Einbecker Bierblog

Wissenswertes aus der Heimat guter Biere

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Kräftig, süffig, malzig: neuer Einbecker Bockbier-Likör

Wenn dunkles Bockbier aus Einbeck auf echte Bourbon-Vanille und würzig-fruchtigen Cassia-Zimt trifft und eine Prise Gewürznelke hinzu kommt: Dann ist der neue Einbecker Bockbier-Likör im Glas, den die Weserbergland-Brennerei zusammen mit dem Einbecker Brauhaus kreiert hat.

Die Weserbergland-Brennerei von Sebastian Budde und die Einbecker Brauerei haben an dem neuen Einbecker Bockbier-Likör gemeinsam gearbeitet, der bisherige Winterbock-Likör war nicht mehr aktuell. Rezeptur, Geschmack und Design wurden nach fünf Jahren einem deutlich erkennbaren Relaunch unterzogen. Hergestellt wird das Produkt in der Weserbergland-Brennerei.

Weserbergland-Brennerei und Brauhaus AG sind Mitglieder im Regionalen Erzeugerverband Südniedersachsen. „Der neue Einbecker Bockbier-Likör ist ein Zeichen für die gute Zusammenarbeit mit einem Hersteller aus unserer Region, mit dem es gemeinsam gelingt, die Wertschöpfung in der Region Südniedersachen zu halten“, sagt Brauereisprecher Ulrich Meiser.

Der Ausgangsstoff für den Bockbier-Manufaktur-Likör ist Einbecker „Ur-Bock Dunkel“. Dieser kräftig süffige und malzige dunkle Bock von den Erfindern des Bockbiers trifft „auf die betörende Opulenz der echten Bourbon Vanille und würzig-fruchtigen Cassia Zimt. Abgerundet durch eine kleine Prise Gewürznelke, ist er mit stattlichen 30% vol. ein Genuss für Liebhaber dunkler Einbecker Biere“, heißt es in der Produkt-Beschreibung.

Getrunken werden kann der Likör bei Zimmertemperatur in der kalten Jahreszeit. Oder gekühlt im Sommer. Denn der Einbecker Bockbier-Likör soll kein „Winter- oder Weihnachtsprodukt“ sein, sondern das ganze Jahr die Likörfreunde erfreuen.

„Der Likör wird, wie alle Produkte unseres Hauses, weder mit industriellen Aromen noch Farbstoffen gefertigt, sondern ist ein reines Produkt aus Bier, Zucker, hochreinem Alkohol und wirklich erlesenen Gewürzen“, sagt Sebastian Budde. „Der Unterschied in der Herstellung zu den bestehenden Bränden, die erst mühsam destilliert werden und dann mehrjährig zur Reifung auf Holzfässer kommen, ist beim Likör die fehlende Destillation“, beschreibt der Chef der Weserbergland-Brennerei. „Bei der Likörherstellung siedet das Bier ein zweites Mal im Kupferkessel, zusammen mit den feinen Gewürzen und dem Zucker, bevor es nach einer Filtration eine mehrmonatige dunkle und kühle Reife antritt.“ Für eine höhere Alkoholstärke vermählt Sebastian Budde mit seinen Team den Gewürzsud vor der Reife noch mit hochreinem Alkohol.

Die 350-ml-Flasche ist im Brauerei-Fanshop und in weiteren Verkaufsstellen in der Region, zum Beispiel bei der Einbecker Senfmühle oder im Klosterhof Brunshausen bei Bad Gandersheim erhältlich.

Hergestellt von der Weserbergland-Brauerei: Der neue Einbecker Bockbier-Likör. Foto: Einbecker Brauhaus AG

„Hopfenfrucht“ für den Deutschen Marketing-Preis nominiert

Der Marketing-Club Göttingen hat die Einbecker Brauhaus AG und Beckers Bester mit ihrem neuen, im März auf den Markt gebrachten Saftler „HopfenFrucht“ für den Deutschen Marketing-Preis 2020 nominiert. Die Preise werden am 3. Dezember online vergeben.

Nominiert für den Marketing-Preis: die Hopfen-Frucht. Foto: Einbecker Brauhaus AG

„Durch die Nominierung der Einbecker Brauhaus AG und Beckers Bester mit ihrem neuen Biermischgetränk HopfenFrucht würdigen wir eine wahrlich erfrischende Innovation aus unserer Region“, erklärten Präsident Ulrich Büchner und Vorstand Thomas Franke in einer Pressemitteilung des Marketing-Club Göttingen.

