Einbecker Bierblog

Wissenswertes aus der Heimat guter Biere

Einbecker im Berliner Sommer

Prost, Einbecker! Birgit Honé, Stephan Weil und Martin Deutsch im Garten der Landesvertretung in Berlin. Foto: Ulrich Stamm/Einbecker Brauhaus AG

Für Ministerpräsident Stephan Weil, den Einbecker Bierordenträger, war es das siebte Sommerfest in Berlin während seiner Amtszeit, insgesamt fand das Sommerfest der Niedersächsischen Landesvertretung in Berlin bereits zum 19. Mal statt. Und Einbecker war natürlich wieder mit dabei. Birgit Honé, Bevollmächtigte des Landes Niedersachsen beim Bund, hatten im Garten der Landesvertretung mehr als 3000 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kunst und Medien willkommen geheißen, gesehen wurde auch in diesem Jahr wieder Einbecks Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek. Stephan Weil prostete dem Einbecker-Vorstand Martin Deutsch und Birgit Honé entspannt zu: „Auf ein fröhliches Fest!“ Im Ausschank waren an dem Sommerabend die beiden Kulinarischen Botschafter Niedersachsens 2019, Einbecker Brauherren Pils und Einbecker Brauherren alkoholfrei. Die Einbecker Brauer hatten für das Brauherren alkoholfrei die neu gedruckte Bierdeckel-Edition („Auf NICHTS verzichten!“) mit nach Berlin genommen.

Alkoholfreier Bierdeckel aus Einbeck.

Hopfen im eigenen Garten

Haben ein Auge auf den Hopfengarten: die Brauer-Azubis der Einbecker Brauhaus AG.

Was braucht es für ein gescheites Einbecker Bier? Unter anderem natürlich Hopfen. Nun bekommt die Einbecker Brauerei ihren Hopfen zum Bier brauen natürlich in größeren Mengen. Aber um allen Besuchern einmal zu zeigen, wie eine Hopfenpflanze aussieht, hat das Unternehmen seit ein paar Wochen einen eigenen, kleinen Hopfengarten – passenderweise direkt vor dem Startpunkt zu den Brauereibesichtigungen. Hier kann den Gästen direkt an der wachsenden Pflanze erläutert werden, wie Hopfen beschaffen ist, wie er gedeiht, wie die Pflanze sich anfühlt, wie sie riecht: Bier brauen mit allen Sinnen sozusagen. Gepflegt werden die Hopfenpflanzen von den Brauer-Auszubildenden, die gemeinsam mit dem technischen Leiter Christoph Benseler ein wachsames Auge auf den Hopfen haben. Damit er wachse und gedeihe. Bereits vor zwei Jahren waren in Einbeck die ersten Innenstadt-Hopfenpflanzen am Möncheplatz gesetzt worden. Diese sind inzwischen gut empor gewachsen und zeigen jedem Innenstadt-Besucher, wie eine der wichtigsten Bierzutaten eigentlich aussieht.

Christoph Benseler wässert die Hopfenpflanzen.

Der Bannmeile auf der Spur

Bannmeilen-Stein auf der Hube unweit des Grillplatzes.

An die Errichtung der Bannmeilensteine vor 40 Jahren will eine Veranstaltung des Einbecker Sportvereins (ESV) und der Einbecker Brauhaus AG in diesem Jahr erinnern – und jeder kann dabei sein: Am 8. September (Sonntag) sollen alle acht Steine auf verschiedene Weise erkundet werden können. Start ist zwischen 9 und 10 Uhr auf dem Brauereihof. Von dort aus können Interessierte wandern, laufen, walken, Fahrrad fahren, reiten oder mit dem Auto fahren. Der Einbecker Automobilclub bietet dazu eine Oldtimer-Ausfahrt. Ziel für alle ist die Hube, wo es nicht nur Speis und Trank, sondern auch ein buntes und sportliches Programm geben soll.

