Einbecker Bierblog

Wissenswertes aus der Heimat guter Biere

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Wie früher bei Wirtin Inge Schneider

Nostalgie der besonderen Art im neuen Besucherzentrum des PS-Depots für Kleinwagen am Altendorfer Tor in Einbeck: Nicht nur Oldtimer aus Blech und Chrom sind dort zu finden, sondern auch eine alte Gaststätten-Einrichtung mit Kultcharakter. Von Rainer Koch stammt als Dauerleihgabe die Einrichtung des Gasthauses „Zur Stadt Einbeck“, das Inge Schneider früher in der Benser Straße betrieben hatte. Ursprünglich sollten Tresen und Stammtisch im Besucherzentrum der Einbecker Senfmühle eine neue Heimat finden, doch dort haben sich die Pläne geändert. Jetzt können Besucher des Kleinwagen-Depots vor ihrem Besuch kurz auf dem Barhocker Platz nehmen, der schon so manchen Kneipengast beim Einbecker Bier gesehen hat.

Die Kneipe „Zur Stadt Einbeck“ in der Benser Straße ist vielen Einbecker noch gut bekannt. Lange Jahre lang betrieb Inge Schneider das Traditionshaus. Als die Kneipe geschlossen werden musste, wäre das Mobiliar um ein Haar entsorgt worden, wenn Rainer Koch dieses Stückchen Stadt- und Gastronomiegeschichte nicht gerettet hätte. Auf Vermittlung von Martin Deutsch vom Brauhaus schließlich kam die Einrichtung in das Besucherzentrum und dient den dort wartenden Gästen als Sitzecke. In einem weiteren Schritt soll die Zapfanlage wieder in Betrieb genommen werden, so dass dort bei Veranstaltungen auch einmal ein kühles Bier gezapft werden kann. Einbecker versteht sich.

(Aktualisiert 03.09.2020)

Rainer Koch (l.) mit Martin Deutsch (r.) bei der offiziellen Übergabe des Inventars und der Gedenktafel an den Geschäftsführer des PS-Speichers, Lothar Meyer-Mertel. Foto: Kulturstiftung Kornhaus

Die Theke von Inge Schneider steht jetzt im Besucherzentrum des PS-Speichers.

Brauer schildern Finanzminister ihre Sorgen

Ein leidenschaftlicher Biertrinker als Finanzminister eines Bundeslandes? Keine schlechte Idee imgrunde, ist doch die Biersteuer eine der wenigen Landessteuern. Reinhold Hilbers (CDU), in der Großen Koalition in Hannover Finanzminister, bezeichnet sich selbst als Freund des Bieres. Wenn er mehrere Getränke vor sich zur Auswahl habe, wähle er das Bier, lächelt der Emsländer. Im Einbecker Brauhaus war der Finanzminister aber nicht als potenzieller Einbecker Bierordenträger, sondern als Krisenmanager in der Corona-Pandemie. Die Brauereien leiden unter der wirtschaftlichen Entwicklung durch die Absagen von Großveranstaltungen und Gastronomie-Schließungen. Und so war Einbeck auch nur der Ort für ein Treffen mit der Sozietät Norddeutscher Brauereiverbände, einem Zusammenschluss von regionalen Brauereiverbänden, der drei regionalen Wirtschafts- und Arbeitgeberverbände sowie von Brauereien direkt, darunter auch die Einbecker Brauhaus AG.

Erlassen wird den Brauern die Biersteuer in der aktuellen Krise zwar nicht, aber über Stundungen hat man sich verständigt. Einzelheiten waren Inhalte des Gesprächs, an dem neben Brauhaus-Vorstand Martin Deutsch auch der Geschäftsführer der Sozietät Norddeutscher Brauereiverbände, Michael Scherer, teilnahm. Dass dabei keine kleinen Summen im Spiel sind, macht eine einfache Rechnung deutlich. Pro Drittelliterflasche werden 4 Cent fällig, das sind 1,08 Euro pro Bierkiste mit insgesamt zehn Litern Bier. Allein die Einbecker Brauhaus hat seit dem Amtsantritt von Finanzminister Hilbers im November 2017 bis heute rund zehn Millionen Euro an Biersteuer an die Oberzolldirektion bezahlt, sagt Brauereisprecher Ulrich Meiser. Für einen Hektoliter produziertem Bier mit einem Stammwürzegehalt von 12 Grad Plato (das ist ein durchschnittlich starkes Bier), müssen Brauer 9,40 Euro Steuern an das Land zahlen.