„HopfenFrucht“ ist eine Kombination aus alkoholfreiem Bier 0,0 Prozent von Einbecker und Direktsaft von Beckers – mit vollem Geschmack, aber ohne Extrakte, Konzentrate, zugesetztem Zucker oder Süßstoffe. In Deutschland wurde mit HopfenFrucht nach eigenen Angaben eine neue Kategorie in der Getränkelandschaft geschaffen: der Saftler. „Der Geschmack ist nicht mit den üblichen Biermischgetränken vergleichbar“ betonte Martin Deutsch, Vorstand der Einbecker Brauhaus AG. „Ich bin sehr beeindruckt, was unser Team gemeinsam mit den Einbeckern entwickelt haben“, ergänzte Sebastian Koeppel als Inhaber von Beckers Bester. Die leichte Hopfennote harmoniere hervorragend mit dem Geschmack der Traube.

Der Deutsche Marketing Preis ist seit 1973 ein Gütesiegel für Spitzenleistungen im deutschen Marketing. Wichtige Kriterien für die Auswahl der jährlichen Preisträger sind ein integriertes Marketing-Konzept, die gewählte Strategie sowie der kluge Einsatz von Techniken und Instrumenten des Marketings. Ebenfalls bewertet werden die im Marketing berücksichtigte soziale, ökologische und gesellschaftliche Verantwortung des Unternehmens wie auch spezifische Produkt- oder Markenführungsstrategien. In der Wirtschaftsregion Südniedersachsen ist der Marketing-Club Göttingen als Berufsverband die nach eigenen Angaben erste Adresse für alle, die sich dem Marketing und der marktorientierten Unternehmensführung verschrieben haben. Im Fokus stehe die professionelle Auseinandersetzung mit den neuesten Entwicklungen und Erkenntnissen im Marketing, heißt es in der Presseinfo. Als Mitglied des Deutschen Marketing Verbandes mit über 14.000 Führungskräften und
marketingorientierten Unternehmen gehört der Marketing Club Göttingen zur bundesweit größten Vereinigung von im Marketing Verantwortlichen in Praxis und Lehre.

Neuer Stadtführer über Einbeck erschienen

Es braucht lediglich drei Worte im neuen Einbeck-Stadtführer bis die Rede vom Bier ist. Natürlich. „Einbeck und Bier – das gehört zusammen“, beginnt der Text des 74-seitigen Heftes im kompakten Westentaschenformat. Denn selbstverständlich gibt es ein großes Bier-Kapitel in dem frisch erschienen Stadtführer, der sich an Besucher richtet und einen ersten komprimierten Überblick über Einbeck, seine Sehenswürdigkeiten und Geschichte geben will. Einbeck ohne Bier ist schlicht nicht denkbar, ihren Wohlstand haben viele Menschen in den vergangenen Jahrhunderten durch das Bier erreicht. Reichtum, mit dem sie nach dem Stadtbrand von 1540 ihre Häuser so schmücken konnten, wie das Fachwerk sie heute noch Touristen wie Einwohnern gleichermaßen zeigt.

Im Bier- und Brauerei-Kapitel geht es natürlich um die Kunst, gutes Bier zu brauen, wie das die Einbecker in den vergangenen Jahrhunderten bewerkstelligten, wie alles sich zur heutigen Brauerei entwickelte. Martin Luther als bester Bierbotschafter kommt zu Wort, und die Geschichte, wie die Einbecker den Münchenern das gescheite Bier brauen beigebracht haben.

Autor des Stadtführers ist Frank Bertram, der Betreiber dieses Blogs.

Das Heft (ISBN 978-3-9820743-7-5) ist in der Edition Wolf Larsen („Ich bin dann mal in…“) im Verlag Monumente und Menschen (Hamburg) erschienen. Erhältlich ist der Stadtführer im Fanshop des Einbecker Brauhauses, bei der Tourist-Information, im Stadtmuseum, im PS-Speicher, bei Thalia in Einbeck sowie in jeder guten Buchhandlung.

Den neuen Stadtführer gibt es auf Deutsch und Englisch.

Audienz beim „Bierpapst“

Bierprobe im urigen Fass im Einbecker Urbockkeller: „Bierpapst“ Conrad Seidl.