Die Bannmeilensteine sind 1978 aufgestellt worden und erinnern an die Bannmeile rund um die Bierstadt Einbeck. Die Einbecker Brauhaus AG hat die acht Steine, jeweils postiert an den Standorten der ehemaligen Wachtürmen der Einbecker Landwehr, der Stadt Einbeck zum 600-jährigen Jubiläum in Erinnerung an den ersten Bier-Beleg geschenkt. Bei einem Bannmeilenmarsch wurden die acht Bannmeilen-Steine vom Rat der Stadt und von der Bevölkerung am 5. Mai 1979 besichtigt, so ist es im Archiv der Einbecker Brauerei notiert.

Daran soll die Veranstaltung am 8. September 2019 erinnern:

  • Die Wanderer gehen vom Brauereihof entlang des Krummen Wassers über Kuventhalerturm, Andershausen zur Hube.
  • Die Radtour führt von der Brauerei zum Roten Turm (bei der Kläranlage), dann geht es über Reinserturm, Pinkler, Klapperturm, Kuventhalerturm und Andershausen zur Hube.
  • Die sportliche Bikertour führt von der Brauerei über Leineturm, Negenborn, Aussichtsturm, Schwarze Hütte zur Hube und enthält einen anspruchsvollen Aufstieg vom Leineturm nach Negenborn.
  • Die Automobilisten fahren jeden der acht Bannmeilensteine an.
  • Die Läufer starten auf der Hube (!) und drehen dann eine Runde über Köhlerhütte, Schwarze Hütte, Sendeturm durch den Stadtwald zurück zur Hube.

Anmeldungen sind aus organisatorischen Gründen notwendig und beim ESV möglich: Telefon 05561 4422 oder E-Mail info@einbecker-sv.de

Bannmeilen-Stein Roter Turm. Archiv-Foto: Einbecker Brauhaus AG

Einbecker Bierordenträger ist „Botschafter des Bieres“

Julia Klöckner und Sigmar Gabriel. Foto: DBB/CHLietzmann

Sigmar Gabriel erzählt sie gerne, und er hat sie schon oft erzählt: die Geschichte, die ihn mit dem Einbecker Bier verbindet. Anfang der 1980-er Jahre hat der ehemalige Außenminister, Vizekanzler, SPD-Vorsitzende, Wirtschaftsminister und niedersächsische Ministerpräsident in den Semesterferien als Bierfahrer in der damaligen Niederlassung der Einbecker Brauerei in Goslar gearbeitet. 2001 wurde Sigmar Gabriel mit dem Einbecker Bierorden der Karnevalsfreunde und der Brauhaus AG ausgezeichnet. Damals war er noch Ministerpräsident in Niedersachsen. Jetzt, da er sich anschickt, der Politik komplett den Rücken zu kehren, ist der Goslarer zum Botschafter ernannt worden, zum „Botschafter des Bieres“ 2019. Damit ist er der erste Einbecker Bierordenträger, der quasi befördert worden ist. Das Botschafter-Amt hat Sigmar Gabriel beim Deutschen Brauertag in Berlin von einer Weinkönigin übernommen, von einer ehemaligen jedenfalls: Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) war im vergangenen Jahr „Botschafterin des Bieres“.

Sigmar Gabriel sagte mit Blick auf die Auszeichnung laut einer Pressemitteilung des Deutschen Brauer-Bundes: „Als Niedersachse, dessen Heimat seit jeher für eine reiche Braukultur bekannt ist, fühle ich mich den Brauereien verbunden. Während meiner Studienzeit habe ich sogar einmal in einer Brauerei gearbeitet und konnte erstmals hinter die Kulissen des Brauhandwerks blicken. Ich freue mich, den Titel des Botschafters ein Jahr lang führen zu dürfen. Deutsche Brauereien stehen symbolhaft für Nachhaltigkeit, Tradition und Innovation. Sie pflegen nicht nur eine Jahrtausende alte Tradition des Bierbrauens, sondern stellen sich durch konsequente Modernisierung auf die Herausforderungen der Zukunft ein. Sie sichern Arbeitsplätze im ländlichen Raum, sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und Handelspartner für Landwirte und andere Zulieferbranchen und stehen für eine weltweit einmalige Vielfalt von Bieren.“

