Einbecker Bierblog

Wissenswertes aus der Heimat guter Biere

Von Einbeck lernen…

Als Gästeführer schlüpft der Einbecker Peter Nolte heute in Rolle und Kostüm des historischen Braumeisters Elias Pichler.

Als Gästeführer schlüpft der Einbecker Peter Nolte heute in Rolle und Kostüm des historischen Braumeisters Elias Pichler. Foto: Einbeck Marketing GmbH

Es mag ja für die Bayern schwer erträglich sein. Aber das Bockbier, das vor 400 Jahren in München erstmals gebraut worden war, hat nun einmal seine Wurzeln in Einbeck. Heute würden vermutlich Headhunter mit der Angelegenheit betraut. Wie nach 1600 der bayerische Herzog den Einbecker Braumeister Elias Pichler davon überzeugt hat, in seine Dienste in München zu treten, ist nicht überliefert, finanzielle Anreize dürften freilich ein schlagendes Argument gewesen sein. Klar ist jedenfalls, dass die Münchener ab 1612 das Bierbrauen nach „Ainpöckischer Art“ lernen. Ohne Einbeck hätte es kein Bockbier in Bayern gegeben. Zumal damals Bayern noch als Weinland galt, Bierbrauen eher in Norddeutschland zuhause war.

Die Herzöge von Bayern schätzten das Einbecker Bier. Überliefert ist, dass der herzoglich-bayerische Hof spätestens seit 1550 das gute, starke Bier aus Einbeck regelmäßig importiert hat: Ein Luxusartikel, der stark eingebraut war, um auf den weiten Wegen haltbar zu bleiben. Die Einfuhr des Gerstensaftes war Herzog Wilhelm V. (1579 – 1597) auf Dauer zu teuer, er hatte einen durstigen und anspruchsvollen Hofstaat, dem das in München gebraute, weniger kräftige Bier nicht gut genug war. Doch geschmacklich konnte es mit dem Einbecker Vorbild nicht mithalten. Herzog Maximilian I. (1597-1651) entschloss sich daher, einen Einbecker Braumeister abzuwerben und in herzogliche Dienste zu stellen.

Elias Pichler experimentierte ab 1612 mit dem „Ainpöckisch Bier“ made in München. 1614 schließlich konnte er im Hofbräuhaus Bier nach „Einbecker Art“ herstellen. Aus diesem „Ainpöckisch Bier“ wurde mit der Zeit das „Ainpöck“ und schließlich das „Bockbier“, ein Bier mit hohem Stammwürzegehalt.

Der neue Maibock soll gar zu einem Retter der Stadt München geworden sein: Als 1632 während des Dreißigjährigen Krieges die Schweden die Stadt besetzt haben, sahen sie von Plünderung und Brandschatzung nur ab, wenn sie als Tribut 344 Eimer Maibock aus dem Hofbräuhaus erhalten würden.

Eine ganz eigene, fränkisch motivierte Story des Bockbiers präsentiert gerne der bayerische Finanzminister Markus Söder (der fiskalische Chef des Hofbräuhauses). Dass das Bockbier von Albrecht Dürer aus Nürnberg erfunden sein worden soll, ist zwar amüsant zu hören, jedoch total falsch und eine glatte Lüge, um den Herrn Minister zu zitieren 😉

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