Hoher Besuch im Einbecker Brauhaus: „Bierpapst“ Conrad Seidl war jetzt für Dreharbeiten in Einbeck unterwegs und dabei selbstverständlich auch in der Brauerei zu Gast. Der Österreicher produziert zurzeit eine neue, zweite Staffel seiner Reihe „Beer-tastic!“, die wahrscheinlich ab Frühjahr 2021 in Streamingdiensten zu sehen sein wird. Eine der 26-minütigen Folgen, komplett auf Englisch gedreht, wird dabei in der Heimat des Bockbieres spielen. Bier und Kunst ist das übergreifende Thema der Filme, Braukultur spielt dabei eine wichtige Rolle. Produziert wird die Staffel von „Magic Entertainment“ von Cornelia und Christian Machacek. In Einbeck unterwegs war Conrad Seidl mit Stadtführerin Marion Bartels, die als Dreh-Scout so manche unbekannte Plätze zeigen konnte. Im Stadtmuseum informierte sich der „Bierpapst“ unter anderem über das älteste Bierfass Deutschlands und erhielt Informationen von Museumspädagogin Dr. Imke Weichert. Für eine Szene kam auch der PS-Speicher ins Spiel, in dem Seidl mit einem Twin-Mercedes fahren durfte und dabei dachte, er würde wohl nach einem Bockbier doppelt sehen, hat das Fahrzeug doch zwei Motorhauben in entgegen gesetzte Richtungen. Im Urbockkeller der Brauerei stand dann schließlich eine Bockbier-Verkostung an. Der „Bierpapst“ testete sämtliche Bockbier-Sorten der Einbecker und hatte dabei sichtlich Spaß.

Conrad Seidl kam bei seinem Einbeck-Besuch während des Geschichtstreffens des Brauwesens im Oktober vergangenen Jahres auf den Einbecker-Geschmack. Wer über Bockbier einen Film macht, kommt um die Heimat des Bockbieres ja ohnehin nicht herum. Der 62-jährige Wiener arbeitet als Journalist beim „Standard“, hat mehr als 35 Jahre über Politik geschrieben. „Wer sich den ganzen Tag mit Politik befassen muss, braucht nachher ein Bier“, sagt Seidl. „Oder auch zwei. So habe ich gelernt, wie ein Biersommelier zu verkosten, wie ein Beerjudge zu beurteilen und wie ein Beerwriter über Brauereien und ihre Braukunst zu schreiben.“ Durch seine Beschäftigung mit dem Thema Bier und Braukultur vermarktet sich Seidl selbst als „Bierpapst“.

Im Sudhaus (v.l.): Kai Arnemann (Brauer), Conrad Seidl, Max Diebel (Brauer), Cornelia und Christian Machacek (Produktionsfirma). Foto: Einbecker Brauhaus AG

„Bierpapst“ Conrad Seidl mit Brauhaus-Sprecher Ulrich Meiser.

Bei den Dreharbeiten und der Bockbierprobe: „Bierpapst“ Conrad Seidl. Foto: Einbecker Brauhaus AG

Drei neue Azubis im Brauhaus

Trotz der Corona-Pandemie und der damit einhergehenden herausfordernden Wirtschaftslage hält das Einbecker Brauhaus an seiner Ausbildungsquote von acht Prozent fest. Insgesamt absolvieren momentan zehn junge Menschen eine Ausbildung in der Einbecker Brauerei. Zum Monatsbeginn haben drei Azubis begonnen: Collin White und Linus Döring wollen den Beruf des Industriekaufmanns erlernen, Bastian Baumann den traditionsreichen Handwerksberuf des Brauers und Mälzers.

Der erste Tag stand im Zeichen des Kennenlernens und vermittelte den Auszubildenden einen ersten Eindruck in ihre gewählten Ausbildungsberufe und in ihre neue berufliche Heimat der nächsten drei Jahre. Die Verantwortlichen im Einbecker Brauhaus wünschten allen eine gute Ausbildung und waren bei der Grundsteinlegung für die berufliche Karriere – unter Einhaltung der Abstands- und Hygienevorschriften – bestrebt, den Neuankömmlingen einen interessanten und erlebnisreichen ersten Tag zu bieten. Vorstand Martin Deutsch verband die Begrüßung mit einem Apell: „Bringen Sie sich selbstbewusst und selbstständig ins Unternehmen ein.“

Die Qualität der praxisbezogenen Ausbildung in der Einbecker Brauhaus AG wird auch in diesem Jahr durch die guten Ergebnisse der Abschlussprüfungen belegt. So haben Ende Juli 2020 Julia Thöne und Louis Meyer (beide Industriekaufleute) sowie Philipp Ilsemann (Einzelhandelskaufmann) ihre Ausbildung mit Erfolg beendet. Gerade in Hinblick auf die aktuelle Lage freut sich die Einbecker Brauhaus AG, Julia Thöne und Philipp Ilsemann in ihren erlernten Berufen weiterbeschäftigen zu können, heißt es in einer Pressemitteilung.