Der Deutsche Brauer-Bund (DBB) ernennt seit 2002 „Botschafter des Bieres“. Mit diesem Titel ehren die deutschen Brauer Menschen, die sich durch außergewöhnliches Engagement auszeichnen. Frühere Botschafter des Bieres waren die Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (2018), Ministerpräsident Winfried Kretschmann (2017), Bundestagspräsident Prof. Norbert Lammert (2016), Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (2015), Grünen-Parteichef Cem Özdemir und die Moderatorin Sonya Kraus (2014), Bundeskanzleramtschef Peter Altmaier (2013), die Europaabgeordnete Renate Sommer (2012), die Moderatorin und Sängerin Ina Müller und Unionsfraktionschef Volker Kauder (2010/2011), die ehemalige Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (2009), Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (2008), der ehemalige Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (2007), der vormalige Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (2006), der frühere Bundesarbeitsminister Norbert Blüm (2005), die Schauspielerin und Moderatorin Jessica Schwarz und der ehemalige Ministerpräsident Peter Müller (2004), die Moderatorin Barbara Schöneberger und der vormalige Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (2003) sowie Moderator Manuel Andrack und der ehemalige Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt (2002).

Sigmar Gabriel an der Würzpfanne im Sudhaus der Einbecker Brauhaus AG. Archivfoto

Kulinarischer Doppelbotschafter

Zwei Biere, zwei Urkunden: Aus den Händen von Ministerpräsident Stephan Weil (l.) erhielt Brauhaus-Marketingleiter Ingo Schrader die Auszeichnungen „Kulinarischer Botschafter“. Foto: EUROMEDIAHOUSE FOTOCENTRUM Thomas Braeunig

Regelmäßig sind die Einbecker erfolgreich bei diesem Wettbewerb dabei, in diesem Jahr grüßt das Brauhaus gewissermaßen als Kulinarischer Doppelbotschafter. In Hannover überreichte Ministerpräsident (und Einbecker Bierordenträger) Stephan Weil gleich zwei Ernennungsurkunden an Ingo Schrader, den Marketingleiter des Einbecker Brauhauses. Insgesamt 60 Lebensmittel von 45 Herstellern sind „Kulinarische Botschafter Niedersachsen 2019“. „Wieder als Kulinarischer Botschafter prämiert zu werden, erfüllt uns mit Freude. Und es ist uns eine Ehre, gemeinsam mit den anderen ausgezeichneten Produkten den guten Geschmack, den wir in Niedersachsen qualitätsbewusst erzeugen, auch überregional stolz zu präsentieren“, sagte Marketingleiter Ingo Schrader.

Ausgezeichnet wurde zum wiederholten Mal Einbecker Brauherren Pils, ingesamt zum achten Mal prämiert. Die Jury verteilte dieses Lob: „Strohblond, gekrönt mit kräftig-weißer Schaumkrone, mit klassisch-herbem Pils-Geschmack und angenehm spritzig erfrischt es die Kehle und lädt zur Entspannung ein. Mit seinem ausgewogenen Hopfenaroma, das nach Ingwer und Zitrone, aber auch ein bisschen nach Stroh duftet, entfaltet das Brauherren-Pils im Mund eine zurückhaltende wohltuende trockene Bittere, die lange im Nachtrunk erhalten bleibt. Dabei lassen die ausgewählten Edelmalze und Hopfen der Sorten „Herkules“ und „Magnum“ mehr Alkohol vermuten, als es enthält.“

