Einbecker Bierblog

Wissenswertes aus der Heimat guter Biere

Archiv für die Kategorie “Politik”

Bier in Bethlehem

Landesbischof Ralf Meister (r.) im Gespräch mit Petra und Martin Deutsch, Vorstand der Einbecker Brauhaus AG. Foto: cmf / Claus-Martin Friese

Wo Luther ist, da ist auch das Bier nicht weit. Und da in diesem Jubiläumsjahr 500 Jahre Reformation Luther nie weit weg ist, ist auch das Bier ganz nahe. Das Einbecker zumal. Schließlich hat der Reformator ihn vor fünf Jahrhunderten den besten Trank genennt, den einer kennt. Und wer kein Bier hat, so Luther, der hat nichts zu trinken. Als jetzt der hannoversche evangelische Landesbischof Ralf Meister im Einbecker Ortsteil Hullersen zu Besuch war, um einen der frühesten Orte zu loben, in dem schon 1522 lutherisch-reformatorisch gepredigt wurde, war natürlich das Einbecker Bier nicht weit. Bei Bier und Bratwurst kamen auch Brauhaus-Vorstand Martin Deutsch und der Landesbischof ins Gespräch. Den Playmobil-Luther hatte der Bischof da gerade bereits geschenkt bekommen, ein Bierpräsent war obligatorisch. Meister hatte in seiner Predigt von Hullersen als „Bethlehem der Landeskirche Hannovers“ gesprochen, denn hier sei die Reformation geboren worden.

In Hullersen gab sich Ralf Meister auch als Pfadfinder des VCP, des Verbandes Christlicher Pfadfinder, zu erkennen: „Einmal Pfadfinder, immer Pfadfinder!“ Der Pfadfinder-Stamm Hullersen ist nach dem mutigen Augustinermönch Johannes Ebbrecht benannt, der 1522 lutherisch predigte und dafür eingekerkert wurde. Seit den Pfadfinder-Anfängen in Hullersen dabei ist Rüdiger Bechstein. „Pastor Reinhard Sorge hat den Stamm damals gegründet und uns Konfirmanden angesprochen. Benannt wurde der Pfadfinder-Stamm nach dem mutigen Mönch“, erinnert sich der Hullerser, der jetzt in Stuttgart wohnt, sich dem Heimatdorf aber stark verbunden fühlt. Ihm gehört auch die große Wiese, auf der die alljährlichen Zeltlager stattfinden, die die Kirchengemeinde Leine-Weper (Moringen) seit 24 Jahren veranstaltet. Das diesjährige Zeltlager hat Landesbischof Ralf Meister nach dem Festgottesdienst besucht. „Die Wiese ist zu 95 Prozent von Wasser umgeben, was ihr einen ganz eigenen Charakter gibt“, erklärt Dirk Grundmann, Pastor in Moringen seit 24 Jahren. Das Erstaunliche: Die Zeltlagerwiese ist eine naturbelassene Wiese ohne jegliche Infrastruktur. „Alles Erforderliche wird von den Teamern vorher aufgebaut – von der selbst gebauten Ilme-Brücke bis hin zu den Zelten, Toiletten, einem 200-Quadratmeter-Aufenthaltszelt, Materialzelt und Lagerküche, sogar die Wasserversorgung“, sagt Grundmann. Der Fluss dient jedoch nicht nur dafür: Auch Surfbrett-Touren auf der Ilme gehören jedes Jahr zum festen Repertoire.