Weitere Themen der Gespräche waren die Besteuerung des Pfandes und die komplizierten Auswirkungen auf Rückstellungen und die Unternehmensbilanzen sowie die Mengenstaffeln für die Biersteuer. Die veränderten Staffeln seien vor allem für kleine Brauereien finanziell belastend, hieß es.

Vor den Gesprächen machten die Beteiligten einen Rundgang durchs Brauhaus. Finanzminister Reinhold Hilbers war anschließend des Lobes voll, mit welchen modernen Maschinen die Einbecker heute ihr Bier brauen. Als ehemaliger Banker habe er da ein Auge für, grinst Hilbers. Gelernt habe er, dass moderne Flaschenabfüllungen eine Vierzahl verschiedener Flaschen ohne große Anstrengungen verarbeiten können, sagt der Minister auf meine Frage. Auch für die moderne, umweltfreundliche neue Filteranlage hat sich der Finanzminister interessiert. Und wie die Würze ins Bier kommt. Kein Wunder bei einem Finanzminster: Der Biersteuersatz wird nach Grad Plato berechnet, dem Maß für den Stammwürzegehalt.

Nach der Führung mit Abstand (v.l.): Einbecker-Brauhaus-Vorstand Martin Deutsch, Finanzminister Reinhold Hilbers und Michael Scherer, Geschäftsführer der Sozietät Norddeutscher Brauereiverbände.

Fan-Shop wieder zeitweise geöffnet

Seit mehr als einem Vierteljahr kann die Einbecker Brauhaus AG durch die Auflagen der Corona-Pandemie sicherheitsbedingt keine Besucher mehr zu Brauereiführungen begrüßen; auch der Einbecker Fan-Shop war geschlossen. Nun kann der Fan-Shop auf dem Brauereihof wieder zeitweise öffnen. Ab Mittwoch, 8. Juli, ist er jeweils mittwochs und freitags jeweils von 14.30 bis 17.30 Uhr geöffnet. Zahlreiche neue Artikel werden erhältlich sein, z.B. Sonnenschirme, Mini-Bierzeltgarnituren für den Balkon, Kühltaschen und viele Textilien. Es gelten beim Besuch des Fan-Shops auf dem Brauereigelände die üblichen Hygiene-Vorschriften: Abstand einhalten, Mund-Nase-Schutz tragen. Erlaubt sind maximal drei Kunden gleichzeitig im Shop, teilt die Einbecker Brauhaus AG mit.

Neu im Fan-Shop: die Sitzbankgarnitur für den Balkon. Foto: Einbecker Brauhaus AG

Rekord-Flaschenabfüllung

Die Kunden des Einbecker Brauhauses stehen offenbar auch in Krisenzeiten treu zur Marke Einbecker. Das Unternehmen hat im Juni dieses Jahres insgesamt 12,4 Millionen Flaschen in 520.000 Bier-Kästen abgefüllt. Das ist der höchste Juni-Wert seit Inbetriebnahme der beiden Abfülllinien im Einbecker Brauhaus vor vier Jahren, teilte die Brauhaus AG mit. Der Absatzerfolg beruht auch auf deutlich gestiegener Nachfrage nach alkoholfreien und alkoholreduzierten Getränken wie Einbecker Natur-Radler, Einbecker „Radler Alkoholfrei 0,0 Prozent“ und Hopfenfrucht. Die Abfüllleistung wurde im Drei-Schicht-Betrieb trotz Einschränkungen durch eine parallel erfolgende Drucktanksanierung und trotz zeitweiser Leergut-Engpässe erbracht. Den 25 Kollegen der Früh-, Spät- und Nachtschicht wurde als Dank eine Brotzeit ausgegeben. Der Fassbierabsatz der Einbecker Brauhaus AG lag im Juni gegenüber dem Vorjahresmonat noch mehr als 60 Prozent im Minus. Als Grund nannte Brauereisprecher Ulrich Meiser, dass die Gastronomie nach wie vor unter der Corona-Krise leide und alle Großveranstaltungen abgesagt worden seien.