Die zweite Auszeichnung ging an Einbecker Brauherren Pils alkoholfrei, mittlerweile nach 2012 und 2014 auch schon zum dritten Mal prämiert. „Ohne Alkohol, aber mit vollem norddeutschen Pils-Geschmack“, würdigte die Jury. „Der strohgelbe Durstlöscher mit seinen Zitrus- und Brotaromen überzeugt mit seinem schlanken Körper. Gut eingebunden ist die Hopfenbittere, die sich im Hauptdruck dezent zurückhält, jedoch im Nachtrunk spürbar bleibt. Mit seinem zitrus-fruchtigen und süßlich-malzigen Geschmack ist das Einbecker Brauherren Alkoholfrei ein frischer und perfekter Durstlöscher. Klar in der Farbe und mit leichter Rezens bietet es jederzeit einen unbeschwerten Genuss.“

Um das Label „Kulinarischer Botschafter“ zu erhalten, müssen sich die Produkte der Bewertung durch eine unabhängige Fachjury stellen. Alle Kulinarischen Botschafter Niedersachsen sind Lebensmittel, die sensorisch, d. h. in Geschmack, Aussehen, Geruch und Haptik, deutlich überdurchschnittlich in der jeweiligen Produktkategorie bewertet wurden und deshalb beispielgebend sind. Sie müssen in kompromissloser Qualität hergestellt werden und dürfen keine schönenden oder verbilligenden Zusatzstoffe, Hilfs- oder Füllstoffe enthalten, heißt es. Weitere Auswahlkriterien sind die Produktidee und eine authentische, transparente Produkt- und Unternehmensgeschichte. Außerdem müssen sie in Niedersachsen hergestellt werden. In der unabhängigen, ehrenamtlichen Fachjury arbeiten Spitzenköche, Sensorik-Experten, Marketing-Fachleute und Produktentwickler mit. Beworben hatten sich in diesem Jahr insgesamt 77 niedersächsische Unternehmen mit 146 verschiedenen Produkten, heißt es in einer Pressemitteilung der Einbecker Brauhaus AG.

Vision und Mission

Hätte sich bessere Zahlen für seine erste Hauptversammlung als Alleinvorstand gewünscht: Einbecker-Chef Martin Deutsch.

Vision und Mission der Einbecker Brauhaus AG hat das Führungsteam formuliert, Vorstand Martin Deutsch hat diese Strategie und Ziele bei der Hauptversammlung den Aktionären vorgestellt. Im Geschäftsbericht 2018 ist dazu auch eine Grafik veröffentlicht. „Unsere Biere sind begehrt, Marken und Brauerei erste Wahl“, heißt es dort. „Unsere Kunden genießen beste Bierqualität, die den Preis wert ist.“ Mit dieser Vision sei das langfristige Idealbild der Brauerei definiert, wo sie in fünf bis zehn Jahren stehen wolle. Als Mission habe die Brauerei beschrieben: „Wir sind global, wirtschaftlich erfolgreich unterwegs – fest verwurzelt in Einbeck“ und außerdem „Wir sind stolz auf unsere 650-jährige Braukompetenz, die wir innovativ und mit Begeisterung leben“ sowie „Wir bringen Menschen zusammen, fördern das Miteinander und verbinden Generationen“.

Das vergangene, nicht so gute Geschäftsjahr hat die Einbecker Brauhaus AG nach den Worten ihres Vorstandes genutzt, „um wichtige Weichen für den mittel- und langfristigen Erfolg“ zu stellen. Martin Deutsch führte die Situation in 2018, die er sich bei seiner ersten Hauptversammlung als Alleinvorstand „auch anders vorgestellt hätte“, wie er sagte, vor allem auf Einmaleffekte zurück, die in der Zukunft nicht mehr zu erwarten seien. Als letzter Punkt im Masterplan „Abfüllung und Logistik“ wird aktuell die Filtrationsanlage in Betrieb genommen. Die nächsten Schritte, um „am Ball zu bleiben“, wie es Martin Deutsch formulierte, betreffen die Produktionsanlagen von der Rohstoffaufbereitung (mit Wasserentgasung und Schrotmühle) über das Sudhaus bis zu den Gär- und Lagertanks. „Wir legen hier die Grundsteine für einen erfolgreichen Vertrieb in den nächsten zehn bis 20 Jahren“, sagte der Vorstand. Der technische Leiter Christoph Benseler arbeitet mit dem Team seiner Braumeister am Masterplan „Produktion“, der in den nächsten fünf bis sechs Jahren stufenweise umgesetzt werden soll.

