Einbecker Bierblog

Wissenswertes aus der Heimat guter Biere

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Geschichtstreffen des Brauwesens

Brauhaus-Mann Ulrich Meiser (r.) begrüßt den „Bierpapst“ Conrad Seidl.

In die Heimatstadt des Bockbieres kamen am langen Einheitswochenende gut 100 Teilnehmer des Jahrestreffens der renommierten Gesellschaft für Geschichte des Brauwesens (GGB). Der 1913 in Berlin gegründete Verein mit heute rund 300 Mitgliedern kümmert sich satzungsgemäß um die Jahrtausende alte Geschichte des Bieres und seiner Rohstoffe, die Entwicklung der Bierherstellung, des Brauhandwerks und der Brautechnologie hin zur Brauwissenschaft. Er fördert die Forschung regionaler und lokaler Brauereigeschichte, hält in Berlin eine exzellente Bibliothek mit historischen Beständen bereit. In Einbeck trafen sich Mitglieder aus der Brauwirtschaft (Brauereien, Mälzereien, Zulieferbetriebe), aber auch aus der Geschichtsforschung, Archäologie, Biologie, Ethnologie sowie Sammler von Brauereigegenständen oder brauhistorisch interessierte Bierfans. Im Urbockkeller der Einbecker Brauhaus AG, die Mitglied des Vereins ist und das Treffen nicht zum ersten Mal veranstaltete, konnte Brauhaus-Exportchef Ulrich Meiser unter anderem auch den „Bierpapst“, den bekannten Bierjournalisten Conrad Seidl aus Wien begrüßen. Die 100 Teilnehmer kamen aus Deutschland, aber auch aus Dänemark, der Schweiz oder Österreich in die Heimat guter Biere, um sich auszutauschen.

Erstmals habe man neben der formalen (82.) Mitgliederversammlung auch einen Veranstaltungsteil mit drei Fachvorträgen ins Programm des Jahrestreffens genommen, sagte Vorsitzender Dr. Josef Fontaine zur Begrüßung. Dieser Teil fand im Benz-Victoria-Saal des PS-Speichers statt; das Oldtimermuseum konnten die Bier interessierten Besucher ebenso anschauen wie das Stadtmuseum (mit dem ältesten, vollständig erhaltenen Bierfass Einbecks, einem Originalexponat aus dem 15. Jahrhundert) oder natürlich die Einbecker Brauerei selbst. Auch Stadtführungen und ein Betriebsbesuch bei KWS standen auf dem Programm des GGB-Treffens.

Rund 100 Teilnehmer waren bei der Versammlung der GGB im PS-Speicher.

Ingo Weidig, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Einbecker PS-Speicher, nahm sich der Einbecker Biergeschichte an und arbeitete in seinem kulturwissenschaftlichen Vortrag („Heimat vs. Identität“) heraus, wie viel Einbeck im Einbecker steckt (eine ganze Menge, das Einbecker E sei allgegenwärtig).

Dr. Stefan Hanke, Leiter der Bitburger Versuchsbrauerei, schilderte die interessanten Versuche unter Federführung der Hochschule Trier, ausgehend von der altorientalen so genannten Ninkasi-Hymne mit Hilfe eines nachgebauten Lochbodengefäßes zu maischen und gären zu lassen, am Ende wie im Mittelalter Bier herzustellen und sozusagen nebenbei aus dem entstehenden Treber ein Brot zu backen.

John Brauer von der „European Brewery Convention“ berichtete über Ergebnisse des Schöps-Projektes in Breslau/Wroclaw. Dort ist ausgehend von (nur geringen bekannten) historischen Erkenntnissen des „Breslauer Schöps-Bieres“ 2015 ein neues Brauhaus mit Gastronomie entstanden, das heute jährlich rund 5000 Hektoliter des neuen Kultbieres produziert und vor allem vor Ort absetzt. Der Bürgermeister möchte das vollmundig-malzige „Schöps“ gerne zum offiziellen Stadtbier erklären lassen.