Stellvertretend für das gesamte Flaschenabfüll-Team (v.l.): Braumeister Sepp Widmann (Leiter Abfüllung und Logistik), Sven Börner, Nico Huchthausen, Manfred Chittka, Birgit Wiegmann und Uwe Klie. Foto: Einbecker Brauhaus AG

Volltreffer Vereinskiste

Wer sich seine Einbecker-Bierkiste schon immer mal vom Fußball-Mittelstürmer oder Torwächter vor die Haustür platzieren lassen wollte, hat jetzt die Gelegenheit dazu. Die SVG Einbeck 05 und das Einbecker Brauhaus haben die Aktion „Vereinskiste“ gestartet. Damit wollen SVG und Sponsorpartner Brauerei die finanziellen Ausfälle versuchen etwas auszugleichen, die dem Fußballverein durch den Saisonabbruch und  weniger Spieltage mit Bewirtung der Zuschauer entstanden sind. Vor allem aber das wegen der Corona-Pandemie abgesagte Eulenfest in diesem Jahr schlägt bei der SVG zu Buche, denn die Kicker hatten immer beim Stadtfest einen Getränkestand auf dem Marktplatz übernommen. Die dort erzielten Einnahmen trugen einen nicht unerheblichen Beitrag zur Finanzierung von Ausrüstung und Trainingsmaterialien bei, von denen besonders der Kinder- und Jugendfußball profitierte.

Die „Vereinskiste“ soll das ein wenig abfedern. Zur Auswahl stehen die Sorten Einbecker Brauherren, Einbecker Brauherren Alkoholfrei, Einbecker Natur Radler und Einbecker Radler Alkoholfrei. „Vereinskisten“ können bis zum 12. Juli 2020 bestellt werden per E-Mail verein@svgeinbeck05.de oder telefonisch bei Frank Hennecke, 0176/49163468. Bitte bei der Bestellung die gewünschte Sorte, Anzahl der Vereinskisten, Name und Adresse angeben, die SVG Einbeck 05 bedankt sich für die Unterstützung. Die Kisten werden am 18. Juli 2020 ausgeliefert. Im Preis von 19,05 Euro (zzgl. 3,10 Euro Pfand) ist eine Spende für den Verein enthalten. Alle, die eine „Vereinskiste“ bestellen und damit die Vereinsarbeit auch in diesen Zeiten unterstützen, nehmen automatisch an einer Verlosung von 50 Litern Freibier teil. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

 

BBS-Schüler bauen neue Motivtafeln für Einbecker Maibaum

So sahen die alten, so sehen die neuen Maibaum-Tafeln aus, zeigt Brauhaus-Marketingleiter Ingo Schrader.

Der Einbecker Maibaum, der im Urbock-Monat zum Hoffest vor dem Brauhaus steht, hat neue Tafeln bekommen. Im nächsten Jahr kann der Traditionsbaumstamm mit seinen Motiven und Wappen dann wieder vor der Brauerei stehen. Möglich machen das acht Schülerinnen und Schüler der Berufsbildenden Schulen Einbeck, die zwölf neue Tafeln aus Holz geschnitten und bemalt haben. BBS-Leiter Renatus Döring und Brauhaus-Marketingleiter Ingo Schrader freuen sich über die Kooperation, bei der etwas Bleibendes von Tradionswert entstanden ist, das sonst verloren zu gehen drohte. Die BBS freue sich immer, bei solchen Projekten den Schülern praktische Möglichkeiten zu bieten, für die sonst keine Aufträge an Handwerker erteilt worden wären, sagte Döring. Der Maibaum mit den alten Tafeln war nicht nur in die Jahre gekommen, er war auch bei einem Sturm im vergangenen Jahr umgefallen. Durch die Unterstützung der BBS könne er nun nächstes Jahr wieder aufgestellt werden.

Acht Schülerinnen und Schüler der Berufseinstiegsklasse Farbtechnik in der BBS Einbeck haben mit ihren Lehrkräften Andreas von Ohlen und Thorsten Espe und Abteilungsleiterin Helena Jelitto die neuen Motivtafeln gebaut: Eulenspiegel, Bierfässer, Fachwerkzeile oder der Biertreck sind da zu sehen. Als Vorbilder halfen die alten, bisherigen Holztafeln, die beim Sturmschaden gerettet werden konnten. Auf Multiplexplatten, die durchaus auch mal feucht werden dürfen, hätten die Schüler die Motive nachgezeichnet und mit der Stichsäge ausgestanzt, berichtet Andreas von Ohlen. Dabei habe man verschiedene Übertragungstechniken zeigen und üben können: Vom Kohlepapier über den Overhead-Projektor bis zum modernen Plotter konnten die Schüler lernen, welche Varianten es gibt, wenn man Bilder auf ein neues Werkstück übertragen möchte. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

An dieser alten Tafel ist zu sehen, wie verwittert die Farbe schon war.