„Jedes Jahr finden zwei Zeltlager nacheinander dort statt, mit insgesamt 230 Kindern und Mitarbeitern. Sie haben inzwischen Kultstatus erreicht. Viele der beteiligten 40 Teamer sind bereits zum zehnten oder 15. Mal dabei“, erklärt der Pastor im T-Shirt, bis am Eingang des Zeltlagers das große Spektakel beginnt. Denn im Jahr des Reformationsjubiläums haben die Jugendlichen so originalgetreu wie möglich die „Wartburg“ nachgebaut. Ein kleines Anspiel zeigte anschaulich, wie die Wartburg und die entsandten kleinen Ritter mit Schwertern und Kampfklappen Martin Luther (alias Fabian Froböse mit Dackel Fluffy), und die dann beginnende Reformation schützte. Nach einem Rundgang durch das Camp und der Vorstellung des Hullersen-Liedes stellte der Landesbischof, sichtlich beeindruckt, folgendes fest: „Ich habe keine Ahnung, ob ich je nach Hullersen zurück kehre. Aber über Hullersen werde ich noch in zehn oder 15 Jahren Geschichten erzählen können.“ Denn: „Ihr seid hier im Geiste Gottes. Eine große, tolle Gemeinschaft. Das ist eine ganz tolle Botschaft! Und ich durfte für ein paar Minuten diese Gemeinschaft teilen.“

 

Mit der Kutsche beim Sommerfest

Bier an der Bockbierkutsche: Stephan Weil (l.) und Lothar Gauß. Foto: Yorck Maecke/Landesvertretung Niedersachsen

Die Einbecker waren mit der Kutsche vorgefahren… nein, die meisten Gäste waren natürlich mit dem Zug nach Berlin gefahren oder mit dem Auto. Die Brauhaus AG präsentierte aber beim Sommerfest in der Landesvertretung Niedersachsens in der Hauptstadt erstmals die neue Bockbierkutsche als Hingucker-Ausschankwagen. Gut platziert stand die Kutsche in den Ministergärten unweit der Bühne und war bei vielen Kameraschwenks in den TV-Berichten gut zu sehen. Ministerpräsident und Sommerfest-Gastgeber Stephan Weil (SPD) machte bei seiner Runde als Einbecker Bierordenträger natürlich auch am Einbecker Stand eine Bierpause und genoss mit Brauhaus-Vorstandssprecher Lothar Gauß ein frisches 1378-er.

Mit dabei unter den 3000 Gästen des Sommerfestes in Berlin waren aus der Region unter anderem Einbecks Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek, die Bundestagsabgeordneten Dr. Roy Kühne (CDU) und Dr. Wilhelm Priesmeier (SPD), Finanz-Staatssekretär Frank Doods (SPD) mit seiner Ehefrau und Kreistagsabgeordneten Nadine Seifert-Doods (SPD), Landtagsabgeordneter Christian Grascha (FDP), Landtagskandidat Joachim Stünkel (CDU) und Künstlerin Evdokia Kulikova (Northeim).

Bier-Partnerschaft

Bier-Gastgeschenk für den Rat: die Bürgermeister Dr. Sabine Michalek (Einbeck) und Günther Leichtfried (Wieselburg) mit Gerstensaft aus der Bügelflasche. Im September darf der Einbecker Stadtrat kosten, versprach die Bürgermeisterin.

So eine Partnerschaft zwischen zwei Bierstädten ist schon etwas Sprudelndes: Als jetzt eine 22-köpfige offizielle Delegation aus dem niederösterreichischen Wieselburg in Einbeck zu Gast war, gab es so manchen Austausch zwischen Freunden des Gerstensaftes. Gleich zum Auftakt hatte das Programm löblich eine Brauereibesichtigung vorgesehen, so dass die Gäste aus Wieselburg – angereist auch mit Brau-Fachpersonal – einen guten Einblick in die aktuelle Produktion der 700 Jahre alten Braustätte Einbeck erhielten. Ihr Bier in Österreich gibt es auch schon seit 1770, seit 2003 besitzt Brauriese Heineken über die Brau-Union Österreich die Mehrheit am Wieselburger Bier. Und so war unter den Bierkennern auch die jüngste Debatte über Braugerste-Patente ein Thema bei den lockeren informellen Partnerschaftsgesprächen. Doch das stand nicht im Vordergrund der Visite. Seit 30 Jahren existiert die Städtepartnerschaft zwischen Wieselburg und Kreiensen, Einbeck hat sie 2013 mit der Fusion geerbt. Und damit gleichzeitig eine Freundschaft zwischen zwei Bierstädten. Bürgermeister Günther Leichtfried, der für sein Partnerschaft-Engagement mit der Ehrennadel in Gold der Stadt Einbeck ausgezeichnet worden ist, hatte eine Holzkiste Wieselburger Bier-Spezialitäten aus der Bügelflasche mitgebracht. Die sollen bei einer Ratsverkostung im September genauestens getestet werden, kündigte Einbecks Rathauschefin Dr. Sabine Michalek an.