Ann-Kathrin Bode führte die Besucher der GGB durch das Sudhaus.

GGB-Vorsitzender Dr. Josef Fontaine (links), Ulrich Meiser (Einbecker Brauhaus AG) und GGB-Geschäftsführer Alexander Hofmann mit der Dankesurkunde für erwiesene Gastfreundschaft beim Jahrestreffen in Einbeck.

Ingo Weidig (PS-Speicher) sprach über das Einbecker Bier.

Dr. Stefan Hanke erzählte von mittelalterlichem Brauen.

John Brauer berichtete über „Breslauer Schöps“.

Einbecker Laster in Gabun

Ein über 30 Jahre alter Einbecker Bierlaster ist Ralf Jurkschat in Gabun in Zentralafrika begegnet. Der Brauer und Mälzer macht eine Afrikadurchquerung mit einem Unimog, heißt es aus dem Einbecker Brauhaus. „Der Lkw war nach unserer Vermutung früher für die Firma Trinks Getränke-Logistik, Goslar, auf Niedersachsens Straßen unterwegs“, sagt Brauhaus-Sprecher Ulrich Meiser. Das schließe man aus der (ehemals) weißen Fahrerkabine mit dem blauen Farbstreifen. Solche Lkw wurden hierzulande vor über 20 Jahren ausgemustert und verkauft. Der Mercedes-Dreiachser der SK-Klasse ist aber offenbar unverwüstlich und tut in Zentralafrika nach wie vor seinen Dienst. In Deutschland sind aus Gründen der Ladungssicherheit und der Praktikabilität jetzt nur noch feste Lkw-Aufbauten ohne Plane und Spriegel in Gebrauch, erklärte Meiser. Ob in Afrika unter der Plane (Einbecker) Bier transportiert wird, ist nicht bekannt – und auch eher unwahrscheinlich.

Mehr als 30 Jahre alter Einbecker-Bierlaster in Gabun. Foto: Ralf Jurkschat/Einbecker Brauhaus

Sportlich an die Bannmeile erinnert

An den Bannmeilen-Steinen entlang führte die Radroute.

Laufen, walken, wandern, mit dem Fahrrad, dem Mountainbike oder dem Oldtimer fahren – es gab am Sonntag verschiedene Möglichkeiten, an die Bannmeile zu erinnern und den 40. Geburtstag der Steine zu feiern, die zum 600-jährigen Bierbeleg-Jubiläum einst in Einbecks Landwehr-Orten aufgestellt worden waren. Die verschiedenen Teilnehmer legten dabei unterschiedliche Strecken zurück. Ziel aller war am Ende der Bannmeilenstein auf der Hube. Beim Start wurde bekannt, dass die acht Bannmeilensteine von Dietrich Evers gearbeitet worden sind; der Künstler aus Wiesbaden hatte damals auch das Wandmosaik im Sudhaus gestaltet.

Vertreter der Einbecker Brauhaus AG und des Einbecker Sportvereins und des Einbecker Automobilclubs als Veranstalter begrüßten die Teilnehmer auf dem Brauereihof. 1978 waren die Steine einst aufgestellt worden, im Mai 1979 gab es dann zur offiziellen Einweihung einen Marsch zu allen acht Standorten. Dabei waren auch die Ratsmitglieder, erinnerten sich jetzt Martin Wehner und Bernd Amelung an das Ereignis vor 40 Jahren. Teilweise sei man gewandert, habe aber streckenweise auch einen Pferdewagen genutzt. Von dem man freilich nach der Hube habe absteigen müssen, weil die Strecke hinunter zum Leineturm zu steil sei. Die beiden ehemaligen Ratsherren wanderten mit nach Kuvental und waren auch abschließend auf der Hube dabei. Per Pedale waren die heutigen Ratsmitglieder Antje Sölter und Hans-Jörg Kelpe am Start.

Auf jedem Bannmeilenstein sind auch die Ausmaße der Landwehr zu erkennen, außerdem wo die einzelnen Türme standen.