Andreas von Ohlen zeigt eine der neuen Tafeln.

BBS-Schülerinnen und Schüler haben die neuen Maibaum-Tafeln aus Holz geschnitten und bemalt.

Gute Arbeit: Brauhaus-Marketingleiter Ingo Schrader und BBS-Schulleiter zollten den Schülern um Lehrkraft Andreas von Ohlen gute Arbeit.

Insgesamt zwölf neue Tafeln haben die BBS-Schüler mit ihren Lehrern Thorsten Espe (r.), Abteilungsleiterin Helena Jelitto (3.v.r.) und Andreas von Ohlen (2.v.r.) geschaffen.

 

Brauerei-Vorstand nur auf dem Bildschirm

Einbecker-Vorstand Martin Deutsch erläuterte die Zahlen online.

Die Einbecker Brauhaus AG hat erstmals in ihrer Geschichte ein Geschäftsjahr bei einer virtuellen Hauptversammlung bilanziert. Die Aktionäre waren wegen der Beschränkungen in der Corona-Pandemie nicht persönlich in Einbeck anwesend, sondern konnten sich ausschließlich mit Zugangsdaten in einen Live-Stream zuschalten und im Internet verfolgen, wie Vorstand Martin Deutsch die Zahlen für das Jahr 2019 erläuterte und in die Zukunft blickte. Auf dem Brauereigelände in Einbeck saßen der Vorstand mit den zwei Aufsichtsratsmitgliedern Robert A. Depner und Jürgen Brinkmann sowie Notar Wolfgang Borsum vor Kameras, die diese Online-Hauptversammlung ins Internet übertrugen. Die Technik funktionierte bis auf einen Mini-Tonaussetzer reibungslos, auch Dienstleister „Eulenspiegel Multimedia“ aus Magdeburg war mit dem Ablauf zufrieden.

Die Stimmabgabe erfolgte online, Fragen der Aktionäre konnten vorab eingereicht werden. Zehn Aktionäre mit insgesamt 80 Fragen haben das genutzt. Die meisten Fragen waren mit der Rede des Vorstandes allerdings schon beantwortet, auf einige Details ging Martin Deutsch gesondert ein. 193 der 1600 Aktionäre hatten sich zur Online-Versammlung angemeldet, das entsprach 40 Prozent des Grundkapitals. Vorstand Martin Deutsch begründete die virtuelle Versammlung mit der Unsicherheit, wann und ob eine Präsenzveranstaltung noch 2020 stattfinden könnte. In Zukunft sollen wieder Versammlungen mit Anwesenheit der Aktionäre organisiert werden, der Brauhauschef kann sich jedoch eine Videoübertragung von solchen Präsenzveranstaltungen vorstellen.

Kurz vor der HV (v.l.): Vorstand Martin Deutsch; Jürgen Brinkmann, stellv. Vorsitzender des Aufsichtsrats; Robert A. Depner, Vorsitzender des Aufsichtsrats; Wolfgang Borsum, Notar. Foto: Einbecker Brauhaus AG

Ursprünglich wollte die Einbecker Brauerei nach einem schwierigen Jahr 2018 wieder eine Dividende zahlen. Bei dem vor einem Jahr progostizierten Jahresüberschuss im mittleren sechsstelligen Bereich konnte der Brauerei-Vorstand mit 449.000 Euro auch Vollzug melden. Die Hauptversammlung trug den Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat mit, wegen aktuell nicht absehbarer Beeinträchtigungen durch die Corona-Krise den Bilanzgewinn jedoch lieber auf neue Rechnung vorzutragen. „Damit ermöglichen sie uns eine Risikovorsorge in Höhe von 249.000 Euro“, sagte Deutsch. Die Einbecker streben für 2020 ein ausgeglichenes Ergebnis an – „für das Krisenjahr ist das sehr anspruchsvoll“, weiß der Brauereichef. Fehlende Konsumanlässe wie die ausgefallene Fußball-Europameisterschaft, aber auch ausfallende große und kleinere Veranstaltungen wie Hoffest oder Eulenfest, zwei Monate geschlossene Gastronomie und ein eingebrochener Fassbierabsatz werden sich bemerkbar machen, selbst wenn jetzt viele Gaststätten wieder eingeschränkt öffnen. Deutsch: „Es wird lange dauern, bis sich Frequenz, Umsatz und Bierabsatz auf das frühere Niveau bewegen.“