Vorstand Martin Deutsch, Karina Heider (Personalabteilung), Knut Schiemann (Betriebsratsvorsitzender), Bastian Baumann, Collin White, Linus Döring, Markus Körner (Ausbilder), Julia Thöne (Jugend- und Auszubildendenvertreterin) und Dorte Simon (kaufmännische Leiterin). Foto: Einbecker Brauhaus AG

 

Wie Sechserträger verpackt werden

Kleinere Gebinde als die klassische Bierkiste werden bei Bierfreunden vor allem in kleineren Haushalten immer beliebter. Das ist der klassische Sechserträger aus Umschlagpappe. Aber auch Kartons mit vier Bierflaschen sind gefragt, aktuell beim Einbecker Brauhaus vor allem für die neue Kreation Hopfenfrucht. Die Saftler-Mischungen sind zwar auch in kleinen Bierkästen erhältlich, aber vor allem in einem Vierergebinde begehrt, dem so genannten Open Basket. Befüllt werden diese Kartons durch eine neue Verpackungsmaschine, die sehr flexibel zwischen dem Vierer und dem Sechser wechseln kann und auch acht Flaschen in einen passenden Umkarton einsortieren könnte.

Die HSL Einbeck (Hanse Service- und Logistik GmbH), ein Tochterunternehmen der Einbecker Brauhaus AG, übernimmt im Logistikzentrum jetzt stärker auch Aufträge von anderen Brauereien und hat deshalb in eine neue Verpackungsmaschine investiert. Durch diesen Schritt ist es möglich, flexibel auf Gebinde-Wünsche der Kunden einzugehen. Rund 350.000 Euro hat sich HSL die neue Maschine kosten lassen, berichtet Geschäftsführerin Dorte Simon. Diese ist Ersatz für den sieben Jahre alten Verpacker, der verkauft wurde. Und nicht nur in Maschinen hat HSL investiert, sondern auch fünf neue unbefristete Vollzeitstellen geschaffen. Insgesamt 36 Beschäftigte arbeiten jetzt im Logistikzentrum an der Hansestraße.

Die bisherige Verpackungsanlage konnte lediglich die so genannten Wrap-6er, also die Umschlagspappen für den typischen Sechserträger herstellen. Die neue Maschine ermöglicht dem Unternehmen, nun auch die Vierer-Träger maschinell zu füllen. Manuell muss lediglich später noch die Sortierung erfolgen, wenn die zwei Hopfenfrucht-Sorten gemeinsam in einem Open Basket enthalten sein sollen. Mit der Maschine, die 2019 den Deutschen Verpackungspreis gewonnen hat, sind 30 Sechserträger pro Minute möglich, bei den Vierer-Trägern schafft die Anlage 6000 Gebinde pro Stunde. Bei der HSL sind im vergangenen Jahr insgesamt 955.000 Sechserträger verpackt worden. Ziel im laufenden Jahr ist, die Marke von 1,25 Millionen zu erreichen.

Die neue Multipack-Anlage ermöglicht kürzere Umbauzeiten bei Produktwechseln. Das Bedienkonzept verfügt außerdem über eine digitale Umbauanleitung mit Bildern und Videos, welche Schritt für Schritt alles Notwendige beschreibt. „Diese Anleitung ist durch einen QR-Code auf jedem Tablet oder Handy aufrufbar und erleichtert dem Bediener die Umbauarbeit enorm“, erzählt Betriebsleiter André Quittenbaum. Nachschlagen in ausgedruckten Bedienungsanleitungen muss damit niemand mehr. Das Unternehmen ermögliche Beschäftigten auch, sich vom Leergut-Mitarbeiter zum Anlagenbediener zu entwickeln.