Die Oldtimer-Teilnehmer mussten Wertungsaufgaben an den Bannmeilensteinen erledigen.

Auch der „Bockbringer“-Oldtimer war am Start.

Start für Wanderer wie Oldtimer war auf dem Brauereihof.

Begrüßung (v.l.): Martina Voigt und Wulf Mißling (ESV), Ulrich Meiser (Brauhaus), Jürgen Herbst (ESV), Alexander Krempig EAC), stellvertretende Bürgermeisterin Antje Sölter.

Erinnerungen: Bernd Amelung und Martin Wehner mit Ulrich Meiser und Hans-Jörg Kelpe (v.l.).

Vom Brauereihof ging es los.

Mountainbiker waren auch am Start.

Die Biker fuhren alle Bannmeilensteine an, hier in Pinkler.

Auf der Hube drehten die Läufer ihre Waldrunde.

Einbecker ist mit dem Radler da

Sind mit dem Radler da: die Brauhaus-Mitarbeiterinnen Theresa Vorwig (l.) und Catharina Koch im PS-Speicher.

(c) Einbecker Brauhaus

Stilecht in der Fahrradabteilung des PS-Speichers präsentierte das Brauhaus heute sein neuestes Produkt: Einbecker ist mit dem Radler da. Und zwar mit einem absolut alkoholfreiem Radler. Das neue Mischgetränk enthält überhaupt keinen Alkohol und ist damit das Bier für die Mobilität. Damit unterscheidet es sich vom bereits (und auch weiterhin) erhältlichen Einbecker Radler. Das verwendete Pils-Bier wird bei der Neuheit so lange entalkoholisiert, bis es wirklich 0,0 Prozent ist. Weiterer Unterschied: Das neue Einbecker Radler alkoholfrei 0,0 % enthält keinen Süßstoff, sondern Zucker (und ist deshalb pasteurisiert). Und es ist in der original Einbecker Flasche zu kaufen, nicht in der Longneck-Flasche. Einbecker-Vorstand Martin Deutsch lobte die Hopfennote und das Zitronenaroma des neuen Getränks, das eine angenehme Süße habe und das ideale Sommergetränk sei: „Das Radler Alkoholfrei mit 100 Prozent Geschmack und 0,0 Prozent Alkohol ist die perfekte Erfrischung für alle, die auf Alkohol, aber nicht auf vollen Genuss verzichten möchten – die ideale Mischung aus Einbecker Alkoholfrei 0,0 Prozent und fruchtig-frischer Zitronenlimonade begeistert durch ihren vollmundigen und natürlichen Geschmack.“ Das neue Produkt ist ab sofort im Handel erhältlich, im Sechserträger genauso wie im 20-er Bierkasten. Leider könne man das neue Produkt durch Verzögerung bei den Anlagenherstellern erst jetzt im Spätsommer präsentieren, bedauerte Deutsch. Aber: Der nächste Sommer kommt bestimmt.

Zitronen gehören dazu: 50 Prozent alkoholfreies Bier und 50 Prozent Zitronenlimonade machen das Einbecker Radler alkoholfrei.

Bier brauen und verkaufen erlernen

Zwei neue Auszubildende und ein Praktikant haben zum Monatsbeginn bei der Einbecker Brauhaus AG einen neuen Lebensabschnitt begonnen. Sie verstärken in den nächsten drei Jahren das Team von aktuell zehn Azubis in der Brauerei. Sophia Werner möchte Industriekauffrau werden, Amelie Claus den Beruf der Brauerin und Mälzerin erlernen. Julius von Meien-Vogeler ist Praktikant im Bereich Vertrieb. Vorstand Martin Deutsch, die Ausbilder Manfred Matschke und Markus Körner, Betriebsratsvorsitzender Knut Schiemann sowie Julia Thöne als Jugend- und Auszubildendenvertreterin begrüßten die neuen Auszubildenden an ihrem ersten Arbeitstag. Deutsch betonte in seiner Begrüßung veränderte Rahmenbedingungen in der Ausbildung gegenüber der Vergangenheit. Ihre Abschlussprüfung erfolgreich bestanden haben Lukas Wiegand (Industriekaufmann) und Frau Catharina Koch (Industriekauffrau). Beide haben eine befristete Anstellung bei der Einbecker Brauhaus AG in ihrem erlernten Beruf erhalten, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.