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Beständiger Botschafter Brauherren

(c) Euromediahouse

Marketingleiter Ingo Schrader (links), Ministerpräsident Stephan Weil. Foto: Euromediahouse/Einbecker Brauhaus AG

Zum achten Mal in Folge und seit es den Wettbewerb überhaupt gibt ist das Einbecker Brauherren Pils als Kulinarischer Botschafter Niedersachsens prämiert worden. Das Bier aus Einbeck ist damit einer der beständigsten Botschafter. „Das erfüllt uns mit großer Freude. Und es ist uns eine Ehre, den guten Geschmack, den wir in unserer Heimat Niedersachsen qualitätsbewusst erzeugen, auch überregional stolz zu präsentieren“, sagte Brauhaus-Marketingleiter Ingo Schrader. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) überreichte die Urkunde auch in diesem Jahr wieder in einer feierlichen Prämierungsveranstaltung in Hannover. An dem Branchenevent nahmen rund 200 Vertreter aus der Lebensmittelwirtschaft, dem Handel, der Gastronomie sowie Politiker und Verbandsvertreter aus ganz Niedersachsen teil. 41 Unternehmer erhielten von Ministerpräsident Stephan Weil Urkunden für insgesamt 53 ausgezeichnete Lebensmittel, die erfolgreich am Wettbewerb „Kulinarisches Niedersachsen 2017“ teilgenommen hatten. Ausgewählt wurden die Siegerprodukte zuvor von einer unabhängigen Fachjury. Beworben hatten sich in diesem Jahr insgesamt 92 niedersächsische Unternehmen mit 166 verschiedenen Produkten. Das Exzellenz-Label „Kulinarischer Botschafter Niedersachsen“ steht für regionale Herkunft aus Niedersachsen. Die erfolgreichen Hersteller dürfen das Label in der Werbung, zum Beispiel auf Produktverpackungen und in der Unternehmenskommunikation einsetzen. Der Wettbewerb „Kulinarisches Niedersachsen“ wird seit 2010 jährlich von der Marketinggesellschaft der niedersächsischen Land- und Ernährungswirtschaft ausgeschrieben. 243 Produkte von 171 Herstellern dürfen aktuell als „Kulinarischer Botschafter Niedersachsen“ bezeichnet werden und das dazu gehörende Label mit Jahreszahl der Auszeichnung tragen. Seit 2010 begutachtete und verkostete die Jury rund 1100 Lebensmittel.

Luthers Lieblingsbier in Berlin

Auf Martin Luther in Berlin ein „Ainpöckisch Bier“ (v.l.): Einbecks Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek, Brauhaus-Vorstand Martin Deutsch, Katja Köhler als „Katharina von Bora“, Bundesernährungsminister Christian Schmidt, Hallertauer Bierkönigin Christina Burgstaller und Bischof Dr. Markus Dröge.