Auch über die Marken informierte Martin Deutsch. Die Halbliter-Dose Mai-Ur-Bock beim Discounter Lidl habe in diesem Jahr gut vermarktet werden können und erschließe der Marke neue Verwender, sagte der Einbecker-Vorstand. Das gut laufende Einbecker Kellerbier wird künftig nicht mehr in der Longneck-Flasche, sondern in der Einbecker-Individualflasche vertrieben.

Mit ihrem „Einbecker Regionalkonzept“ will die Brauerei vom Trend der Regionalisierung profitieren. Als „Brauerei zum Anfassen“ werde man immer spürbarer, zuletzt mit der Umgestaltung des Eingangsbereichs und des Sudhauses, in Kürze werden Wochenendführungen folgen und noch mehr Menschen mit der Heimat guter Biere in Kontakt bringen.

Vorstand und Aufsichtsrat wurden mit Ausnahme von Aufsichtsrat Dr. Wilhelm Helms entlastet, dem die Entlastung knapp verweigert wurde. Kritik übten Aktionäre an ihm, weil er bereits angekündigt hatte, mit 80 Jahren aus dem Aufsichtsrat auszuscheiden, dies aber bislang nicht getan hatte. Für Tobias Waltl wurde Kai F. Binder neu in den Aufsichtsrat gewählt. Waltl hatte sein Mandat im Dezember aus persönlichen Gründen niedergelegt.

Zum dritten Mal in der PS-Halle fand die Aktionärsversammlung statt, neu war in diesem Jahr die Bühnendeko.

Brauhaus-Vorstand Martin Deutsch (2.v.l.) mit dem Aufsichtsrat, in den Kai F. Binder (Mitte) neu gewählt wurde und der außerdem aus (v.l.) Jürgen Brinkmann, Dr. Wilhelm Helms, Robert A. Depner (Vorsitzender), Arnold Schwulera und Knut Schiemann besteht.

Einbecker Bierboten radeln zum Peiner Hoffest

Am Brauereitor in Peine begrüßten Martin Deutsch (r.) und Christoph Benseler (l.) die Bierboten aus Einbeck. Foto: Einbecker Brauhaus AG

Rechtzeitig für das mittlerweile 23. Hoffest der seit 2013 zur Einbecker-Gruppe gehörenden Braumanufaktur Härke waren die „Einbecker Bierboten“ am Wochenende am Einbecker Neuen Rathaus mit ihren Fahrrädern nach Peine gestartet. Nach 112 Kilometern wurden die engagierten Freizeitsportler am Brauereitor in Peine von Martin Deutsch (Vorstand des Einbecker Brauhauses und in Personalunion Geschäftsführer der BrauManufaktur Härke) und Christoph Benseler (Technischer Leiter des Einbecker Brauhauses und Härke-Geschäftsführer) zum Hoffest in Peine willkommen geheißen. Die „Einbecker Bierboten“ hatten dann viel Spaß bei der Open-Air-Musikparty. Sie sind am Sonntag auf einer anderen, aber landschaftlich ebenso schönen Strecke wieder nach Einbeck geradelt, berichtet das Einbecker Brauhaus. Zu den „Einbecker Bierboten“ gehören die aktiven und ehemaligen Brauhaus-Mitarbeiter Jürgen Erlitz, Martin Ruppaner und Ottfried Kuhfuß, der Einbecker Ratsherr Hans-Jörg Kelpe sowie die Werner Heinemeyer, Gerhard Helmker, Axel Bräuer, Reiner Schrader und Ingo Feldmann. Vor zwei Jahren führte die Tour nach Wittenberg.