Die neuen und ausgelernten Auszubildenden der Einbecker Brauhaus AG mit Vorstand, Ausbildern, Betriebsratsvorsitzendem und Auszubildendenvertreterin, hintere Reihe v.l. Knut Schiemann, Markus Körner, Lukas Wiegand, Julius von Meien-Vogeler, Manfred Matschke, vordere Reihe v.l. Amelie Claus, Sophia Werner, Julia Thöne, Martin Deutsch (es fehlt Catharina Koch).

Bier und Burger vor dem Musical

Am Abend des bislang heißesten Tag des Jahres im Innenhof neben der Stiftskirche begrüßte Brauhaus-Vorstand Martin Deutsch die Gäste und Intendant Achim Lenz.

Premiere: Erstmals hat die Einbecker Brauhaus AG in diesem Jahr Freunde des Hauses und Kunden aus der Gastronomie zu einem Musical-Besuch eingeladen. Die Veranstaltung bei den Gandersheimer Domfestspielen, deren Sponsor die Brauerei seit Jahren ist, fand anstelle des bislang für diesen Gästekreis jedes Jahr organisierten Winterbock-Anstich im Urbockkeller statt. Am bislang heißesten Tag des Jahres begrüßte Brauhaus-Vorstand Martin Deutsch rund 100 Gäste im Innenhof zwischen Martin-Luther-Gemeindehaus und Stiftskirche in Bad Gandersheim. Bei Bier und Burger hatten die Teilnehmer vor der Vorstellung die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen. Festspielintendant Achim Lenz hieß die Besucher herzlich willkommen und gab eine kurze launige Einführung ins Musical „Hair“, das anschließend auf der benachbarten Bühne vor dem Domportal gespielt wurde und das die Brauhaus-Gäste sich ansahen. Nach dem Stück konnten alle noch einmal auf kurzem Wege zurückkehren in den Innenhof, um bei einem Glas Gerstensaft über die Vorstellung und andere Themen zu sprechen.

Prost, Einbecker! Brauhaus-Vorstand Martin Deutsch und Intendant Achim Lenz.

Dem Austausch untereinander sollte die Veranstaltung dienen.

Insgesamt rund 100 Gäste der Einbecker Brauhaus AG waren zu der Veranstaltung bei den Gandersheimer Domfestspielen gekommen.

Im Landwehr-Gürtel gab’s Einbecker

Der Leineturm auf einem Gemälde von Josef Wenzel. Foto: Walter-Wilhelm Funcke/Einbecker Brauhaus AG

Innerhalb des rund 20 Kilometer langen Landwehr-Gürtel rund um die Stadt Einbeck gab es in früheren Jahrhunderten ausschließlich Einbecker Bier. Hecken und Gräben bildeten diese Landwehr, an acht mit Türmen gesicherten Stellen konnten Menschen und Waren auf Wegen passieren. Diese „Bannmeile“ sicherte den Bierabsatz innerhalb der Stadtmark inklusive Protektionismus gegenüber fremden Bieren. „Die Türme in der Einbecker Landwehr – Schutz und Bewirtung“ lautet ein Vortrag des bekannten Einbeckers Walter-Wilhelm Funcke, der am Montag, 2. September, um 18.30 Uhr im Urbock-Keller des Einbecker Brauhauses über die Geschichte der Landwehr spricht. Die Veranstaltung findet im Rahmen von „40 Jahre Einbecker Bannmeilensteine“ statt: Am 8. September (Sonntag) wird dieses Ereignis auf der Hube gebührend gefeiert. Jeder kann nach seinen (sportlichen) Möglichkeiten teilnehmen und auf verschiedenen Strecken die Bannmeilensteine erleben. Anmeldungen sind noch möglich. Der Veranstalter ESV bittet um umgehende Rückmeldungen.