Es war des Reformators Lieblingsbier, das Einbecker. „Den besten Trank, den einer kennt…“ Dieser Ausspruch von Martin Luther vor 500 Jahren ist bis heute bekannt. Und so war es naheliegend, wenngleich auch eine große Ehre, dass das Einbecker Brauhaus AG beim Parlamentarischen Abend des Deutschen Brauer-Bundes in Berlin der exklusive Bierpartner war, als es galt, das Reformationsjubiläum zusammen mit Evangelischer Kirche und der Politik zu feiern. Der Deutsche Brauer-Bund hat bei einem Parlamentarischen Abend unter dem Titel „Luther und das Bier“ gemeinsam mit der Einbecker Brauhaus AG und der Evangelischen Kirche mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft angestoßen. Bei einem Brauherren Pils oder einem „Ainpöckisch Bier 1378“, dem Lutherbier aus Einbeck, kamen rund 400 Besucher miteinander ins Gespräch. Mit dabei in der niedersächsischen Landesvertretung in Berlin waren auch mehrere Vertreter aus Einbeck, an der Spitze Brauhaus-Vorstand Martin Deutsch und Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek. Aus der Politik wurden die Bundestagsvizepräsidenten Claudia Roth (Grüne) und Johannes Singhammer (CSU), die heimischen Bundestagsabgeordneten Dr. Wilhelm Priesmeier (SPD) und Dr. Roy Kühne (CDU) gesichtet. Unter den Gästen waren auch zwei leibhaftige Bierköniginnen: Christina Burgstaller aus der Hallertau und Sabine-Anna Ullrich aus Franken, die noch bis Juni als siebte Bayerische Bierkönigin amtiert.

Dr. Markus Dröge, Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg, erinnerte im Lutherjahr an die Hochzeit des Reformators, zu der dieser Einbecker Bier vom Wittenberger Stadtrat geschenkt bekommen habe. Was Luther könne, das habe er auch einmal versuchen wollen, berichtete Dröge, und so habe er sich als Theologie-Student 1983 anlässlich seiner damals bevorstehenden Hochzeit mit Hinweis auf den 500. Geburtstag des Reformators Luther an das Einbecker Brauhaus gewandt und um eine Bierspende gebeten. Diese sei erhört worden, ein kleines Fässchen mit vier Glaskrügen habe eines Tages vor seiner Tür gestanden.

Der für Bier fachlich zuständige Bundesminister Christian Schmidt (CSU) vertrat den kurzfristig verhinderten Bundestagspräsidenten Norbert Lammert (CDU) und brachte Reinheitsgebot und Reformation in Zusammenhang: Nur ein Jahr liege zwischen den Ereignissen vor inzwischen fünf Jahrhunderten, zwischen dem bayerischen Reinheitsgebot und dem Thesenanschlag zu Wittenberg. 100 Jahre später habe man in Bayern einen Braumeister aus Einbeck abgeworben, weil das eigene Bier nicht gelang, schmunzelte Schmidt: Wenn das mal nicht zusammenhänge…

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Genuss mit Verantwortung

(c) fb Frank Bertram

Lothar Gauß (l.) begrüßt Sozial- und Gesundheitspolitiker aus SPD- und Grünen-Landtagsfraktion im Urbockkeller zum Austausch über Suchtprävention.

Bier ist ein Genussmittel. Wer Bier herstellt, ist gleichzeitig ein alkoholproduzierendes Unternehmen. Und trägt Verantwortung dafür, dass aus dem Biergenuss keine Alkoholsucht wird. Das Einbecker Brauhaus stellt sich seiner Verantwortung seit vielen Jahrzehnten, arbeitet beispielsweise aktiv an Kampagnen wie „Don’t drink and drive“ mit. Zu einem Austausch über Fragen der Suchtprävention haben sich die Sozial- und Gesundheitspolitiker der SPD- und Grünen-Landtagsfraktionen bei ihrer Klausurtagung in Einbeck auch im Brauhaus getroffen – mit Vorstandsprecher Lothar Gauß, Betriebsratschef Knut Schiemann sowie Personalchef Werner Arzeus. Auf Stippvisite mit dabei war auch Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD).

