenpflanzen von den Brauer-Auszubildenden, die gemeinsam mit dem technischen Leiter Christoph Benseler ein wachsames Auge auf den Hopfen haben. Damit er wachse und gedeihe. Bereits vor zwei Jahren waren in Einbeck die ersten Innenstadt-Hopfenpflanzen am Möncheplatz gesetzt worden. Diese sind inzwischen gut empor gewachsen und zeigen jedem Innenstadt-Besucher, wie eine der wichtigsten Bierzutaten eigentlich aussieht.

Christoph Benseler wässert die Hopfenpflanzen.

Einbecker Bierordenträger ist „Botschafter des Bieres“

Julia Klöckner und Sigmar Gabriel. Foto: DBB/CHLietzmann

Sigmar Gabriel erzählt sie gerne, und er hat sie schon oft erzählt: die Geschichte, die ihn mit dem Einbecker Bier verbindet. Anfang der 1980-er Jahre hat der ehemalige Außenminister, Vizekanzler, SPD-Vorsitzende, Wirtschaftsminister und niedersächsische Ministerpräsident in den Semesterferien als Bierfahrer in der damaligen Niederlassung der Einbecker Brauerei in Goslar gearbeitet. 2001 wurde Sigmar Gabriel mit dem Einbecker Bierorden der Karnevalsfreunde und der Brauhaus AG ausgezeichnet. Damals war er noch Ministerpräsident in Niedersachsen. Jetzt, da er sich anschickt, der Politik komplett den Rücken zu kehren, ist der Goslarer zum Botschafter ernannt worden, zum „Botschafter des Bieres“ 2019. Damit ist er der erste Einbecker Bierordenträger, der quasi befördert worden ist. Das Botschafter-Amt hat Sigmar Gabriel beim Deutschen Brauertag in Berlin von einer Weinkönigin übernommen, von einer ehemaligen jedenfalls: Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) war im vergangenen Jahr „Botschafterin des Bieres“.

Sigmar Gabriel sagte mit Blick auf die Auszeichnung laut einer Pressemitteilung des Deutschen Brauer-Bundes: „Als Niedersachse, dessen Heimat seit jeher für eine reiche Braukultur bekannt ist, fühle ich mich den Brauereien verbunden. Während meiner Studienzeit habe ich sogar einmal in einer Brauerei gearbeitet und konnte erstmals hinter die Kulissen des Brauhandwerks blicken. Ich freue mich, den Titel des Botschafters ein Jahr lang führen zu dürfen. Deutsche Brauereien stehen symbolhaft für Nachhaltigkeit, Tradition und Innovation. Sie pflegen nicht nur eine Jahrtausende alte Tradition des Bierbrauens, sondern stellen sich durch konsequente Modernisierung auf die Herausforderungen der Zukunft ein. Sie sichern Arbeitsplätze im ländlichen Raum, sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und Handelspartner für Landwirte und andere Zulieferbranchen und stehen für eine weltweit einmalige Vielfalt von Bieren.“

Der Deutsche Brauer-Bund (DBB) ernennt seit 2002 „Botschafter des Bieres“. Mit diesem Titel ehren die deutschen Brauer Menschen, die sich durch außergewöhnliches Engagement auszeichnen. Frühere Botschafter des Bieres waren die Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (2018), Ministerpräsident Winfried Kretschmann (2017), Bundestagspräsident Prof. Norbert Lammert (2016), Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (2015), Grünen-Parteichef Cem Özdemir und die Moderatorin Sonya Kraus (2014), Bundeskanzleramtschef Peter Altmaier (2013), die Europaabgeordnete Renate Sommer (2012), die Moderatorin und Sängerin Ina Müller und Unionsfraktionschef Volker Kauder (2010/2011), die ehemalige Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (2009), Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (2008), der ehemalige Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (2007), der vormalige Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (2006), der frühere Bundesarbeitsminister Norbert Blüm (2005), die Schauspielerin und Moderatorin Jessica Schwarz und der ehemalige Ministerpräsident Peter Müller (2004), die Moderatorin Barbara Schöneberger und der vormalige Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (2003) sowie Moderator Manuel Andrack und der ehemalige Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt (2002).