Vor 50 Jahren auf dem Weg nach München

Auf der Bockbierstraße unterwegs: Werbung für den Biertreck 1969. Foto: Archiv Einbecker Brauhaus AG

Ein historisches Abenteuer in moderner Zeit unternahm die Einbecker Brauhaus AG auf Initiative ihres damaligen Brauereidirektors Karl-Ernst Lenz vor 50 Jahren: Im Mai 1969 bewegte sich 14 Tage lang begleitet von bundesweitem Medienecho ein historischer Biertreck von Einbeck nach München. Zwei Bierfuhrwerke, ein großer Planwagen für den Tross, acht Bierfässer mit insgesamt etwa acht Hektolitern Bockbier, 30 Reiter, Herolde und bewaffnete Knechte, die alle prächtige historische Kostüme tragen, reiten und fahren quer durch Deutschland über die „Bockbierstraße“ in die bayerische Metropole nach München. Ohne Einbeck gäb’s ja bekanntlich kein Bockbier. Nicht im Mai und nicht in München. Und damit diese im Laufe der Jahrzehnte zu verblassen drohende Botschaft möglichst viele vernehmen mögen, war Brauereidirektor Lenz auf die Idee des historischen Biertrecks in die bayerische Landeshauptstadt gekommen. Später folgten noch Biertrecks nach Lübeck (1972), ins Rheinland nach Bonn (1973) und nach Celle (1978). Premiere war aber vor 50 Jahren, im Mai 1969: Längst legendär sind Ziegenbock „Ator“ und der Film über dieses Unternehmen, der auch regelmäßig in der großen Bierausstellung im Einbecker Stadtmuseum gezeigt wird. Nach der Verabschiedung in Einbeck am 8. Mai auf dem Marktplatz kam der historische Biertreck am 22. Mai 1969 in München an. Auf dem „Platzl“ war ein kleines Festprogramm organisiert, wobei sich die Münchener Brauereien arg zurückhielten (außer der Ayinger).

Vor den Reden von Bürgermeister und Landtagspräsident hielt der Einbecker Brauereidirektor Lenz eine Ansprache „und übergibt zwei Fass harter Gulden als Olympia-Spende an die Olympia-Sieger Manfred Schnelldorfer und Erhard Keller„, wie es im Programm heißt. „Zum anderen spendet er 8 hl edlen Gerstensaftes für die Münchner Altersheime.“ Der damalige Juniorchef der Brauerei zu Aying, Franz Inselkammer, „verehrt den Einbecker Mannen 1 Zentner Leberkäs, 5 Kilo bayrischen Senf sowie 200 Liter des überall geschätzten Ayinger Pils“. Anschließend waren Ehrengäste „und 200 alte Münchner und Münchnerinnen zur bayrischen Brotzeit mit Einbecker Bier und Ayinger Pils“ eingeladen, heißt es in der Programmfolge. Darauf folgte ein zünftiges Unterhaltungsprogramm mit dem Abschluss: Peter Neu singt Gstanzl.

Ein Biertreck-Gespann von 1969 vor dem Einbecker Brauhaus in der Papenstraße (re. das Amtsgericht, im Hintergrund das Portal der Ratsschule). Foto: privat

Historischer Biertreck 1969 von Einbeck nach München. Fotos: Archiv Einbecker Brauhaus AG

Volle Folk-Premiere

Hier geht’s ins Sudhaus: StadtpARTie-Stuhl. Foto: Einbecker Brauhaus AG

StadtpARTie-Stuhl. Foto: Einbecker Brauhaus AG

Die Resonanz war riesig, auch die zusätzlich herbei geschafften Stühle genügten am Ende nicht, um allen Besuchern einen Sitzplatz geben zu können. Mehr als 80 waren es, weitere genossen im Stehen die volle Folk-Premiere. Beim Kultur- und Kunstfestival StadtpARTie Einbeck war das Sudhaus der Brauerei Schauplatz eines Konzertes, auch hier hat ein Stuhl mit kleiner Regenbogen-Flagge am Eingang den Gästen den Weg zum Veranstaltungsort gewiesen. Dort, wo sonst bei Brauereibesichtigungen die für das Bier notwendigen Rohstoffe (Hopfen, Malz) vorgestellt werden und neuerdings auch probiert werden können, und wo der neue Präsentationsfilm üblicherweise auf der Großbildleinwand läuft, griff jetzt Paddy Schmidt vor den Sudhauskesseln zur Gitarre und zu seiner Mundharmonika. Der Frontmann der Band „Paddy goes to Holyhead“ begeisterte mit seinem Gespür für die irische Musik und mit seiner rauen Stimme. Zwischendurch konnten die Besucher natürlich das eine oder andere Bier trinken und den Abend genießen, für den die Organisatoren eine rundum gelungene Bilanz zogen.