Hube-Grillplatz mit Bannmeile-Stein. Archivfoto

Schützenfest mit Bier aus dem „Stübchen“

Rainer Schoppe (l.) und Jürgen Koch mit dem Bier-„Stübchen“, mit „Schirm, Charme und Melone“, einer damals beliebten TV-Serie, und der Rosette am Revers in den Einbecker Stadtfarben rot-gelb. Foto: Hans-Werner Anhalt

Eines der schönsten, größten und aufwändigsten Schützenfeste, die Einbeck erlebt hat, fand vor 50 Jahren statt. Fünf Tage lang bei bestem Wetter feierten die Einbecker und ihre Gäste, berichtet Hans-Werner Anhalt (79), damals einer der Beteiligten beim Stadt- und Kreisschützenfest 1969 und Gründungs-Hauptmann des zwei Jahre zuvor gebildeten „Einbecker Bürgerkorps“. Als Geschenk der Einbecker Brauhaus AG erhielt damals das Bürgerkorps ein „Stübchen“ aus Holz, ein Krug mit 3,6375 Litern Inhalt. Einer der Höhepunkt des von der „Einbecker Schützengilde von 1457 e.V“ organisierten Schützenfestes war damals die Fahnenweihe für das Bürgerkorps. Im Zuge des Festes fand auch das Einbecker Fassrollen statt. Am Festsonntag damals wurde unter anderem auch die damalige (erste) Einbecker Bürgermeisterin Auguste Jünemann (SPD) von Spielmannszügen geweckt, bevor es nach der Fahnenweihe einen großen Festumzug durch Einbeck mit Ziel Tummelplatz (dort steht heute die BBS) gab. Das „Einbecker Bürgerkorps“ wurde Anfang des neuen Jahrtausends aufgelöst, die Fahne ins Stadtmuseum gegeben.

Einbecker in Keene

Einbecker Bier gibt’s im Karton.

Zack Cooper (l.) und Gary Lamoureux und das Einbecker Bier.

Einbecker Bier ist in New Hampshire erst seit etwa einem halben Jahr zu bekommen – pünktlich zu Weihnachten war es 2018 soweit. Und das, obwohl Keene NH schon seit 2002 die amerikanische Partnerstadt von Einbeck ist. Der USA-Importeur der Einbecker Brauhaus AG ging wegen der geringen Einwohnerzahl und der noch viel geringeren Einwohnerdichte von nur recht geringen Absatzmöglichkeiten aus – der im Norden an Kanada grenzende US-Bundesstaat New Hampshire ist flächenmäßig ziemlich genau halb so groß wie Niedersachsen, hat aber nur 1,3 Millionen Einwohner (Niedersachsen: acht Millionen). Beim Hinweis auf die Städtepartnerschaft zwischen Einbeck und Keene NH war Matthias Neidhart aber sofort bereit, die von der Landesadministration aufgestellten hohen bürokratischen Hürden zu überwinden. Seitdem wird Einbecker Bier („Ainpöckisch Bier“ 1378 und Einbecker Brauherren Pils mit und ohne Alkohol) – in Keene mit einem individuell gestalteten Plakat beworben.

Kaufen kann man die Einbecker Biere vor Ort zum Beispiel im „BrewTopia“ in guter Lage in der Washington Street 40, berichtet Brauhaus-Exportchef Ulrich Meiser nach einer Reise nach Keene. Zwei Partner, Zack Cooper und Douglas Greenhalgh, haben in der Einbecker Partnerstadt im Jahr 2011 in den Räumen einer ehemaligen chemischen Reinigung nur eine Gehminute entfernt vom Rathaus das größte auf Craftbiere spezialisierte Einzelhandelsgeschäft im Bundesstaat New Hampshire eingerichtet – „weil sie es satt hatten, vergeblich nach den wirklich interessanten Bieren in Supermärkten und örtlichen Convenience-Läden zu suchen“, berichtet Meiser. Der ehemalige Feuerwehrchef Gary Lamoureux stellte beim Besucher der Einbecker persönlich den Kontakt zu Zack Cooper her.