Rund 30.000 Hektoliter des jährlichen Bierausstoßes von 600.000 Hektoliter sind alkoholfreies Bier. Die Einbecker Brauhaus AG wirbt nach den Worten ihres Vorstandssprechers aktiv für einen vernünftigen, maßvollen Umgang mit Biergenuss. Als regionales Unternehmen wirke man zwar tief in die Gesellschaft, „in vielen Bereichen nicht spektakulär“, so Lothar Gauß, unterstütze beispielsweise hiesige Vereine mit Fußbällen oder Anzeigen in der Stadionzeitschrift. Das Unternehmen habe sich aber zur Auflage gemacht, nicht mit jungen Menschen zu werben, es gebe keine Trikotwerbung bei Jugendmannschaften. Auch den Verkauf von Bier schon an 16-Jährige unterstützt das Brauhaus bewusst nicht. Mit 15 Auszubildenden, einer hohen Quote, will das Brauhaus lieber bewusst ein Zeichen setzen und jungen Menschen durch einen Arbeitsplatz eine Perspektive bieten – in der Heimat.

Sind Mitarbeiter einer Brauerei alkoholgefährdeter durch die Präsenz des Produktes, wollten die Sozialpolitiker wissen. Nicht mehr Probleme mit Alkohol im Betrieb als in anderen Unternehmen auch gibt es nach Angaben von Personalchef und Betriebsrat. Im Gegenteil sei man sogar eher sensibel für die Problematik – abgesehen von der Tatsache, dass in einer technisierten Brauerei mit großen Maschinen, Gabelstaplern und hoher Arbeitssicherheit ein absolutes Alkoholverbot logisch und unumgänglich ist. Seit vielen Jahren kooperiert das Einbecker Brauhaus mit dem Lukas-Werk bei der Suchtprävention. In der Vergangenheit sei in der Funktion des betrieblichen Suchtkrankenhelfers ein trockener Alkoholiker aktiv gewesen, der sich besonders glaubwürdig und erfahren um seine Kollegen kümmern und ihnen helfen konnte. Denn ja, schilderten Personalchef und Betriebsrat, es habe Probleme mit alkoholisierten Mitarbeitern gegeben. Inzwischen hat die Brauerei ein eigenes Alkoholmessgerät – auch als Druckmittel, das mit Konsequenz eingesetzt wird. Die Zeiten, in denen zwei Liter Freitrunk pro Tag noch in der Brauerei und damit während der Arbeitzeit laut Manteltarifvertrag für die Beschäftigten erlaubt waren, sind seit 40 Jahren vorbei.

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Luthers Lieblingsbier im Berliner Parlamentsfokus

Deutscher Bundestag/Achim Melde

Norbert Lammert. Foto: Deutscher Bundestag/Achim Melde

Markus Dröge. © A.Savin, Wikimedia Commons

Markus Dröge. © A.Savin, Wikimedia Commons

Der Deutsche Brauer-Bund rückt das Einbecker Bier im Lutherjahr in Berlin in den Fokus des Deutschen Bundestages: Bei einem parlamentarischen Abend soll an den großen Reformator und seine Liebe zum Bier erinnert werden – am Beispiel des Ainpöckisch Bier aus Einbeck, der Heimat der Bockbiere. Festredner ist Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU), der als amtierender Botschafter des deutschen Bieres gemeinsam mit dem evangelisch-lutherischen Bischof von Berlin, Markus Dröge, mit einem Ainpöckisch Bier anstoßen wird. Der Deutsche Brauer-Bund thematisiert auf seinem traditionellen parlamentarischen Abend am 28. März in Berlin das besondere Verhältnis von Luther zum Bier. „Es ehrt uns sehr, dass unser Ainpöckisch Bier aus Einbeck als einziges Bier an diesem Abend ausgeschenkt wird“, sagt Martin Deutsch, Vorstand der Einbecker Brauhaus AG. Kürzlich ist auch die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ auf Luthers Verbindung zum Einbecker Bier aufmerksam geworden und berichtet darüber in Teil 1 einer Blog-Serie. Die Einbecker Brauhaus AG ist nach eigenen Angaben die einzige Brauerei in Deutschland, die das offizielle Lutherjahr-Logo der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) nutzen darf.