(Aktualisiert 30.07.2020, 13:10 Uhr)

Wie früher bei Wirtin Inge Schneider

Nostalgie der besonderen Art im neuen Besucherzentrum des PS-Depots für Kleinwagen am Altendorfer Tor in Einbeck: Nicht nur Oldtimer aus Blech und Chrom sind dort zu finden, sondern auch eine alte Gaststätten-Einrichtung mit Kultcharakter. Von Rainer Koch stammt als Dauerleihgabe die Einrichtung des Gasthauses „Zur Stadt Einbeck“, das Inge Schneider früher in der Benser Straße betrieben hatte. Ursprünglich sollten Tresen und Stammtisch im Besucherzentrum der Einbecker Senfmühle eine neue Heimat finden, doch dort haben sich die Pläne geändert. Jetzt können Besucher des Kleinwagen-Depots vor ihrem Besuch kurz auf dem Barhocker Platz nehmen, der schon so manchen Kneipengast beim Einbecker Bier gesehen hat.

Die Kneipe „Zur Stadt Einbeck“ in der Benser Straße ist vielen Einbecker noch gut bekannt. Lange Jahre lang betrieb Inge Schneider das Traditionshaus. Als die Kneipe geschlossen werden musste, wäre das Mobiliar um ein Haar entsorgt worden, wenn Rainer Koch dieses Stückchen Stadt- und Gastronomiegeschichte nicht gerettet hätte. Auf Vermittlung von Martin Deutsch vom Brauhaus schließlich kam die Einrichtung in das Besucherzentrum und dient den dort wartenden Gästen als Sitzecke. In einem weiteren Schritt soll die Zapfanlage wieder in Betrieb genommen werden, so dass dort bei Veranstaltungen auch einmal ein kühles Bier gezapft werden kann. Einbecker versteht sich.

(Aktualisiert 03.09.2020)

Rainer Koch (l.) mit Martin Deutsch (r.) bei der offiziellen Übergabe des Inventars und der Gedenktafel an den Geschäftsführer des PS-Speichers, Lothar Meyer-Mertel. Foto: Kulturstiftung Kornhaus

Die Theke von Inge Schneider steht jetzt im Besucherzentrum des PS-Speichers.

Brauer schildern Finanzminister ihre Sorgen

Ein leidenschaftlicher Biertrinker als Finanzminister eines Bundeslandes? Keine schlechte Idee imgrunde, ist doch die Biersteuer eine der wenigen Landessteuern. Reinhold Hilbers (CDU), in der Großen Koalition in Hannover Finanzminister, bezeichnet sich selbst als Freund des Bieres. Wenn er mehrere Getränke vor sich zur Auswahl habe, wähle er das Bier, lächelt der Emsländer. Im Einbecker Brauhaus war der Finanzminister aber nicht als potenzieller Einbecker Bierordenträger, sondern als Krisenmanager in der Corona-Pandemie. Die Brauereien leiden unter der wirtschaftlichen Entwicklung durch die Absagen von Großveranstaltungen und Gastronomie-Schließungen. Und so war Einbeck auch nur der Ort für ein Treffen mit der Sozietät Norddeutscher Brauereiverbände, einem Zusammenschluss von regionalen Brauereiverbänden, der drei regionalen Wirtschafts- und Arbeitgeberverbände sowie von Brauereien direkt, darunter auch die Einbecker Brauhaus AG.

Erlassen wird den Brauern die Biersteuer in der aktuellen Krise zwar nicht, aber über Stundungen hat man sich verständigt. Einzelheiten waren Inhalte des Gesprächs, an dem neben Brauhaus-Vorstand Martin Deutsch auch der Geschäftsführer der Sozietät Norddeutscher Brauereiverbände, Michael Scherer, teilnahm. Dass dabei keine kleinen Summen im Spiel sind, macht eine einfache Rechnung deutlich. Pro Drittelliterflasche werden 4 Cent fällig, das sind 1,08 Euro pro Bierkiste mit insgesamt zehn Litern Bier. Allein die Einbecker Brauhaus hat seit dem Amtsantritt von Finanzminister Hilbers im November 2017 bis heute rund zehn Millionen Euro an Biersteuer an die Oberzolldirektion bezahlt, sagt Brauereisprecher Ulrich Meiser. Für einen Hektoliter produziertem Bier mit einem Stammwürzegehalt von 12 Grad Plato (das ist ein durchschnittlich starkes Bier), müssen Brauer 9,40 Euro Steuern an das Land zahlen.

