Einbecker Bierblog

Wissenswertes aus der Heimat guter Biere

Archiv für das Schlagwort “Bier”

Neues Bier-Brot

Hendrik Schulze (l.) mit Einbecker-Marketingleiter Ingo Schrader. Foto: Einbecker Brauhaus AG

Ein Brot, gebacken mit Winterbock aus Einbeck, das gibt’s jetzt in den Filialen der Feinbäckerei Thiele. „Eine perfekte Zutat zur Verfeinerung des echten Brotgeschmacks“, sind sich der Marketingleiter der Einbecker Brauhaus AG, Ingo Schrader, und Thiele-Filialleiter Hendrik Schulze einig. Das exklusive Bier-Brot sei ein wahrer Genuss, und zwar nicht nur für Bierliebhaber, heißt es in einer Presseinformation. Handwerkliche Kreativität in Südniedersachsen habe das dunkle, malzige Einbecker Winter-Bockbier mit bestem Mehl aus der Region vereint zu einem saftigen aromatischen Bier-Brot. Die Feinbäckerei Thiele feiert in diesem Jahr ihr 140-jähriges Bestehen. Die neue Brotsorte ist nicht die erste mit Einbecker Bier, jedoch die einzige erhältliche.

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Einbecker Bierkasten-Sitz

Joachim Dörge und Steffanie Noster.

Die Idee ist so einfach wie praktisch: Auf einem Bierkasten, in dem noch gefüllte Flaschen sind, kann man schlecht sitzen, man kann diesen ja auch nicht umdrehen, um die Kiste beispielsweise bei einer Feier vorübergehend als Hocker zu nutzen. „Einbecker dürfen das“, eine 2007 entstandene Initiative von Steffanie Noster (und der Einbecker Maler-Familie Dörge) mit allerlei Merchandising-Produkten unter diesem selbstbewussten Spruch, hat deshalb jetzt einen Sitz entwickelt, der perfekt auf einen Einbecker Bierkasten passt. Und zwar mit den Maßen nur ideal auf diesen 20-er Kasten aus der Heimat guter Biere. Auf dem gepolsterten Bezug aus unempfindlichem Kunstleder prangt der Schriftzug, wer den Sitz auf einen Bierkasten stellt, kann praktisch und bequem darauf sitzen. Und hat das Einbecker Bier auch immer unmittelbar griffbereit. Erstmals gibt es die in einer bislang kleinen Auflage in Handarbeit gebauten Bierkasten-Sitze beim Einbecker Eulenfest (12. bis 14. Oktober) an einem Stand der Initiative „Einbecker dürfen das“ und von Stadtfest-Veranstalter Einbeck Marketing GmbH zu erwerben.

Als es in der Bierstadt noch Studentenleben gab

Auszug aus einer mehrseitigen Bier-Zeitung der Studentenvereinigung Unitas von 1874/75.

Dass Einbeck eine Bierstadt ist, weiß jeder. Dass Einbeck bei Studierenden beliebt ist, auch. Dass es aber einstmals nicht nur in Göttingen, sondern in Einbeck selbst ein durchaus reges Studentenleben gab, wissen heute nur noch Geschichtsinteressierte. Das Stadtarchiv Einbeck hat in diesen Tagen an diese Vergangenheit erinnert und dabei eine Bier-Zeitung von 1874/75 bei Facebook veröffentlicht, die dort im Original vorliegt. Darin sind verschiedene Zeichnungen zu sehen, bei denen natürlich das Bier eine große Rolle spielt und beispielsweise angeregt wird, dass die Hörsäle ja besser gefüllt wären mit Studenten, wenn dort ein gut gezapftes Bier gereicht würde…

1871 gründete Dr. Emil Kirchner in Einbeck eine technische Privatschule, das „Technikum“. Kirchner wollte technische Facharbeiter und Ingenieure ausbilden. Er gründete auch einen burschenschaftlichen Verein, in dem alle Studenten vertreten sein sollten, „Unitas“ genannt. Aus dieser großen Verbindung spalteten sich verschiedene Korporationen wie Bavaria, Germania, Thuringia usw. ab, es gab Gesangvereine, einen Fechtclub, einen Literaturclub, Kegelclub und sogar einen Schlittschuhclub, weiß das Einbecker Stadtarchiv zu berichten.