Sigmar Gabriel an der Würzpfanne im Sudhaus der Einbecker Brauhaus AG. Archivfoto

Bier-Pendler

In der Verladehalle wird geladen. Der Shuttle pendelt zwischen der Papenstraße und der Logistik in der Hansestraße.

Sie sind präsent im Stadtbild, denn sie sind werktags ständig von morgens bis zum späten Nachmittag unterwegs: die Shuttle-Lkw der vom Einbecker Brauhaus beauftragten Spedition, die die Brau- und Abfüllstätte in der Papenstraße mit dem Logistikzentrum in der Hansestraße verbinden. Die 40-Tonnen-Lkw-Auflieger, in die fünf Gabelstapler-Ladungen hinein passen, strahlen im neuen Design. Alle drei Auflieger sind komplett neu und können auf dem innerbetrieblichen Transport durch das westliche Einbeck glänzen. Jeder Fahrer ist mehr als 20 Mal pro Werktag auf der Pendelstrecke unterwegs. Einer der drei Auflieger ist als „Bockbringer“ im schwarzen Bockbier-Design auf der Straße, die anderen beiden Auflieger leuchten im Einbecker Grün. Die Zugmaschine bringt den Auflieger aus Richtung Neustädter Kirchplatz durch die Brauerei, quasi auf der historischen Papenstraße, und nimmt aus der Verladehalle einen anderen Auflieger mit. Hinter der Verladehalle verlässt der Lkw nach diesem Tausch die Brauerei wieder über die Hägermauer in Richtung Logistik.

Neuer Shuttle-Auflieger in der Verladehalle der Brauerei, 25 Tonnen Ladegewicht passt da hinein.

Die Lkw-Auflieger haben eine Speziallänge, damit sie die enge Passage an der Hägermauer befahren können.

Der 40-Tonnen-Auflieger, der hier mit dem Lkw die Brauerei verlässt, ist gut 13 Meter lang.

Neuer Auflieger für den Shuttle, hier im Brauhaus-Grün.

Bier im Regionalregal

Ulrich Meiser reicht Einbecker Bier bei der Eröffnung des Regionalregals in Göttingen. Foto: Regionaler Erzeugerverband Südniedersachsen

Viele der regionalen Produkte verlassen „den Schutz des Hofladens“, wie es Dr. Cord Stoycke vom niedersächsischen Verbraucherschutzministerium so schön ausdrückte, und stellen sich nun dem Wettbewerb im Lebensmitteleinzelhandel. Das Bier aus Einbeck steht dort schon länger – und dennoch gehört der Gerstensaft aus der Heimat guter Biere natürlich dazu, wenn der Regionale Erzeugerverband Südniedersachsen (mit Geschäftsstelle direkt neben der Einbecker Brauerei) sein neues „Regionalregal“ präsentiert. Mehr als 25 Lebensmittel aus der Region gibt es im Supermarkt ab sofort an einer zentralen Stelle: Der Regionale Erzeugerverband Südniedersachsen hat die ersten zwei Regionalregale der Marke „Kostbares Südniedersachsen“ aufgestellt, weitere sollen folgen. Sie bieten im Rewe-Markt von André Riethmüller in Göttingen-Geismar und im Edeka-Markt von Thomas Köhler in Göttingen-Grone vom Honig über den Ketchup bis zum Kaffee eine umfangreiche Palette regionaler Produkte gebündelt an einem Ort. Und natürlich Einbecker Bier.

„Wir versuchen den Orientierung suchenden Verbrauchern eine von Ehrlichkeit geprägte Unterstützung zu geben“, sagte Siegfried Kappey, Vorsitzender des Erzeugerverbandes, zur Motivation seines Vereins. Die Einbecker Brauhaus AG ist dort Mitglied, unterstützt die Idee. Er dankte allen Unterstützern und Partnern, die es ermöglicht hätten, nach drei Jahren vorbereitender Aufbauarbeit im Verband nun das Regionalregal für Supermärkte anzubieten. Den zwei ersten Exemplaren in Göttingen sollen weitere in der Region folgen. Wer die regionale Idee lebe wie die beiden Kaufleute mit ihren Märkten könne ebenfalls ein Regionalregal in seinem Lebensmittelmarkt aufstellen, sagte Kappey.