Weitere Themen der Gespräche waren die Besteuerung des Pfandes und die komplizierten Auswirkungen auf Rückstellungen und die Unternehmensbilanzen sowie die Mengenstaffeln für die Biersteuer. Die veränderten Staffeln seien vor allem für kleine Brauereien finanziell belastend, hieß es.

Vor den Gesprächen machten die Beteiligten einen Rundgang durchs Brauhaus. Finanzminister Reinhold Hilbers war anschließend des Lobes voll, mit welchen modernen Maschinen die Einbecker heute ihr Bier brauen. Als ehemaliger Banker habe er da ein Auge für, grinst Hilbers. Gelernt habe er, dass moderne Flaschenabfüllungen eine Vierzahl verschiedener Flaschen ohne große Anstrengungen verarbeiten können, sagt der Minister auf meine Frage. Auch für die moderne, umweltfreundliche neue Filteranlage hat sich der Finanzminister interessiert. Und wie die Würze ins Bier kommt. Kein Wunder bei einem Finanzminster: Der Biersteuersatz wird nach Grad Plato berechnet, dem Maß für den Stammwürzegehalt.

Nach der Führung mit Abstand (v.l.): Einbecker-Brauhaus-Vorstand Martin Deutsch, Finanzminister Reinhold Hilbers und Michael Scherer, Geschäftsführer der Sozietät Norddeutscher Brauereiverbände.

Fan-Shop wieder zeitweise geöffnet

Seit mehr als einem Vierteljahr kann die Einbecker Brauhaus AG durch die Auflagen der Corona-Pandemie sicherheitsbedingt keine Besucher mehr zu Brauereiführungen begrüßen; auch der Einbecker Fan-Shop war geschlossen. Nun kann der Fan-Shop auf dem Brauereihof wieder zeitweise öffnen. Ab Mittwoch, 8. Juli, ist er jeweils mittwochs und freitags jeweils von 14.30 bis 17.30 Uhr geöffnet. Zahlreiche neue Artikel werden erhältlich sein, z.B. Sonnenschirme, Mini-Bierzeltgarnituren für den Balkon, Kühltaschen und viele Textilien. Es gelten beim Besuch des Fan-Shops auf dem Brauereigelände die üblichen Hygiene-Vorschriften: Abstand einhalten, Mund-Nase-Schutz tragen. Erlaubt sind maximal drei Kunden gleichzeitig im Shop, teilt die Einbecker Brauhaus AG mit.

Neu im Fan-Shop: die Sitzbankgarnitur für den Balkon. Foto: Einbecker Brauhaus AG

Rekord-Flaschenabfüllung

Die Kunden des Einbecker Brauhauses stehen offenbar auch in Krisenzeiten treu zur Marke Einbecker. Das Unternehmen hat im Juni dieses Jahres insgesamt 12,4 Millionen Flaschen in 520.000 Bier-Kästen abgefüllt. Das ist der höchste Juni-Wert seit Inbetriebnahme der beiden Abfülllinien im Einbecker Brauhaus vor vier Jahren, teilte die Brauhaus AG mit. Der Absatzerfolg beruht auch auf deutlich gestiegener Nachfrage nach alkoholfreien und alkoholreduzierten Getränken wie Einbecker Natur-Radler, Einbecker „Radler Alkoholfrei 0,0 Prozent“ und Hopfenfrucht. Die Abfüllleistung wurde im Drei-Schicht-Betrieb trotz Einschränkungen durch eine parallel erfolgende Drucktanksanierung und trotz zeitweiser Leergut-Engpässe erbracht. Den 25 Kollegen der Früh-, Spät- und Nachtschicht wurde als Dank eine Brotzeit ausgegeben. Der Fassbierabsatz der Einbecker Brauhaus AG lag im Juni gegenüber dem Vorjahresmonat noch mehr als 60 Prozent im Minus. Als Grund nannte Brauereisprecher Ulrich Meiser, dass die Gastronomie nach wie vor unter der Corona-Krise leide und alle Großveranstaltungen abgesagt worden seien.

Stellvertretend für das gesamte Flaschenabfüll-Team (v.l.): Braumeister Sepp Widmann (Leiter Abfüllung und Logistik), Sven Börner, Nico Huchthausen, Manfred Chittka, Birgit Wiegmann und Uwe Klie. Foto: Einbecker Brauhaus AG

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