Von den feucht-fröhlichen Abenden der „Unitas“ zeugt die Bier-Zeitung mit ganz besonderen Zeichnungen, die Bezug auf den Unterricht oder auch auf die Einbecker Häuser nehmen, die nur aus einem bestimmten Grund vorkragend erbaut wurden…

Bier für Frauen

Szene aus „Bier für Frauen“ mit Felicitas Heyerick. Foto: Julia Lormis/Domfestspiele

Bier für Frauen – und selbstverständlich auch für Männer – gab es nur vor und nach der Vorstellung. Natürlich Einbecker Bier. Leider aber nicht während des Soloauftritts der wandlungsfähigen Akteurin mit mehreren Gesichtern. Nicht auf der Studiobühne, nicht bei den Zuschauern. „Bier für Frauen“ heißt das Theaterstück von Felicia Zeller, das in diesem Sommer fünf Mal auf der kompakten Empore der Klosterkirche in Brunshausen bei den Gandersheimer Domfestspielen gegeben wird (noch am 8., 14., 17. und 21. Juli).

Felicitas Heyerick, die „Buhlschaft“ aus dem „Jedermann“ vor dem Dom, hat sich der zusammenhanglosen, vermeintlich gehaltfreien Texte angenommen, denn „Bier für Frauen“ basiert auf in jahrelanger Trink- und Sprachrecherche gesammelten Gesprächsfetzen. Aus Worten und Sätzen, die frau so sagt nach einem, zwei oder mehr Gläsern Gerstensaft. Das Stück ergründet amüsant die Formen der weiblichen Kommunikation, die sich im Laufe massiven Bierkonsums verändert. Gelallt wird auf der Studiobühne aber nicht, das wäre auch zu platt, es geht feiner zu. Felicitas Heyerick macht zwar ein Fass auf, verschafft knapp eineinhalb Stunden lang den unterschiedlichsten alkoholisierten Frauenfiguren in ihrem leidenschaftlichen und mit viel brilliantem Gesang garnierten Bühnensolo gehopft wie gesungen unterhaltsam Ausdruck. Sie widerlegt einen Leserbriefschreiber, der mal der Süddeutschen Zeitung geschickt hatte, dass Frauen beim Bier trinken albern, dann träge und später zu nichts mehr zu gebrauchen seien. Felicitas Heyerick zeigt sehr schön, dass es auch anders sein kann. Alle Figuren, die sie darstellt, scheitern, die erfolgreiche Karrierefrau, die überforderte Mutter, die naive Tussi, die philosophische Therapeutin. Bier spielt dabei eine Rolle. Aber alle scheitern sie anders, im Leben und beim Sprechen mit ein paar Promille. Allen fehlt entweder das Geld, die Zeit, der richtige Job, der Partner oder alles zusammen. Der Alkoholkonsum spült die tieferliegenden Geschichten an die Oberfläche. Besonderes Lob an die Ausstattung, die Bierreklametafeln köstlich persifliert hat: Da wird beispielsweise der Franziskaner-Schriftzug zum „Frauenzimmer“. Leider hatte die Solistin nach der Premiere gegorenen Traubensaft im Glas. Trotzdem: Bier für Frauen!

Einbecker in Wieselburg

Ratsvorsitzender Frank Doods (r.) überreichte das Gastgeschenk an Wieselburgs Bürgermeister Günther Leichtfried: Einbecker Mai-Ur-Bock mit den passenden Gläsern. Foto: Gemeinde Wieselburg

Vor einem Jahr bekamen die Bürgermeisterin und der Stadtrat eine Kiste Bier aus Wieselburg, der österreichischen Partnerstadt, die ja auch eine Bierstadt ist. Jetzt war eine Delegation der Stadt Einbeck zu Gast in Wieselburg. Und hatte natürlich die passende Antwort im Gepäck: Ohne Einbeck gäb’s schließlich kein Bockbier, auch nicht in Österreich. Das Gastgeschenk Einbecker Bier (selbstverständlich Mai-Ur-Bock) wurde vom Delegationsleiter, dem Ratsvorsitzenden Frank Doods (SPD), an Wieselburgs Bürgermeister Günther Leitfried übergeben. Neben einem Arbeitstreffen gab es bei dem Austausch-Besuch ein interessantes Programm für die Besucher aus Einbeck, u.a. mit einer Besichtigung des Klosters Melk. Ob dort Bier getrunken wurde, ist nicht überliefert.

Auf der frischen Fassspur

Ulrike Lauerwald (l.) und Ronja Gillmann mit dem neuen Flyer. Foto: Tourist-Info Stadt Einbeck

Eine frische Fassspur zieht sich wieder durch Einbeck: Pünktlich zur startenden Tourismus-Saison ist das kostenlose, zweisprachige Faltblatt über den „Einbecker Bierpfad“ in einem neuen Design aufgelegt worden. Dieses gibt es druckfrisch in der Tourist-Information im Eicke’schen Haus, teilte Tourismus-Leiterin Ulrike Lauerwald mit. Der „Einbecker Bierpfad“ ist ein Stadtrundgang auf eigene Faust mit einer Länge von etwa 2,3 Kilometern innerhalb der alten Wallanlagen. Entlang der Route bieten Bierfässer mit integrierten Erläuterungstafeln Interessantes in Wort und Bild rund um die Einbecker Bierhistorie. Die aufgesprühten Bierfässer, die den Pfad weisen, hat der Kommunale Bauhof der Stadt Einbeck aufgefrischt. In einem nächsten Schritt sollen für die Saison 2019 in Zusammenarbeit mit dem Kommunalen Bauhof und einer Werbeagentur Ideen für eine noch wetterfestere Komplettsanierung der Stahlfässer und deren Informationen des Pfades entwickelt werden, erklärte Lauerwald.