Wie eng die Verbindung zwischen Luther und dem Einbecker Bier war, zeigt der immer wieder gerne zitierte überlieferte Ausspruch vor dem Reichstag zu Worms. Als ihm Herzog Erich von Braunschweig zur Erquickung eine silberne Kanne Ainpöckisch Bier schickte, bedankte er sich mit den Worten: „Der beste Trunk, den einer kennt, wird Ainpöckisch Bier genennt.“ Das geschichtsträchtige Bier gibt es seit 2016 wieder im Handel: Die Einbecker Brauerei hatte im vergangenen Jahr nach altem Rezept den ersten Sud der naturtrüben Bockbier-Spezialität „Ainpöckisch Bier 1378“ gebraut. Anlässlich des Jubiläums „500 Jahre Reformation“ wird nun eine Sonder-Geschenkverpackung mit sieben Flaschen Luthers Lieblingsbier und einem limitierten Jubiläumsglas angeboten. Übrigens auch in einem Versand-Online-Shop.

Anlässlich des Jubiläums „500 Jahre Reformation“ gibt es eine Sonder-Geschenkverpackung mit sieben Flaschen Luthers Lieblingsbier und einem limitierten Jubiläumsglas. Foto: Einbecker Brauhaus

Anlässlich des Jubiläums „500 Jahre Reformation“ gibt es eine Sonder-Geschenkverpackung mit sieben Flaschen Luthers Lieblingsbier und einem limitierten Jubiläumsglas. Foto: Einbecker Brauhaus AG

Pünktlich erstmals Ainpöckisches angestochen

Prost, Einbecker! Bahnchef Rüdiger Grube, Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk und Brauhaus-Vorstand Martin Deutsch (v.r.).

Prost, Einbecker! Bahnchef Rüdiger Grube, Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk und Brauhaus-Vorstand Martin Deutsch (v.r.).

Bahnchef Dr. Rüdiger Grube hat erstmals in seinem Leben ein Bierfass angestochen. Es war ein Einbecker. Pünktlich und erfolgreich bewältigte der Bahnchef  die Prozedur und konnte dann Ainpöckisch Bier aus dem traditionellen Krug beim Goslarschen Pancket genießen. Dort war Grube in diesem Jahr Ehrengast. Bereits zum 39. Mal fand das Goslarsche Pancket in der Kaiserpfalz statt. Seit 1967 lädt die Stadt Goslar, an eine mittelalterliche Tradition anknüpfend, rund 250 Gäste aus Wirtschaft, Kultur, Politik und Medien zu diesem Pancket ein, das letztmalig im Jahr 2013 stattfand. Von Beginn an hat das Einbecker Brauhaus als Sponsor die Veranstaltung unterstützt und schenkte an diesem besonderen Abend Ainpöckisch Bier aus, in Tonkrügen, die das Einbecker Brauhaus eigens für das Pancket herstellt.

„Ich finde es gut, dass Einbecker seit vielen Jahren schon Partner der Stadt ist. Und das nicht nur beim Pancket, sondern auch bei anderen Veranstaltungen. Ich hoffe, dass das auch so bleiben wird“, erklärte der Goslarer Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk. „Wir freuen uns immer, wenn wir bei Veranstaltungen unterstützen können. So können wir zeigen, dass wir uns mit dieser Region seit Jahrzehnten verbunden sind“, erklärte Martin Deutsch, Marketing-Vorstand der Einbecker Brauhaus AG.

Luther im Bierkeller

Winterbock-Abend im Urbockkeller.

Winterbock-Abend im Urbockkeller.

Bierkutscher Albert Eggers (l.) und Martin Luther (Bernhard Naumann).

Bierkutscher Albert Eggers (l.) und Martin Luther (Bernhard Naumann).