Dabei handelt es sich um ein Standardregal mit einem markanten, sonnengelben Design, das in Breite und Tiefe je nach aufgenommenen Produkten variiert werden kann. An den Seitenwänden informieren einige der Produzenten über ihre Betriebe und das, was sie herstellen. Das Standardregal wird ergänzt von einer mit gleichem Logo für den Verbraucher erkennbaren Kühltheke, beispielsweise für Wurstwaren. Hinzu kommt außerdem ein Obst- und Gemüseregal, in dem die Kunden Kartoffeln, Gemüse oder Äpfel finden.

Der 2016 gegründete Verein mit inzwischen mehr als 125 Mitgliedern und seiner Geschäftsstelle in Einbeck vergibt die Marke „Kostbares Südniedersachsen“ an seine Mitgliedsbetriebe, die die Kriterien erfüllen. Voraussetzung dafür, die Marke zu erreichen, ist die Herkunft der Rohstoffe und die Be- und Verarbeitung: Sie muss in den Landkreisen Northeim, Göttingen/Osterode, Goslar oder Hildesheim verortet sein. Ausnahmen sind möglich, der Rohkaffee einer Rösterei kommt beispielsweise natürlich nicht aus dem Landkreis. Und Transparenz ist dem Regionalverband sehr wichtig. Echt, ehrlich, regional – diesen Anspruch des Regionalen Erzeugerverbandes Südniedersachsen zu definieren und bei den Mitgliedsbetrieben zu überprüfen ist Aufgabe des sechsköpfigen Qualitätsausschusses unter der Leitung von Jürgen Hoffmeister.

Dr. Cord Stoycke vom niedersächsischen Verbraucherschutzministerium freute sich darüber, dass die teilnehmenden regionalen Produzenten den Schritt „aus dem Schutz des Hofladens in den Lebensmitteleinzelhandel“ gegangen seien, wie er sagte. „Das Ministerium steht hinter der regionalen Vermarktung.“ Sie biete Frische, Nähe und Transparenz und trage dazu bei, eine Identität für die Region zu schaffen.

„In der Region wird viel Gutes produziert – das wird hier deutlich“, sagte Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler bei der Eröffnung des ersten Regionalregals. Landrat Bernhard Reuter zollte Anerkennung für den Mut der Produzentenfamilie, jetzt gebündelt im Lebensmittelmarkt präsent zu sein. „Es wird sich lohnen“, ist Reuter sicher. Es gebe immer mehr Menschen, die qualitative Lebensmittelmittel zu schätzen wüssten. Das regionale Bewusstsein, das immer mehr steige, sei nicht zuletzt auch bei den von mehr als 10.000 Menschen besuchten Regionaltagen in Waake im vergangenen September deutlich geworden. Der Landrat appellierte an die Verbraucher, die Chance zu nutzen und im Regionalregal zuzugreifen. „Ich dachte, das wäre eine kleine Nische, aber es ist eine große Fläche.“

André Riethmüller, Landrat Bernhard Reuter und Siegfried Kappey (v.l.) am Regionalregal.

Vor dem neuen Regionalregal im Supermarkt (v.l.): Rewe-Kaufmann Andre Riethmüller, Erzeugerverband-Vorsitzender Siegfried Kappey, Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler, Edeka-Kaufmann Thomas Köhler, Jörg Helmsen von der Marketinggesellschaft Niedersachsen und Dr. Cord Stoyke vom niedersächsischen Verbraucherschutzministerium.

Pünktlich zum Fest: Einbecker in Keene

Weihnachtsbeleuchtung über der Hullerser Straße unweit der Brauerei. Archivfoto

Frohe Botschaft für alle Einbecker Fans in Einbecks Partnerstadt Keene in den USA: Wie der stellvertretende Bürgermeister Albert Thormann auf Facebook vermeldet, gibt es jetzt Einbecker Bier (endlich) auch in New Hampshire. Seit 2002 sind Einbeck und Keene partnerschaftlich verbunden.

Allen Freunden des Einbecker Bieres und dieses Blogs damit ein bieriges Christfest, frohe Weihnachten und einen guten Jahreswechsel. Dabei darf Einbecker eigentlich nie fehlen. Egal wo.

 

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