Selbst für den jungen Braumeister Sebastian Mahrt, der während des Konzerts seine Arbeit in Schaltzentrale und Sudhaus hatten und den Brauprozess natürlich nicht unterbrechen konnte, war das Premierenkonzert eine Abwechslung am Arbeitsplatz und ein Volltreffer, wie er anschließend berichtete.

Folk im Sudhaus: Paddy Schmidt sorgte für ein volles Haus im Vorzimmer des Bierbrauens. Foto: Einbecker Brauhaus AG

Drei Schläge starten süffiges Hoffest

O’zapft ‚is! sagte die Bürgermeisterin.

Letztes Jahr habe sie extra Urlaub genommen, erzählte die Bürgermeisterin launig, da habe sie lieber ihrer Stellvertreterin den Vortritt gelassen. Denn vor zwei Jahren war’s sehr spritzig, als Dr. Sabine Michalek das erste Fass Mai-Ur-Bock beim Hoffest der Einbecker Brauhaus AG angeschlagen hatte. „Das war mein schlimmstes Fass“, erinnerte die Rathauschefin vor dem Start des diesjähriges Brauereifestes an ihre Schmach. „Danach habe ich echt Albträume gehabt.“ Zwei Zapfhähne und ein Bier-Krug hatten 2017 dran glauben müssen, das Bier floss in Strömen über die Bühne. Dabei ist die gebürtige Münchnerin im Anstechen von Bierfässern durchaus geübt. Heuer ging’s dann auch deutlich besser: Drei gezielte Schläge, dann konnten Brauhaus-Vorstand Martin Deutsch und Bierkutscher Albert Eggers den Zapfhahn aufdrehen und die ersten Krüge mit dem frischen Maibock ausschänken. „Ein friedliches und süffiges Hoffest“, wünschte Michalek allen Besuchern. Die Brauerei hatte sich nach den Nachschub-Problemen im vergangenen Jahr, von denen Vorstand Martin Deutsch bei der Eröffnung noch einmal berichtete, auf großen Ansturm eingestellt. 27 statt 22 Zapfhähne waren bereit für den Ausschank, außerdem gab’s keine Ausschankwagen, sondern zwei lange Theken mit direkten Leitungen. 80 Mitarbeiter der Brauerei packten als „gute und schnelle Zapfer“, so Deutsch, mit an und versorgten die Besucher schnell mit Bier.

Verschiedene Malzsorten können die Besucher probieren.

Premiere hatte der neue Film über die Herstellungsprozesse des Einbecker Bieres in der Brauerei, der auf einer Leinwand vor dem Sudhaus in Dauerschleife während der Brauereibesichtigungen zu sehen war. Schauspieler Ronny Thalmeyer als historischer Braumeister Elias Pichler versorgte die Gäste nicht nur mit allerlei Informationen, sondern erzählte auch die eine oder andere wissenswerte Anekdote über die Biere aus Einbeck. Vor dem Sudhaus können Besucher jetzt auch aus Spendern sich verschiedene Malz- und Gerstensorten zum Probieren nehmen. Schmecken kann man Gersten-Röstmalz (Black Malt), Mela Buche Malz (Mela Beech), Karamell-Malz (Chrystal Mahogany), Münchner Malz (Munich Malt), Pilsener Malz (Pilsner Malt), Braugerste (Brewing Barley) und auch Knusper Malz, letzteres wird jedoch nicht zum Brauen verwendet (schmeckt aber gut).

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