Vorstand Martin Deutsch bilanzierte das Geschäftsjahr 2019, das Jahr vor der Corona-Krise. Die Brauerei habe sich besser als der rückläufige Biermarkt entwickelt, hat im vergangenen Jahr insgesamt 539.040 Hektoliter Bier abgesetzt (-3,4 Prozent). Der Absatz der Einbecker-Eigenmarken im Inland betrug 424.624 Hektoliter gegenüber 430.467 Hektoliter im Vorjahr (-1,4 Prozent). Während die Marke Nörten-Hardenberger sogar ein Plus verzeichnen konnte (+1700 Hektoliter), entwickelte sich der Absatz der Marken Martini/Kasseler mit -15 Prozent deutlich negativ. „Die Gründe liegen vorrangig im Imageverlust aufgrund der Produktionsverlagerung nach Einbeck und der Brauereischließung in Kassel“, sagte Deutsch.

Die Einbecker haben mit der Halbliter-Dose die Absatzverluste des Vorjahres beim Mai-Urbock zurück holen können. Extrem erfolgreich gestartet sind nach den Worten des Brauerei-Vorstandes die vier neuen Produkte im Wachstumssegment der alkoholfreien Getränke. Mit dem Radler alkoholfrei und dem Natur-Radler der Marke Einbecker, dem Zwickl der Marke Nörten-Hardenberger sowie mit den gänzlich neuen Biermischgetränken „Hopfenfrucht“ (mit Beckers Bester) erfülle man auch die mehrfachen Wünsche der Aktionäre, baue das Sortiment entsprechend der Nachfragetrends um. Ein im Spätsommer 2019 installierter Kammer-Pasteurs, in dem komplette Paletten zuckerhaltiger Biermischgetränke wärmebehandelt werden können, mache diese Produkte effizient möglich, berichtete Deutsch. Durch die „Entalkoholisierungskompentenz“ der Einbecker beziehen laut Brauhaus-Vorstand zahlreiche Brauereien wachsene Mengen von alkoholfreiem Bier als Tankbier aus Einbeck.

Die Abstimmungsergebnisse wurden neben Aufsichtsratschef Robert A. Depner eingeblendet.

Bei der Rede des Vorstandes wurden Grafiken und Bilder eingeblendet, beispielsweise hier die Struktur der Einbecker-Gruppe.

So wird heute die Hauptversammlung übertragen

Lars Eichhorn mit seinem Team von „Eulenspiegel Multimedia“ aus Magdeburg überträgt die Hauptversammlung.

Besondere Zeiten erfordern besondere Technik: Wegen der Corona-Pandemie findet das jährliche Aktionärstreffen der Brauhaus AG erstmals in der Einbecker Brauerei-Geschichte nicht als Präsenzveranstaltung in großen Hallen mit Hunderten von Anteilseignern als Besucher statt. Die Aktionäre sind nicht körperlich anwesend in Einbeck. Es wird eine virtuelle Hauptversammlung, die da heute online über die Bühne geht. Einzig der Vorstand, zwei Aufsichtsratsmitglieder und der Notar sitzen im Schulungsraum der Brauerei vor zwei Kameras, die die gesamte Versammlung als Live-Stream via Internet zu den Aktionären übertragen. Wer sich als Aktionär zuschalten möchte, benötigt die Zugangsdaten und ist dann live dabei.

Die notwendige Technik steuert neben dem (wie in Jahren der Präsenzversammlungen auch) betreuenden Hauptversammlung-Dienstleister „C-HV AG“ (für die Abstimmungen) die Magdeburger Firma „Eulenspiegel Multimedia“ bei. Das Team von Lars Eichhorn ist mit insgesamt drei Mitarbeitern und zwei Kameras vor Ort, um Redner und Totale des Vorstandstisches jederzeit optisch gut ins Bild setzen zu können. Für das Unternehmen ist es zwar die erste Hauptversammlung einer Aktiengesellschaft, die es überträgt. „Eulenspiegel Multimedia“ hat aber bereits unter anderem zahlreiche Live-Spiele des SC Magdeburg übertragen, ist auch sonst seit Jahren erfolgreicher Produzent von Filmen und Live-Formaten.