Übersicht auf Plan mit Erläuterung für den Bierpfad durch Einbeck – das ist das neue Faltblatt in englischer und deutscher Sprache. Abbildung: Stadt Einbeck

Bock-Box für Entdecker

Bock-Box für Entdecker.

Aus Einbeck in die ganze Welt – schon seit Jahrhunderten erfreut das Bier aus Einbeck nicht allein in der Region die Biergenießer. Weltweit kennt man den stärker eingebrauten Gerstensaft bereits lange. Er ist von jeher bei Bierkennern in vielen Ländern sehr beliebt, weil er einstmals haltbarer als andere Biere unbeschadet auch weitere Land- und Seewege überstanden hat und exportiert werden konnte. Jetzt gibt es ein neues Bockbier aus Einbeck, der Heimat des Ur-Bocks, das daran erinnern will: den Export-Ur-Bock. Ihn hat die Einbecker Brauhaus AG wie seine Saisonbockbiere in einem Sud eingebraut, der nicht dauerhaft im Sortiment ist – wenn dieser ausverkauft ist, dann ist er ausgetrunken. Markant-kräftig mit feiner Hopfennote ist das Export-Bockbier zwischen dem hellen und dem dunklen Ur-Bock angesiedelt. Opak, also nicht durchsichtig, ist das naturtrübe Bockbier, auch wenn es im Glas eingeschänkt nicht den Trübegrad hat wie das „Ainpöckisch 1378“.

Einmal um die ganze Welt und die Flaschen voller Bockbier.

Erhältlich ist das Export-Bockbier ausschließlich in der Pappbox in einer limitierten Sonderedition mit dem pfiffigen Namen „Entdecker-Bocks“. Neben sieben Flaschen ist ein Bierglas enthalten mit Relief-Wappen – und einem Hingucker auf dem Glasboden, der gut sichtbar wird, wenn das Bier ausgetrunken ist: „Seit 1378“ steht dort. Vorbild der Edition in der Pappverpackung ist die unter anderem im Reformationsjubiläumsjahr erhältliche Box mit Luthers Lieblingsbier, dem „Ainpöckisch 1378“. Auf der neuen „Entdecker-Bocks“ aus Pappe wird die Export-Biergeschichte des Einbecker Bieres erzählt: Schon zu Zeiten der mittelalterlichen Hanse im 14./15. Jahrhundert war das Bier aus Einbeck weit geführet, kam bis Reval, Amsterdam und Italien. Auch der bekannte Seeräuber Klaus Störtebeker dürfte hier und da mal ein Fass Einbecker Bieres auf der Nord- und Ostsee erbeutet und genossen haben. Dass die bayerischen Herzöge im frühen 17. Jahrhundert einen Braumeister aus Einbeck abwarben, um das Bier ainpöckischer Brauart auch in München zu brauen, ist bekannt. Weniger bekannt dagegen ist, dass Einbecker Bier im 19. Jahrhundert bis nach Australien, Asien, Südafrika und Südamerika exportiert worden ist und dort Medaillen und andere Auszeichnungen erhielt. Bei der Weltausstellung 1879 in Sydney beispielsweise ist das Bier der Einbecker Brauerei prämiert und ausgeschänkt worden. 1886 warb der Kaufmann und Importeur F. Stoltenhoff damit, dass er der Einzige war, der Export-Bockbier aus Einbeck nach Kapstadt einführen durfte. Einer der größten Importeure Asiens (Jebsen & Co.) brachte das Einbecker 1895 nach Hongkong. In Guatemala wurde das Export-Ur-Bock 1898 vom Ministerio de Formento mit dem Großen Preis ausgezeichnet.

Hingucker auf dem Glasboden.

Für das Export-Bockbier werden ausschließlich neue Einbecker-Glasflaschen verwendet, damit diese in der hochwertigen Verpackung eine gute Figur machen und nicht schon leichte Mehrwegspuren aufweisen, die nach mehrere Mehrweg-Umläufen unvermeidbar wären. Die neue „Entdecker-Bocks“ gibt es ausschließlich im Fan-Shop der Brauerei, bei der Einbecker Tourist-Information im Eicke’schen Haus und bei ausgewählten Getränkehändlern zu kaufen.