Marketing-Vorstand Martin Deutsch war ganz neidisch. Einen solchen Spruch, in heutiger Werbersprache gerne Claim genannt, sich auszudenken wie das der große Reformator (und Bierfreund) getan hat, der seit nahezu 500 Jahren bis heute gerne genommen wird, wenn es über das Einbecker Bier segensreich zu sprechen gilt, war wohlgetan: „Der Beste Trank den einer kennt, wird Einbecker Bier genennt.“ Man könne gar nicht oft genug danken, sagte Deutsch. Und Martin Luther war knapp 499 Jahre nach seinem berühmten Thesenanschlag leibhaftig im Einbecker Bierkeller, naja, in jedem Falle leibhaftig gut gegeben von Bernhard Naumann, Kirchmeister an der Stadtkirche zu Wittenberg. Dort, wo vor 222 Jahren der Gerstensaft erstmals eingelagert worden war, begrüßte das Einbecker Brauhaus rund 90 Kunden, Geschäftsfreunde aus Italien wie aus China und Vertreter aus hiesiger Politik und Verwaltung zu einem Winterbock-Abend. Der winterliche Doppelbock habe so viel Prozent, davon könne manche Partei nur träumen, sagte der Brauereivorstand launig. Die Gäste erwartete ein Abend im Zeichen von Genuss, Geselligkeit und Gaumenfreuden.  Gesanglich geprägt vom Ephoralen Quartett aus Elze. Dabei war auch und erstmals bei einer Veranstaltung in Einbeck vertreten Hans Albert Ruckdeschel vom Großaktionär IREKS. Bereits im Sommer eingebraut und drei Monate lang gereift, strahlt der Einbecker Winter-Bock glutrot leuchtend und mit kaminfeurigem Glanz. Im Antrunk malzaromatisch süß mit einem angenehmen Hopfenaroma und einer dezent herben Bittere, duftet der Einbecker Winter-Bock nach grüner Stachelbeere und karamellisierten Mandeln. Voll im Geschmack, gefolgt von einem wärmenden harmonischen Abgang, loben die Braumeister das winterliche Bier aus dem Einbecker Brauhaus. Mit mittlerweile geübten drei Schlägen nahm Einbecks Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek den Anstich eines winterböckigen Fasses vor.

Getränke am Kreisverkehr

Ist Vergangenheit: Kreisverkehr-Baustelle mit Vollsperrung vor der Tür.

Ist Vergangenheit: Kreisverkehr-Baustelle mit Vollsperrung vor der Tür.

Bier zu verkaufen ist nicht einfach. Und wenn der Getränkemarkt dann durch eine Baustelle mehrere Monate lang extrem schlecht erreichbar ist, wird das Bier verkaufen nicht leichter. Von den Umwegen, die sich während der Bauphase auf mehrere Tausend Kilometer addiert haben dürften, ganz zu schweigen, die der Shuttle-Lkw-Verkehr zwischen der Verladehalle in der Brauerei an der Papenstraße und dem Logistikzentrum der Einbecker Brauhaus AG an der Hansestraße machen musste. Aufatmen daher bei den Verantwortlichen im Brauhaus, als der Kreisverkehr Hullerser Landstraße/Insterburger Straße gestern freigegeben wurde. Die Umleitungen haben ein Ende.

Froh und dankbar, dass die Vollsperrung der Hullerser Landstraße nach vier Monaten aufgehoben wird, sind Thorsten Eikenberg als Geschäftsführer und Marion Dietsch als Betriebsleiterin der Einbecker Getränke GmbH. Die Brauhaus-Tochtergesellschaft beliefert von dem Eckgrundstück Hullerser Landstraße / Insterburger Straße aus die Mehrheit der Einbecker Gaststätten und betreibt dort auch einen Getränkeabholmarkt. Für die treuen Kunden sei es in den vergangenen 14 Wochen wirklich nicht einfach gewesen, den langen Umweg zum Einbecker Getränkemarkt über den Walkemühlenweg und Sülbecksweg zu finden, heißt es aus dem Brauhaus. Gut sei, dass die Stadt Einbeck zumindest die Zeitplanung für die Baustelle eingehalten habe und Einbecker Getränke sich nun wieder mit breitem Sortiment und dem bereitgehaltenen Equipment (Schankwagen, mobile Zapfanlagen, Stehtische, Bierzeltgarnituren) „auf kurzem Weg“ den Kunden präsentieren könne.

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