Bereits am Vortag war Eichhorns Team in Einbeck, um die Übertragungswege mehrfach zu testen und einzurichten, Kameras, Monitore und Mischpulte aufzubauen. Der Live-Stream, den die Aktionäre mit wenigen Sekunden Verzögerung sehen können, wird in fünf verschiedenen Formaten bzw. Geschwindigkeiten übertragen, damit er auf allen Endgeräten optimal empfangen werden kann. Die Ansicht wird dabei geteilt sein, denn neben dem Redner bzw. jeweiligen Sprecher (Aufsichtsratschef als Leiter der Versammlung, Vorstand) werden auch kleine Videos bzw. Grafiken eingeblendet.

Der Ablauf der Versammlung mit Tagesordnung ist vergleichbar der Aktionärstreffen, die in den vergangenen Jahren in der PS-Halle stattfanden. Diesmal konnten die Aktionäre ihre Fragen aber vorab einreichen.

Die Hauptversammlung der Einbecker Brauhaus AG wird gemäß der Entscheidung des Vorstands mit Zustimmung des Aufsichtsrats nach Maßgabe des Gesetzes über Maßnahmen im Gesellschafts-, Genossenschafts-, Vereins-, Stiftungs- und Wohnungseigentumsrecht zur Bekämpfung der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie (Art. 2 des Gesetzes zur Abmilderung der Folgen der COVID-19-Pandemie im Zivil-, Insolvenz- und Strafverfahrensrecht, Bundesgesetzblatt I 2020, S. 569, nachfolgend Covid-19-Gesetz) als virtuelle Hauptversammlung ohne physische Präsenz der Aktionäre oder ihrer Bevollmächtigten abgehalten.

An diesem Tisch werden Vorstand Martin Deutsch, die Aufsichtsräte Robert A. Depner und Jürgen Brinkmann sowie Notar Wolfgang Borsum mit Abstand voneinander sitzen.

Dies ist der Blick, den Vorstand Martin Deutsch bei der Übertragung haben wird.

Startbildschirm der virtuellen Hauptversammlung.

Einbecker Etiketten: Jetzt mit Kalorienangabe und Genussbeschreibung

Das neue Etikett beim Brauherren Pils.

Der 23. April ist der Tag des Bieres. Denn am 23. April 1516 wurde das Reinheitsgebot für Bier verkündet: Seitdem gehört in ein gescheites Bier nur Wasser, Malz, Hopfen und Hefe. Dennoch schreibt das Einbecker Brauhaus jetzt auf seine Etiketten viel mehr drauf als bislang. Warum das? Auf den Rückseiten-Etiketten der Bierflaschen sind jetzt Kalorien-Angaben zum Brennwert und eine kurze Genussbeschreibung zu lesen. Nach und nach führt das Unternehmen die neuen Etiketten bei den verschiedenen Biersorten ein. Den Anfang haben die Brauer von der Papenstraße Anfang April mit Einbecker Landbier gemacht. Es folgte die Umstellung bei der 0,33-Liter-Steinieflasche Einbecker Pilsener. Mitte Mai sollen dann Einbecker Brauherren Pils und Einbecker Dunkel mit den neuen Etiketten ausgeliefert werden, teilte Brauhaus-Sprecher Ulrich Meiser mit.

Mit den Genussbeschreibungen, die die verschiedenen Biersommeliers im Einbecker Brauhaus verfasst haben, will die Brauerei eine Bier-Vorfreude vermitteln, den Biertrinkern gewissermaßen Appetit machen, wie es Meiser formuliert. Die individuelle Beschreibung kann sich auf die Farbe des Bieres beziehen und auf den Schaum. Antrunk, Mundgefühl und Abgang gehören ebenso dazu wie eine Beschreibung der Bittere. Beim Landbier steht dort beispielweise, dass das feinmalzige Aroma beim Trinken der milden Hopfenbittere weicht. Das Brauherren Pils wird als „strohblond, angenehm spritzig und mit klassisch-herbem Pils-Geschmack“ umschrieben.

Das Etikett beim alkoholfreien Brauherren mit den „0 g“.

Rechts die neuen Kronkorken beim Brauherren alkoholfrei aus dem Einbecker Brauhaus.