Export Ur-Bock, die neue naturtrübe Spezialität, ist zunächst nur einmal gebraut worden.

Schöner Bierdeckel jetzt praktischer

Bierdeckel-Seite.

Bierdeckel sind rund. Oder eckig. Oder Kunstwerke. Oder sie haben eine originelle Stanzung wie der neue von der Einbecker Brauhaus AG, der seit einigen Monaten in der Gastronomie zuhause ist. Der Bierdeckel hat die Form der Einbecker „E“-Wappenmarke und ist auf den Gasthaus-Tischen garantiert ein Hingucker. Aber er war in seiner ersten Auflage nicht ganz so praktisch für die Wirte. Denn auf der einen Seite ist der Deckel im Farbton bis zum Rand gefärbt, auf der anderen Seite gibt es zwar einen weißen Rand, aber nur einen schmalen. Einen zu schmalen für die Gastwirte, um gut sichtbar ihre Striche dort zu markieren und zu notieren, wie viele Biere man dem Gast schon serviert hat. Diese Kritik habe man aufgenommen und eine Verbesserung jetzt umgesetzt, sagt Brauhaus-Sprecher Ulrich Meiser. Deshalb gibt es den schönen Einbecker Bierdeckel auf der einen Seite nun mit einem breiteren weißen Rand um die „E“-Marke. Dann kann dem nächsten Gasthaus-Besuch in der Heimat guter Biere ja imgrunde nichts mehr im Wege stehen.

Der weiße Rand wird breiter: Einbecker Bierdeckel in markanter Stanzung.

Platz für 3,5 Millionen Bier-Flaschen

Viel Platz ist in der neuen Logistikhalle. Foto: Einbecker Brauhaus AG

Die Einbecker Brauhaus AG hat eine neue Logistikhalle in ihrem Zentrum an der Hansestraße in Betrieb genommen. Diese Halle bietet auf 2500 Quadratmetern insgesamt Platz für 4000 Paletten Vollgut, das sind mehr als 3,5 Millionen Flaschen frisches Bier. „Durch die Größe der neuen Halle und den Wegfall von internem Werkverkehr verbessern wir die Warenverfügbarkeit für unsere Großhändler,“ sagt Thomas Asmer, Leiter des Logistikzentrums. „Unser Ziel sind kurze Wege.“ Den Nutzen haben nach Angaben der Einbecker Brauhaus AG vor allem die Abholer des Getränkefachgroßhandels.

Der Erweiterungsbau mit einer Investitionssumme von rund 1,5 Millionen Euro ist erforderlich geworden durch eine steigende Zahl von Artikeln und durch die Konzentration der Abfüllung am Standort Einbeck. Außerdem benötigt das Einbecker Brauhaus mehr Platz für die Sortierung des Flaschenleerguts und die Verpackung von Kleingebinden. Die freitragende Hallen-Konstruktion sorgt dafür, dass die Fläche optimal ausgenutzt werden kann. Durch eine moderne Heizungstechnik (so genannte Dunkelstrahler) ist die Halle frostfrei, der Staub wird reduziert.

Die neue Logistikhalle ist der Abschluss des 2014 begonnenen Masterplans. „Die Gesamtinvestitionen von 20 Millionen Euro haben sich gelohnt“, sagt Vorstandssprecher Lothar Gauß. „Dadurch konnten wir die Wirtschaftlichkeit und die Durchlaufzeiten in allen Bereichen deutlich erhöhen.“

Die Wege vieler führen zum Brauhaus

Straßenschild Am Brauhaus.

Einbeck ohne Brauhaus? Nicht vorstellbar. Die Wege vieler Einbeck-Besucher führen automatisch zum Einbecker Brauhaus, ist doch ein Besuch der Stadt der Brau- und Fachwerkkunst ohne eine Visite der Brauerei schlicht nicht vorstellbar. Das sagten sich auch die Macher des Online-Luxus&Lifestyle-Magazins „Lustfaktor“, die kürzlich einer Einladung ins Brauhaus gefolgt waren. Und danach nun viel Interessantes in Wort und Bildern zu berichten haben. Hier ist der Bericht zu finden. „Biertrinken gehört seit Jahrhunderten zu unserer Kultur wie das Eis zum Nordpol“, schreibt Herausgeber Andreas Conrad treffend. Witzig der bildliche Abschluss des Beitrags: Nach dem Umtrunk im Urbockkeller könnten die Bilder schon mal verwackeln 😉

P.S.: Die Einbecker Brauhaus AG ist zwar eine kleine Brauerei, ein paar Mitarbeiter mehr als 40 sind es dann aber schon 🙂 Ende 2016 waren es 127.

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