Von einer neuen, überraschenden Erkenntnis im Laden berichtet Ulrich Meiser: New Hampshire gehört zu den fünf Bundesstaaten, die generell keine Umsatzsteuer („Sales Tax“) erheben. Dennoch beträgt der Literpreis für gutes Bier, ob aus Einbeck oder aus amerikanischer Craftbier-Herstellung, etwa 5 Dollar. Beim Abschiedsessen der Einbecker Delegation, zu dem Bürgermeister Kandell Lane am letzten Abend vor der Rückreise zu sich nach Hause eingeladen hatte, wurde zum ersten Mal bei solcher Gelegenheit für alle Gäste Einbecker Bier ausgeschenkt.

Mit auf dem Bild: Der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Einbeck und langjährige Vorsitzende des Keene-Kommitees (2002 bis Anfang 2019), Albert Thormann (stehend rechts), der Sachgebietsleiter Tiefbau der Stadt Einbeck, Thomas Kreykenbohm (steht vorne links, mit Keene-Cap), der (Co-)Vorsitzende des Einbecker Sportvereins Wulf Mißling (2. Reihe von hinten, ganz links), der Ratsherr und Einbecker „Bierkutscher“ Albert Eggers (letzte Reihe 3.v.l.) und Ulrich Meiser (letzte Reihe 2.v.l.). Fotos: Einbecker Brauhaus AG/Meiser

Einbecker Bier im Tank in die USA

Das Foto zeigt den leeren Container vor den Betriebshallen von B. United. Von dort wurde er nach Deutschland transportiert. Foto: Einbecker Brauhaus AG / Matthias Neidhart

Das Einbecker Bier war schon in vergangenen Jahrhunderten nicht nur in Einbeck beliebt. Damals sorgte die Hanse für einen Export bis nach Riga oder Amsterdam. Heute sind die USA eines der interessantesten Zielländer der Einbecker-Exportgeschäfts. Einbecker Bier ist in den Vereinigten Staaten so beliebt, dass die Brauerei jetzt den Gerstensaft in speziellen Tankcontainern in die USA liefert. Generalimporteur B. United International, Inc. mit Sitz in Connecticut unweit von New York wird das Bier in den USA auf einer eigenen Anlage in Drittelliterdosen abfüllen. B. United International, Inc. verfügt über vier so genannte „Temperature controlled Tank Container“. Einen von ihnen hat Inhaber Matthias Neidhart jetzt leer nach Deutschland transportieren lassen. In dieser Woche floss nun erstmals frisches Einbecker Brauherren Pils aus dem Lagertank in diesen Spezialcontainer. „Die Abfüllung hat gut funktioniert“, berichtet Ulrich Meiser, bei der Brauhaus AG auch für den Export zuständig. „Die vorab übermittelten technischen Gewindemaße stimmten zwar nicht, aber unsere Leute aus der Schlosserei haben mithilfe eines Adapters gezaubert und es passend hinbekommen – beim nächsten Mal werden wir dann schon Erfahrung haben.“

Bei konstant 4 Grad Celsius fährt das Bier im Tank über den Teich. Foto: Einbecker Brauhaus AG

Ein Tankcontainer hat ein Fassungsvermögen von 140 Hektoliter, also 14.000 Liter, und ist unterteilt in vier Kammern à 35 Hektoliter. Der Druck beträgt etwa ein Bar. Das Besondere an dem Container ist die eingebaute Kühltechnik, die die Temperatur des Bieres beim Straßentransport zum Hamburger Hafen und beim Seetransport über den Atlantik bei 4 Grad Celsius hält. Der Tank wird nach Angaben der Einbecker Brauhaus AG in etwa 14 Tagen in den USA eintreffen.

Hier wird der Tankcontainer mit Bier befüllt. Foto: Einbecker Brauhaus AG

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