Neben ein wenig Lyrik treten auf den neuen Rücken-Etiketten Angaben zum Brennwert inklusive Kalorienangabe hinzu. Beim alkoholfreien Bier war das bislang schon so, denn für alle Getränke mit weniger als 1,2 Volumenprozent Alkohol schreibt der Gesetzgeber seit 2014 verpflichtend vor, dass in der Deklaration Energiegehalt, enthaltenes Fett, ungesättigte Fettsäuren, Kohlenhydrate, Zuckergehalt sowie die enthaltene Menge an Eiweiß und Salz enthalten sein muss. Beim Brauherren Pils alkoholfrei ist bei den durchschnittlichen Nährwertangaben je 100 ml 12 kcal / 23 g Kohlenhydrate angegeben. Bei Fett, Fettsäure, Zucker, Eiweiß und Salz steht dort korrekterweise jeweils „0 g“. Die Konsumenten können jetzt aber nicht nur auf den Flaschenaufklebern erkennen, dass Einbecker Brauherren alkoholfrei 12 kcal/100ml beinhaltet. Das steht jetzt auch auf neuen blauen Kronkorken, mit denen einige (aber nicht alle) Bierflaschen nun verschlossen werden. „Das Einbecker ist deutlich kalorienärmer als fast alle anderen alkoholfreien Biere“, betont Meiser. Durchschnittlich hat ein alkoholfreies Bier 26 kcal. Dieses besonders kalorienarme Einbecker entsteht durch das aufwändige, zweistufige Entalkoholisierungsverfahren im Einbecker Brauhaus. Und dass Bier kalorienärmer beispielsweise als Milch, Wein oder Orangensaft ist, zeigt eine Übersicht des Deutschen Brauer-Bundes.

Im September vergangenen Jahres hat der Dachverband der europäischen Brauer, die „Brewers of Europe“, der EU-Kommission eine Selbstverpflichtung zur freiwilligen Kennzeichnung von Bieren und Biermischgetränken vorgelegt. Nach dieser sollen bis zum Jahr 2022 europaweit alle in Flaschen oder Dosen verpackten Biere mit Kalorienangaben versehen werden. „Dieser Aktion haben wir uns angeschlossen“, erklärt Brauhaus-Sprecher Ulrich Meiser. „Wir setzen auf volle Transparenz.“ Und so werden nun auch bei allen Biersorten der Einbecker die Brennwert-Angaben auf dem Etikett zu finden sein.

Abbildung (c) Deutscher Brauer-Bund

Das neue Etikett beim Einbecker Landbier. Abbildungen: Einbecker Brauhaus AG

Bierbrauen ist Kulturerbe

Bierfreunde haben es längst gewusst. Bierfreunde aus Einbeck, wo mehr als 600 Jahre Tradition belegt sind und die Wiege des Bockbiers steht, erst recht. Jetzt aber haben es die Bierbrauer schriftlich. Von höchster offizieller Stelle, von der Deutschen UNESCO-Kommission, beschlossen von der Kultusministerkonferenz der Länder und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Kanzleramt. Das handwerkliche Bierbrauen zählt zum Immateriellen Kulturerbe in Deutschland.

Die offizielle Urkunde soll im Juni überreicht werden, informiert der Deutsche Brauer-Bund. Er war einer von mehreren Antragstellern. Das Expertenkomitee der UNESCO würdigt das handwerkliche Bierbrauen, weil es sich in den vergangenen Jahren als „sehr wandlungsfähig“ erwiesen habe, unter anderem durch eine Renaissance des Haus- und Hobbybrauens. Positiv sei die Vernetzung der Brauer untereinander. „Vor allem die regionale Verwurzelung des Bierbrauens führt zu einer engen Bindung der Menschen, die durch gemeinschaftliche Rituale wie Feste, Stammtische sowie durch Vereine noch verstärkt wird“, heißt es vom Expertenkomitee.

„Das nachhaltige Handeln des Brauhandwerks, der aktive Austausch, die Experimentierfreude sowie die besondere Regionalität haben in Deutschland eine enorme Vielfalt an Bierstilen und Braustätten hervorgebracht, die das Land, seine Kultur und seine Feste prägen“, begründet die UNESCO-Kommission die Auszeichnung. Auf ihrer Website gibt sie einen Überblick über die Entwicklung und Ausprägung des Bierbrauens.

(c) Archiv Einbecker Brauhaus AG

(c) Archiv Einbecker Brauhaus AG

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